Diese Facharbeit beschäftigt sich mit dem Weltkriegsdenkmal in der Sekundarstufe I des Gymnasium Lehrte. Die Kernfrage, die wir uns gestellt haben ist, wie und warum sich die Wirkung des Denkmals gewandelt hat. Im Folgenden wurde neben der Lage des Denkmals, auch die Baugeschichte und die Wirkung betrachtet und dargelegt. Hierbei stellt die Lage zunächst eine Einleitung in die Thematik dar, die wichtige Rahmeninformationen bietet, aber auch kritisch hinterfragt wurde. Zur Beschreibung der Baugeschichte wurden historische Primarquellen herangezogen und es wurde besonderer Wert auf eine detaillierte Darstellung der verschiedenen Aspekte von der Planung bis zur Einweihung gelegt. Bei der Erarbeitung der Wirkung des Denkmals wurde zwischen der ursprünglich beabsichtigten und zu dieser Zeit erzielten Wirkung und der gegenwärtigen Wirkung auf die Schüler des Gymnasium Lehrte differenziert. Ersteres gründet ebenfalls auf Primarquellen, während zur Ermittlung der gegenwärtigen Wirkung eine schulinterne Umfrage genutzt wurde. Zusätzlich wurden die Ergebnisse miteinander verglichen und Übereinstimmungen und Unterschiede begründet.
Abschließend werden die Ergebnisse der gesamten Facharbeit in einem Fazit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Lage
Lage des Denkmals in der Region Hannover
Lage in der Stadt Lehrte
Lage des Weltkriegsdenkmals zu anderen Denkmälern in der Stadt
Lage des Denkmals in der Sekundarstufe I des Gymnasiums Lehrte
Lage der Denkmalselemente zueinander
Kritik an der Lage des Denkmals
Baugeschichte
Idee
Planung
Finanzierung
Einweihung
Wirkung
Wirkung von Tegtmeiers Rede
Reaktionen auf das Denkmal
Wirkung des Denkmals nach Ansicht von Pastor Tegtmeier
Wirkung des Denkmals nach Ansicht von Oberstudiendirektor Dr. Redeker
Tatsächlich erzielte Wirkung
Heutige Wirkung des Denkmals
Vergleich zwischen der damaligen und der heutigen Wirkung
Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Facharbeit untersucht die Geschichte und die sich wandelnde Wahrnehmung des Weltkriegsdenkmals im Gymnasium Lehrte, wobei insbesondere der Kontrast zwischen der beabsichtigten Wirkung bei der Einweihung 1955 und der heutigen Bedeutung für die Schülerschaft im Mittelpunkt steht.
- Historische Analyse der Entstehung und Baugeschichte des Denkmals.
- Untersuchung der ursprünglichen Intentionen und Reden zur Denkmaleinweihung.
- Erhebung der aktuellen Wahrnehmung durch eine schulinterne Umfrage.
- Kritische Reflexion des Wandels vom Mahnmal zur Gedenkstätte.
- Vergleich der zeitgenössischen Bedeutung mit heutigen gesellschaftlichen Einstellungen.
Auszug aus dem Buch
Wirkung von Tegtmeiers Rede
Pastor Friedrich Tegtmeier, ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums Lehrte, versuchte in seiner Rede zur Einweihung der Gedenktafel, Worte zu finden, um die Gefallenen zu würdigen und die Hinterbliebenen zu trösten, ohne jedoch das nationalsozialistische Regime zu rechtfertigen.
Dieser rhetorische Spagat gelang ihm nicht immer, da er sich zum Teil schlecht von seiner Ansicht von einem besiegten Deutschland, einem Deutschland, welches die Schmach der Niederlage zu tragen hat, lösen konnte. Zeilen in denen er den Krieg als „grauenhafte Niederlage“ und als etwas bezeichnet das „Enttäuschung und Bitterkeit in der Seele [...] würgen lässt“, lassen schlussfolgern, dass er die Niederlage Deutschlands als ungerechtfertigt und als eine Schande empfindet.
