Hinführung
Auf den weltweiten Devisenmärkten gibt es fast täglich große Schwankungen. Hierfür gibt es eine Vielzahl an möglichen Einflussfaktoren und auch scheinbar irrationale Beweggründe.
Zumindest in der Theorie lassen sich jedoch die zukünftigen Wechselkurse klar anhand von Gesetzmäßigkeiten vorhersagen. Diese Arbeit möchte nun überprüfen, ob diese Vorhersagen auch empirisch haltbar sind. Dazu werden Hypothesen aufgestellt, die aufgrund der geltenden Gesetze für die Devisenmärkte plausibel erscheinen und diese mithilfe realer Wechselkursdaten empirisch überprüft. Im Speziellen wird auf temporäre Schocks eingegangen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung
2. Theorie
2.1 Theoretische Erklärungsansätze auf den Devisenmärkten
2.2 Theoretische Erklärungsansätze zu temporären Schocks
2.3 Literaturvergleich zum Thema
3. Hypothesen
3.1 Der Euro reagiert auf temporäre Schocks
3.2 Der Euro gewinnt gegenüber dem Dollar nach einer Pleite einer Großbank wie Lehman Brothers
3.3 Der Euro verliert gegenüber anderen Währungen (GB Pfund, Japanischer Yen, US Dollar) nach der Herabstufung eines Eurolandes (Griechenland) durch Ratingagenturen
4. Methodik
5. Empirie
5.1 Überprüfen der Hypothese ‚ Der Euro reagiert auf temporäre Schocks‘
5.2 Überprüfen der Hypothese ‚Der Euro gewinnt gegenüber dem Dollar nach einer Pleite einer Großbank wie Lehman Brothers‘
5.3 Überprüfen der Hypothese ‚Der Euro verliert gegenüber anderen Währungen (GB Pfund, Japanischer Yen, US Dollar) nach der Herabstufung eines Eurolandes (Griechenland) durch Ratingagenturen‘
6. Fazit
7. Anhang
7.1 Verwendeter R-Code
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht empirisch, wie sich der Euro auf dem Devisenmarkt im Kontext von temporären makroökonomischen Schocks verhält. Ziel ist es, theoretische Vorhersagen über Wechselkursreaktionen bei Ereignissen wie Unternehmensinsolvenzen oder staatlichen Herabstufungen durch Ratingagenturen anhand realer Marktdaten und statistischer Methoden zu überprüfen.
- Analyse der Marktreaktionen auf temporäre Schocks (Beispiel: Lehman Brothers Insolvenz).
- Untersuchung der Auswirkungen von Rating-Herabstufungen auf den Euro-Wechselkurs.
- Einsatz statistischer Methoden wie linearer Regression und t-Tests mittels R.
- Vergleich der Euro-Kursentwicklung gegenüber US-Dollar, Britischem Pfund und Japanischem Yen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Theoretische Erklärungsansätze auf den Devisenmärkten
‚Angebot und Nachfrage bestimmen die Märkte‘, so lernen es nicht nur Studenten der Wirtschaftswissenschaften. Selbstverständlich gilt auch am Devisenmarkt: Eine erhöhte Nachfrage nach einer Währung verteuert diese, und lässt folglich ihren nominalen Kurs (Et) im Verhältnis zu anderen Währungen steigen. Da Devisenmärkte zwingend international betrachtet werden müssen, spielen hier (unterschiedliche) nationale Zinsniveaus (it) und Preisentwicklungen (Pt) die entscheidenden Rollen. Es gelten folgende Zusammenhänge: Daher ist ein Anstieg des Wechselkurses theoretisch die Konsequenz aus einem Anstieg des Verhältnisses aus ausländischem und inländischem Preisniveau oder des Verhältnisses aus inländischem und ausländischem Zinsniveau.
Allgemein gilt es zusätzlich zu diesen theoretisch hergeleiteten Formeln noch ein paar Besonderheiten zu beachten. So gibt es einige spezielle Strukturmerkmale, die Devisenmärkte von anderen Assetklassen unterscheiden.
