Fachdidaktik Italienisch - Bericht über das Praktikum an einem Gymnasium


Praktikumsbericht / -arbeit, 2009

17 Seiten


Leseprobe

Gliederung Praktikumsbericht

1. Bedingungsanalyse
1.1. Schulprofil
1.2. Italienischunterricht am Gymnasium „X“
1.3. Aufgaben während des Praktikums

2. Sachanalyse Grammatikarbeit am Beispiel der reflexiven Verben und des Imperativs
2.1. Was ist Grammatik?
2.2. Erfolgreiche Grammatikarbeit
2.3. Reflexive Verben & Imperativ – eine Definition
2.4. Verwendungsmöglichkeiten im Unterricht

3. Didaktische Analyse
3.1. Allgemeine Lernzielbestimmung
3.2. Didaktisch- methodischer Begründungszusammenhang
3.3. Methodische Überlegungen

4. Ablaufplan der Stunde
4.1. Tabellarischer Stundenentwurf
4.2. Tatsächlicher Stundenverlauf

5. Bibliographie

6. Anlagen

1. Bedingungsanalyse

1.1. Schulprofil

Jede Zeit hat ihre Aufgaben und durch die Lösung derselben rückt die Menschheit

voran “ sagte Heinrich Heine.

Dies ist der Leitgedanke des Gymnasiums. 2005/2006 entstand aus einer Fusion von zwei Gymnasien die heutige Schule. Das Gymnasium ist eine öffentliche Schule und ihre Schüler müssen keiner Konfession angehörig sein, es steht allen Schülern offen ohne dass ein Aufnahmetest gemacht werden muss und auch Kindern mit Behinderungen wird die Aufnahme nicht verwehrt, da die Schule entsprechend ausgestattet ist.

Prägend für das Gymnasium ist vor allem das Verständnis von kultureller Vielfalt und einem toleranten Miteinander. Wichtige Ziele sieht das Gymnasium darin eine grundlegende Allgemeinbildung zu gewährleisten um sich für ein Studium zu qualifizieren und auch das soziale Verhalten der Lernenden zu fördern, das sich gegen jedwede Form der Gewalt richtet. So ist die Schule Mitglied im Projekt ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’ von und für Schüler, „die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen“[1]. Der Titel wurde der Schule von der Bundeszentrale für politische Bildung verliehen und es gilt diesen Titel jährlich zu verteidigen.

Das Gymnasium möchte die Selbstständigkeit sowie die unterschiedlichen Begabungen der Schüler fördern. Dies erfolgt dadurch, dass die Schüler der 10. Klassen eine Patenschaft für die Fünftklässler übernehmen, indem sie ihnen bei Fragen oder Schwierigkeiten weiterhelfen. Ziel des Ganzen ist es ein gutes und respektvolles Verhalten zwischen jüngeren und älteren Schülern aufzubauen. Weiterhin gibt es am Gymnasium den Nachhilfeunterricht von Schülern für Schüler; dieser wird kostenfrei erteilt und kann nach dem Unterricht oder in den Freistunden stattfinden. Er dient dazu anderen Schülern in bestimmten Fächern zu helfen und dabei selbst sein Wissen aufzufrischen. Auch durch die Teilnahme an diversen Wettbewerben sollen die Schüler individuell gefördert werden, so z.B. das Spezialistenlager für verschiedene Fachbereiche, Jugend trainiert für Olympia, der Vorlesewettbewerb und ‚Jugend forscht’, sowie die Vorbereitung auf den Erwerb von Zertifikaten im Bereich Fremdsprachen. Des Weiteren können die Schüler in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften aktiv werden, wie der Theatergruppe, den Sport-AGs, der Schülerzeitung, dem Schulclub oder der Internet-AG. Ferner bietet das Gymnasium eine Orientierung in der Arbeitswelt; die Schüler besuchen in Unterrichtsgängen oder Exkursionen auch schulferne Orte; so erwerben sie Praxisnähe und mehr Lernmotivation. Auch die Lehrer sind bemüht den Schülern helfend beim Erwerb und der Verarbeitung von Wissen beiseite zu stehen; so erfolgt der Aufbau ihres Unterrichts „auf der Basis pädagogischer und didaktischer Grundsätze“[2]. Ebenso von Bedeutung ist die Einbeziehung der Eltern; diese haben die Möglichkeit im Elternrat, dem Förderverein oder dem Schulclub aktiv zu werden.

Das Lehrerkollegium besteht derzeit aus 65 Lehrern, die ca. 680 Schüler unterrichten.

