Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Zu Carl Schmitt: Land und Meer

Eine politiktheoretische Betrachtung der Freiheit der Meere und des Piratentums

Titel: Zu Carl Schmitt: Land und Meer

Bachelorarbeit , 2010 , 69 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Julian Liese (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die heutige Ökonomie ist geprägt von einer globalisierten und damit international stark verflochtenen Ökonomie. Die Welt als Ganzes rückt durch technologischen Fortschritt, einen wachsenden Welthandel, der auch mit heutigen Mitteln nur auf dem Meer bewältigt werden kann, enger und enger zusammen. Der Raum des Meeres ist kein neuer, unbekannter Raum mehr, aber noch immer sind der Charakter dieses Raumes und der Unterschied von Land und Meer prägend für den Nomos der Menschheit. Auch die Europazentriertheit des Jus Publicum Europaeum schwindet, und dennoch bleiben die Probleme und Zusammenhänge von Übersee ein aktuelles Thema.
Carl Schmitts Thematisierung von Land und Meer, von der Freiheit der Meere und der Piraterie ist keineswegs ein alter Hut der Politischen Theorie. Vielmehr ist es eine bedeutende philosophische Perspektive auf das heutige globale sicherheitspolitische und völkerrechtliche Gesamtsystem.
„Der Raub auf See ist wahrscheinlich so alt wie die Seefahrt und der Seehandel – wo es etwas zu holen gibt, findet sich früher oder später stets ein ungebetener Interessent. Alle historischen Reiche, die Seehandel trieben, kannten das Phänomen des Seeraubs als Äquivalent des organisierten Straßenraubs, der den Handelskarawanen drohte. Dies gilt für die Ägypter ebenso wie für die Anlieger des Indischen Ozeans.“ .

Die asymmetrische Bedrohung der Piraterie steht auch heute wieder, vielleicht kann man auch sagen: immer noch, der eingehegten terrestrischen Welt der Nationalstaaten entgegen. Nur ist die Staatengemeinschaft mittlerweile nicht mehr zweigeteilt in Europa, als Zentrum der religiös, vermeintlich intellektuell und technologisch entwickelten Elite, und heidnische Völker, sondern in gleichberechtigte Mächte rund um den Globus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A) Einleitung

1. Motivation, einleitende Worte und Argumentationsgang

B) Hauptteil

2. Eine historische Betrachtung der Ursprünge des Nomos der Erde

2.1 Die Betrachtung der Räume Land und Meer

2.1.1 Das Land

2.1.1.1 Die Landnahme

2.1.2 Das Meer

2.1.2.1 Die Freiheit der Meere (und die Seenahmen)

2.2 Die Frage nach dem Element der Menschheit

2.3 Der Streit der biblischen Monster: Einige Gedanken zu Leviathan und Behemoth

2.4 Die Weltgeschichte als eine Geschichte des Kampfes von Mächten des Landes und der See

3. Die Entdeckung Amerikas und der neue Nomos der Erde

3.1 Das neue Bewusstsein

3.2 Der Aufstieg zur ozeanischen Kultur

3.3 Das Meer und die Technologie: Eine Reziprozität

4. Der Konflikt von Land und Meer in der neuen Raumordnung

4.1 Das Monopol der Religion gegen den Grundsatz der Freiheit der Meere

4.2 Piraterie als Kind der uneingehegten See und des Meereselements

4.3 Kaperfahrten als Form des staatlichen Seekrieges

4.4 Der hostis humani generis als Begründer des Völkerrechts und sein Tatbestand als Sachverhalt der Weltrechtspflege

5. Wie die Raumnahme des Meeres Englands Entwicklung und die Bekämpfung der Piraterie das autochthone Europa wandelte

6. Die Einhegung des Landkrieges als Folge der Raumnahme des Meeres

7. Die Industrielle Revolution – England als erneuter Motor der weltgeschichtlichen Entwicklung

C) Schluss

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht Carl Schmitts Werk „Land und Meer“ aus einer politiktheoretischen Perspektive, um den fundamentalen Widerstreit zwischen den räumlichen Elementen Land und Meer sowie deren Einfluss auf die Genese des modernen Völkerrechts, die Freiheit der Meere und das Phänomen der Piraterie zu analysieren.

