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Welche Gründe veranlassten die Schweiz zur Einführung einer Zulassungsquote?

Titre: Welche Gründe veranlassten die Schweiz zur Einführung einer Zulassungsquote?

Dossier / Travail , 2009 , 16 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Danielle Klußmann (Auteur)

Histoire de l'Europe - Nouvelle Histoire, Union européenne
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„Ein kleines Herrenvolk sieht sich in Gefahr: Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kommen Menschen.“ (Frisch, Max: Vorwort, in: Alexander J. Seiler, Siamo Italiani: Die Italiener.
Gespräche mit italienischen Arbeitern in der Schweiz, Zürich 1965,
S.7-10.)
Diese Aussage des Schweizer Schriftstellers Max Frisch bringt die Ausländerpolitik der Schweiz von 1945 bis 1974 auf den Punkt. Die Schweiz sah sich, als kriegsverschontes Land, zunächst mit einer großen Güter- und Dienstleistungsnachfrage aus dem In- und Ausland konfrontiert. Diese konnte nur mit, hauptsächlich italienischen, Gastarbeitern bewältigt werden. Diese erste Phase der „liberale[n] Laisser-Faire-Politik der unmittelbaren Nachkriegszeit“ (Mahnig, Hans / Piguet, Etienne: Die Immigrationspolitik der Schweiz von 1948
bis 1998. Entwicklung und Auswirkungen, in: Hans-Rudolf Wicker (Hrsg.): Migration und die Schweiz. Ergebnisse des Nationalen Forschungsprogramms „Migration und interkulturelle Beziehungen“ (Sozialer Zusammenhalt und kultureller Pluralismus), Zürich 2003,
S.65-108.) führte zu Beginn der 1960er Jahre zunehmend zu Spannungen in der Gesellschaft. 1970 wurde schließlich eine jährliche Zulassungsquote an ausländischen Arbeitskräften eingeführt. Doch welche Gründe gab es für diese Maßnahme? Mit dieser Frage beschäftigt sich diese Arbeit und möchte hierauf eine Antwort finden. Als Quelle steht hauptsächlich das ‚Schweizer Bundesblatt’ zur Verfügung. Dieses, wöchentlich in allen drei eidgenössischen Amtssprachen von den Bundesbehörden veröffentlichte, Schreiben enthält Berichte des Bundesrates an die Bundesversammlung und den Nationalrat, Beschlüsse sowie Verfügungen über Volksinitiativen und Referenden. Alle Bundesblätter seit 1849 sind online unter der Homepage des Schweizer Bundesarchivs abrufbar. Als wichtigste Sekundärliteratur seien Thomas Gees’ Aufsatz in der Zeitschrift ‚Zeitgeschichte 31/4 (2004)’, das Buch ‚Einwanderungsland Schweiz’ von Etienne Piguet sowie der Beitrag von Hans Mahnig und Etienne Piguet ‚Die Immigrationspolitik der Schweiz von 1948 bis 1998’ in dem von Hans-Rudolf Wicker herausgegebenen Buch ‚Migration und die Schweiz’ zu nennen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politik der offenen Türen – 1948-1962

3. Die Zeit der Plafonierungsversuche – 1963-1973

3.1 Die Überhitzung der Konjunktur

3.2 Das zweite Rekrutierungsabkommen mit Italien und die Angst vor Überfremdung

3.3 Die ‚einfache Plafonierung’

3.4 Die ‚doppelte Plafonierung’

4. Die Volksinitiativen

4.1 Die erste Volksinitiative

4.2 Die Schwarzenbach-Initiative

5. Ausblick

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe der Einführung von Zulassungsquoten für ausländische Arbeitskräfte in der Schweiz zwischen 1945 und 1974. Dabei wird analysiert, wie wirtschaftlicher Druck, gesellschaftliche Spannungen durch den zunehmenden Ausländeranteil und die Mobilisierung durch Volksinitiativen zur Etablierung eines staatlichen Steuerungsinstruments führten.

  • Wirtschaftliche Dynamik und der Arbeitskräftemangel in der Nachkriegszeit
  • Die Entwicklung von der liberalen "Laisser-Faire-Politik" hin zur restriktiven Quotenregelung
  • Soziopolitische Auswirkungen der Einwanderung und der Begriff der "Überfremdung"
  • Die Rolle der direkten Demokratie und der Volksinitiativen bei der politischen Entscheidungsfindung
  • Analyse der staatlichen Plafonierungsversuche

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Überhitzung der Konjunktur

Die Schweizer Wirtschaft verfügte zu diesem Zeitpunkt über einen enormen „Nachfrageüberhang bei Gütern und Dienstleistungen.“ Dies kann, aufgrund massiver Preissteigerungen, dauerhaft zu einer Inflation führen. Dennoch schritt der Staat zunächst nicht ein. In „einer der ersten Studien zur Immigrationspolitik aus jener Zeit“ heißt es:

„Der Staat […] interveniert zunächst noch nicht, müssen doch in einem Land, in dem der Liberalismus König ist, vorgängig sämtliche Lösungen geprüft werden.“

