Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History - America

Alexis de Tocqueville als Analytiker der amerikanischen Demokratie

Title: Alexis de Tocqueville als Analytiker der amerikanischen Demokratie

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nikolai Wilke (Author)

History - America
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Man muss aus der Demokratie das Beste machen. Sie ist grundsätzlich nichts Gutes, doch es gibt keine Alternative. Deswegen muss man sich ihrer annehmen.“
Diese Aussage von Alexis de Tocqueville (1805 - 1859) spiegelt die zentrale Bedeutung demokratietheoretischer Konzeptionen wider und impliziert gleichzeitig sein ambivalentes Verhältnis zur Demokratie. Sie basiert auf seinen Analysen der amerikanischen Demokratie, die er 1835 und 1840 in den beiden Bänden „Über die Demokratie in Ame-rika“ veröffentlicht hat. Diese bilden auch die Hauptgrundlage für die vorliegende Ar-beit. In dieser wird einerseits das Demokratieverständnis Tocquevilles analysiert und andererseits untersucht, warum sein Demokratieverhältnis als ambivalent bezeichnet werden kann.
Im zweiten Kapitel wird zunächst das Demokratieverständnis Tocquevilles genauer thematisiert. In diesem Zusammenhang wird verdeutlicht, dass Tocquevilles ambivalentes Verhältnis zur Demokratie auf einem Spannungsverhältnis der demokratischen Merkmale Gleichheit und Freiheit basiert. Im anschließenden Teil der Arbeit werden daher die Elemente behandelt, die Tocqueville als Demokratietheoretiker der Gleichheit beziehungsweise der Freiheit charakterisieren. Hierbei wird deutlich, dass Tocqueville aus der menschlichen Vorliebe für die Gleichheit verschiedene Bedrohungen einer De-mokratie ableitet. Diese Thematik bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit, indem neben den Vorteilen der Demokratie vor allem deren Gefahren ausführlich analysiert werden und in diesem Zusammenhang auch verschiedene Schutzmechanismen untersucht werden. In der abschließenden Schlussbetrachtung werden die relevanten Punkte zusam-mengefasst. Darüber hinaus wird mit Blick auf das Titelthema dieser Arbeit die Frage diskutiert, ob Tocqueville als empirischer oder normativer Demokratietheoretiker zu verstehen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Tocquevilles Demokratieverständnis im Kontext einer neuen politischen Wissenschaft

3 Tocquevilles Demokratieverständnis im Spannungsverhältnis zwischen Gleichheit und Freiheit

3.1 Tocqueville als Demokratietheoretiker der Gleichheit

3.2 Tocqueville als Demokratietheoretiker der Freiheit

3.3 Das Spannungsverhältnis zwischen Gleichheit und Freiheit

4 Tocquevilles ambivalentes Verhältnis zur Demokratie

4.1 Tocquevilles Sympathie für die Demokratie aufgrund deren Stärken und Vorteile

4.2 Tocquevilles kritische Einstellung zur Demokratie aufgrund deren Schwächen und Gefahren

4.2.1 Wohlstandsstreben und Individualismus als Konsequenz der Gleichheit der gesellschaftlichen Bedingungen

4.2.2 Despotismus als Konsequenz des Wohlstandsstrebens und Individualismus

4.2.3 Tyrannei der Mehrheit als wesentliche Gefahr der Demokratie

5 Schutzmechanismen gegen die Gefahren der Demokratie

5.1 Gesellschaftlich-kulturelle Mechanismen

5.1.1 Lehre vom wohlverstandenen Interesse im Kampf gegen Wohlstandsstreben und Individualismus

5.1.2 Religion im Kampf gegen Wohlstandsstreben und Individualismus

5.2 Politisch-institutionelle Mechanismen

5.2.1 Dezentralisierte Regierungsstrukturen im Kampf gegen Despotismus

5.2.2 Juristengeist im Kampf gegen die Tyrannei der Mehrheit

6 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Demokratieverständnis von Alexis de Tocqueville vor dem Hintergrund seines ambivalenten Verhältnisses zur Demokratie. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Tocqueville die Spannung zwischen den demokratischen Idealen der Gleichheit und Freiheit analysiert und welche Gefahren er aus der gesellschaftlichen Entwicklung ableitet, um daraus notwendige Schutzmechanismen abzuleiten.

  • Analyse des Demokratieverständnisses im Kontext einer "neuen politischen Wissenschaft"
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Gleichheit und Freiheit
  • Identifikation demokratischer Gefahren: Wohlstandsstreben, Individualismus, Despotismus und Tyrannei der Mehrheit
  • Erarbeitung gesellschaftlich-kultureller und politisch-institutioneller Schutzmechanismen
  • Diskussion zur methodischen Einordnung von Tocquevilles Werk (empirisch vs. normativ)

