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Der Utopiebegriff bei Paul Tillich und die Unerreichbarkeit der Demokratie bei Laclau/Mouffe

Utopie und radikale Demokratie als Herausforderung

Título: Der Utopiebegriff bei Paul Tillich und die Unerreichbarkeit der Demokratie bei Laclau/Mouffe

Trabajo Universitario , 2011 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Sadik Usta (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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Trotz unterschiedlicher politisch-philosophischer Positionen haben die Philosophen Paul Tillich, Ernesto Laclau und Chantal Mouffe eine Gemeinsamkeit: Ihre Schlüsselbegriffe, Utopie bei Paul Tillich und Demokratie bei Laclau/Mouffe, sind nicht zu verwirklichen.
Für Paul Tillich ist die Utopie, ein Zentralproblem seines Politikverständnisses. Ebenfalls wird der Demokratiebegriff von Laclau/Mouffe ins Zentrum der Politik gerückt.
Das Wesen der Utopie bei Tillich und der Demokratie bei Laclau/Mouffe ist, dass diese Begriffe auf dem materiellen Boden unerreichbar bleiben. Beide Ziele scheinen im ersten Moment leicht zu erreichen, aber doch nicht! Sobald man den richtigen „Weg“ gefunden und die genügende „Energie“ aufgebracht hat, um sie zu erreichen, entwischen sie einem aus der Hand und verlegen sich in die ferne Zukunft. Wie ein Regenbogen, der einem immer wieder wegrückt, sobald man sich nähert. Nichtsdestoweniger spielen beide Begriffe im Leben der Menschen und der Völker eine außergewöhnliche Rolle.
Diese Hausarbeit beabsichtigt, die Rolle der Utopie bei Paul Tillich und den Begriff der radikalen Demokratie bei Laclau/Mouffe herauszuarbeiten, um schließlich beide Begriffe in Bezug auf ihre Unerreichbarkeit miteinander zu vergleichen. Es ist sehr interessant festzustellen, dass alle drei Philosophen fast die gleichen Argumente und Begriffe verwenden, um ihre philosophische Theorie zu begründen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einführung

I. Utopie und Demokratie in der Geschichte

1. Utopie als Grenzsituation

2. Der Geist der Utopie

3. Kairos als Aufforderung zur Praxis

4. Die Wurzeln der Utopie im menschlichen Wesen

5. Die Funktion der Utopie

6. Trend und Chance in der Utopie

7. Die göttliche und dämonische Dimension

II. Radikale Demokratie als ein Kampf um Leerraum

1. Radikalisierung der Philosophie

2. Der Begriff des „Leeren“

3. Ort des Entstehens und Vergehens

4. Grenze als Interventionsbereich

5. Die Bildung der Identität und des Subjekts

6. Artikulation als Operationsmethode

7. Das Partikulare und das Universelle

8. Hegemonie

9. Unerreichbarkeit der Demokratie

Schluß

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die konzeptionelle Unerreichbarkeit zentraler politischer Schlüsselbegriffe, konkret des Utopiebegriffs bei Paul Tillich und des Demokratieverständnisses von Laclau/Mouffe. Das primäre Ziel ist es, die philosophische Argumentation aufzuzeigen, warum beide Konzepte trotz ihrer Unverwirklichbarkeit eine notwendige und tragende Rolle für das menschliche Handeln und die gesellschaftliche Dynamik spielen.

  • Die theoretische Analyse des Utopiebegriffs bei Paul Tillich.
  • Die Dekonstruktion des traditionellen Demokratieverständnisses durch Laclau/Mouffe.
  • Die Rolle von Antagonismen und dem „Leerraum“ als Basis für das Soziale.
  • Der Vergleich der Argumentationslinien hinsichtlich der Unabgeschlossenheit politischer Prozesse.
  • Die Bedeutung von Utopie und radikaler Demokratie als lebensnotwendige Ideale.

Auszug aus dem Buch

1. Utopie als Grenzsituation

Tillich gibt in seinem Werk „Auf der Grenze“ Informationen über sein eigenes Leben und beschreibt seinen geistigen Werdegang. Von seiner politischen und philosophischen Entwicklung ausgehend stellt er treffend fest, dass „die Grenze der eigentliche fruchtbare Ort der Erkenntnis“ sei. Tatsächlich, wenn man die Grenze als Nahtstelle zweier Elemente betrachtet, dann wird sie zu einem Ort, wo man „nirgends ganz zu Hause ist“ aber doch überall sein kann. Man trifft zwar keine „endgültige Entscheidung“, aber man wird dadurch an allen Entscheidungen teilhaben. Eine Schlüsselposition, wo alles „offen und unentscheidbar“ bleibt: im Denken, Handeln und Gestalten.

Nach Tillich ist das nicht alles; die Grenze ist ein Erlebnis von Unendlichem und Endlichem; ein Spannungsort zwischen festem Boden und der Phantasie; wo das Feste zum Flüssigen und zum Dynamischen wird. Schließlich eine Schwelle des „Grundes und Abgrundes.“

Die Ähnlichkeiten dieser Begriffe mit den Begriffen Laclau/Mouffes ist verblüffend: die theoretischen Elemente der Radikalen Demokratie wie Artikulation, Hegemonie beschreiben auch die Grenzsituation. Die artikulierende Praxis spielt ebenfalls im Grenzbereich der Subjektpositionen. An den Knotenpunkten werden nicht nur Subjektpositionen sondern auch Identitäten aufgebaut und verändert. Bei Laclau/Mouffe werden auch unterschiedliche Elemente durch die Artikulation zu neuen Subjektpositionen rekonstruiert.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Utopie und Demokratie in der Geschichte: Dieses Kapitel legt den Grundstein, indem es die ähnlichen Ausgangspunkte der untersuchten Philosophen aufzeigt und die zeitlose Notwendigkeit von Utopie und Demokratie trotz ihrer Unerreichbarkeit herleitet.

1. Utopie als Grenzsituation: Tillich definiert die Grenze als fruchtbaren Erkenntnisort, an dem absolute Entscheidungen unmöglich sind und alles in einer offenen Dynamik verbleibt.

2. Der Geist der Utopie: Hier wird der optimistische Utopismus vom eigentlichen „Geist der Utopie“ abgegrenzt, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft integriert.

3. Kairos als Aufforderung zur Praxis: Dieser Abschnitt beschreibt den Kairos als Moment der gesellschaftlichen Entscheidung, der jedoch immer der Gefahr des Irrtums und der Kontingenz unterliegt.

4. Die Wurzeln der Utopie im menschlichen Wesen: Es wird argumentiert, dass Utopien nicht bloße Phantasie sind, sondern tief im menschlichen Streben nach inneren Zielen verankert liegen.

5. Die Funktion der Utopie: Die Utopie wird als notwendiges Korrektiv gegen die „Gegenwartsverfallenheit“ begriffen, das Möglichkeiten für menschliche Entwicklung eröffnet.

6. Trend und Chance in der Utopie: Dieses Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der strukturellen Notwendigkeit (Trend) und dem unberechenbaren Zufall (Chance) in historischen Prozessen.

7. Die göttliche und dämonische Dimension: Tillich analysiert hier die Ambivalenz von Utopien, die stets von zerstörerischen (dämonischen) Kräften begleitet werden, welche neue theonome Strukturen erfordern.

II. Radikale Demokratie als ein Kampf um Leerraum: Einführung in die radikaldemokratische Theorie von Laclau/Mouffe, die Gesellschaft nicht als harmonische Einheit, sondern als offenen, konflikthaften Prozess begreift.

1. Radikalisierung der Philosophie: Die Autoren brechen mit dem traditionellen Streben nach einer widerspruchsfreien Gesellschaft und betonen die Notwendigkeit von Antagonismen.

2. Der Begriff des „Leeren“: Der Leerraum wird als notwendige Bedingung für Politik und als zentraler Ort der sozialen Dynamik eingeführt.

3. Ort des Entstehens und Vergehens: Die Leerstelle wird als dynamischer Ursprung für die Identitätsbildung und als Raum der Unabgeschlossenheit dargestellt.

4. Grenze als Interventionsbereich: Identität wird hier als Resultat einer durch Mangel motivierten Praxis an den Grenzen des Sozialen definiert.

5. Die Bildung der Identität und des Subjekts: Es wird erläutert, warum Identitäten stets prekär sind und das Subjekt als instabile Subjektposition verstanden werden muss.