Der Staat geht demnach zunächst davon aus, dass die Unternehmen selbst die notwendigen Maßnahmen ergreifen und der Markt sich aus eigener Kraft reguliert. Zu Beginn des Jahres 1962 rufen die Arbeitgeber-Organisationen ihre Mitglieder zur „Stabilisierung der Preise und der Anzahl ihrer Angestellten“ auf. Schnell wird jedoch deutlich, dass dieser Versuch zur Selbstregulierung fehl schlägt. Die Zuwanderung steigt ebenso wie die Preise weiter an. Dennoch versucht die Regierung die aufkommende Inflation nicht mit der Reduzierung des Arbeitskräfteangebots durch eine Ausweitung des Stellenangebots zu bremsen, was zu einer „Verminderung der Löhne und der Preise“ geführt hätte. Vielmehr möchte sie durch eine Eindämmung des Stellenangebots das Wirtschaftswachstum bremsen. Unter Umständen spielte auch die aufkommende Ausländerfeindlichkeit hier bereits eine Rolle. Zwar hatten die „Ausländer an der Steigerung der Produktion“ einen großen Anteil, dennoch sahen die Schweizer in ihnen hauptsächlich Konkurrenten um den ohnehin knappen Wohnraum, welche außerdem durch den „Konsum von Gütern und Dienstleistungen zur Überhitzung“ beitrugen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Schweizer Ausländerpolitik nach 1945 ein und erläutert die zentrale Forschungsfrage nach den Gründen für die spätere Zulassungsquote.

2. Politik der offenen Türen – 1948-1962: Das Kapitel beleuchtet die Phase des massiven Arbeitskräftebedarfs nach dem Zweiten Weltkrieg und das Zustandekommen des ersten Rekrutierungsabkommens mit Italien.

3. Die Zeit der Plafonierungsversuche – 1963-1973: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen staatlichen Versuche zur Kontrolle des Ausländerzustroms angesichts wirtschaftlicher Überhitzung und wachsender Fremdenfeindlichkeit.

4. Die Volksinitiativen: Hier wird der Einfluss der direkten Demokratie durch Volksinitiativen gegen die sogenannte Überfremdung auf die offizielle Einwanderungspolitik der Schweiz untersucht.

5. Ausblick: Der Ausblick zeigt die langfristigen Auswirkungen der Quotenregelung auf und bewertet die Etablierung dieses Instruments als Mittel zur Kontrolle der Zuwanderung.

6. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und resümiert, dass die Kombination aus wirtschaftlichen Zwängen und innenpolitischem Druck durch Volksinitiativen die Regierung zum Handeln zwang.

Schlüsselwörter

Schweiz, Ausländerpolitik, Zulassungsquote, Arbeitskräfte, Migration, Überfremdung, Konjunktur, Volksinitiative, Arbeitsmarkt, Plafonierung, Italien, Nachkriegszeit, Integration, direkte Demokratie, Wirtschaftsboom

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gründe und den historischen Prozess, die die Schweiz dazu veranlassten, ab den 1960er Jahren restriktive Maßnahmen wie Zulassungsquoten für ausländische Arbeitskräfte einzuführen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Steuerung der Migration in der Nachkriegszeit, die wirtschaftliche Konjunkturentwicklung, die gesellschaftliche Debatte um "Überfremdung" und die Rolle der direkten Demokratie bei politischen Umbrüchen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Kausalität zwischen dem Ende der "Laisser-Faire-Politik" und den spezifischen sozioökonomischen Spannungen zu klären, die zur gesetzlichen Quotenregelung führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Quellenanalyse des "Schweizer Bundesblattes" sowie der Auswertung relevanter Sekundärliteratur zum Thema Migrationspolitik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Phasen der Arbeitsmarktsteuerung, von den offenen Türen der Nachkriegszeit über die verschiedenen Plafonierungsversuche bis hin zu den konkreten Auswirkungen der Volksinitiativen gegen die Überfremdung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Zulassungsquote, Überfremdung, Migration, Konjunkturpolitik und direkte Demokratie.

Welche Bedeutung hatte das Abkommen von 1948 für die Schweiz?

Das Abkommen mit Italien legte den Grundstein für eine massive Einwanderungswelle, die den Wiederaufbau ermöglichte, aber langfristig zu unvorhergesehenen gesellschaftlichen Spannungen führte.

Wie reagierte die Schweizer Regierung auf die Schwarzenbach-Initiative?

Die Regierung lehnte die Initiative als wirtschaftlich schädlich ab, sah sich jedoch durch den breiten Rückhalt in der Bevölkerung gezwungen, das Instrument der globalen Plafonierung als kontrollierte Antwort einzuführen.

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Résumé des informations

Titre
Welche Gründe veranlassten die Schweiz zur Einführung einer Zulassungsquote?
Université
University of Heidelberg  (Historisches Seminar)
Cours
Migration und Identität – Zur Konstruktion von Eigen- und Fremdwahrnehmung im 19. und 20. Jahrhundert’
Note
1,5
Auteur
Danielle Klußmann (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
16
N° de catalogue
V174341
ISBN (ebook)
9783640949618
Langue
allemand
mots-clé
welche gründe schweiz einführung zulassungsquote
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GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Danielle Klußmann (Auteur), 2009, Welche Gründe veranlassten die Schweiz zur Einführung einer Zulassungsquote?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174341
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