Auszug aus dem Buch

3.2 Tocqueville als Demokratietheoretiker der Freiheit

In einem Brief an Henry Reeve wird die zentrale Bedeutung der Freiheit für Tocqueville deutlich, da er die Liebe zur Freiheit und zur Menschenwürde als seine einzige Leidenschaft bezeichnet. Der Begriff der Freiheit ist definitorisch im Sinne Tocquevilles allerdings nur schwer zu erfassen. Institutionelle Räume und Rechtsgarantien bilden beispielsweise Bedingungen freier Existenz, sind jedoch mit Freiheit selbst nicht identisch. Freiheit ist vielmehr ein gemeinsames Gut, das als besondere Art der Lebensführung verstanden werden kann und das Verhalten des Einzelnen bestimmt. Es handelt sich daher im Verständnis Tocquevilles auch nicht um eine Freiheit von gesellschaftlichen und politischen Aktivitäten, sondern um die Freiheit als politischer Bürger zu handeln. Diese Möglichkeit ist eine besondere Qualität der Demokratie und wird bei Tocqueville immer wieder als ein zentraler Gedanke verdeutlicht. Deshalb ist es in einer Demokratie wichtig, dass der Bürger die Praxis der Freiheit zu schätzen weiß und ihren Gebrauch kennt. Entsprechend muss eine gesellschaftliche Ordnung etabliert werden, die sowohl Freiheit als auch Selbstregulierung ermöglicht. Tocqueville empfindet hierbei insbesondere die Gemeinden beziehungsweise Gemeindeinstitutionen der Vereinigten Staaten als wichtige Einrichtung und als Ort der Praxis der Freiheit. Der Freiheitsidee wird hierbei eine spezifische Attraktivität zugeschrieben, die den Handlungen der Bürger einen eigenen Wert verleiht. Die Beteiligung an öffentlichen Angelegenheiten wird somit um ihrer selbst willen erstrebenswert. Daher ist Tocqueville auch der Auffassung, dass ein Mensch nur in der Gesellschaft wirklich frei sein können, nicht jedoch ein von der Gesellschaft getrenntes Individuum.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Ambivalenz Tocquevilles gegenüber der Demokratie dar und skizziert die methodische Ausrichtung sowie den Aufbau der Untersuchung.

2 Tocquevilles Demokratieverständnis im Kontext einer neuen politischen Wissenschaft: In diesem Kapitel wird dargelegt, dass Tocqueville Demokratie nicht bloß als Staatsform, sondern als umfassenden Gesellschaftszustand begreift, der eine neue wissenschaftliche Herangehensweise erfordert.

3 Tocquevilles Demokratieverständnis im Spannungsverhältnis zwischen Gleichheit und Freiheit: Das Kapitel verdeutlicht, dass Tocquevilles Verständnis von Demokratie essenziell auf dem dynamischen und teils problematischen Zusammenspiel von Gleichheitsstreben und Freiheitsbewahrung basiert.

4 Tocquevilles ambivalentes Verhältnis zur Demokratie: Hier werden die Stärken demokratischer Systeme den schwerwiegenden Gefahren, wie dem Individualismus, dem Verwaltungsdespotismus und der Tyrannei der Mehrheit, gegenübergestellt.

5 Schutzmechanismen gegen die Gefahren der Demokratie: Dieses Kapitel analysiert sowohl soziokulturelle als auch institutionelle Strategien, mit denen Tocqueville die negativen Begleiterscheinungen der Demokratie zu relativieren sucht.

6 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert abschließend die methodische Frage, ob Tocqueville als empirischer oder normativer Theoretiker einzuordnen ist.

Schlüsselwörter

Alexis de Tocqueville, Demokratie, Gleichheit, Freiheit, Ambivalenz, Individualismus, Wohlstandsstreben, Despotismus, Tyrannei der Mehrheit, Schutzmechanismen, Dezentralisierung, Juristengeist, politische Apathie, gesellschaftlicher Zustand, Demokratisierungsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Demokratieverständnis von Alexis de Tocqueville und untersucht, warum er die Demokratie zwar als unvermeidlich, aber ambivalent bewertet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Gleichheit, die Gefahren der Demokratie für den Einzelnen sowie geeignete Schutzmechanismen zur Erhaltung freiheitlicher Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Tocquevilles differenzierte Sicht auf die amerikanische Demokratie herauszuarbeiten und zu erklären, wie er Bedrohungen durch gesellschaftliche Prozesse wie den Individualismus oder die Tyrannei der Mehrheit konzeptionell einordnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen analytischen Ansatz, der Tocquevilles eigene Beobachtungen und Schriften zur amerikanischen Demokratie interpretiert und dabei die Verflechtung von empirischer Analyse und normativer Theoriebildung aufzeigt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Tocquevilles Demokratiebegriff, die Analyse seines ambivalenten Verhältnisses zur Demokratie unter Berücksichtigung von Stärken und Gefahren sowie die detaillierte Darstellung von Schutzmechanismen gegen despotische Tendenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Demokratie, Gleichheit, Freiheit, Despotismus, Individualismus und die Tyrannei der Mehrheit.

Was versteht Tocqueville unter dem Begriff des "Verwaltungsdespotismus"?

Tocqueville beschreibt damit eine Form der Unterdrückung, bei der die Bürger aufgrund von politischer Apathie ihre Freiheit freiwillig einer starken Zentralgewalt abtreten, die ihr Leben zwar lenkt und absichert, sie aber entmündigt.

Warum spielt der "Juristengeist" für Tocqueville eine so wichtige Rolle?

Der Juristengeist gilt als aristokratisches Element, das Ordnungsliebe und regelmäßige Gedankenverknüpfungen in die Demokratie einbringt und somit als Gegenkraft zu den leidenschaftlichen Schwankungen und den Gefahren der Tyrannei der Mehrheit fungiert.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Alexis de Tocqueville als Analytiker der amerikanischen Demokratie
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Seminar: „Einführung in die Demokratietheorie“
Grade
1,0
Author
Nikolai Wilke (Author)
Publication Year
2010
Pages
24
Catalog Number
V173955
ISBN (eBook)
9783640943272
ISBN (Book)
9783640943043
Language
German
Tags
Analytiker Demokratietheorie Freiheit Gleichheit Spannungsverhältnis Ambivalenz Stärken Schwächen Demokratie Wohlstandsstreben Despotismus Tyrannei der Mehrheit Schutzmechanismen Wohlversandendes Interesse Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nikolai Wilke (Author), 2010, Alexis de Tocqueville als Analytiker der amerikanischen Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173955
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint