Interventionsmöglichkeiten der sozialen Arbeit bei psychosomatischen Erkrankungen


Hausarbeit, 2009

18 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Psychosomatik

3 Konzepte in der Psychosomatik
3.1 Konversionsmodell
3.2 Organneurose
3.3 Spezifitätshypothese
3.4 Stressmodelle
3.4.1 Transaktionales Stressmodell
3.4.2 Zusammenhang zwischen Stress und physiologischen Reaktionen

4Sozialpädagogische Intervention
4.1 Psychosomatische Rehabilitation
4.2 Sozialpädagogische Intervention nach dem transaktionalen Stressmodell

5 Zusammenfassung

1 Einleitung

In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit interventionsmöglichkeiten der sozialen Arbeit bei psychosomatischen Erkrankungen auseinandersetzen. Dabei werde ich zuerst der Begriff „Psychosomatik“ klären und einige Erklärungsmodelle für Psychosomatische Erkrankungen vorstellen. Näher eingehen werde ich dabei auf Stressmodelle, insbesondere das transaktionale Stressmodell von Lazarus, welches sich als Ansatz für die soziale Arbeit besonders eignet. Im Anschluss daran soll die Aufgabe der Sozialarbeit innerhalb der Psychosomatischen Rehabilitation geklärt und an einem fiktiven Beispielfall einige sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten nach dem transaktionalen Stressmodel aufgezeigt werden.

2 Psychosomatik

Die Erkenntnis, dass psychische Prozesse körperliche Beschwerden auslösen können, gab es bereits im Altertum. Der Begriff der „Hysterie“ hat dort seinen Ursprung. In der jüngeren Vergangenheit wurde der Begriff „psychosomatisch“ für körperliche Symptome mit psychischen Ursachen geprägt. Es gab (und gibt) Bestrebungen einerseits alle Krankheitsbilder als psychosomatisch zu sehen (Psychosomatik als Weltbild“), andererseits wurde versucht, nur bestimmte Krankheitsbilder als psychosomatisch einzuordnen. Heute unterscheidet man im Allgemeinen psychosomatische Störungen und somatoforme Störungen. So ist die „psychosomatische Störung“ in der Regel eine Zusatzdiagnose bei klassisch unter organisch einzuordnenden Erkrankungen, und zwar dann, wenn psychische Prozesse bei der Entstehung und/oder Aufrechterhaltung einer Krankheit eine wesentliche Rolle spielen.

Somatoforme Störungen liegen wiederum dann vor, wenn körperliche Symptome nicht mit organischen Krankheiten zu erklären, oder auf bereits bestehende psychische Störungen zurückzuführen sind.

Eine eindeutige Trennung zwischen Beiden vorzunehmen und Krankheitsbilder klar den einen oder anderen zuzuordnen ist allerdings, aufgrund der Tatsache, dass bei Beiden sowohl psychische als auch körperliche Prozesse eine Rolle spielen, schwierig. (Vgl. Baumann, Urs; Perrez, Meinrad [Hrsg.] 1998. S. 924ff)

Am Rande soll erwähnt sein, dass in anderer Literatur eher der Begriff der „psychophysiologischen Störung“ zu finden ist, welcher sich grundsätzlich mit dem Begriff „psychosomatische Störung“ deckt, allerdings die dort einzuordnenden Krankheitsbilder weniger eng eingrenzt. So schließt die psychophysiologische Störung prinzipiell alle Krankheiten mit ein, wohingegen psychosomatische Störungen im klassischen Sinne auf bestimmte Krankheitsbilder (Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sowie der Haut) begrenzt ist. (vgl. Reinecker 1998. S. 539ff)

Die ICD-10 nimmt zwischen den Begriffen somatoform, psychosomatisch und psychophysiologisch keine Differenzierung vor und fasst diese unter „somatoforme Störungen“ (F45.x) zusammen.

3 Konzepte in der Psychosomatik

Im Folgenden werde ich kurz drei psychosomatisch- psychotherapeutische Konzepte vorstellen. Es existieren natürlich noch weitaus mehr, ich beschränke mich hier jedoch auf diese kleine Auswahl.

3.1 Konversionsmodell

Freuds Konversionsmodell war ursprünglich gar nicht zu Erklärung psychosomatischer Phänomene gedacht, sondern zur Erklärung körperlicher Symptome bei Hysterie. Freud geht hier davon aus, dass unbewusste sexuelle Wünsche und Versuchungs- und Versagungssituationen, wenn das „Ich“ und „Über-Ich“ relativ geschwächt sind, wiederkehren. Das geschieht allerdings nicht in ihrer eigentlichen Gestalt, sondern in Form von körperlichen Symptomen. Zudem sind diese Symptome nicht zufällig, sondern bilden sich in Körperteilen/Organen, die für die Darstellung des unbewussten Wunsches besonders geeignet sind, die vorgeschädigt, oder genetisch dispositioniert sind („somatisches Entgegenkommen“), ab. So sind Arme z.B. ein phallisches Symbol. Die körperlichen Symptome stellen also, wie in Träumen, Symbole für verdrängte (sexuelle) Wünsche dar und sind darüber hinaus die Verdeutlichung der Abwehr selbst. (vgl.: H. Speidel, in A. Mayer 1996. S. 49f)

3.2 Organneurose

F. Alexander erweiterte das Konzept der Konversion um das Konzept der „Organneurose“. Er stellt fest, dass neben symbolhaften Symptomen wie Freud sie beschrieben hat, auch Ersatzreaktionen für Handlungsmotive bestehen. D.h., wenn ein Handlungsmotiv (Kampf, Flucht usw.) aufgrund der Situation nicht umgesetzt werden kann, bleibt die unbewusste Motivation bestehen. Die zu dieser Motivation gehörenden physiologischen Aktivierungen entwickeln sich, da die eigentliche Handlung unterdrückt wurde, zu chronischen körperlichen Symptomen. (vgl.: H. Speidel, in A. Mayer 1996. S. 50f)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Interventionsmöglichkeiten der sozialen Arbeit bei psychosomatischen Erkrankungen
Hochschule
Duale Hochschule Gera-Eisenach (ehem. Berufsakademie Thürigen in Gera)  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Psychologie/Psychosomatik
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V171040
ISBN (eBook)
9783640900541
ISBN (Buch)
9783640900633
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interventionsmöglichkeiten, arbeit, erkrankungen
Arbeit zitieren
Thomas Beck (Autor), 2009, Interventionsmöglichkeiten der sozialen Arbeit bei psychosomatischen Erkrankungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171040

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