In meiner Diplomarbeit beschäftige ich mich mit der Thematik des literarischen Übersetzens. An einem konkreten Beispiel, in meinem Fall dem Roman Die Nacht von Lissabon von Erich Maria Remarque, werde ich versuchen die Probleme des Übersetzungsprozesses zu verdeutlichen. Es geht dabei darum, Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen Original und Übersetzung ausfindig zu machen.
Meine Arbeit gliedert sich in zwei unmittelbar miteinander verknüpfte Teile. So werde ich im ersten eine kurze Einführung in die Theorie der Übersetzungswissenschaft geben. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werde ich dann im zwei-ten Teil praktisch anwenden.
In dem theoretischen Teil werde ich mich auf die anerkannten Theorien bekannter Sprachwissenschaftler stützen (K. Dedecius, W. Koller, F. Apel), die sich seit Jahren mit der Eigentümlichkeit des Übersetzungsprozesses auseinandersetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem „Literarischen Übersetzen“.
Da es sich bei meiner Arbeit um eine Analyse der literarischen Gattung „Roman“ handelt, ist es ebenfalls von Bedeutung die charakteristischen Merkmale des Romans darzustellen. Aus diesem Grund werde ich ebenfalls eine Begriffsbestimmung dieser Gattung vornehmen. Diese gehört ebenso wie die Biographie des Autors zum theoretischen Teil.
Die genaue Kenntnisnahme des allgemeinen Begriffs des Übersetzens, der Technik des Übersetzens sowie weiterer Aspekte, die mit dem Übersetzen verbunden sind, bilden die Grundlage zur Durchführung der sprachlichen Analyse des erwähnten Romans, mit der ich mich im zweiten Teil der Arbeit beschäftige.
[...] Besonderes Augenmerk wird dabei der „Transformation“ geschenkt. Diese umfasst verschiedene sprachliche Mittel wie Substitutionen, Ergänzungen, Inversionen und Weglassungen, von denen der Übersetzer zwangsläufig, teilweise aber auch eigenständig, Gebrauch macht. Insbesondere die Stellen, an denen der Übersetzer künstlerisch aktiv wird, sind für uns von besonderem Interesse. Gerade dort kann man viel über die Qualität der Übersetzung erfahren. Außerdem sind wir in der Lage anhand dieser Passagen zu bestimmen, ob es sich bei der Übersetzung um eine Adaptation oder einen Transfer handelt.
Auf diesem Wege lässt sich dann wiederum ziemlich präzise der Grad der Äquivalenz bestimmen. Die Auswirkungen der vom Übersetzer vorgenommenen Änderungen auf den Empfänger werden ebenfalls analysiert und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I. Theoretischer Teil
1 Der allgemeine Begriff des Übersetzens
2 Das literarische Übersetzen
3 Begriffsbestimmung: Roman
4 Biografie von Erich Maria Remarque
II. Analytischer Teil
5 Vergleichsanalyse von Fragmenten aus dem Roman Die Nacht von Lissabon unter Berücksichtigung der Gestalt der Frau
5.1 Zusammenfassung des Romans
5.2 Translatologische Analyse der Fragmente
6 Zusammenfassung des analytischen Teils
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Übersetzen am Beispiel des Romans "Die Nacht von Lissabon" von Erich Maria Remarque. Das primäre Ziel ist es, die translatologischen Besonderheiten bei der Darstellung der weiblichen Hauptfigur im deutsch-polnischen Vergleich zu analysieren und aufzuzeigen, wie durch Transformationstechniken die Interpretation und Wahrnehmung der literarischen Figur beeinflusst wird.
- Grundlagen und Theorien des literarischen Übersetzens
- Begriffsbestimmung und Merkmale des Romans
- Biografische Einordnung von Erich Maria Remarque
- Translatologische Analyse der literarischen Gestaltung der Frau
Auszug aus dem Buch
5.2 Translatologische Analyse der Fragmente
Schwarz sitzt zusammen mit dem Ich-Erzähler in einer Bar in Lissabon. Er erzählt ihm von seiner Zeit in den Schweizer Gefängnissen, der Drohung, dass er bei erneuter Verhaftung ohne Pass nach Deutschland abgeschoben würde und wie er von dieser Vorstellung Alpträume bekam.
