Das Vertrauen der Kapitalmarktteilnehmenden in die Integrität der Unternehmensführung und die Verlässlichkeit der Finanzberichterstattung bildet die wesentliche Grundlage funktionierender Finanzmärkte. Dieses Vertrauen wurde in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte jedoch wiederholt durch gravierende Unternehmensskandale erschüttert. Während Fälle wie Enron oder WorldCom zu Beginn des Jahrtausends vorwiegend den US-Regulierungsrahmen herausforderten und zum Sarbanes-Oxley Act führten, markiert die Insolvenz der Wirecard AG im Juni 2020 eine historische Zäsur für den Finanzstandort Deutschland. Der Fall Wirecard ist dabei weit mehr als das isolierte Fehlverhalten rechtswidrig handelnder Einzelpersonen, sondern offenbart ein systemisches Versagen der etablierten Kontrollinstanzen. Trotz eines komplexen und gesetzlich verankerten Zusammenspiels aus interner Überwachung durch den Aufsichtsrat und externer Kontrolle durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie die Finanzaufsicht blieben massive bilanzielle Unregelmäßigkeiten über Jahre unentdeckt oder wurden ignoriert.
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- Anonym (Author), 2026, Corporate Governance im Spannungsfeld von Prinzipal-Agenten-Theorie und Stewardship-Ansatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1737783