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Beziehung zwischen Staat und islamistischer Bewegung in Jordanien

Ein Hemmnis für eine Demokratisierung?

Título: Beziehung zwischen Staat und islamistischer Bewegung in Jordanien

Trabajo Escrito , 2009 , 25 Páginas , Calificación: 1,1

Autor:in: Jennifer Brandscheidt (Autor)

Política - Región: Oriente Medio
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„Nichts verändert sich. Jordanien tut so, als wäre es eine Demokratie, aber das ist nicht der Fall“ (Lenner 2007 online). - Dieses Zitat spiegelt – laut Lenner – die Meinungen vieler Jordanier wider; und das in einem Land, in dem es Wahlen und ein Parteiensystem gibt. Die Frage, die sich stellt, ist nun, ob diese Einschätzung berechtigt ist und ob Jordanien wirklich eine funktionierende Demokratie ist. Interessant ist hierbei die Rolle der islamistischen Bewegung.
In den westlichen Staaten wird oftmals davon gesprochen, die islamistischen Bewegungen in den arabischen Ländern seien ein Hindernis und eine Gefahr für eine Demokratisierung. Diese Hausarbeit versucht nun, dieser These nachzugehen. Besonders berücksichtigt werden die Beziehungen zwischen dem jordanischen Staat und der islamistischen Bewegung der Moslembruderschaft sowie ihrem politischen Teil, der IAF (Islamic Action Front). Es soll festgestellt werden, ob die Islamisten durch ihre Beziehung zum Staat und insbesondere zum Königshaus, ein Hindernis für eine Demokratisierung darstellen oder ob sie eventuell sogar ein fördernder Faktor von Demokratie sind, als was sie sich selbst gerne sehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der jordanische Staat

II.1. Kurzer Abriss der historischen und politischen Entwicklung

II.2. Politisches System und demokratische Züge

III. Die islamistische Bewegung

III.1. Kurzer historischer Abriss

III.2. Wirken in Politik und Gesellschaft

IV. Beziehung zwischen Staat und Islamisten

IV.1. Gegenseitige Abhängigkeit

IV.2. Zusammenhang zwischen Wirken der IAF und politischen Reformen

IV.3. König Abdallah II. - Trend zum Autoritarismus?

IV.4. Die Bedeutung externer Akteure für den Staat

IV.5. Trends

V. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem jordanischen Staat und der islamistischen Bewegung, insbesondere der Moslembruderschaft und ihrem politischen Arm, der Islamic Action Front (IAF). Ziel ist es, zu analysieren, ob diese Akteure ein Hemmnis für eine Demokratisierung darstellen oder ob sie potenziell einen fördernden Faktor innerhalb des jordanischen politischen Systems bilden.

  • Historische Entwicklung des jordanischen Staates und dessen politisches System.
  • Analyse des Einflusses und der Strategien der islamistischen Bewegung in Jordanien.
  • Untersuchung der gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Staat und Islamisten.
  • Evaluierung der Auswirkungen staatlicher Reformen und externer Akteure auf den Demokratisierungsprozess.
  • Einordnung aktueller politischer Trends unter König Abdallah II.

Auszug aus dem Buch

IV.1. Gegenseitige Abhängigkeit

Um eine potentielle gegenseitige Abhängigkeit zwischen dem jordanischen Staat und der Moslembruderschaft analysieren zu können, muss man sich zunächst einige Fakten verdeutlichen, die zur Erklärung der Situation eine aktive Rolle spielen.

Zunächst einmal ist die islamische Politik für den Staat sehr wichtig, da diese Religion für ihn bzw. die königliche Familie der Haschemiten zu einem großen Teil Legitimationsbasis ist (vgl. Wiktorowicz 1999b online). Die Haschemiten sind nämlich historisch mit dem Islam verbunden und zwar einerseits, da sie vom selben Stamm wie der Prophet Mohammed abstammen sollen und der jetzige König Abdallah II. dessen direkter Nachfahre in der 43. Generation sei; und andererseits weil sie bis 1925 Mekka regiert haben (vgl. ebd.). Das heißt, sie legitimieren ihre Herrschaft mit der Abstammung vom Botschafter Gottes und einer Verbindung zu der dritt wichtigsten Stadt im Islam (vgl. ebd.). Aufgrund dessen haben sie natürlich ein großes Interesse daran, die Interpretationen des Islam zu kontrollieren; deshalb versucht der Staat, die religiösen Institutionen unter Kontrolle zu halten und zu monopolisieren (vgl. ebd.).