1.2. Italienischunterricht am Gymnasium „X“

An diesem Gymnasium steht eine Italienisch-Lehrerin zur Verfügung. Das Fach Italienisch kann als dritte Fremdsprache ab der 9. Klasse bis hin zum Abitur belegt werden. Im Italienischunterricht werden die Lehrbücher Appunto aus dem Buchner Verlag verwendet. Hierbei nutzt Klasse 9 Appunto 1, Klasse 10 gebraucht Appunto 2, während in der Oberstufe kein bestimmtes Lehrwerk präferiert wird. Im betreffenden Zeitraum hatte die eine Italienisch-Lehrerin nur einen Italienischkurs, eine 10. Klasse, bestehend aus 16 Schülern, die diesen Kurs aus allen vier 10. Klassen bilden und sich im 2. Lernjahr befinden. Dennoch wird weiterhin das Lehrbuch Appunto 1 benutzt, da aus Klasse 9 nicht alles geschafft worden ist. Trotz der unterschiedlichen Zusammensetzung (aus den verschiedenen Klasen) herrscht ein gutes Gruppenklima, es gab, soweit ich das beurteilen kann, keine Ausgrenzung von Schülern. Alle haben das Fach Italienisch freiwillig gewählt, dementsprechend sollte in der Klase eine hohe Motivation bzw. Leistungsbereitschaft herrschen, was allerdings nicht zutreffend war. Der Unterricht ging meist sehr langsam und nur mit mäßiger Schülerbeteilung am Unterricht voran, was sich auch in den Zensuren vieler Schüler zeigte. Dennoch wollten fast alle Schüler das Fach weiterhin in Klasse 11 belegen, was mich etwas verwunderte. Es gab in der Klasse ca. eine Hand voll Schüler, die sich rege am Unterricht beteiligten und mehr Interesse am Lernen zeigten als die Mehrheit. Durch das relativ langsame Unterrichtstempo, waren diese, meines Erachtens teilweise etwas unterfordert.

Für das Fach Italienisch gibt es an dem Gymnasium keine Austauschprogramme, es ist allerdings eine Projektfahrt nach Rom in Klasse 11 möglich. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis war im Allgemeinen in Ordnung; es gab einige die öfters ermahnt werden mussten, dennoch gab es keine großen Schwierigkeiten.

1.3. Aufgaben während des Praktikums

Während meines fünfwöchigen Praktikums habe ich, da wie erwähnt nur ein Lehrer und nur ein Kurs für das Fach Italienisch vorhanden war, nur in diesem Kurs hospitieren und unterrichten können. Da die Kurslehrerin in meiner ersten Praktikumswoche auf Studienfahrt in England war, fiel Italienisch in der ersten Woche aus, somit blieben mir 4 Wochen. Die 10. Klasse hatte 3 Stunden pro Woche Italienisch, aufgegliedert in eine Doppelstunde und eine Einzelstunde. So entschied ich mich in der zweiten Woche zu hospitieren (also dreimal) und in den verbleibenden Wochen zu unterrichten (also neunmal). Ich hospitierte und unterrichtete auch in meinem anderen Fach eine 10. Klasse und konnte dabei feststellen, wie sehr sich der Lehrer an den Wissensstand und das Sprachniveau der Schüler anpassen muss, damit er seinen Unterricht erfolgreich gestalten kann. Im Allgemeinen wurde ich von den Schülern stets freundlich aufgenommen. Sie waren mir gegenüber aufgeschlossen, haben sich jedoch nur mäßig aktiv am Unterricht beteiligt. Ich durfte in dieser Klasse in Absprache mit der Lehrerin eine Übung auf freiwilliger Basis einsammeln; dabei handelte es sich um eine kreative Aufgabe: die Schüler sollten eine Fortsetzung zu einer Kriminalgeschichte schreiben, mit gewissen Vorgaben. Ich nahm die Arbeiten der Schüler, die ihr Werk abgegeben hatten, mit nach Hause und benotete diese. Nach dem OK der Lehrerin erteilte ich in der darauf folgenden Stunde die Noten, die jedoch nicht angenommen werden mussten, sofern das gewünschte Ergebnis nicht eingetroffen war. Ich war bemüht mich dem Sprachniveau der Klasse anzupassen, wobei es nicht möglich war den gesamten Unterricht in der Fremdsprache abzuhalten, was ich schade fand.

Da das Schuljahr erst begonnen hatte, konnte ich an keinen außerschulischen Aktivitäten teilnehmen.

2. Sachanalyse Grammatikarbeit am Beispiel der reflexiven Verben und des Imperativs

2.1.Was ist Grammatik?

