Der Beitrag formuliert eine systematische Einrede gegen eine mögliche anthropologische Verengung der Ontologie kosmischer Selbstbezüglichkeit. Ausgangspunkt ist die These, dass reflexionsfähige Wesen als Teile des Universums lokale Relationen realisieren, in denen das Universum durch eigene Hervorbringungen zum Gegenstand wird. Die rasche Entwicklung künstlicher Intelligenz erzwingt jedoch eine Differenzierung zwischen phänomenalem Bewusstsein, epistemischer Wirksamkeit, funktionaler Selbstmodellierung und hybrider Erkenntnis. Argumentiert wird, dass kausale Rückkopplung nicht mit epistemischer Selbstbezüglichkeit identisch ist, dass Irrtums- und Revisionsfähigkeit eine plausible Schwelle epistemischer Relevanz markieren und dass nichtbewusste künstliche Systeme konstitutive Bestandteile hybrider epistemischer Konfigurationen sein können, ohne selbst als bewusste Subjekte gelten zu müssen. Mit dem Begriff epistemischer Emergenz ohne subjektive Emergenz wird eine Position vorgeschlagen, die sowohl KI-Mystifizierung als auch instrumentellen Reduktionismus vermeidet. Die Leitformel lautet: Die Maschine staunt nicht; sie kann jedoch den Raum verändern, in dem bewusste Wesen sich wundern und ihre Modelle des Universums revidieren.
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- Thomas Kämpfer (Author), 2026, Die Maschine, die nicht staunt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1743095