Dieser Unterrichtsentwurf zur Kindersegnung für die 1. Klasse wurde im Rahmen eines Unterrichtsbesuchs (UB) erfolgreich durchgeführt und mit der Note 1,0 bewertet. Er bietet eine vollständig ausgearbeitete, praxisnahe und direkt einsetzbare Unterrichtsstunde für den Religionsunterricht der Grundschule.
Der Entwurf enthält eine herausragende Sachanalyse für die vorliegende Unterrichtsstunde (Jesus ruft die Kinder zu sich) sowie eine fachlich fundierte didaktisch-methodische Planung, klar formulierte Lernziele sowie abwechslungsreiche und kindgerechte Unterrichtsphasen. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung von Jesus Verhalten als Ausdruck von Wertschätzung, Schutz und Gemeinschaft, die den Schülerinnen und Schülern altersgerecht und lebensweltorientiert vermittelt wird.
Besonders geeignet ist dieser Entwurf für Lehramtsstudierende, Referendarinnen und Referendare sowie Lehrkräfte, die eine erprobte und bewertete Unterrichtsstunde als Orientierung oder zur direkten Umsetzung suchen. Durch die erfolgreiche Durchführung und die Bewertung mit der Note 1,0 bietet der Entwurf eine verlässliche Grundlage für die eigene Unterrichtspraxis.
Inhaltsverzeichnis
1. Unterrichtsreihe
1.1 Thema der Unterrichtsreihe
1.2 Ziel der Unterrichtsreihe
1.3 Einbettung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtseinheit
1.4 Thema der Unterrichtsstunde
1.5 Ziel der Unterrichtsstunde
1.6 Medien und Arbeitsmittel
1.7 Literatur
2. Unterrichtsstunde
2.1 Sachanalyse
2.2 Verlaufsplanung
Zielsetzung und Themenfelder
Ziel dieser Arbeit ist die didaktische und fachwissenschaftliche Erschließung der biblischen Perikope der Kindersegnung (Mk 10,13–16) für eine erste Klasse. Im Fokus steht dabei die Wende von der gesellschaftlichen Zurückweisung hin zur expliziten Hinwendung Jesu zu den „Kleinen“, um den SuS die religiöse Zusage ihrer eigenen Wertschätzung vor Gott zu vermitteln.
- Theologische Begründung der Kindersegnung als Reich-Gottes-Aussage
- Sozialgeschichtliche Kontextualisierung von Kindheit zur Zeit Jesu
- Didaktische Reduktion biblischer Texte für die Primarstufe
- Methoden der ganzheitlichen Gestaltung und Reflexion im Religionsunterricht
- Förderung der individuellen Identitätsbildung und Selbstwertstärkung bei Kindern
Auszug aus dem Buch
Die Schärfe dieses Textes erschließt sich vor dem sozialgeschichtlichen Hintergrund.
Kinder besaßen in der Umwelt Jesu nur eine begrenzte eigene Stellung. Im Neutestamentlichen Arbeitsbuch für Religionspädagogen wird Kindheit zur Zeit Jesu als geprägt von rechtlicher und religiöser Unmündigkeit beschrieben: Kinder sind der Autorität des Vaters unterstellt, haben kaum eigene Rechte, sollen gehorchen und werden nicht als vollwertige Subjekte des religiösen Lebens wahrgenommen (Becker/Johannsen/Noormann, S. 89f.). Zugleich sind sie in besonderer Weise von Armut, Krankheit, Gewalt und den Entscheidungen der Erwachsenen betroffen, bis hin zu Kinderarbeit und -aussetzung in Teilen der antiken Welt (ebd., S. 90f.). Müller ordnet Kinder deshalb zusammen mit Frauen, Kranken, Behinderten und Armen den „Menschen am Rande“ zu, deren gesellschaftliche Geringachtung sich auch theologisch niederschlägt (Müller, S. 159f.). In diesem Kontext ist die Abweisung der Kinder durch die Jünger (V. 13) nicht als bloßes Missverständnis zu verharmlosen, sondern als Ausdruck einer weit verbreiteten Sicht: Kinder gelten nicht als diejenigen, für die ein bedeutender Lehrer seine Zeit „verschwenden“ sollte.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Struktur der Perikope an Schärfe. Müller arbeitet für Mk 10,13–16 eine charakteristische Bewegungsfigur von Nähe und Distanz heraus: Zunächst wird Nähe verhindert (V. 13), dann reagiert Jesus sehend, missbilligend und mahnend (V. 14–15), schließlich gewährt er intensive Nähe im Segensakt (V. 16) (Müller, S. 160). Die vorliegende Stunde fokussiert den mittleren Abschnitt dieser Struktur, also die Wende von der verhinderten zur eröffneten Nähe. Der Erzählverlauf lässt sich in drei Momente gliedern: Zuerst bringen Menschen, im markinischen Kontext wohl Eltern, bei Baldermann ausdrücklich Mütter, Kinder zu Jesus, „damit er sie anrühre“ (V. 13). Noch bevor die gewünschte Nähe zustande kommt, „fahren die Jünger sie an“ (V. 13); sie treten als Instanz auf, die darüber entscheidet, wer Zugang zu Jesus erhält. Damit vertreten sie die Mehrheitsmeinung ihrer Zeit, die Kinder aus dem „wirklich Wichtigen“ heraushält.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Unterrichtsreihe: Hier werden das Thema, die Zielsetzung sowie die Einbettung in die Unterrichtseinheit zur Kindersegnung definiert.
2. Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel enthält die fachwissenschaftliche Sachanalyse zum Markusevangelium sowie eine detaillierte Verlaufsplanung für die Unterrichtsgestaltung.
Schlüsselwörter
Evangelische Religionslehre, Kindersegnung, Mk 10,13-16, Jesus, Kindheit zur Zeit Jesu, Reich Gottes, Zurückweisung, Zuwendung, Religionspädagogik, Grundschule, Identitätsbildung, Selbstwert, biblische Erzählung, Unterrichtsentwurf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Entwurf für eine Religionsunterrichtsstunde in einer ersten Klasse zum Thema der biblischen Kindersegnung dar.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Kontrastierung von gesellschaftlicher Abweisung und Jesu Zuwendung sowie die theologischen Aspekte des Reiches Gottes.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Schülerinnen und Schüler sollen Jesu Haltung gegenüber Kindern erfassen und durch eine gestalterische Auseinandersetzung für ihr eigenes Selbstwertgefühl reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine exegetische und sozialgeschichtliche Analyse des Markustextes (Mk 10,13–16) mit einem handlungsorientierten, ganzheitlichen religionspädagogischen Ansatz kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Perikope vor dem Hintergrund der antiken Lebenswelt und entwickelt darauf basierend eine didaktische Struktur für den Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kindersegnung, Reich Gottes, Abweisung, Zuwendung, Selbstwert und Religionspädagogik.
Warum wird der Segensakt bewusst aus dieser Stunde ausgeklammert?
Dies geschieht, um den Fokus explizit auf die Wende von der Zurückweisung zur Einladung zu legen und den Lerngegenstand für die erste Klasse nicht zu überfrachten.
Welche Rolle spielen die Jünger in der biblischen Erzählung laut der Analyse?
Die Jünger repräsentieren die gesellschaftliche Norm ihrer Zeit, die Kinder als „unwichtig“ betrachtet und ihnen den Zugang zu Jesus verwehrt.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2025, Kindersegnung. Unterrichtsentwurf zum Unterrichtsbesuch (Fach: Evangelische Religionslehre, Grundschule, Klasse 1), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1738100