Online Marketing ist eine Form der interaktiven, kommerziellen Kommunikation (Krause, 1999:221) und bedeutet im einfachsten Sinn die Übertragung des herkömmlichen Marketings auf Online Medien. Dadurch entwickeln sich neue Techniken und Instrumente der Kundenfindung und Kundenbindung auf Basis des WWW1.
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Ziel und zentrale Fragestellung dieser Arbeit ist es zu erkennen, welche neuen Möglichkeiten das Internet als Marketingmedium bietet und wie man diese vor allem im Bereich der Kundenbindung gewinnbringend einsetzen kann. Welche neuen Instrumente bietet das Internet, um einen Kunden langfristig zu halten und wie kann man diese sinnvoll einsetzen.
Im Folgenden werden die Unterschiede des Online Marketings gegenüber dem traditionellen Marketing dargestellt. Durch die neuen Rahmenbedingungen wird verdeutlicht, dass eine veränderte Kommunikationssituation vorliegt und dass dies eine Anpassung der Instrumente zur Folge hat. Die konkreten Vorteile für den Internet User und den Anbieter werden in Kapitel 3 noch einmal zusammengefasst. In Kapitel 4 wird dann näher auf das Marketingziel Kundenbindung eingegangen. Die Strategie des Relationship Marketings wird mit seinen 3 Prinzipien Individualisierung der Kundenbeziehung, Interaktion mit dem Kunden und Integration des Kunden erläutert. Anschließend wird, wie oben erwähnt, das wichtige Kommunikationsmittel E-Mail erklärt. Abschließend wird auf die Möglichkeit der zielgruppenorientierten Ansprache der Kunden verwiesen, die vor allem die Vermeidung der Streuverluste bewirkt.
Inhaltsverzeichnis
1 Online Marketing - Instrument zur Kundenbindung
2 Vom Marketing zum Online Marketing
2.1. Ausgangssituation
2.2. Neue Rahmenbedingungen
2.3. Push- versus Pull-Konzept
3 Vorteile des Online Marketing
3.1. Vorteile für den Internet User
3.2. Vorteile für die anbietenden Unternehmen
4 Kundenbindung durch Online Marketing
4.1. Kundenbindung als Marketingziel
4.2. Das Konzept des Relationship Marketing
5 Instrument der Kundenbindung : E-Mail
5.1. Einsatz von Mailinglisten
5.1.1. Newsletter
5.1.2. Diskussionslisten
5.2. Autoresponder
5.3. Usenet und Newsgroups
6 Zielgruppenorientiertes Marketing
6.1. Vermeidung von Streuverlusten durch Zielgruppenoptimierung
6.2. Einteilung in Zielgruppentypen
7 Fallstricke im Online Marketing
7.1. Gefahren im Online Marketing
7.2. Nachteile für den Anbieter
8 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial des Internets als Instrument für modernes Marketing mit einem primären Fokus auf der langfristigen Kundenbindung. Die zentrale Fragestellung befasst sich damit, wie Unternehmen neue digitale Instrumente einsetzen können, um Kunden profitabel zu gewinnen, individuell anzusprechen und nachhaltig an das Unternehmen zu binden.
- Vergleich und Transformation von traditionellen Marketingkonzepten hin zu Online-Strategien.
- Analyse von Instrumenten der digitalen Kundenbindung, insbesondere E-Mail, Mailinglisten und Diskussionsforen.
- Optimierung der Marketingansprache durch Zielgruppensegmentierung zur Vermeidung von Streuverlusten.
- Bewertung strategischer Fallstricke und Risiken bei der digitalen Kommunikation.
Auszug aus dem Buch
2.3. Push- versus Pull-Konzept
Es gibt zwei Arten von Kommunikationsmodellen: Das Push- und das Pull- Konzept. Der Unterschied der beiden Modelle und die Merkmale werden in diesem Kapitel herausgestellt.
Das traditionelle Marketing beschreibt eine Push Situation, d.h. der Impuls geht vom Anbieter beziehungsweise dem Werbetreibenden aus. Der Interessent oder Kunde wird mit der Werbebotschaft ungefragt konfrontiert und kann sich gewissermaßen nicht dagegen wehren. Beispiele hierfür sind alle traditionellen Werbeformen, wie TV-Spots, Anzeigen in Zeitschriften und Werbeprospekte. Im Idealfall wird der Kaufwunsch durch den ‚Berieselungseffekt’ hervorgerufen.
Dieses traditionelle Kommunikationsprinzip des Marketings dreht das Internet um, erläutert Stolpmann hierzu (vgl. Stolpmann 2001: 37). Der Impuls geht vom Nutzer aus und er entscheidet selbst, was und wann er es sehen will. Der Interessent wird aktiv und ‚zieht’ sich die Information, die ihn ansprechen, heran. Somit ist das Internet ein Pull-Medium, bei der der Nutzer bewusst die Informationen selektiert und abruft oder gegebenenfalls ablehnt. Da für den Surfer beim Abrufen der Seiten Kosten entstehen, wird er nur auf für ihn relevante Seiten zugreifen.
