Die Erde ist eine Scheibe! Die Erde ist eine Kugel! Was haben diese Aussagen gemeinsam? Sie waren 400 v.Chr. Theorien, subjektive Theorien.
Jeder hat sie, jeder braucht sie und niemand kann sich ihnen verbergen. Theorien sind und waren ein wesentlicher Bestandteil im Leben aller Menschen. Sie sind sowohl selbständig generierte Beschreibungen bestimmter Ereignisse, als auch wissenschaftliche Erkenntnise. Man untergliedert sie demnach in subjektive und wissenschaftliche Theorien. Eine der bedeutensten und theoriereichsten Fragen der Menschheit war Zweifels ohne die Frage nach der Struktur und der Form der Erde. Diese schriftliche Ausarbeitung soll jedoch kein wissenschaftliches Werk über die aufgestellten Theorien von Pythagoras, Eratosthenes oder Aristoteles sein, wohl aber dient diese Problematik, welche zu Zeiten des sogenannten Hellenismus für zahlreiche Dogmen sorgte, als Grundstein zur Bearbeitung der Thematik „Subjektive Theorien“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ein Zugang zur Thematik der subjektiven Theorien
2.1. Theorien
2.2. Subjektive Theorien
3. Arten subjektiver Theorien
3.1. Subjektive Theorien kurzer Reichweite
3.2. Subjektive Theorien großer Reichweite
4. Zusammenfassung subjektiver Theorien
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Natur und Bedeutung subjektiver Theorien im menschlichen Alltag, um die Forschungsfrage zu klären, inwiefern diese Theorien als Realität oder Wahnsinn zu bewerten sind, und dabei insbesondere die Unterscheidung und die spezifischen Merkmale der Theorien nach Diethelm Wahl und Norbert Groeben herauszuarbeiten.
- Grundlagendefinition von Theorien und Alltagstheorien
- Abgrenzung von wissenschaftlichen und subjektiven Theorien
- Detaillierte Analyse subjektiver Theorien kurzer Reichweite
- Untersuchung subjektiver Theorien großer Reichweite
- Synthese der Merkmale, Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Auszug aus dem Buch
2.2. Subjektive Theorien
Eine Sonderform der Theorien stellen subjektive oder auch Alltagstheorien dar, denn sie sind im Gegensatz zu wissenschaftlichen Theorien nicht wissenschaftlich überprüfbar. „Es ist weder das Ergebnis rationalen Denkens aus einer theoretischen Einstellung heraus, noch ist es in klaren und widerspruchsfreien Sätzen ausgesagt; es ist weder in einer Hierarchie der Allgemeinheit systematisch geordnet, noch bildet sich eine Struktur ein logisches System; und schon gar nicht handelt es sich um ein Gefüge von Taxonomien, Gesetzen und Hypothesen, das jenen der [...] Wissenschaft vergleichbar wäre“. So versuchen Hierdeis/ Hug (1992) den Begriff subjektive Theorie zu definieren und greifbar zu machen, wobei sie ihm Zweifels ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage absprechen. Desweiteren sind Alltagstheorien nicht organisierte Erkenntnisse, welche der ausschliesslichen Deutung und Bewältigung der unmittelbar gegebenen Realität dienen.
Subjektive Theorien können und müssen nicht immer unwissenschaftlichen Ursprungs sein, denn man kann auch auf Grundlage einer wissenschaftlichen Theorie eine subjektive Theorie entwickeln. Ein Beispiel dafür wäre der Urknall. Teleskopbeobachtungen gehen nicht weiter als 400000 Jahre zurück, was bedeutet, dass der Urknall nicht nachkonstruiert werden kann. Betrachtet man dies nun genauer, so fäll auf, dass es eine Fülle an subjektiven Theorien gibt, sie alle jedoch auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen bis zu dem Zeitalter von vor 400000 Jahren basieren. Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es ein bestimmten Anfang unseres Universums gegeben habe, dies jedoch gilt auf Grund fehlender Erkenntnisse nachwievor als, wenn auch allgemein anerkannte, subjektive Theorie.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der subjektiven Theorien ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob diese Theorien als Realität oder Wahnsinn zu betrachten sind.
2. Ein Zugang zur Thematik der subjektiven Theorien: Das Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe Theorie und subjektive Theorie, um eine theoretische Basis für die weitere Arbeit zu schaffen.
3. Arten subjektiver Theorien: Dieser Abschnitt unterteilt subjektive Theorien in zwei Kategorien – kurzer und großer Reichweite – und analysiert diese auf Basis der Forschungsergebnisse von Diethelm Wahl und Norbert Groeben.
4. Zusammenfassung subjektiver Theorien: Hier werden die wesentlichen Merkmale, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der behandelten Arten gegenübergestellt, um die Problematik der subjektiven Theorien abzurunden.
5. Schlussbetrachtung: Das Kapitel zieht ein abschließendes Resümee über die Allgegenwärtigkeit subjektiver Theorien und beantwortet die Eingangsfrage durch die Einordnung als notwendige Bestandteile menschlicher Realität.
Schlüsselwörter
Subjektive Theorien, Alltagstheorien, Wissenschaftliche Theorien, Diethelm Wahl, Norbert Groeben, Reichweite, Reflexivität, Kognition, Wissenskonstruktion, Realität, Wahnsinn, Handlungsleitung, Interpretationsleistung, Erkenntnis, Hypothesen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition, Klassifizierung und Bedeutung von subjektiven Theorien (Alltagstheorien) im menschlichen Denken und Handeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Theorien, der Unterscheidung zwischen Wissenschaft und Alltag sowie der Analyse von Theorien nach ihrer Reichweite.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob subjektive Theorien eher als Realität oder als "Wahnsinn" einzustufen sind, und ihren Nutzen für die menschliche Orientierung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse und die Auseinandersetzung mit etablierten Forschungsprogrammen, insbesondere den Arbeiten von Diethelm Wahl und Norbert Groeben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Begriffe und eine tiefgehende Analyse der Arten subjektiver Theorien (kurzer vs. großer Reichweite).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind subjektive Theorien, Alltagstheorien, Reflexivität, Kognition und die Abgrenzung zur wissenschaftlichen Theorie.
Was unterscheidet Theorien kurzer Reichweite von solchen großer Reichweite?
Theorien kurzer Reichweite sind oft manifest, schwer veränderbar und handlungsgebunden, während Theorien großer Reichweite als dynamische Prozesse der Selbst- und Weltsicht stärker aktualisierbar und reflexiv sind.
Warum verwendet die Autorin das Zitat von Leonardo da Vinci am Ende?
Es dient dazu, die essenzielle Notwendigkeit von Theorie für die praktische Lebensführung zu unterstreichen und das Fazit, dass Theorien Realität und keine bloßen Wahnsinnskonstrukte sind, zu bekräftigen.
- Citation du texte
- Marc Ehlert (Auteur), 2010, Subjektive Theorien - Realität oder Wahnsinn?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173510