Devisenmärkte weisen eine dezentrale Struktur auf, da der kontinuierliche Handel mit Währungen anders als beispielsweise Aktienmärkte nicht nur an einer Börse organisiert wird. Hieraus resultiert zwangsläufig, dass bei Devisen, anders als bei anderen Kapitalmärkten, keine einheitlichen Marktpreise festgestellt werden können und außerdem der Handelsprozess intransparent abläuft.
Aufgrund geringer Regulierungsdichte gibt es keine Offenlegungspflichten, woraus ein Mangel an Informationen über Preissetzung, Handelsvolumen und – partner vorliegt. Diese Charakteristika implizieren, dass die traditionelle Annahme von homogen informierten Marktakteuren als unzutreffend angesehen werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung: Einführung in die Problematik täglicher Schwankungen auf Devisenmärkten und Darlegung des Ziels, theoretische Prognosen empirisch zu prüfen.
2. Theorie: Erläuterung der ökonomischen Grundlagen der Devisenmärkte, Definition temporärer Schocks und Literaturvergleich mit bestehenden Forschungsansätzen.
3. Hypothesen: Aufstellung von drei spezifischen Hypothesen bezüglich der Reaktion des Euro auf temporäre Schocks und die Insolvenz von Großbanken sowie Rating-Herabstufungen.
4. Methodik: Beschreibung der Datengewinnung via Bloomberg und der statistischen Vorgehensweise unter Verwendung von R, insbesondere linearer Regression und t-Tests.
5. Empirie: Detaillierte Darstellung der statistischen Ergebnisse zur Überprüfung der Hypothesen anhand der gewählten Fallbeispiele.
6. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung, dass die untersuchten Hypothesen durch die empirischen Ergebnisse gestützt werden können.
7. Anhang: Bereitstellung des verwendeten R-Codes zur Nachvollziehbarkeit der Berechnungen.
Schlüsselwörter
Devisenmärkte, temporäre Schocks, Wechselkurs, Euro, Lehman Brothers, Griechenlandkrise, Ratingagentur, lineare Regression, Empirische Wirtschaftsforschung, Statistik, R, Marktreaktion, Volatilität, Finanzkrise, ökonomisches Modell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Reaktionen der Devisenmärkte auf plötzliche, temporäre Schocks, um zu prüfen, ob sich Wechselkursveränderungen empirisch mit theoretischen Modellen in Einklang bringen lassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen von Unternehmensinsolvenzen (wie Lehman Brothers) und staatlichen Herabstufungen durch Ratingagenturen auf den Euro im Vergleich zu anderen Leitwährungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die empirische Validierung von Hypothesen, die auf ökonomischen Gesetzmäßigkeiten beruhen, um zu belegen, wie der Devisenmarkt auf externe Schocks reagiert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine quantitative Methode angewandt, bei der durch lineare Regression vor dem Ereignis ein Erwartungswert gebildet und anschließend mittels t-Tests die Signifikanz der Abweichungen (Residuen) nach dem Ereignis geprüft wird.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung der verwendeten Methodik und die anschließende empirische Auswertung anhand von historischen Wechselkursdaten und R-Skripten.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Devisenmärkte, temporäre Schocks, statistische Signifikanz, t-Test, Wechselkursstabilität und ökonomische Regressionsanalyse.
Wie wurde der Begriff "Schock" für die Untersuchung definiert?
In Anlehnung an das Gabler Wirtschaftslexikon wird ein Schock als ein plötzlich auftretendes Ereignis definiert, welches exogene Einflussfaktoren verändert und das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht stört.
Warum wurde für die Analyse ein Zeitraum von zwei Wochen nach den Ereignissen gewählt?
Da der Devisenmarkt als nicht vollkommen effizient in Bezug auf kurzfristige Schwankungen betrachtet wird, wurde ein längerer Zeitraum zugestanden, um die Verarbeitung der Reaktionen der Marktteilnehmer adäquat abzubilden.
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- Jan Reichenberger (Autor), 2010, Reaktionen der Devisenmärkte auf temporäre Schocks, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174162