„Denn, sollte [Magie] jemals fruchtbar werden, so wäre sie eben nicht mehr Magie, sondern Wissenschaft“ (Frazer 1968: 72).
Mit Aussagen wie diesen lernen wir ihn kennen, den Autor des berühmten goldenen Zweig.
Er stellt die Wissenschaft, als Weiterentwicklung von Religion und Magie, an die Spitze seines evolutionistischen Modells.
Anhand von drei Kapiteln und nachfolgenden Schlussbetrachtungen, werde ich das viel
diskutierte Werk und die Frazerschen Theorien näher betrachten und diskutieren.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.Biographisches des James George Frazer
2. The Golden Bough
2.1 The Golden Bough – In drei Teilen
3. Das dreistufige Modell: Magie – Religion – Wissenschaft
Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das einflussreiche, aber kontrovers diskutierte Werk "The Golden Bough" von James George Frazer und analysiert dessen evolutionistisches Modell der Menschheitsentwicklung. Ziel ist es, Frazers theoretische Ansätze, insbesondere die Kategorisierung in Magie, Religion und Wissenschaft, kritisch zu hinterfragen und in den Kontext seiner biographischen Prägung sowie zeitgenössischer ethnologischer Kritik zu stellen.
- Biographische Hintergründe von James George Frazer
- Struktur und inhaltliche Gliederung von "The Golden Bough"
- Das evolutionistische 3-Phasen-Modell (Magie, Religion, Wissenschaft)
- Formen der Magie (Gesetz der Ähnlichkeit und Gesetz der Berührung)
- Kritik an der "Armchair"-Ethnologie und Frazers religiöser Voreingenommenheit
Auszug aus dem Buch
1. Biographisches des James George Frazer
James George Frazer wurde am 1. Januar 1854 in Glasgow geboren. Sein Vater, Daniel Frazer, war ein erfolgreicher Apotheker und zusammen mit seiner Frau Katherine Frazer, ein frommer Christ und Mitglied der Free Church of Scotland. Die Frömmigkeit der Familie Frazer „äußerte sich vor allem in heimischen Gottesdienstfeiern und der strikten Befolgung der Sonntagsruhe“ (Wißmann 2004:77). Im Nachhinein beklagte James G. Frazer nie, dass er sich durch den frommen Lebensstil seiner Eltern bedrängt gefühlt hätte. Auch nicht, nachdem er einen Bruch mit dem Christentum erlebte, was ihn aber, so Frazer, in seinen späteren Theorien nicht beeinflusste.
1869 wurde er an der Universität von Glasgow immatrikuliert und entdeckte zu dieser Zeit sein Interesse an Klassischer Philologie und der Klassischen Antike. Wißmann beschreibt dieses Interesse als „eine Liebe, die sein ganzes Leben bestimmen sollte“ (2004:77). Es entwickelte sich die Erkenntnis, dass die Welt von nicht-beeinflussbaren Naturgesetzen beherrscht wird. Aus dieser Konsequenz verlor Frazer den Glauben an die Religion seiner Kindheit und wendete sich der Religionskritik zu, in der er allen religiösen Glauben als Aberglaube charakterisierte (ebd.).
Mit 21 Jahren schrieb er sich am Trinity College in Cambridge ein, wo ihm ein lebenslanges Stipendium gewährt wurde und er auch bis zu seinem Lebensende, mit 60 Jahren, blieb (ebd.). Neben seinem Philologie Studium begann Frazer 1878 ein Jurastudium, welches er, so Wißmann, vermutlich nur abschloss, „um seinem Vater mit dessen eher praktischer Lebensauffassung einen Gefallen zu tun“(ebd.).
Tätig wurde er im Bereich der Rechtswissenschaft nie und diese nahm auch keinen Einfluss auf seine späteren Bücher (Wißmann 2004:79). Während seinen Forschungen wurde der Anthropologe von seiner Frau von Alltagseinflüssen abgeschirmt und ihm wurde nachgesagt, dass Frazer „die Welt seines Studierzimmers [kannte]; das Leben „draußen“, […], war ihm dagegen weitgehend fremd“ (Schnepel 2001:113 - 114).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt den Autor James George Frazer vor, skizziert dessen evolutionistisches Modell und legt den Aufbau der Arbeit dar, die das Werk "The Golden Bough" kritisch beleuchtet.
1.Biographisches des James George Frazer: Dieses Kapitel behandelt den Lebensweg Frazers, seine akademische Prägung durch die Klassische Philologie und seinen Wandel vom frommen Elternhaus hin zur Religionskritik.
2. The Golden Bough: Hier wird das Werk "The Golden Bough" in seinem historischen und methodischen Kontext als evolutionistische Studie vorgestellt, die primär auf Material aus zweiter Hand basiert.
2.1 The Golden Bough – In drei Teilen: Dieser Abschnitt untergliedert das Werk in seine drei thematischen Hauptbereiche, von den Prinzipien der Magie über das sakrale Königtum bis hin zu Mythen von sterbenden und wiederauferstehenden Göttern.
3. Das dreistufige Modell: Magie – Religion – Wissenschaft: Das Kapitel analysiert Frazers evolutionistische Theorie, die den Fortschritt der Menschheit über die Stufen von Magie und Religion hin zur modernen Wissenschaft definiert.
Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die Kritik an Frazers Theorien zusammen, insbesondere die Einwände gegen seine "Armchair"-Ethnologie und seine abwertende Sicht auf Religion.
Schlüsselwörter
James George Frazer, The Golden Bough, Evolutionismus, Magie, Religion, Wissenschaft, sakrales Königtum, sympathetische Magie, Religionskritik, Armchair-Ethnologie, Gesetz der Ähnlichkeit, Gesetz der Berührung, Religionsethnologie, Tabu, Totemismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet eine kritische Einführung in das Hauptwerk "The Golden Bough" des Anthropologen James George Frazer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen Frazers biographische Entwicklung, die inhaltliche Struktur seines Hauptwerks sowie sein evolutionistisches Stufenmodell.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Diskussion und kritische Einordnung von Frazers Theorien zur Entwicklung von Magie, Religion und Wissenschaft.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär untersucht?
Untersucht wird die vergleichende Methode des Evolutionismus, die Frazer nutzte, um ethnographisches Material aus zweiter Hand zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biographie des Autors, die Inhaltsanalyse des Werkes und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem 3-Phasen-Modell der Menschheitsentwicklung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Evolutionismus, sympathetische Magie, sakrales Königtum und Armchair-Ethnologie.
Wie unterscheidet Frazer zwischen den Arten der Magie?
Frazer unterscheidet zwischen dem Gesetz der Ähnlichkeit ("Gleiches bringt Gleiches hervor") und dem Gesetz der Berührung (kontagiöse Magie).
Warum wird Frazers Arbeitsweise kritisiert?
Kritiker werfen ihm "Armchair-Ethnologie" vor, da er ohne eigene Feldforschung arbeitete und Religion lediglich als Aberglauben und primitive Vorstufe der Wissenschaft abtat.
Wie definiert Frazer den Übergang von Magie zur Religion?
Für Frazer zeichnet sich der Übergang dadurch aus, dass der Mensch bei der Religion nicht mehr von einer mechanischen Beeinflussbarkeit der Natur ausgeht, sondern Gunst und Gnade höherer Wesen anfleht.
- Quote paper
- Elena Kaufmann (Author), 2011, Betrachtung zu James George Frazers Theorien in "The Golden Bough", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173386