Der Begriff Grammatik kann in unserer Sprache verschiedene Bedeutungen einnehmen. Zum einen kann das Buch gemeint sein, das meist zusätzlich zum Lehrwerk verwendet wird.[3] Andererseits kann damit auch die „Internalisierung bestimmter morphologischer Formen […] oder das Auswendiglernen bestimmter Regeln“[4] gemeint sein; was nichts anderes bedeutet als eine gewisse Regelhaftigkeit zu einem Thema, welche die Schüler sich einprägen sollen. Daraus resultieren folglich Arbeitsanweisungen wie: Per la settimana prossima studiate la grammatica dei verbi riflessivi. Ebenso kann mit Grammatik aber auch einfach ein Gegenstandsbereich bezeichnet werden, der zum Beispiel neben der Wortschatzarbeit existiert. Zuletzt sollte noch die Rolle der Grammatik als Unterrichtseinheit genannt werden, die einen Teil des Italienischunterrichts ausmacht. Nieweler sagt, dass die Grammatik einer Sprache als geschlossenes System zu sehen ist und im Vergleich zum Wortschatz überschaubar bleibt und demnach Sicherheit vermittelt.[5] Durch diese Regelhaftigkeit ist es den Schülern möglich sich in der Sprache zu orientieren.

Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen definiert grammatische Kompetenz auf folgende Weise: „Grammatische Kompetenz kann man definieren als Kenntnis der grammatischen Mittel einer Sprache und die Fähigkeit, diese zu verwenden.“[6] Der Grammatikunterricht hat folglich die Aufgabe nicht nur theoretisches Wissen über ein bestimmtes Phänomen zu vermitteln, sondern auch praktisches im Sinne von „savoir- faire“. Daraus ist zu schlussfolgern, dass die Schüler Grammatik nicht auswendig ‚vorbeten’ sollen, sondern, dass Grammatikarbeit auch stark im Dienst der Kommunikation steht.

2.2. Erfolgreiche Grammatikarbeit

Festzustellen ist, dass der Erfolg des Fremdsprachenunterrichts gesteigert werden kann, indem man das episodische (das heißt das autobiografische oder historische) Gedächtnis stärker fördert.[7] Aus diesem Grund stellt der Gemeinsame europäische Referenzrahmen ebenso fest, dass den Transfer- und Anwendungsaufgaben viel mehr Zeit eingeräumt werden muss.[8] Folglich ist es richtig, dass die Erarbeitungsphase des Unterrichts zwar eine sehr große Rolle spielt; sie hat allerdings nicht den gewünschten positiven Effekt, wenn die Festigungs- und Anwendungsphasen nur unzureichend ausfallen. Demnach sollten Lehrer sehr viel mehr Wert auf ein ausreichendes Maß an Übungs- und Festigungsaufgaben legen. Wie schon erwähnt ist die Kommunikation wichtig bei der Grammatikarbeit. Das Ziel ist infolgedessen grammatisches Wissen für die Kommunikation verfügbar zu machen und den Schülern die Fähigkeit, Sätze zu bilden und einen Sinn zu vermitteln, anzueignen.[9] Hinter der Kommunikation steht eine Absicht, nämlich die sich jemandem mitzuteilen. „Moderner Grammatikunterricht sollte deshalb zum einen die kommunikative Relevanz der sprachlichen Mittel verdeutlichen und zum anderen mit gehaltvollem, authentischem Sprachmaterial arbeiten“[10].

[...]


[1] http://www.schule-ohne-rassismus.org/das-projekt.html

[2] Internetseite der betreffenden Schule

[3] Vgl. Leupold: Französisch unterrichten S.295

[4] Leupold: Französisch unterrichten S.295

[5] Vgl. Nieweler: Fachdidaktik Französisch S.190

[6] http://www.goethe.de/Z/50/commeuro/5020102.htm

[7] Vgl. Krechel: Französisch- Methodik S.56

[8] Vgl. Ebd. S.56

[9] Vgl. Ebd. S.56

[10] Krechel: Französisch- Methodik S.56

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Fachdidaktik Italienisch - Bericht über das Praktikum an einem Gymnasium
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V172578
ISBN (eBook)
9783640926329
ISBN (Buch)
9783640926466
Dateigröße
614 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fachdidaktik, italienisch, bericht, praktikum, gymnasium
Arbeit zitieren
Alida Ziehm (Autor), 2009, Fachdidaktik Italienisch - Bericht über das Praktikum an einem Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172578

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Fachdidaktik Italienisch - Bericht über das Praktikum an einem Gymnasium



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden