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Das allgemeinbildende Schulwesen Japans

Title: Das allgemeinbildende Schulwesen Japans

Term Paper , 2005 , 16 Pages

Autor:in: Torsten Kreissl (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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In den letzten Jahrzehnten wurde das politische und wirtschaftliche Interesse am ostasiatischen Raum deutlich größer, was nicht zuletzt an den rasanten Fortschritten in der Entwicklung von neuen Technologien und somit der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutsamkeit lag. Immer mehr blickt man heute gen Osten, wenn es um Innovationen in den verschiedensten Bereichen geht.
Jüngstes Beispiel hierfür ist das Abschneiden von Japan bei den Internationalen Vergleichsstudien PISA und TIMSS. Wurde dabei starke Kritik an dem deutschen Bildungssystem deutlich, zeigte Japan wie es besser geht und belegte in bestimmten Tests die oberen Ränge. Ja dieses Land erreichte im Mathematik Test sogar Platz 1, in den Naturwissenschaften Platz 2 und im Lesen den achten Platz von 32 teilnehmenden Nationen. Es brach eine regelrechte Japan-Euphorie aus und fortan galt die Idee – Von Japan lernen.
Doch wie ist das Schulwesen, von dem man angeblich so viel lernen kann überhaupt aufgebaut oder organisiert?
Dieser Frage möchte ich mich in der vorliegenden Arbeit zuwenden.
Beginnen werde ich mit einem geschichtlichen Rückblick, der die Entstehung des heutigen Schulsystems Japans nach dem ersten Weltkrieg darstellt. Danach gehe ich auf die Rahmenmerkmale ein und beschreibe die Organisation des Schulwesens anhand des Lehrkörpers, der Lehrpläne und der Finanzierung. Im Folgenden werden von mir die allgemein bildenden Schulformen von der Grundschule bis zur Oberschule untersucht, sowie die verbreiteten Nachhilfeschulen. Im Anschluss daran gehe ich näher auf die Aufnahmeprüfungen ein.
Am Ende möchte ich in einer abschließenden Betrachtung die Arbeit beenden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Entwicklung des modernen japanischen Schulwesens

2. Allgemeines zum Schulsystem Japans

2.1 Kosten und Finanzierung

2.2 Der Lehrkörper

2.3 Die Lehrpläne

3. Die Grundschule

4. Die Sekundarstufe

4.1 Die Mittelschule

4.2 Die Oberschule

5. Nachhilfe - und Vorbereitungs- – Juku(s)

6. Aufnahmeprüfungen

7. Abschlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das japanische allgemein bildende Schulsystem, um zu hinterfragen, ob der Erfolg in internationalen Vergleichsstudien wie PISA und TIMSS durch ein vorbildhaftes Bildungssystem erklärt werden kann oder ob strukturelle Probleme existieren.

  • Historische Entwicklung des japanischen Schulwesens nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Strukturelle Organisation (Finanzierung, Lehrkörper, Lehrpläne)
  • Differenzierung der Schulformen (Grundschule, Sekundarstufe)
  • Die Rolle von privaten Nachhilfeschulen (Juku)
  • Der Konkurrenzdruck durch das System der Aufnahmeprüfungen

Auszug aus dem Buch

3. Die Grundschule (shôgakkô)

Die japanische Grundschule umfasst 6 Jahre. Das System der Primarschule wurde weitestgehend aus der Vorkriegszeit übernommen. Neu eingeführt wurde die Koedukation (gemeinsame Erziehung von Jungen und Mädchen) in allen Klassenstufen, wobei auch die Erziehungsziele einem ideologischen Wandel unterlagen; „Friedensliebe, Wahrheit und Gerechtigkeit, Individualität und Verantwortungsbewusstsein anstelle von Staatstreue, Kaiserverehrung, Patriotismus und Disziplin.“ (Haasch 2000, S. 162). An allen öffentlichen Grundschulen gibt es einen einheitlichen Lehrplan. Die Schule beginnt meist ca. 8.30 Uhr und endet gegen 16.00 Uhr, davon fallen zwei Stunden auf Pausen, Essen und die Reinigung der Klassenräume. Typisch für die japanische Primarschule ist, dass das Mittagessen in der Klasse ausgeteilt wird und zusammen mit dem Klassenlehrer - der Ansprechpartner für alle Belange aller Fächer, der Schulmahlzeiten und aller schulischen Erziehungsfragen ist – eingenommen wird.

Das erste Schuljahr umfasst 850 Unterrichtsstunden, welche ab dem zweiten Schuljahr bis zur sechsten Klasse auf 1050 Stunden ansteigen (seit 1. April 2002 fallen 70 Stunden pro Jahr weg, da der Unterricht, welcher jeden zweiten Sonnabend im Monat statt fand, nun wegfällt). Durch das neue Curriculum verteilen sich die Unterrichtsstunden wie folgt (Zahlen aus: Haasch 2000, S. 162):

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das gestiegene Interesse am japanischen Bildungssystem nach dessen Erfolg in Vergleichsstudien und umreißt den geplanten Aufbau der Untersuchung.