Das Pull-Konzept ist jedoch für reine Werbebotschaften, die eine große Zielgruppe ansprechen sollen, nicht geeignet. Deshalb ist es hierbei wichtig, jeden potentiellen Kunden einzeln anzusprechen. Der individuelle Anreiz ist für den Interessent entscheidend. Sobald der Besucher eine aktuelle Seite verlässt und auf die beworbene Seite wechselt, stellt er sich sofort die rationale Frage nach dem gebotenen Mehrwert. Es ist wichtig, das Interesse des Besuchers aufrecht zu erhalten, denn sobald der ‚Köder’ für ihn uninteressant erscheint, wird er die Seite verlassen und sie auch nicht mehr so schnell wieder besuchen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Online Marketing - Instrument zur Kundenbindung: Einführung in die Begrifflichkeiten und Erläuterung der Bedeutung des Internets als kosteneffizientes Medium zur Etablierung langfristiger Kundenbeziehungen.
2 Vom Marketing zum Online Marketing: Darstellung der veränderten Rahmenbedingungen und Gegenüberstellung von traditioneller Push-Kommunikation und dem internetbasierten Pull-Konzept.
3 Vorteile des Online Marketing: Untersuchung der spezifischen Stärken des Internets für Kunden, wie Ortsunabhängigkeit, und für Unternehmen, wie verbesserte Messbarkeit.
4 Kundenbindung durch Online Marketing: Erläuterung des Relationship Marketings als strategischer Ansatz, um den Kunden durch Dialog und individuelle Wertschöpfung in den Mittelpunkt zu stellen.
5 Instrument der Kundenbindung : E-Mail: Detaillierte Betrachtung von E-Mail-basierten Kommunikationswerkzeugen wie Newslettern, Mailinglisten, Autorespondern und Newsgroups.
6 Zielgruppenorientiertes Marketing: Analyse der Möglichkeiten zur präzisen Zielgruppenansprache und Vermeidung von Streuverlusten durch Nutzerprofile und spezifische Zielgruppentypen.
7 Fallstricke im Online Marketing: Aufzeigen potenzieller Gefahren, wie der Spam-Problematik, mangelnder Aktualität oder strategischer Fehlentscheidungen beim digitalen Marktauftritt.
8 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Notwendigkeit einer strategischen Integration des Online-Marketings in bestehende Unternehmenskonzepte.
Schlüsselwörter
Online Marketing, Kundenbindung, Relationship Marketing, Internet, E-Mail-Marketing, Newsletter, Mailinglisten, Zielgruppenorientierung, Streuverluste, Push-Konzept, Pull-Konzept, Kundenprofil, Interaktivität, Internet User, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Nutzung des Internets als effektives Medium für das moderne Marketing, wobei der Fokus gezielt auf die Methoden zur langfristigen Kundenbindung gelegt wird.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen den Wandel von klassischen Marketingmodellen hin zu digitalen Ansätzen, den Einsatz von E-Mail-basierten Tools sowie die psychologische und technische Segmentierung von Zielgruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu ermitteln, welche neuen Möglichkeiten das Internet für die Kundenbindung bietet und wie Unternehmen diese Werkzeuge gewinnbringend in ihre bestehenden Strategien integrieren können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Marketingmodelle sowie der Auswertung von Fallbeispielen zur Interaktion zwischen Unternehmen und Internetnutzern.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung zwischen Push- und Pull-Medien, eine detaillierte Erläuterung der E-Mail-Instrumente (Newsletter, Autoresponder etc.) sowie eine Analyse zur zielgruppenorientierten Werbepraxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kundenbindung, Online Marketing, Relationship Marketing, Pull-Konzept und Zielgruppenoptimierung charakterisiert.
Welchen Nutzen bieten Diskussionslisten für ein Unternehmen?
Neben dem Aufbau einer Community liefern Diskussionslisten Unternehmen wertvolles Feedback zu Produkten und Kundenwünschen, was zur Verbesserung von Wertschöpfungsprozessen beitragen kann.
Warum wird im Dokument explizit vor der „Me-too“-Falle gewarnt?
Die „Me-too“-Falle bezeichnet das unkritische Nachahmen der Konkurrenz im Internet, was ohne eine eigene, klar definierte strategische Grundausrichtung zu ineffizienten Maßnahmen und Ressourcenverschwendung führen kann.
- Citar trabajo
- Jasmin Buhl (Autor), 2002, Online Marketing - Nutzung des Internets für Kundenbindung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1728