  • Politiktheoretische Analyse des Gegensatzes von Land und Meer
  • Die Entdeckung Amerikas und die Raumrevolution
  • Die Entwicklung Englands zur Seemacht und das Ende der Piraterie
  • Der Einfluss von Technologie und industrieller Revolution auf die Raumordnung
  • Die rechtshistorische Wandlung des Piraten vom Freibeuter zum „hostis humani generis“

Auszug aus dem Buch

2.1.1.1 Die Landnahme

Der Akt der Landnahme spielt im Denken von Carl Schmitt eine elementare Rolle, da sich in ihr der Charakter des Landes im Verhalten des Menschen zur Erfüllung bringt. Die Natur des Landes, wie sie im vorigen Abschnitt der Arbeit bereits beschrieben wurde, bildet durch diesen Vorgang die Basis und den Motor für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und des dazugehörigen Rechts.

Aufgrund dieser immensen Bedeutung der Landnahme soll diese mit Schmitts eigenen Worten referiert werden:

„[…] der Nomos in unserem Sinne [enthält] stets eine bodenbezogene Ortung und Ordnung. Tritt der Bereich des Meeres hinzu, so bestimmt das Verhältnis von Land und Meer die völkerrechtliche Raumordnung. Tritt die Herrschaft im Luftraum als dritte Dimension hinzu, so entstehen wiederum neue Raumordnungen. Doch bleibt eine auf dem Erdboden sich vollziehende Landnahme auch dann noch von grundlegender Bedeutung. Deshalb bleibt unser völkerrechtswissenschaftlicher Ansatz beim Begriff der Landnahme auch heute noch sinnvoll.“

Zusammenfassung der Kapitel

A) Einleitung: Erläutert die Motivation der Arbeit und führt in die politiktheoretische Herangehensweise an Schmitts „Land und Meer“ ein.

B) Hauptteil: Untersucht die historische Genese des Nomos der Erde, die Bedeutung der Entdeckung Amerikas und das Spannungsfeld zwischen Land- und Seemächten.

C) Schluss: Fasst die Erkenntnisse über die wechselseitige Abhängigkeit von Raumcharakter, Technik und staatlicher Ordnung zusammen.

Schlüsselwörter

Carl Schmitt, Land und Meer, Raumrevolution, Nomos der Erde, Freiheit der Meere, Piraterie, Seemacht, Völkerrecht, politische Theorie, Raumordnung, Leviathan, Behemoth, Raumlehre, Staatlichkeit, Weltgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Carl Schmitts „Land und Meer“ als politiktheoretisches Werk, das den Kampf zwischen Land- und Seemächten als treibende Kraft der modernen Völkerrechtsgeschichte interpretiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen der Gegensatz von Land und Meer, die Rolle der Piraterie in der Geschichte des Völkerrechts, die Entdeckung Amerikas und die politische Transformation Englands zur Seemacht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, aus einer politiktheoretischen Perspektive zu verstehen, wie das philosophische Verständnis dieser unterschiedlichen Räume die heutige globale sicherheitspolitische Ordnung und das Völkerrecht geformt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politiktheoretische Analyse und eine rechtsgeschichtliche Betrachtung, die auf der Auswertung von Primärtexten Carl Schmitts und relevanter Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Begriffs der Landnahme, die Auswirkungen der Entdeckung Amerikas auf das Völkerrecht, die Analyse der technologischen Entwicklung zur See sowie die historische Wandlung der Piraterie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nomos der Erde, Raumrevolution, Landnahme, Freiheit der Meere und völkerrechtliche Raumordnung beschreiben.

Inwiefern hat England eine besondere Rolle in dieser Analyse?

England wird als der zentrale Akteur dargestellt, der durch den Wandel zur Seemacht den alten terrestrischen Nomos aufbrach und maßgeblich zur Entwicklung einer neuen globalen Raumordnung beitrug.

Warum wird der Pirat als "hostis humani generis" bezeichnet?

Die Arbeit zeigt, wie sich die rechtliche Wahrnehmung des Piraten historisch vom geduldeten Freibeuter zum "Feind der Menschheit" wandelte, um eine internationale Ordnung auf hoher See zu ermöglichen.

Ende der Leseprobe aus 69 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zu Carl Schmitt: Land und Meer
Untertitel
Eine politiktheoretische Betrachtung der Freiheit der Meere und des Piratentums
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,3
Autor
Julian Liese (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
69
Katalognummer
V172661
ISBN (eBook)
9783640926701
ISBN (Buch)
9783640926558
Sprache
Deutsch
Schlagworte
carl schmitt land meer eine betrachtung freiheit meere piratentums
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julian Liese (Autor:in), 2010, Zu Carl Schmitt: Land und Meer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172661
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  69  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum