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Die Funktion des Vaters in Hollywood-Filmen

Titre: Die Funktion des Vaters in Hollywood-Filmen

Mémoire de Maîtrise , 2008 , 87 Pages , Note: 1,9

Autor:in: Alexander Thiele (Auteur)

Filmologie
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Väter sind in den meisten Hollywoodproduktionen als mehr oder weniger handlungs-tragende Figuren präsent. Kaum ein Film, in dem nicht einer der Protagonisten wenigstens für kurze Momente in die Rolle des Vaters schlüpft, mit dem eigenen Vater in Kontakt tritt oder mit Dritten über den abwesenden Vater redet.
Lars-Oliver-Beier meinte, in Hollywoodproduktionen des Jahres 2005 eine auffällige Zunahme an Filmen zu beobachten, die ein Familiensujet in den Mittelpunkt der Handlung stellten.
Und in der Tat fällt auf, dass in den ersten Jahren dieses Jahrzehnts viele US-amerikanische Produktionen die Familie im Allgemeinen und Vaterschaft im Speziellen in das Zentrum ihres Erzählens rücken. Dabei handeln diese Filme sowohl von dysfunktionalen als auch von funktionierenden Familien, sie erzählen von Elternschaft in einem Mittel-/Oberschichtsetting, behandeln Familienverhältnisse in durchaus prekären sozialen Umständen und entwerfen dabei ein so vielschichtiges Bild von Familie, Männlichkeit und Vatersein, wie vielleicht noch nie zuvor in der Filmgeschichte. Allerdings wird Homogenität in der Darstellung von gesellschaftlichen Zuständen erst im Nachhinein in eine Filmepoche oder Dekade hineingelesen. So erscheinen uns die 50er und 80er als Zeiten im Schaffen Hollywoods, die, sich an konservativen Werten orientierend, eher den starken Mann und Vater in den Mittelpunkt rückte, während die späten 60er und 70er Jahre als Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs, der Revolte gegen überkommene Denkstrukturen und Verhaltensmuster gelesen werden können, die vor allem mit dem Bild des Familienpatriarchen abrechneten.
Während die Mütter und der ganze Themenkomplex Mutterschaft sowohl in der Soziologie als auch in den Kultur- und Filmwissenschaften im Rahmen feministischer Studien schon früh diskutiert wurde, blieb die Figur des Vaters lange Zeit unerforscht. Über die Gründe für geringe Beachtung dieser Thematik möchte ich an dieser Stelle nicht spekulieren. Vielmehr ist es interessant zu beobachten, dass gerade in den letzten zehn Jahren viele Filme entstanden sind, die das Thema Vaterschaft und die Achse Vater/Sohn bzw. Vater/Tochter auf der Erzählebene in den Fokus rücken.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

0 Vorbemerkung

1 Einleitung

1.1 Vorgehen

2 Theoretische Vorüberlegungen

2.1 Impact des Feminismus

2.2 Die Männerbewegung – Men´s Studies

2.3 Soziologische Prämissen

2.4 Exkurs: Des Vaters neue Kleider

3 Hollywood und die Funktion des Vaters

3.1 The man in the Grey Flanel Suite – die 50er

3.2 The father strikes Back – Die 80er

4 Der Vater im zeitgenössischen Hollywoodkino

4.1 American Beauty

4.1.1 Narration

4.1.2 Inszenierte Väter

4.1.2.1 Lester Burnham

4.1.2.2 Frank Fitts

4.1.3 Tod des Vaters und Die Zukunft der Familie

5 Ausblicke: Vater- und Familienbild im Wandel

5.1 Anschlusskommunikationen

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die filmische Darstellung von Vaterschaft und Familie im US-amerikanischen Hollywoodkino, mit einem besonderen Fokus auf den Wandel von Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Leitbildern vom Post-War-Vater der 50er Jahre bis hin zum zeitgenössischen Kino. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie sich mediale Vaterbilder im Spiegel soziologischer Veränderungen und wissenschaftlicher Diskurse der Men’s Studies transformiert haben und wie diese Konstruktionen das Verständnis von Männlichkeit und Väterlichkeit reflektieren.

  • Historischer Wandel der Vaterrolle in Hollywood (50er vs. 80er vs. zeitgenössisches Kino).
  • Narratologische Analyse von "American Beauty" als Fallbeispiel für die Dekonstruktion der "nuclear family".
  • Die Bedeutung von Mode und Inszenierung (mise-en-scène) für die Konstruktion von Väterlichkeit.
  • Soziologische Einbettung: Vom traditionellen Ernährer-Modell zur "Funktionsdiffusion".
  • Der Einfluss feministischer Diskurse und der Men’s Studies auf die filmische Repräsentation von Männern.

Auszug aus dem Buch

2.4 EXKURS: DES VATERS NEUE KLEIDER

„You‘re strangely dressed...for a Knight“.18 Mit diesen Worten der Verwunderung begrüßte der 800 Jahre alte Ritter seinen Bezwinger und ritterlichen Nachfolger als Bewacher des heiligen Grals, Indiana Jones, in Steven Spielbergs gleichnamigem Film von 1989. Gleiches würde Gregory Peck als Vater in THE MAN IN THE GREY FLANNEL SUIT (USA 1956) und mit selbigem bekleidet vielleicht Ben Stiller (in THE ROYAL TENENBAUMS) und Bill Murray (in BROKEN FLOWERS) entgegnen, zwei in knallbunte Trainingsanzüge gewandete Väter aus dem Jahre 2002 bzw. 2005: „Ihr seid seltsam gewandet…für einen Vater“. Der Vater hat sich nicht nur in Werteausrichtung und Fremdbild in den letzten 50 Jahren verändert, auch seine Kleidung hat sich – sicherlich der Mode entsprechend – im Hollywoodfilm gewandelt. Aber hat sich mit der Mode nicht vielleicht auch der Blick auf den Vater verändert? Ist der Mann im Anzug ein anderer, strahlt er mehr Autorität aus als ein Vater in Jeans und T-Shirt oder gar einem gestreiften Trainingsanzug?

Für viele Berufsgruppen ist die Kleidung zur Repräsentation von Macht und Rang unerlässlich, viele gesellschaftliche Rollen sind zudem an Äußerlichkeiten und nicht zuletzt an Kleidung gebunden und beziehen ihre Wirkung aus konventionalisierten Dresscodes. Ein Verstoß gegen diese Ordnung wird selten akzeptiert und führt häufig zu Verlust an Respekt, Ansehen und letztlich an Macht. Zahlreiche Filme bzw. literarische Stoffe basieren auf dem Umstand, dass ihre Figuren bestimmte Kleider tragen bzw. nicht tragen. So wäre der Hauptmann von Köpenick ohne seine Uniform weder Hauptmann noch wäre Leonardo di Caprios Charakter in CATCH ME IF YOU CAN (2002) Arzt oder Pilot, wenn die entsprechende Kleidung ihm nicht den Rahmen für seine Schauspielereien geboten hätte. Füllt die Figur diese Uniform jedoch nicht aus, ist ihr ein Unwohlsein mit Kleidung und Rolle anzusehen, dann stellt sich Gegenteiliges ein: die Uniform macht ihren Träger zur Witzfigur und jede Autorität und Glaubwürdigkeit wird sofort untergraben.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Vorbemerkung: Der Autor erläutert methodische Herausforderungen der kulturwissenschaftlichen Filmanalyse und grenzt seine Arbeit von rein empirischen Ansätzen ab.

1 Einleitung: Die Initialzündung für die Arbeit wird durch die Zunahme von Familien-Sujets in US-Produktionen des Jahres 2005 beschrieben und das methodische Vorgehen skizziert.

2 Theoretische Vorüberlegungen: Es werden feministische Forschung, Men's Studies und soziologische Theorien zur Individualisierung und zum Strukturwandel der Familie herangezogen.

3 Hollywood und die Funktion des Vaters: Dieser filmhistorische Abriss beleuchtet die Wandlung der Vaterrolle in den 50er und 80er Jahren unter Berücksichtigung soziokultureller Kontexte.

4 Der Vater im zeitgenössischen Hollywoodkino: Das Kapitel konzentriert sich auf die Dekonstruktion der klassischen "nuclear family" am Beispiel von "American Beauty" und weiteren aktuellen Produktionen.

5 Ausblicke: Vater- und Familienbild im Wandel: Anhand einer Studie zum TV-Jahr 2005 wird die mediale Präsenz von Familie analysiert und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze gegeben.

6 Fazit: Zusammenfassend wird konstatiert, dass das klassische Vaterbild an Strahlkraft verloren hat und durch eine vielschichtigere, oft gebrochene Repräsentation ersetzt wurde.

Schlüsselwörter

Vaterschaft, Hollywood, American Beauty, Men’s Studies, Gender, Männlichkeit, Familie, nuclear family, Filmwissenschaft, Narrationsanalyse, Filmgeschichte, Rollenbilder, Backlash, Identität, Performanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die filmische Repräsentation der Vaterfigur im Hollywoodkino unter Berücksichtigung soziologischer und gesellschaftspolitischer Veränderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Thematisiert werden das Familienbild, Konstruktionen von Männlichkeit, die Entwicklung vom 50er-Jahre-Patriarchen zum modernen Vaterbild sowie die Einflüsse von Feminismus und Men's Studies.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Vaterfiguren im Hollywoodkino von der konservativen Nachkriegszeit bis in das zeitgenössische Kino gewandelt haben und welche soziokulturellen Konstrukte diesen Bildern zugrunde liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Ansätze der Narrationsanalyse und der kulturwissenschaftlichen Filmanalyse, um Repräsentationen von Vaterschaft diskursiv zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert filmhistorische Strömungen (50er vs. 80er Jahre) und führt eine tiefgehende narratologische Analyse des Films "American Beauty" durch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Vaterschaft, Männlichkeit, Hollywood, "nuclear family", Gender-Diskurs und Filmgeschichte.

Warum ist "American Beauty" ein zentraler Untersuchungsgegenstand?

Der Film dient als paradigmatisches Beispiel für die Dekonstruktion der amerikanischen Kleinfamilie am Ende des Jahrtausends.

Wie spielt Kleidung eine Rolle in der Analyse?

Kleidung wird als performatives Mittel untersucht, das Machtverhältnisse und Rollenzuschreibungen für den Vater im Film verdeutlicht.

Was besagt die These zum "Backlash"?

Die Arbeit bezieht sich auf Susan Faludis Theorie, wonach konservative Bewegungen und Filmproduktionen der 80er Jahre eine Rückreaktion auf feministische Errungenschaften darstellten.

Welche Bedeutung haben "Roadmovies" für das Vaterbild in 2005?

Diese Filme zeigen Väter auf der Reise, die sich ihrer oft erst nach Jahrzehnten bewusst gewordenen Vaterschaft stellen müssen, was die Zerbrechlichkeit des traditionellen Familienmodells unterstreicht.

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Résumé des informations

Titre
Die Funktion des Vaters in Hollywood-Filmen
Université
Ruhr-University of Bochum  (Medienwissenschaft)
Note
1,9
Auteur
Alexander Thiele (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
87
N° de catalogue
V173155
ISBN (ebook)
9783656831266
ISBN (Livre)
9783656833451
Langue
allemand
mots-clé
funktion vaters hollywood-filmen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Thiele (Auteur), 2008, Die Funktion des Vaters in Hollywood-Filmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173155
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Extrait de  87  pages
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