Das Vorhandensein eines Datenformates ist für eine intensive Forschung mit Echtdaten unabdingbar. Das zentrale Ziel dieser Arbeit ist daher die Erstellung eines Datenformates für die Abbildung von Personaleinsatzplanungsproblemen (ganztägig sowie untertägig). In dieser Arbeit wird zudem auf die Besonderheiten der untertägigen Personaleinsatzplanung im Vergleich zur ganztägigen Personaleinsatzplanung eingegangen, die vor allem im Planungshorizont, in den Arbeitsplatzwechseln und in den Nebenbedingungen liegen. Weiterhin werden die Anforderungen an ein Datenformat dargestellt und es wird ein Überblick über einige existierende Formate gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Besonderheiten der untertägigen Personaleinsatzplanung
2.1 Planungsvarianten
2.2 Planungshorizont
2.3 Nebenbedingungen
3 Existierende Datenformate
3.1 Allgemeiner Überblick
3.2 TTML: Timetabling Markup Language
3.3 Format der ASAP
4 Anforderungen an ein Datenformat
5 Erweiterung des Datenformats der ASAP
5.1 Zusatzinformationen
5.2 Zeit
5.3 Arbeitsplätze
5.4 Sondertage
5.5 Nebenbedingungen
5.6 Qualifikationen
5.7 Personalbedarf
5.8 Präferenzen
5.9 Ganztägige Zuweisungen
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein bestehendes XML-Datenformat für Personaleinsatzplanungsprobleme so zu erweitern, dass es sowohl ganztägige als auch untertägige Anforderungen abbilden kann, um eine breitere Vergleichbarkeit von Lösungsverfahren zu ermöglichen.
- Analyse der Besonderheiten der untertägigen Personaleinsatzplanung.
- Evaluation existierender Datenformate wie TTML und ASAP.
- Definition von Anforderungen an ein flexibles Datenformat.
- Spezifikation notwendiger Modifikationen am ASAP-Format.
- Integration von Arbeitsplätzen, Qualifikationen und flexibler Zeiteinteilung.
Auszug aus dem Buch
5.3 Arbeitsplätze
Das Konzept der ASAP sieht folgender Maßen aus: Um einen definierten Bedarf an Mitarbeitern zu decken, werden diese auf zuvor definierten Schichten verplant. Der Personalbedarf kann für Schichten, Schichtgruppen, Zeitperioden und Qualifikationen bestehen. Arbeitsplätze existieren im Datenformat der ASAP nicht. Daher ist deren Konzept nur dann unproblematisch anwendbar, wenn es sich lediglich um die Abbildung eines einzigen Arbeitsplatzes handelt.
Bei mehr als einem Arbeitsplatz stößt das Konzept an Grenzen, da verschiedene Arbeitsplätze, bei denen bestimmte Schichten zulässig sind, nicht problemlos abgebildet werden können. Theoretisch bestünde die Möglichkeit, Schichten nur für bestimmte Arbeitsplätze zu definieren. Eine konkrete Bindung der Schicht an den jeweiligen Arbeitsplatz erfolgt dabei nicht, da diese im Datenformat nicht existieren. Die Zuweisung ist lediglich ein gedanklicher Prozess.
Ein Beispiel: Es gibt zwei Arbeitsplätze und eine Nachtschicht. Man würde z.B. die beiden Schichten N1 und N2 erstellen, um die beiden Arbeitsplätze getrennt abzubilden. Dieses Vorgehen ist jedoch nicht optimal, da es sehr komplex ist und durch die Bindung des Personalbedarfs an Schichten die Realität nicht immer korrekt wiedergibt. Gerade im Handel wird der Personalbedarf für Arbeitsplätze je Zeitintervall ermittelt. Eine Koppelung des Personalbedarfs an Schichten macht nur dann Sinn, wenn im Vorfeld ein Workforce Scheduling [Musl06, Gune99] stattgefunden hat. In der Praxis ist das jedoch nicht immer der Fall und der eher langfristige Planungscharakter erlaubt keine kurzfristigen Arbeitsplatzwechsel, wie sie bei der untertägigen Personaleinsatzplanung zu finden sind.
