Zuerst werde ich einige zusammenfassende Gedanken über den theoretischen Grundlagen der Valenztheorie ermitteln, dann werde ich zwei kurzen Textausschnitten aus dem Roman Tonio Kröger von Thomas Mann analysieren. Die Analyse wird sowohl quantitativ, als auch qualitativ, und ich werde noch die Realisierung der Valenzen untersuchen, kontrastiv zu der ungarischen Übersetzung des Textes verglichen. Am Ende der Arbeit werden die Konklusionen beschrieben und eine Zusammenfassung geschildert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
3. Kontrastive Untersuchung der Textpassage aus Tonio Kröger
4. Konklusion, Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Unterschiede in der Valenzrealisierung zwischen der deutschen und der ungarischen Sprache kontrastiv zu analysieren, um daraus didaktische Ansätze für den DaF-Unterricht (Deutsch als Fremdsprache) abzuleiten. Dabei wird untersucht, wie Verben in beiden Sprachen syntaktische Leerstellen eröffnen und durch welche grammatischen Strukturen diese Aktanten realisiert werden.
- Grundlagen der Dependenzgrammatik und Valenztheorie
- Unterscheidung zwischen obligatorischen und fakultativen Aktanten sowie freien Angaben
- Kontrastive Analyse anhand von Textauszügen aus Thomas Manns "Tonio Kröger"
- Vergleich der morphologischen vs. syntaktischen Realisierungsformen
- Didaktische Implikationen für die Vermittlung von Rektionen im Sprachunterricht
Auszug aus dem Buch
3. Kontrastive Untersuchung der Textpassage aus Tonio Kröger
Auf das vorhandene theoretische Wissen basierend, möchte ich in diesem Kapitel eine sowohl quantitative, als auch qualitative Valenzanalyse des deutschen Textes, danach die Schilderung von Valenzrealisierungen versuchen. Der zu analysierenden Textteile stammen aus Tonio Kröger, dem berühmten Roman von Thomas Mann und seiner ungarischen Übersetzung von Sárközi György. Die analysierten Verben (und Adjektive) sind in dem deutschen Text markiert.
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„Und Tonio Kröger überreichte ihm seine Arbeit. Der Polizist breitete sie auf der Pultplatte aus und begann darin zu lesen. Auch Herr Seehaase trat näher herzu und beteiligte sich an der Lektüre. Tonio Kröger blickte ihnen über die Schultern und beobachtete, bei welcher Stelle sie seien. Es war ein guter Moment, eine Pointe und Wirkung, die er vortrefflich herausgearbeitet hatte. Er war zufrieden mit sich.
»Sehen Sie!« sagte er. »Da steht mein Name. Ich habe dies geschrieben, und nun wird es veröffentlicht, verstehen Sie.«”
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„Tu's nicht! Ich verlange es nicht mehr von dir.”
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin begründet das Interesse an der Valenztheorie durch ihre Relevanz in der Lehrerpraxis und skizziert das methodische Vorgehen der kontrastiven Untersuchung zwischen dem Deutschen und Ungarischen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe der Dependenzgrammatik nach Tesniére, differenziert zwischen Aktanten und freien Angaben und führt das Konzept der Valenzrealisierung auf Mikro- und Makroebene ein.
3. Kontrastive Untersuchung der Textpassage aus Tonio Kröger: Hier erfolgt die praktische Anwendung der Theorie durch eine Analyse der Verben aus dem Roman, wobei die unterschiedlichen Strategien der beiden Sprachen zur Besetzung von Valenzstellen aufgezeigt werden.
4. Konklusion, Schluss: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont den Nutzen der Valenztheorie für eine klarere und logischere Vermittlung der deutschen Grammatik im DaF-Unterricht.
Schlüsselwörter
Valenztheorie, Dependenzgrammatik, Valenzrealisierung, Kontrastive Linguistik, Deutsch als Fremdsprache, Aktanten, Obligatorische Ergänzungen, Fakultative Ergänzungen, Freie Angaben, Morphologie, Syntax, Tonio Kröger, Thomas Mann, DaF-Unterricht, Satzbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Unterschiede in der Valenzstruktur zwischen dem Deutschen und dem Ungarischen, um Lehrern im Bereich DaF zu helfen, Satzbau und Verb-Rektionen systematischer zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Valenztheorie nach Tesniére, die Unterscheidung zwischen Mikro- und Makroebene der Valenzbesetzung sowie die praktische Anwendung durch den Vergleich literarischer Texte.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Sprachen Valenzen realisieren, und daraus praxisnahe Empfehlungen für den Fremdsprachenunterricht abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kontrastive linguistische Methode, kombiniert mit einer quantitativen und qualitativen Analyse von Textausschnitten aus einem Roman und dessen Übersetzung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Aktanten, der Abgrenzung zu freien Angaben und dem konkreten Vergleich von deutschen und ungarischen Beispielsätzen, inklusive Passiv- und Imperativkonstruktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Valenzrealisierung, Dependenzgrammatik, kontrastive Analyse, DaF-Unterricht und Satzstruktur.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Mikro- und Makroebene eine so wichtige Rolle?
Diese Unterscheidung verdeutlicht, dass das Ungarische viele Informationen direkt in das Verb integrieren kann (Mikroebene), während das Deutsche diese Informationen oft syntaktisch als eigenständige Satzglieder (Makroebene) realisieren muss.
Wie verändert sich die Valenzrealisierung im Deutschen bei Passivsätzen?
Das Passiv zwingt dazu, den Fokus auf das Objekt zu legen, wodurch der Erstaktant (der Akteur) syntaktisch oft unmarkiert bleibt oder wegfällt, während die zugrunde liegende Valenzstruktur des Aktivsatzes dennoch theoretisch erhalten bleibt.
Warum plädiert die Autorin für einen Einsatz der Valenztheorie im Unterricht?
Sie argumentiert, dass eine strukturierte Lehre der Valenz den Schülern hilft, die "Logik" der deutschen Sprache besser zu verstehen und grammatisch korrekte Sätze leichter zu bilden.
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- Enikő Jakus (Author), 2009, Quantitative und qualitative Valenzanalyse, Valenzrealisierungen aus kontrastiver Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171741