Die Luftfahrt ist ein bedeutender Industriezweig geworden. Sie steht im gesellschaftlichen und politischen Interesse. Für viele Menschen ist sie Sinnbild für grenzenlose Freiheit und Indikator für Lebensqualität. Einen Urlaub ohne Flugreise können sich viele Menschen kaum mehr vorstellen. Die Luftfahrt ist auch ein Symbol für nationale Prosperität, Fortschritt und steht für die Souveränität eines Staates.
Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt weltweit verheerende Auswirkungen auf viele Unternehmen. Nachfrage- und Investitionsrückgänge lassen die Produktions- und Absatzzahlen der meisten Unternehmen einbrechen. Kaum eine Industrie bleibt verschont, auch nicht die Luftfahrtbranche. Im Gegenteil, sie ist eine von Krisen gebeutelte Branche, schon seit Jahren wirken fast ununterbrochen Krisen auf die Luftfahrt ein.
Fraglich ist, ob diese Krisen auch Chancen für die Luftfahrt bergen. Das chinesische Schriftzeichen für Krise setzt sich aus den Zeichen für Gefahr und Chance zusammen. Doch welche, falls vorhanden, sind die Chancen, die sich für die Luftfahrtindustrie aus den Krisen ergeben?
Kooperationen „[…] sollen die Leistungskraft der beteiligten Unternehmen steigern und dadurch deren Wettbewerbsfähigkeit verbessern.“(Pompl, 2007, S.133) Sind Kooperationen also eine Chance, können sie die Wirkung einer Krise abschwächen oder ihr gar entgegen wirken? Wird diese Chance von den Luftfahrtgesellschaften genutzt?
Inhaltsverzeichnis
1. Krise: Gefahr und Chance?
2. Aufbau der Arbeit
2.1 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit
2.2 Definitionen und Beschränkungen
2.2.1 Luftverkehr
2.2.2 Krisen
3. Unternehmensverbindungen
3.1 Unternehmensvereinigungen
3.2 Unternehmenskooperationen
3.3 Strategische Allianzen
3.4 Die strategischen Allianzen in der Luftfahrt
4. Analyse der makroökonomischen Einflussfaktoren
4.1 Einflussfaktoren
4.1.1 Politische Faktoren
4.1.2 Wirtschaftliche Faktoren
4.1.3 Soziokulturelle Faktoren
4.1.4 Technologische Faktoren
4.2 Schlüsselfaktoren
5. Ausgewählte Krisen im Bezug auf die Luftfahrt
5.1 Die Anschläge des 11. September 2001
5.2 Irakkrieg und SARS
5.3 Finanz- und Wirtschaftskrise
5.3.1 Auslöser
5.3.2 Wichtige Auswirkungen
6. Kooperationsverhalten in Krisen
6.1 Wichtige Auswirkungen des 11. September 2001, des Irakkriegs und der SARS-Epidemie
6.2 Wichtige Auswirkung der Finanz- und Wirtschaftskrise
6.3 Die Krise ist noch nicht vorbei – Ausblick
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen externer Krisen, insbesondere der Finanz- und Wirtschaftskrise, auf das horizontale Kooperationsverhalten von Netzwerk-Fluggesellschaften. Dabei wird analysiert, wie makroökonomische Faktoren das Verhalten der Fluggesellschaften beeinflussen und ob Kooperationen als Strategie zur Krisenbewältigung dienen.
- Makroökonomische Einflussfaktoren auf die Luftfahrtbranche (PEST-Analyse)
- Analyse ausgewählter Krisen (11. September, Irakkrieg, SARS, Finanzkrise)
- Formen der Unternehmenskooperation und strategische Allianzen
- Strategien der Fluggesellschaften zur Krisenbewältigung
- Zukunftsperspektiven für Netzwerk-Fluggesellschaften und Marktkonzentration
Auszug aus dem Buch
3.1 Unternehmensvereinigungen
„Das Kennzeichen einer Konzentration ist der Verlust der wirtschaftlichen Selbstständigkeit mindestens eines der teilnehmenden Unternehmen (einheitliche Leitung). Im Extremfall der Konzentration (Fusion durch Neubildung) verlieren alle Ausgangsunternehmen ihre rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit.“
Es gibt drei leistungswirtschaftliche Ebenen, auf denen ein Unternehmen die formal rechtliche Angliederung eines anderen Unternehmens vornehmen kann: horizontal, vertikal und diagonal. Bei einer horizontalen Angliederung erwirbt ein Unternehmen Anteile eines Unternehmens der gleichen Wertschöpfungsstufe (z. B. Lufthansa erwirbt Swiss). Der vertikale Anteilserwerb ist der Erwerb von Anteilen eines Unternehmens, das in der Wertschöpfungskette vor- oder nachgelagert ist (z. B. Fluggesellschaft erwirbt ein Computerreservierungssystem). Diagonaler Anteilerwerb beinhaltet die Beteiligung bzw. den Aufkauf von branchenfremden Unternehmen.