Damit trifft er die Ansicht seiner Zuhörer. Die Versammelten wollen den gefallenen Soldaten ein Denkmal setzten. Diese Menschen haben selbst Söhne, Ehemänner oder Väter im Zweiten Weltkrieg verloren. In dieser Situation ist es verständlich, dass der Krieg rückblickend nicht als sinnlos gelten soll. Deshalb wollen die Hinterbliebenen es nicht wahr haben, dass ihre Angehörigen für ein menschenverachtendes Regime getötet wurden. Tegtmeier weiß das und geht daher auf die als schmerzlich empfundene Niederlage ein und nicht auf die Verbrechen, die während der Diktatur begangen wurden. Damit gibt er den Zurückgebliebenen die Möglichkeit würdevoll auf die Verstorbenen zurückzublicken.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema des Weltkriegsdenkmals am Gymnasium Lehrte ein und formuliert die Kernfrage nach dem Wandel seiner Wirkung.
Lage: Dieser Abschnitt beschreibt den Standort des Denkmals im Gebäude und hinterfragt kritisch die Auswirkungen der Positionierung auf die öffentliche und schulische Wahrnehmung.
Baugeschichte: Hier wird die detaillierte Entwicklung von der ersten Idee über die Planung bis hin zur feierlichen Einweihung des Denkmals im Jahr 1955 dokumentiert.
Wirkung: Dieses Kapitel analysiert sowohl die ursprünglichen Deutungsansätze (unter anderem durch Pastor Tegtmeier) als auch die Ergebnisse einer heutigen Schülerumfrage, um den Wandel in der Bedeutung aufzuzeigen.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich das Denkmal von einem intendierten Mahnmal hin zu einer Gedenkstätte gewandelt hat, die heute eine eher gemäßigte emotionale Wirkung erzielt.
Schlüsselwörter
Weltkriegsdenkmal, Gymnasium Lehrte, Gedenkkultur, Mahnmal, Erinnerungskultur, Nationalsozialismus, Schulgeschichte, Einweihung, Zeitgeschichte, Schülerumfrage, Kriegsfolgen, Gedenkstätte, historisches Bewusstsein, Lokalgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Weltkriegsdenkmal im Gymnasium Lehrte, insbesondere dessen Geschichte und die Veränderung seiner Wirkung auf die Betrachter von der Entstehung bis heute.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Standortanalyse, die historische Baugeschichte, die damalige Intention hinter dem Denkmal sowie die gegenwärtige Wahrnehmung durch Schülerinnen und Schüler.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Kernfrage lautet: Wie und warum hat sich die Wirkung des Weltkriegsdenkmals im Laufe der Zeit gewandelt?
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Die Autoren nutzten historische Primärquellen zur Aufarbeitung der Baugeschichte und führten eine quantitative, schulinterne Umfrage durch, um die heutige Wahrnehmung und Wirkung zu ermitteln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Lage, die Dokumentation der Planung und Einweihung sowie eine detaillierte Analyse der Wirkung auf damalige Zeitzeugen und heutige Jugendliche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zu den prägenden Begriffen zählen Gedenkkultur, Erinnerung, Mahnmal, Schule, Nationalsozialismus und der historische Wandel der Deutung.
Welche Rolle spielte Pastor Tegtmeier bei der Einweihung?
Pastor Tegtmeier hielt die Einweihungsrede, in der er versuchte, Trost zu spenden und die Gefallenen zu würdigen, während er gleichzeitig den Krieg als göttliche Prüfung zu interpretieren versuchte.
Warum wird das Denkmal heute kaum noch als Mahnmal wahrgenommen?
Die Umfrage ergab, dass Schüler aufgrund der zeitlichen Distanz und fehlender persönlicher Bezüge zur NS-Zeit eine Mahnung für nicht mehr notwendig halten und das Denkmal primär als Gedenkstätte interpretieren.
- Citation du texte
- Enno Eßer (Auteur), Arne Weykopf (Auteur), 2010, Lage, Baugeschichte und Wirkung des Weltkriegsdenkmals in der Sekundarstufe I des Gymnasiums Lehrte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172108