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Leiharbeit: Brücke zum Arbeitsmarkt oder moderne Sklaverei?

Título: Leiharbeit: Brücke zum Arbeitsmarkt oder moderne Sklaverei?

Trabajo Escrito , 2010 , 29 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Tobias Kulick (Autor)

Sociología - Trabajo, Educación, Organización
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Die Arbeitnehmerüberlassung, auch Leiharbeit oder Zeitarbeit genannt, ist in den letzten Jahren zu einer der großen Erfolgsbranchen der deutschen Wirtschaft geworden, die durch zweistellige Wachstumsraten auf sich aufmerksam gemacht hat. Führte diese Beschäftigungsform lange Zeit, nicht zuletzt aufgrund sozialkritischer Reportagen wie Günther Wallraffs „Ganz unten“ (1985), ein negativ stigmatisiertes Nischendasein, hat sich die Zahl der Leiharbeiter in den letzten 25 Jahren mehr als versechzehnfacht.

International agierende Personaldienstleister wie Randstad, Adecco und Manpower haben inzwischen auch den deutschen Markt erobert und pflegen beispielsweise durch Stadionwerbung in der Fußballbundesliga ihr Image. Auch aufgrund ihrer tarifpolitischen Einbindung ist die Branche offensichtlich in den letzten Jahren salonfähiger geworden. Dennoch entstehen, auch vor dem Hintergrund der aktuell (wieder) positiven Arbeitsmarktsituation, immer wieder Kontroversen über Ausmaß und Arbeitsbedingungen der Zeitarbeit.

Fernab der öffentlichen Debatte soll im Folgenden geklärt werden, inwiefern die Argumente der Befürworter und Gegner stichhaltig sind. Hierzu wird eingangs erläutert wie Leiharbeit funktioniert um anschließend den Reformpfad des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes und die Entwicklung der Zeitarbeit nachzuzeichnen. Anschließend werden auf betrieblicher Ebene qualitative Nutzungsstrategien, die quantitative Entwicklung sowie die tarif- und gewerkschaftspolitische Situation betrachtet, um eine, den vorliegenden Zahlen entsprechende, aktuelle Situation des Leiharbeitsmarktes zu illustrieren. Nachfolgend sollen mögliche positive oder negative Effekte auf den Arbeitsmarkt untersucht werden, um abschließend die Ergebnisse zusammenzufassen und möglicherweise politischen Handlungsbedarf zu verdeutlichen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Funktionslogik der Arbeitnehmerüberlassung

1.1 Reformen und Entwicklung der Arbeitnehmerüberlassung

2 Betriebliche Nutzungsstrategien von Leiharbeit

2.1 Quantitative Nutzung von Leiharbeit

2.2 Tarifverträge und gewerkschaftliche Vertretung von Leiharbeitern

3 Beschäftigungszuwachs oder Substitution durch Leiharbeit ?

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Leiharbeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Kontext der Hartz-Reformen und analysiert, ob sie als wirksames Instrument zur Arbeitsmarktintegration („Brücke zum Arbeitsmarkt“) oder als Instrument zur prekären Beschäftigung („moderne Sklaverei“) fungiert.

  • Funktionsweise und rechtliche Grundlagen der Arbeitnehmerüberlassung.
  • Wandel betrieblicher Nutzungsstrategien von reaktiver Anpassung hin zur strategischen Steuerung.
  • Die quantitative Entwicklung des Leiharbeitsmarktes und deren Konjunkturabhängigkeit.
  • Tarifpolitische Rahmenbedingungen und die gewerkschaftliche Interessenvertretung.
  • Arbeitsmarktpolitische Auswirkungen wie Beschäftigungszuwachs versus Substitutionseffekte.

Auszug aus dem Buch

1 Funktionslogik der Arbeitnehmerüberlassung

Arbeitnehmerüberlassung bezeichnet ganz allgemein die gewerbliche Überlassung eines Arbeitnehmers durch seinen Arbeitgeber an einen Dritten. Die gesetzliche Grundlage für dieses Vorgehen bildet das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Kennzeichnend für diese Form der Beschäftigung ist die Entkoppelung von Arbeitsvertrag und Beschäftigungsverhältnis:

Leiharbeitnehmer schließen ihren Arbeitsvertrag mit dem Verleiher ab, mit dem sie auch Lohn und Arbeitszeit vereinbaren. Die Arbeitgeberrolle bleibt beim Verleiher. Die zu erbringende Arbeitsleistung definiert jedoch der Entleiher, der das Weisungsrecht und damit partiell Arbeitgeberfunktionen ausübt. (Seifert/Bremer 2008: 336)