6. Artikulation als Operationsmethode: Die Artikulation dient als Praxis, um Identitäten in einem offenen sozialen Feld miteinander zu verknüpfen und instabile Knotenpunkte zu schaffen.

7. Das Partikulare und das Universelle: Dieses Kapitel zeigt das Dilemma auf, wie das Partikulare versucht, das Universelle zu repräsentieren, ohne jemals zur absoluten Fülle zu gelangen.

8. Hegemonie: Die hegemoniale Operation wird als ewige und offene Praxis innerhalb eines unentscheidbaren Raumes beschrieben.

9. Unerreichbarkeit der Demokratie: Demokratie wird als ein niemals abschließbarer Radikalisierungsprozess verstanden, der von der stetigen Erneuerung von Konflikten lebt.

Schluß: Zusammenführung der Ergebnisse: Sowohl bei Tillich als auch bei Laclau/Mouffe bleiben die großen Visionen Ideale, die gerade in ihrer Unerreichbarkeit das menschliche Handeln motivieren.

Schlüsselwörter

Utopie, Radikale Demokratie, Paul Tillich, Laclau, Mouffe, Hegemonie, Kairos, Antagonismus, Identität, Leerraum, Kontingenz, Artikulation, Grenzsituation, Politische Theorie, Unverwirklichbarkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophischen Konzepte der Utopie bei Paul Tillich und der radikalen Demokratie bei Laclau/Mouffe mit dem Fokus auf ihre gemeinsame Eigenschaft, nicht vollständig verwirklichbar zu sein.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verständnis von gesellschaftlichen Konflikten, die Rolle des Utopischen im menschlichen Wesen, der Kampf um Hegemonie und die Bedeutung von Offenheit in politischen Systemen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Rolle von Utopie und radikaler Demokratie herauszuarbeiten und zu vergleichen, wie beide Ansätze die Unerreichbarkeit ihrer Ziele als notwendigen Motor für politisches und menschliches Handeln begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende ideengeschichtliche und politiktheoretische Analyse, die zentrale Texte der genannten Philosophen systematisch dekonstruiert und in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zuerst wird Tillichs Utopie-Theorie mit Begriffen wie Kairos und Grenzsituation beleuchtet, anschließend die Theorie der radikalen Demokratie von Laclau/Mouffe, insbesondere die Konzepte des Leerraums, der Artikulation und des Antagonismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Utopie, Radikale Demokratie, Hegemonie, Antagonismus, Kairos, Leerraum, Kontingenz und Identität.

Wie unterscheidet sich der „Geist der Utopie“ vom „optimistischen Utopismus“ bei Tillich?

Während der optimistische Utopismus eine risikofreie, in der Zukunft liegende Wunschvorstellung darstellt, umfasst der Geist der Utopie bei Tillich die Dimensionen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und beinhaltet immer ein existentielles Wagnis.

Warum betrachten Laclau/Mouffe die Unmöglichkeit der Demokratie als positiv?

Sie sehen darin eine Garantie, dass der demokratische Prozess lebendig bleibt. Wenn Demokratie ein endgültiges, erreichbares Ziel wäre, würde der notwendige pluralistische Kampf um Identitäten und Positionen zum Stillstand kommen.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Utopiebegriff bei Paul Tillich und die Unerreichbarkeit der Demokratie bei Laclau/Mouffe
Subtítulo
Utopie und radikale Demokratie als Herausforderung
Universidad
University of Frankfurt (Main)  (Politik)
Curso
Radikale Demokratie: Gemeinsamkeiten und Divergenzen zwischen den hegemonietheoretischen Konzeptualisierungen von Laclau/Mouffe und der quer-feministischen politischen Theorie Judith Butlers
Calificación
1,0
Autor
Sadik Usta (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
21
No. de catálogo
V174674
ISBN (Ebook)
9783640952526
ISBN (Libro)
9783640952632
Idioma
Alemán
Etiqueta
Paul Tillich Chantal Mouffe Ernesto Laclau Utopie Radikale Demokratie Hegemonie Kairos Partikularismus-Universalismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sadik Usta (Autor), 2011, Der Utopiebegriff bei Paul Tillich und die Unerreichbarkeit der Demokratie bei Laclau/Mouffe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174674
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