Aufgrund dieser starken Bedeutung des Islam für den Staat, muss dieser sozusagen die Moslembruderschaft an sich tolerieren, da er sich sonst unglaubwürdig machen würde. Aber das ist nicht der einzige Grund für das Königshaus, mit den Moslembrüdern zusammenzuarbeiten, denn die Erfahrung anderer arabischer Staaten hat gezeigt, dass viele islamistische Bewegungen die Souveränität des Staates in Frage stellten und versuchten – auch mit Gewaltakten – an die Macht zu kommen (vgl. Wiktorowicz 1999a+b). Aber dieses hat die Moslembruderschaft in Jordanien nie getan. Im Gegenteil, durch diese Bewegung wurden andere islamistische und soziale Bewegungen „absorbiert“ und durch eine gewaltlose Organisation vertreten (vgl. Wiktorowicz 1999a online). Daher unterstützt das Königshaus die Moslembrüder bei ihrer Arbeit, beispielsweise indem sie ihnen organisatorische Hilfe zukommen lassen (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der Rolle der islamistischen Bewegung für eine mögliche Demokratisierung in Jordanien und definiert die verwendeten theoretischen Begriffe.

II. Der jordanische Staat: Dieses Kapitel erläutert die historischen Rahmenbedingungen, das politische System Jordaniens und die Herausforderungen für die demokratische Entwicklung.

III. Die islamistische Bewegung: Hier wird die Geschichte und das Wirken der Moslembruderschaft sowie ihres politischen Arms, der IAF, in Politik und Gesellschaft beleuchtet.

IV. Beziehung zwischen Staat und Islamisten: Dieses Kapitel analysiert das ambivalente Abhängigkeitsverhältnis zwischen Regierung und Islamisten, den Einfluss von Reformen, externe Akteure sowie aktuelle Trends unter König Abdallah II.

V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Jordanien zwar formale demokratische Prinzipien besitzt, aber aufgrund einer "Schein-Demokratisierung" und begrenzter Handlungsspielräume keine wesentlichen Fortschritte bei der realen Demokratisierung erzielt wurden.

Schlüsselwörter

Jordanien, Demokratisierung, Moslembruderschaft, Islamic Action Front, IAF, König Abdallah II., politisches System, Außenpolitik, USA, Reformen, Zivilgesellschaft, Tribalismus, Schein-Demokratisierung, politische Partizipation, Islam

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Beziehung zwischen dem jordanischen Staat und der islamistischen Bewegung, insbesondere der Moslembruderschaft, im Kontext einer möglichen Demokratisierung des Landes.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des jordanischen Staates, die Rolle der Islamisten als Opposition, die staatliche Kontrolle der Zivilgesellschaft sowie die Einflüsse durch externe Akteure wie die USA.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die islamistische Bewegung in Jordanien ein Hindernis für eine Demokratisierung darstellt oder ob sie eventuell als fördernder Faktor von Demokratie agiert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung bestehender Literatur, historischer Ereignisse und aktueller politischer Entwicklungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Staates, die Analyse der islamistischen Bewegung, die Untersuchung der gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen Staat und Islamisten sowie die Bewertung politischer Reformen und Trends.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Demokratisierung, Jordanien, Moslembruderschaft, Islam, politisches System und externe Akteure wie die USA.

Welchen Einfluss hat das "one man one vote"-Prinzip auf die politische Landschaft?

Laut der Autorin fördert dieses Prinzip den Tribalismus und stärkt regimetreue Kräfte, was die Möglichkeiten für eine starke, programmorientierte Opposition wie die IAF im Parlament signifikant einschränkt.

Warum wird im Fazit von einer "Schein-Demokratisierung" gesprochen?

Die Autorin argumentiert, dass Jordanien zwar formale demokratische Strukturen in der Verfassung verankert hat, diese jedoch in der Praxis nicht umgesetzt oder in Krisenzeiten eingeschränkt werden, um die Stabilität des Regimes und die internationale Unterstützung zu sichern.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Beziehung zwischen Staat und islamistischer Bewegung in Jordanien
Subtítulo
Ein Hemmnis für eine Demokratisierung?
Universidad
University of Marburg
Calificación
1,1
Autor
Jennifer Brandscheidt (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
25
No. de catálogo
V171433
ISBN (Ebook)
9783640908301
ISBN (Libro)
9783640908370
Idioma
Alemán
Etiqueta
beziehung staat bewegung jordanien hemmnis demokratisierung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jennifer Brandscheidt (Autor), 2009, Beziehung zwischen Staat und islamistischer Bewegung in Jordanien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171433
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