Diese zeitarbeitsspezifische Dreieckskonstellation zwischen Verleiher bzw. Arbeitgeber, Entleiher und dem Arbeitnehmer, ist in allen 15 EU-Mitgliedsstaaten anzutreffen (vgl. Nienhüser/Matiaske 2003: 467). Der Verrechnungssatz für die Überlassung des Arbeitnehmers wird unabhängig vom Lohn vertraglich zwischen Verleiher und Entleihbetrieb geregelt. Die Lohnzahlung erfolgt folglich durch die Zeitarbeitsfirma, das Salär variiert abhängig von Tätigkeit und Qualifikation des Leiharbeiters. Der vom Verleihbetrieb zu entrichtende Verrechnungssatz liegt über dem Lohn des Leiharbeiters, da er zusätzlich die vereinbarte Provision der Zeitarbeitsfirma enthält (vgl. Seifert/Bremer 2008: 336). Diese betragen schätzungsweise das 1,5 bis 2,5 fache des Stundenlohns der Leiharbeitskräfte (Dörre et al. 2008: 21). Das Zustandekommen der Überlassung erfordert zum Einen die Zustimmung des Arbeitnehmers, zum Anderen ein angemeldetes Gewerbe sowie eine dem AÜG entsprechende Lizenz, die von den Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit (BA) vergeben werden (vgl. ebd.: 470).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Leiharbeit sowie Darstellung der kontroversen gesellschaftlichen Debatte zwischen Befürwortern und Kritikern.

1 Funktionslogik der Arbeitnehmerüberlassung: Erläuterung der rechtlichen Konstruktion der Dreieckskonstellation sowie des historischen Reformpfades des AÜG.

2 Betriebliche Nutzungsstrategien von Leiharbeit: Analyse der verschiedenen Motivlagen von Unternehmen, Leiharbeit als Flexibilisierungsinstrument einzusetzen.

2.1 Quantitative Nutzung von Leiharbeit: Statistische Betrachtung der Verbreitung von Leiharbeit nach Branchen und Betriebsgrößen.

2.2 Tarifverträge und gewerkschaftliche Vertretung von Leiharbeitern: Darstellung der tariflichen Situation, der Lohndifferenzen und der Herausforderungen für gewerkschaftliche Organisierung.

3 Beschäftigungszuwachs oder Substitution durch Leiharbeit ?: Kritische Würdigung der Arbeitsmarkteffekte, insbesondere hinsichtlich Übernahmechancen und der Verdrängung regulärer Beschäftigungsverhältnisse.

Zusammenfassung: Fazit über die Entwicklung der Leiharbeit und Einordnung der arbeitsmarktpolitischen Relevanz.

Schlüsselwörter

Leiharbeit, Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung, AÜG, Hartz-Reformen, Arbeitsmarktpolitik, Flexibilisierung, Substitution, Equal-Pay-Prinzip, Lohndumping, Beschäftigungsstabilität, gewerkschaftliche Interessenvertretung, Dreieckskonstellation, Niedriglohnsektor, Personalstrategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Leiharbeit in Deutschland und hinterfragt deren Rolle als Instrument der Arbeitsmarktpolitik im Kontext der Deregulierung nach den Hartz-Reformen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den betrieblichen Nutzungsstrategien, der quantitativen Entwicklung des Sektors, der tarifpolitischen Lage sowie der kritischen Diskussion über Beschäftigungseffekte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob Leiharbeit tatsächlich als „Brücke zum Arbeitsmarkt“ fungiert, die Beschäftigung fördert, oder ob sie zu prekären Arbeitsverhältnissen und Lohndumping führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Studien, statistischer Daten der Bundesagentur für Arbeit sowie einer theoretischen Einordnung flexibler Beschäftigungsformen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Funktionslogik der Überlassung, die betrieblichen Nutzungsstrategien, die tarifpolitische Situation und die Analyse von Beschäftigungswachstum gegenüber Substitutionseffekten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Leiharbeit, Flexibilisierung, AÜG, Lohndumping, Substitution, Equal-Pay-Prinzip und Beschäftigungsstabilität.

Welche Rolle spielt die "Dreieckskonstellation" bei der Leiharbeit?

Sie beschreibt das spezielle rechtliche Konstrukt, bei dem der Arbeitnehmer bei einem Verleiher angestellt ist, die Arbeitsleistung jedoch unter Weisung des Entleihers bei einem Dritten erbracht wird.

Warum ist das Thema "Gleiche Arbeit – Gleiches Geld" so bedeutend?

Die Initiative der Gewerkschaften zielt darauf ab, die Lücke zwischen dem Lohn von Stammarbeitnehmern und Leiharbeitern zu schließen, um Prekarisierung und Lohndumping zu verhindern.

Was sagt die Arbeit zur Rolle von "Schlecker" als Fallbeispiel?

Schlecker dient als Beispiel für eine Extremform strategischer Nutzung, bei der Mitarbeiter in hauseigene Zeitarbeitseinheiten überführt wurden, um Tarifverträge zu unterlaufen.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Leiharbeit: Brücke zum Arbeitsmarkt oder moderne Sklaverei?
Universidad
University of Osnabrück  (Wirtschaftssoziologie)
Curso
Arbeit und Arbeitsbeziehungen: Wandel der Erwerbsarbeit
Calificación
1,0
Autor
Tobias Kulick (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
29
No. de catálogo
V172816
ISBN (Ebook)
9783640928637
ISBN (Libro)
9783640928576
Idioma
Alemán
Etiqueta
leiharbeit brücke arbeitsmarkt sklaverei
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tobias Kulick (Autor), 2010, Leiharbeit: Brücke zum Arbeitsmarkt oder moderne Sklaverei?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172816
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