Unter rechtlichen Gesichtspunkten können zwei Formen der Unternehmensvereinigung (Konzentration) unterschieden werden:
1. Bei der Konzernierung werden mindestens zwei Unternehmen unter einheitlicher Leitung wirtschaftlich zusammengefasst. Die rechtliche Selbstständigkeit bleibt bestehen. In der Regel wird die Konzernierung durch den Erwerb der Mehrheit der Anteilsrechte vollzogen. Häufig ergänzt durch vertragliche oder personelle Verflechtungen, erreicht ein Unternehmen somit die wirtschaftliche Beherrschungsmacht über ein anderes Unternehmen.
2. Bei der Fusion werden die Unternehmen neben der wirtschaftlichen Vereinigung auch rechtlich vereinigt. Entweder lösen sich die beteiligten Unternehmen auf und gründen ein Neues oder ein Unternehmen nimmt die Vermögensmasse des anderen bzw. der anderen auf.
Eine Fluggesellschaft muss ihre Streckenrechte, zumindest teilweise, abgeben, wenn sie mehrheitlich von einem Unternehmen einer anderen Nationalität übernommen wird. Sie verliert damit einen wichtigen Teil ihres Kapitals.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Krise: Gefahr und Chance?: Das Kapitel führt in die Bedeutung der Luftfahrt ein und stellt die Leitfrage, ob Krisen als Chancen für strategische Kooperationen in der Branche genutzt werden können.
2. Aufbau der Arbeit: Es werden Zielsetzung, Vorgehensweise und die begrifflichen Grundlagen, insbesondere zu Luftverkehr und Krisen, definiert.
3. Unternehmensverbindungen: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Formen der Unternehmensverbindung und beleuchtet die Bedeutung strategischer Allianzen in der Luftfahrt.
4. Analyse der makroökonomischen Einflussfaktoren: Mit dem PEST-Analysemodell werden politische, wirtschaftliche, soziokulturelle und technologische Rahmenbedingungen identifiziert, die die Luftfahrt beeinflussen.
5. Ausgewählte Krisen im Bezug auf die Luftfahrt: Das Kapitel untersucht konkret die Auswirkungen des 11. Septembers, des Irakkriegs, von SARS sowie der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Branche.
6. Kooperationsverhalten in Krisen: Hier wird dargelegt, wie die untersuchten Krisen das Kooperationsverhalten beeinflusst haben und welche Rolle Joint Ventures sowie Allianzen spielen.
7. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert, dass Krisen die Zusammenarbeit verstärkt haben und Allianzen ihren Wert in Krisenzeiten beweisen.
Schlüsselwörter
Luftfahrt, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Kooperationsverhalten, Netzwerk-Fluggesellschaften, Strategische Allianzen, PEST-Analyse, Unternehmenskooperation, Fusionen, Joint Ventures, Marktdurchdringung, Treibstoffkosten, Passagierkilometer, Konjunktur, Deregulierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich verschiedene Krisenereignisse auf das Kooperationsverhalten von Netzwerk-Fluggesellschaften auswirken.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Im Zentrum stehen die makroökonomischen Einflussfaktoren, verschiedene Formen von Unternehmensverbindungen (insbesondere Allianzen) und die Reaktionen der Luftfahrtindustrie auf exogene Schocks.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist zu klären, ob Kooperationen eine Chance bieten, die negativen Wirkungen von Krisen abzumildern oder zu kompensieren, und ob dies in der Praxis durch Fluggesellschaften aktiv genutzt wird.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit nutzt zur Analyse der makroökonomischen Einflussfaktoren das PEST-Analysemodell und untersucht diese in Bezug auf den Einfluss von Krisen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Unternehmensverbindungen, die Analyse makroökonomischer Einflussfaktoren mittels PEST sowie eine detaillierte Untersuchung der Auswirkungen spezifischer Krisen auf die Branche und das Kooperationsverhalten.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Luftfahrt, Finanzkrise, strategische Allianzen, Unternehmenskooperation und Konjunktur.
Wie haben sich strategische Allianzen nach dem 11. September 2001 verändert?
Die Krise führte zu einem intensivierten Wettbewerb und einem verstärkten Fokus auf Kostensenkungen, was zu einer Ausweitung der Kooperationen und dem Beitritt weiterer Gesellschaften zu den Allianzen führte.
Welche Bedeutung kommt „Joint Ventures“ im Kontext der Finanzkrise zu?
Joint Ventures stellen eine noch engere Form der Zusammenarbeit dar, die infolge des „Open Skies“-Abkommens und unter dem Druck der Krise zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung verstärkt vorangetrieben wurden.
Warum blieb eine große Konsolidierungswelle bisher aus?
Obwohl Experten eine Bereinigung prognostizieren, erschweren staatliche Stützungsmaßnahmen in der EU und der Gläubigerschutz in den USA (Chapter 11) den Marktaustritt schwacher Fluggesellschaften.
- Citation du texte
- Matthias Paratsch (Auteur), 2009, Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf das horizontale Kooperationsverhalten von Netzwerk-Fluggesellschaften , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/171844