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Public Private Partnership (PPP) – ein Modell nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit?

Untersuchung am Beispiel deutscher Wasser-EZ

Title: Public Private Partnership (PPP) – ein Modell nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit?

Term Paper , 2010 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Xaver Keller (Author)

Politics - Topic: Development Politics
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Seit Mitte der 1990er Jahre verwendet deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) zunehmend das Prinzip sogenannter Public-Private-Partnerships (PPP). Dabei handelt es sich um Zusammenschlüsse des öffentlichen Sektors (in EZ die staatlichen Organisationen) und der Privatwirtschaft. Diese werden von vielen Entwicklungspolitikern als Modell für nachhaltige EZ bezeichnet, klassische, rein staatliche, Entwicklungshilfe dagegen als unfähig, die gravierenden Probleme der sogenannten dritten Welt alleine zu lösen. Im Wassersektor sind PPP heute bereits sehr weit verbreitet, einige Erwartungen an das Konzept konnten jedoch in vielen Fällen nicht erreicht werden: Prophezeite Effizienzsteigerungen traten nicht ein, öffentlicher und privater Sektor profitierten, entgegen der Rede von einer „win-win-situation“ nicht in gleichem Maße, und die Armutsorientierung vieler Projekte stellte sich als mangelhaft heraus. Die vorliegende Arbeit untersucht deshalb am Beispiel des Wassersektors, inwieweit PPP tatsächlich als Modell für nachhaltige EZ gesehen werden können.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nachhaltigkeit in Wasser-Entwicklungszusammenarbeit

2.1. Nachhaltigkeit als entwicklungspolitisches Paradigma

2.2. Nachhaltige EZ im Wassersektor

3. PPP in deutscher Entwicklungszusammenarbeit

3.1. Charakteristika und Ziele von PPP

3.2. PPP in deutscher EZ im Wassersektor

3.2.1. Verfolgte Ziele

3.2.2. Art und Umfang

4. Sozioökonomische Nachhaltigkeit deutscher Wasser-PPP

4.1. Effizienzsteigerung

4.2. Win-Win-Situation

4.3. Armutsorientierung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, inwieweit Public Private Partnerships (PPP) im Wassersektor ein geeignetes Modell für eine nachhaltige deutsche Entwicklungszusammenarbeit darstellen. Dabei steht die Frage im Zentrum, ob die erhofften positiven Effekte, wie Effizienzsteigerungen und eine verbesserte Armutsorientierung, in der Praxis tatsächlich realisiert werden oder ob primär wirtschaftliche Interessen deutscher Unternehmen verfolgt werden.

  • Bewertung des Konzepts nachhaltiger Entwicklung in der Entwicklungszusammenarbeit.
  • Analyse der Funktionsweise und Ziele von PPP im Wassersektor.
  • Kritische Prüfung der ökonomischen Effizienz von privatwirtschaftlich beteiligten Wasserversorgern.
  • Untersuchung der tatsächlichen Armutsorientierung und sozialen Auswirkungen von Wasser-PPP-Projekten.
  • Diskussion über Interessenkonflikte zwischen Entwicklungszielen und privater Profitmaximierung.

Auszug aus dem Buch

4.2. Win-Win-Situation

Die Rede von PPP als „Win-Win-Situation“ suggeriert, dass der Nutzen für beide Partner etwa gleich groß ist. Die private Seite entlastet mit ihren Investitionen die öffentlichen Kassen und steigert dafür ihren Gewinn. Die deutsche EZ fordert eine gleichmäßige Verteilung der Kosten auf beide Seiten (siehe 3.2.2), die in der Realität jedoch oftmals nicht erreicht wird. So beträgt beispielsweise der öffentliche Anteil an den Kosten einer PPP in Albanien 70 %, einer in Kenia 75 %. Ein Projekt im Senegal wurde praktisch komplett aus öffentlichen Mitteln finanziert. (vgl. Hoering, 2003: 9)

