Ziel dieser Arbeit ist die Herausarbeitung der Grundzüge der preußischen Außen- und Reichspolitik unter König Friedrich Wilhelm I während seiner Regierungszeit von 1713 bis 1740. Im Bereich der Außenpolitik beschäftigt sich diese Arbeit hauptsächlich mit allgemeinen Tendenzen, aber auch die Beziehungen zu ausgewählten Staaten werden untersucht. Besonderes Interesse gilt dabei der Fragestellung, welche Determinanten Friedrich Wilhelm bei seinen außenpolitischen Entscheidungen beeinflussten und welche Zielsetzung er verfolgte. Im Bereich der Reichspolitik wird primär die Beziehung des Königs zum deutschen Kaiser beleuchtet, ihr Wandel im Zeitlauf und die Gründe, da dies die Reichspolitik Friedrich Wilhelms I entscheidend prägte. Übergreifend ist natürlich auch Friedrich Wilhelms „Vermächtnis“ von Interesse: Welche seiner Ziele konnte er verwirklichen, welche nicht? Wie veränderte sich das Territorium des preußischen Staates unter seiner Herrschaft und wie die Beziehung zu anderen Staaten?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Außenpolitik
2.1 Allgemeine Tendenzen
2.2 Das Verhältnis zu ausgewählten europäischen Staaten
3 Reichspolitik - Rivalität zwischen Kaiser und König
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die wesentlichen Charakteristika der preußischen Außen- und Reichspolitik während der Regierungszeit von Friedrich Wilhelm I. von 1713 bis 1740, wobei insbesondere die außenpolitischen Determinanten, das Verhältnis zu den europäischen Großmächten sowie die komplexe Beziehung zum deutschen Kaiser analysiert werden.
- Militärische Expansion als Instrument preußischer Politik
- Das schwierige diplomatische Verhältnis zu England
- Die Interessenkonflikte im Kontext der polnischen Erbfolge
- Die Spannungen im Verhältnis zum österreichischen Kaiserhof
- Die innenpolitische Konsolidierung als Basis für außenpolitische Handlungsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Allgemeine Tendenzen
Die bekannteste Eigenschaft Friedrich Wilhelms I – wie schon sein Beiname „Der Soldatenkönig“ zeigt – ist sein Militarismus. Aus Angst, Spielball der europäischen Großmächte zu werden, baute er die preußische Armee massiv aus und ordnete seine gesamte Wirtschafts-, - Finanz-, Heeres- und Bevölkerungspolitik dem Ziel unter, die Grundlage für ein wachsendes Gewicht in der internationalen Arena zu schaffen. Dabei sah der König sich jedoch weder als Feldherrn noch als Diplomaten. Auf dem diplomatischen Parkett fühlte er sich unwohl, das gezierte und teilweise speichelleckerische Gehabe fand seine Verachtung.
Und trotz seines militärischen Gebaren und des Ausbaus des Heeres war er nach Meinung Erbes „mit der friedfertigste König gewesen, den die preußische Geschichte kennt“. Er sah die Armee zwar als das „entscheidende Mittel territorialer Vergrößerung“ und als Druckmittel, jedoch unter der Prämisse einer „risikoarme Eingliederung […] in das einigermaßen ausbalancierte europäische Mächtesystem“. Sein Pietismus hielt in vor Angriffskriegen ab, er warnte er seinen Nachfolger davor, „ungerechte Kriege“ zu beginnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert den Untersuchungsrahmen der Regierungszeit Friedrich Wilhelms I. zwischen 1713 und 1740 und stellt die zentralen Forschungsfragen zur Außen- und Reichspolitik vor.
2 Außenpolitik: Dieses Kapitel analysiert die militärischen Bestrebungen des Königs, seine Rolle im europäischen Mächtesystem sowie die spezifischen diplomatischen Beziehungen zu Staaten wie England, Russland und Polen.
3 Reichspolitik - Rivalität zwischen Kaiser und König: Hier wird das durch tiefes Misstrauen geprägte Verhältnis zum Kaiserhof in Wien beleuchtet, welches durch Territorialkonflikte und dynastische Interessen maßgeblich bestimmt wurde.
4 Resümee: Das Schlusskapitel bewertet die Effektivität der preußischen Außenpolitik als insgesamt eher begrenzt, würdigt jedoch die innenpolitischen Leistungen als notwendige Basis für den späteren Aufstieg Preußens.
Schlüsselwörter
Friedrich Wilhelm I., Soldatenkönig, Preußen, Außenpolitik, Reichspolitik, Militarismus, Österreich, England, Nordischer Krieg, Pragmatische Sanktion, Territorialpolitik, Diplomatie, Machtpolitik, Geschichte Preußens, Absolutismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundzüge der preußischen Außen- und Reichspolitik unter der Herrschaft von König Friedrich Wilhelm I. im Zeitraum von 1713 bis 1740.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den Ausbau des Militärs, das Verhältnis zu den europäischen Großmächten sowie die schwierige politische Beziehung zum deutschen Kaiser.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Analyse der Determinanten, die Friedrich Wilhelms außenpolitische Entscheidungen prägten, und die Untersuchung seines diplomatischen Erfolgs bzw. Scheiterns.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellen- und Literaturanalyse, um ein differenziertes Bild der politischen Entscheidungswege des Königs zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der allgemeinen außenpolitischen Tendenzen und eine spezifische Untersuchung der Reichspolitik und der Rivalität zum Kaiser.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Soldatenkönig, Preußen, Militarismus, Reichspolitik, Diplomatie und europäisches Mächtesystem.
Welche Rolle spielte die Affäre Klement für Preußen?
Die Affäre Klement verstärkte ab 1718 das tiefe Misstrauen zwischen Preußen und Österreich erheblich und trug zu einer langfristigen diplomatischen Belastung bei.
Warum war das Verhältnis zu England so angespannt?
Neben machtpolitischen Rivalitäten, etwa im Bereich Mecklenburgs, prägten persönliche Ressentiments zwischen Friedrich Wilhelm I. und Georg II. sowie Kritik an den Werbemethoden der preußischen Armee das schwierige Verhältnis.
- Citation du texte
- Inka Hemmerich (Auteur), 2006, Grundzüge der preußischen Außen- und Reichspolitik unter Friedrich Wilhelm I. von Preußen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172673