1. Entwicklung des modernen japanischen Schulwesens: Dieses Kapitel beschreibt die bildungspolitische Umgestaltung Japans durch die USA nach 1945 sowie spätere Reformversuche zur Bewältigung von Problemen wie dem Leistungsdruck.

2. Allgemeines zum Schulsystem Japans: Es wird das "6-3-3-System" erläutert sowie die Rahmenbedingungen bezüglich Finanzierung, Lehrerschaft und curriculare Vorgaben dargestellt.

2.1 Kosten und Finanzierung: Dieser Abschnitt behandelt die Verteilung der Bildungsausgaben auf nationale und lokale Träger sowie die Rolle von Schulgebühren ab der Oberschule.

2.2 Der Lehrkörper: Hier werden die Ausbildung, der soziale Status und die Aufgaben der japanischen Lehrkräfte detailliert beschrieben.

2.3 Die Lehrpläne: Der Fokus liegt auf der zentralen Rolle des Bildungsministeriums bei der Erstellung nationaler Mindeststandards für Lehrpläne und Lehrbücher.

3. Die Grundschule: Dieses Kapitel schildert den Schulalltag, die Fächerverteilung und die Erziehungsziele in der japanischen Primarstufe.

4. Die Sekundarstufe: Hier werden die organisatorischen Strukturen und Anforderungen der weiterführenden Stufen beschrieben.

4.1 Die Mittelschule: Der Fokus liegt auf der dreijährigen Pflichtschulzeit, dem hohen Wettbewerbsdruck durch Aufnahmeprüfungen und den Lehrinhalten.

4.2 Die Oberschule: Es wird auf die Wahlmöglichkeiten zwischen akademischen und berufsbildenden Kursen sowie das Credit Point System eingegangen.

5. Nachhilfe - und Vorbereitungs- – Juku(s): Dieses Kapitel analysiert das private Bildungssubsystem der Nachhilfeschulen, das als Reaktion auf den Selektionsdruck entstanden ist.

6. Aufnahmeprüfungen: Der Abschnitt erläutert die Mechanismen des Auswahlverfahrens, das maßgeblich den späteren beruflichen Erfolg und das soziale Ansehen bestimmt.

7. Abschlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über Frontalunterricht, Leistungsdruck und die negativen Auswirkungen des harten Bildungswettbewerbs.

Schlüsselwörter

Japan, Schulsystem, 6-3-3-System, Bildungswesen, Aufnahmeprüfungen, Juku, Bildungsministerium, Lehrplan, Chancengleichheit, Schulpflicht, Leistungsdruck, Bildungsreform, Grundschule, Mittelschule, Oberschule

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das japanische allgemein bildende Schulwesen und untersucht, ob das System hinter den guten Leistungen in internationalen Studien wie PISA auch strukturelle Schattenseiten aufweist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Schulsystems, dessen Organisation, der Rolle der Lehrkräfte, den Anforderungen der verschiedenen Stufen sowie dem hohen Selektionsdruck durch Aufnahmeprüfungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild der japanischen Schule zu zeichnen, das über das Klischee der reinen Leistungsstärke hinausgeht und die sozialen Konsequenzen des Bildungswettbewerbs aufzeigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Fachliteratur, Berichten des Bildungsministeriums und statistischen Daten zur japanischen Bildungslandschaft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil beschreibt die strukturellen Rahmenbedingungen, die spezifischen Merkmale von Grund-, Mittel- und Oberschulen sowie die essenzielle Rolle privater Nachhilfeeinrichtungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind das japanische "6-3-3-System", die "Examenshölle", Jukus, der Leistungsdruck in der Bildungsganggesellschaft und die Rolle des Bildungsministeriums.

Welche Bedeutung haben die sogenannten Jukus für Schüler?

Jukus sind private Nachhilfeschulen, die für viele Schüler unabdingbar sind, um die anspruchsvollen Aufnahmeprüfungen für Oberschulen und Universitäten zu bestehen, was jedoch hohe finanzielle Kosten verursacht.

Inwiefern beeinflusst der Bildungswettbewerb den Unterrichtsstil?

Der hohe Druck durch Aufnahmeprüfungen führt zu einer Dominanz von Frontalunterricht, der primär auf das Abfragen von Faktenwissen ausgerichtet ist und kreative Ansätze oft verdrängt.

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Details

Title
Das allgemeinbildende Schulwesen Japans
College
University of Hildesheim  (Allgemeine Pädagogik)
Course
Bildung in der Weltgesellschaft
Author
Torsten Kreissl (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V174276
ISBN (eBook)
9783640947157
ISBN (Book)
9783640946891
Language
German
Tags
Schulwesen japan schule bildung schulsystem juku asien nachhilfeschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Torsten Kreissl (Author), 2005, Das allgemeinbildende Schulwesen Japans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174276
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