Die Investitionsbereitschaft der beteiligten Unternehmen beschränkt sich meist auf lukrative Bereiche wie die Versorgung zahlungskräftiger Gebiete in Großstädten. Durch die hohe Einwohnerdichte in Städten ist eine Steigerung der Anschlussdichte dort deutlich leichter und kostengünstiger zu erreichen als in ländlichen Gebieten, in denen wenige Einwohner auf sehr weite Flächen verteilt leben. Darüber hinaus ist das Durchschnittseinkommen und damit die Zahlungsfähigkeit in Städten meist höher als auf dem Land. So können private Betreiber in einer Stadt mit relativ geringen Investitionen schnell messbare Erfolge erreichen und gleichzeitig großen Gewinn erzielen. Um das Interesse des Privatsektors auf unattraktive Gebiete auszuweiten, bietet deutsche EZ den Unternehmen oftmals Gewinngarantien für diese Gebiete und verpflichtet sie im Gegenzug zu bestimmten Investitionen. Diese werden jedoch in vielen Fällen nicht eingehalten: Rund dreiviertel aller Konzessionsverträge werden nach Abschluss noch verändert. Viele Firmen erhalten somit den Zuschlag für die Wasserversorgung einer Region, ohne je die damit verbundenen Investitionsverpflichtungen zu erfüllen. (vgl. Fritz, 2006: 41)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsvorhaben vor, die Relevanz von Public Private Partnerships in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit kritisch zu hinterfragen.

2. Nachhaltigkeit in Wasser-Entwicklungszusammenarbeit: Das Kapitel definiert den Begriff der Nachhaltigkeit im entwicklungspolitischen Kontext und überträgt diesen auf die spezifischen Anforderungen und Ziele der Wasserversorgung.

3. PPP in deutscher Entwicklungszusammenarbeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Public Private Partnerships erläutert und deren konkrete Implementierung sowie die Verfolgung der Ziele in der deutschen Wasser-Entwicklungszusammenarbeit dargestellt.

4. Sozioökonomische Nachhaltigkeit deutscher Wasser-PPP: Der Hauptteil analysiert auf Basis empirischer Studien kritisch, ob PPP-Projekte die versprochenen Effizienzsteigerungen erzielen, eine echte Win-Win-Situation schaffen und die Armutsorientierung tatsächlich fördern.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass PPP im Wassersektor oft hinter den Erwartungen nachhaltiger Entwicklung zurückbleiben und häufig primär wirtschaftliche Exportinteressen bedienen.

Schlüsselwörter

Entwicklungszusammenarbeit, Public Private Partnership, Wassersektor, Nachhaltigkeit, Armutsorientierung, Privatisierung, Effizienzsteigerung, Entwicklungsfinanzierung, Win-Win-Situation, Wasserversorgung, Konzessionsverträge, deutsche Entwicklungspolitik, Wirtschaftsförderung, Infrastruktur, Sozioökonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob Public Private Partnerships (PPP) im Wassersektor ein geeignetes Modell für eine nachhaltige deutsche Entwicklungszusammenarbeit sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind Nachhaltigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit, die Funktionsweise von PPP, Effizienzfragen bei der Wasserversorgung und die soziale Verantwortung gegenüber armen Bevölkerungsgruppen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwieweit PPP tatsächlich als Modell für eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit im Wassersektor gesehen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse von Fachliteratur, Evaluierungsberichten und empirischen Studien, um die Argumente der PPP-Befürworter kritisch zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Argumente der Effizienzsteigerung, der Win-Win-Situation und der Armutsorientierung unter Einbeziehung realer Projektbeispiele kritisch überprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Entwicklungszusammenarbeit, Wassersektor, Nachhaltigkeit, Privatisierung, Armutsorientierung und wirtschaftliche Interessen.

Warum schneiden PPP-Projekte im Wassersektor laut Arbeit oft schlecht ab?

Die Arbeit zeigt, dass oft keine signifikante Effizienzsteigerung nachweisbar ist und Investitionen sich auf profitable städtische Gebiete konzentrieren, statt armen Regionen zu helfen.

Welche Rolle spielt die deutsche Wirtschaft bei PPP-Projekten?

Die Arbeit argumentiert, dass PPP häufig primär dazu genutzt werden, um deutsche Exportinteressen zu fördern, statt entwicklungspolitische Ziele in den Vordergrund zu stellen.

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Details

Title
Public Private Partnership (PPP) – ein Modell nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit?
Subtitle
Untersuchung am Beispiel deutscher Wasser-EZ
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Xaver Keller (Author)
Publication Year
2010
Pages
27
Catalog Number
V175186
ISBN (eBook)
9783640960576
ISBN (Book)
9783640961061
Language
German
Tags
public private partnership modell entwicklungszusammenarbeit untersuchung beispiel wasser-ez
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Xaver Keller (Author), 2010, Public Private Partnership (PPP) – ein Modell nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175186
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