„Eines Nachts träumte ich, dass ich in Osnabrück wäre, der Stadt, wo ich gelebt hatte und wo meine Frau noch wohnte. Ich stand in ihrem Zimmer und sah, dass sie krank war. Sie war sehr mager und weinte. Ich wachte verstört auf. Ich hatte sie über fünf Jahre nicht gesehen und nichts von ihr gehört. Ich hatte ihr auch nie geschrieben, weil ich nicht wusste, ob ihre Post überwacht würde. Vor der Flucht hatte sie mir versprochen, sich von mir scheiden zu lassen.“
„Pewnej nocy przyśniło mi się, że jestem w Osnabrück, w mieście, w którym mieszkałem i w którym dotychczas mieszkała moja żona. Znajdowałem się w jej pokoju i widziałem, że jest chora. Była bardzo wymizerowana i płakała. Obudziłem się zupełnie rozstrojony. Nie widziałem jej od przeszło pięciu lat i nic o niej nie słyszałem. Nie pisałem do żony, ponieważ nie byłem pewny czy jej korespondencja nie jest kontrolowana. Przed moją ucieczką przyrzekła mi, że się ze mną rozwiedzie.”
Wenn man dieses Fragment genauer betrachtet, wird man feststellen, dass der Übersetzer sehr subjektiv vorgeht. Geschickt verwendet er Substitutionen, um ihm wichtig erscheinende Sachverhalte zu betonen.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Die Autorin erläutert die Thematik der Diplomarbeit, die sich mit dem literarischen Übersetzen und dem Roman "Die Nacht von Lissabon" befasst.
1 Der allgemeine Begriff des Übersetzens: Dieses Kapitel gibt eine theoretische Einführung in den komplexen Übersetzungsprozess und dessen verschiedene Definitionen in der Sprachwissenschaft.
2 Das literarische Übersetzen: Der Fokus liegt hier auf der Spezifik literarischer Texte und den hohen Anforderungen an den Übersetzer als Vermittler zwischen Kulturen.
3 Begriffsbestimmung: Roman: Hier werden die historischen Merkmale und die Entwicklung der Gattung Roman dargestellt, um eine Grundlage für die Analyse zu schaffen.
4 Biografie von Erich Maria Remarque: Dieser Abschnitt beleuchtet das Leben und Werk von Erich Maria Remarque und setzt seine Biografie in Bezug zu seinem literarischen Schaffen.
5 Vergleichsanalyse von Fragmenten aus dem Roman Die Nacht von Lissabon unter Berücksichtigung der Gestalt der Frau: Das Kernkapitel enthält die Zusammenfassung des Romans sowie die detaillierte sprachliche Untersuchung ausgewählter Textstellen hinsichtlich der Frauenfigur.
6 Zusammenfassung des analytischen Teils: Die Autorin zieht Bilanz über die Anwendung der Transformationstechniken durch den Übersetzer und bestätigt die subjektive Ausrichtung der Übersetzung.
Schlüsselwörter
Literarisches Übersetzen, Erich Maria Remarque, Die Nacht von Lissabon, Translatologie, Äquivalenz, Adaptation, Transformation, Literaturanalyse, Übersetzungstheorie, Roman, Frauenfigur, Subjektivität, Sprachvergleich, Deutsch-Polnisch, literarische Übersetzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die translatologischen Aspekte einer literarischen Übersetzung anhand des Romans "Die Nacht von Lissabon" von Erich Maria Remarque.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind Übersetzungstheorie, die Analyse der literarischen Gattung "Roman", die Biografie des Autors sowie der Vergleich von Original und Zielsprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Übersetzer durch gezielte sprachliche Transformationen das Bild der weiblichen Hauptfigur Helen beeinflusst und interpretiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine vergleichende Textanalyse angewandt, bei der spezifische Fragmente des Originals ihrer polnischen Übersetzung gegenübergestellt und analysiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der praktischen Anwendung der theoretischen Erkenntnisse durch eine detaillierte Analyse von Transformationen wie Substitutionen, Ergänzungen und Inversionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Literaturübersetzung, Adaptation, Äquivalenz, Textanalyse und Remarque.
Wie wirkt sich die Übersetzung auf die Wahrnehmung der Figur aus?
Die Autorin stellt fest, dass der Übersetzer die Figur der Helen mystischer und energischer darstellt, als sie im Originaltext angelegt ist, um die emotionale Bindung zwischen den Protagonisten zu unterstreichen.
Warum wird der Begriff "Adaptation" verwendet?
Der Begriff wird verwendet, weil die Analyse zeigt, dass der Übersetzer bewusst vom wortwörtlichen Text abweicht, um das Werk an die Zielkultur und seine eigene subjektive Interpretation anzupassen.
- Citar trabajo
- Magister Dominika Karina Szot (Autor), 2007, Die Gestalt der Frau im translatologischen Vergleich anhand des Romans "Die Nacht von Lissabon" von Erich Maria Remarque, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172023