Zudem werden Mitarbeiter nach dem Konzept der ASAP nur einer Schicht pro Tag zugeteilt – selbst das zuvor geschilderte Vorgehen würde keine untertägigen Arbeitsplatzwechsel ermöglichen. Aus diesem Grund wird das Modell der ASAP um Arbeitsplätze erweitert. Schichten und Arbeitsplätze sind somit getrennt. Es gibt Arbeitsplätze, die bestimmte Qualifikationen erfordern können und für die ein Personalbedarf definiert wird. Zudem haben sie einen Namen, eine Abkürzung und eine eindeutige Identifikationsnummer.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit motiviert die Notwendigkeit eines einheitlichen Datenformats für Personaleinsatzplanung und identifiziert das ASAP-Format als geeignete Basis für Erweiterungen.
2 Besonderheiten der untertägigen Personaleinsatzplanung: Dieses Kapitel beleuchtet spezifische Anforderungen wie häufige Arbeitsplatzwechsel, den Planungshorizont und komplexe Nebenbedingungen, die sich von ganztägigen Planungen unterscheiden.
3 Existierende Datenformate: Es wird ein Überblick über den aktuellen Stand der Technik gegeben, wobei TTML und das Format der ASAP als die vielversprechendsten Ansätze hervorgehoben werden.
4 Anforderungen an ein Datenformat: Hier werden Kriterien wie Allgemeingültigkeit, Erweiterbarkeit, einfache Syntax und Lesbarkeit definiert, die das zu erweiternde Format erfüllen muss.
5 Erweiterung des Datenformats der ASAP: Detaillierte Beschreibung der Anpassungen am Format, einschließlich der Einführung von Arbeitsplätzen, spezifischen Qualifikationen und verbesserter Zeitmodellierung.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die erreichten Ziele zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Anforderungen aus dem Bereich des Workforce Managements.
Schlüsselwörter
Personaleinsatzplanung, XML, Datenformat, untertägige Planung, ASAP, Timetabling, Arbeitsplätze, Nebenbedingungen, Workforce Scheduling, Qualifikationen, Benchmarktests, Schichtplanung, XML-Standard, Prozessoptimierung, Dienstplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Erweiterung eines XML-basierten Datenformats, um die Forschung im Bereich der Personaleinsatzplanung durch eine verbesserte Vergleichbarkeit von Problemen und Lösungsverfahren zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die untertägige Personaleinsatzplanung, die Modellierung von Zeitintervallen, die Abbildung von Arbeitsplätzen sowie die Definition von Nebenbedingungen und Qualifikationen in einem Standardformat.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, das existierende XML-Format der ASAP so zu erweitern, dass es die spezifischen Anforderungen komplexer, untertägiger Personaleinsatzplanungsprobleme effizient und flexibel abbilden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einem konstruktiven Ansatz: Basierend auf einer Literaturanalyse zu bestehenden Formaten werden spezifische Anforderungen abgeleitet und das Format der ASAP durch Modifikationen an der XML-Struktur systematisch erweitert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Unterschiede zwischen ganztägiger und untertägiger Planung, bewertet existierende Formate und detailliert die praktischen Erweiterungen am XML-Schema, wie z.B. die Entkopplung von Schichten und Arbeitsplätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Personaleinsatzplanung, untertägige Planung, XML, Datenformat, ASAP-Format, Arbeitsplätze und Nebenbedingungen gekennzeichnet.
Warum wird das ASAP-Format für die Erweiterung gewählt?
ASAP wurde gewählt, weil es bereits gut dokumentiert ist, über eine umfangreiche Basis an verfügbaren Echtdaten verfügt und sich durch ein leicht verständliches und flexibles XML-Konzept auszeichnet.
Wie werden Arbeitsplatzwechsel im neuen Format modelliert?
Das Modell wurde um Arbeitsplätze als eigenständige Entitäten erweitert, die von den Schichten entkoppelt sind, wodurch Mitarbeiter flexibel und untertägig verschiedenen Arbeitsplätzen mit spezifischen Qualifikationsanforderungen zugewiesen werden können.
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- Maik Günther (Autor), 2008, Ein XML-Format für die Personaleinsatzplanung inkl. untertägiger Personaleinsatzplanung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171544