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Die Verben visueller Wahrnehmung im Deutschen und Französischen

Eine kontrastive Wortfeldanalyse

Title: Die Verben visueller Wahrnehmung im Deutschen und Französischen

Seminar Paper , 2011 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

French Studies - Linguistics
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„Avec grand intérêt, le voyageur observe la petite église.” Gilt es diesen Satz ins Deutsche zu übersetzen, wäre zur Wiedergabe der Tätigkeit des Reisenden das Wort beobachten wohl die falsche Wahl. Doch warum, sind doch die beiden Verben observer und beobachten seit den frühen Tagen des Fremdsprachenunterrichts als übersetzungsäquivalentes Wortpaar bekannt. Hier scheinen feine Bedeutungsunterschiede vorzuliegen, auf deren Spur uns nur ein genauerer Blick in die semantische Struktur beider Wörter führen kann. Und so möchte sich die vorliegende Arbeit mit dem Wortfeld der Verben visueller Wahrnehmung beschäftigen und dabei einen Vergleich zwischen deutscher und französischer Sprache ins Auge fassen. Welche Lexeme gehören dazu? Worin bestehen ihre Gemeinsamkeiten, und was unterscheidet sie voneinan¬der? Ist der Wortschatz beider Sprachen in diesem Bereich ähnlich strukturiert, oder gibt es größere Differenzen? Und welche Schlussfolgerungen ergeben sich hieraus für Übersetzungen?
Um all diesen Fragen nachzugehen, soll das Verfahren einer kontrastiven Wortfelduntersuchung vom Finden der Lexeme über deren semantische Analyse bis hin zum intersprachlichen Vergleich der Wortschatzstrukturen in dieser Arbeit nachvollzogen werden. Dazu werden in einem einführenden Kapitel zunächst grundlegende Begrifflichkeiten näher betrachtet sowie Ziele und Anwendungsbereiche (für mit beiden Sprachen in der Praxis Umgehende) der Wortfeldforschung erörtert. Hieran schließt sich die Aufstellung und Untersuchung des gewählten Wortfeldes, welche in der Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden hinsichtlich der Struktur und Funktionsweise des Wortschatzes der beiden Einzelsprachen münden soll. An mehreren konkreten Beispielen wird gezeigt werden, welche Ableitungen ein solcher Vergleich für die Betrachtung von Übersetzungsbeziehungen zwischen einzelnen Lexemen zulässt. Am Ende soll eine Übersicht entwickelt werden, die eine schnelle Einsicht in die Ergebnisse der Arbeit zulässt und Hilfestellungen beim Umgang mit den Verben visueller Wahrnehmung, insbesondere im Rahmen von Übersetzungsarbeiten, bieten kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Ziele und Anwendungen der Wortfeldforschung

2.2 Wortfeld – eine Begriffsbestimmung

2.3 Wichtige Begriffe

2.3.1 Semem

2.3.2 Sem

2.3.3 Archilexem / Partielles Archilexem

2.3.4 Hyperonym / Hyponym

3. Das Wortfeld der Verben visueller Wahrnehmung im Französischen und Deutschen

3.1 Begründung und Ziele dieser Untersuchung

3.2 Die Auswahl der Wörter

3.2.1 Das Sammeln möglicher Lexeme

3.2.2 Auswahlkriterien nach Coseriu

3.2.3 Die Grenzen des Wortfeldes

3.3 Semantische Analyse

3.3.1 Verfahren

3.3.2 Klassifikation der Verben nach Schepping

3.3.2.1 Verben der visuellen Wahrnehmung, die keine Handlung ausdrücken

3.3.2.1 Verben des visuellen Handelns

3.4 Ableitungen für Übersetzungsbeziehungen – einige Beispiele

3.4.1 sehen – voir

3.4.2 betrachten – considérer – contempler

3.4.3 beobachten – observer

4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Wortfeld der Verben visueller Wahrnehmung im Deutschen und Französischen mittels einer kontrastiven Wortfeldanalyse, um semantische Gemeinsamkeiten und Unterschiede für die Übersetzungspraxis aufzuzeigen.

  • Methodische Grundlagen der Wortfeldforschung nach Coseriu
  • Semantische Klassifikation visueller Verben
  • Kontrastiver Vergleich von Nichthandlungsverben und Verben des visuellen Handelns
  • Analyse von Übersetzungsäquivalenten und ihren semantischen Nuancen
  • Entwicklung einer praktischen Übersicht für Übersetzer

Auszug aus dem Buch

3.4.1 sehen – voir

Die beiden Verben bezeichnen in der jeweiligen Sprache einen Vorgang, bei dem eine visuelle Wahrnehmung eines Agens als eine Tatsache herausgestellt werden soll. Sie gelten als semantisch weitestgehend gleichwertig und können daher in den allermeisten Fällen als übersetzungsäquivalent angesehen werden. Dennoch gibt es geringe Unterschiede, deren Kenntnis beispielsweise im Hinblick auf eine gute Übersetzungsarbeit einen Gewinn bedeuten kann.

Neben der Verbindung mit einem Akkusativ- bzw. direkten Objekt kann an beide Verben auch eine Infinitivkonstruktion angeschlossen werden (Objekt + Infinitiv). Möglich sind etwa die Sätze „Der Großvater sieht die kleine Mia rennen.“ und „Je vois le patron fermer la porte.“. Als Bedingung hierfür gilt in beiden Sprachen die Gleichzeitigkeit beider Sachverhalte, ist doch das Vorhandensein optischer Reize die Voraussetzung für die visuelle Wahrnehmung des Agens. Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass jene Infinitivkonstruktionen im Französischen das Wahrgenommene sowohl als Faktum wie auch als Prozess bzw. Verlauf im Blick haben können, während die deutsche Sprache hier nur das faktische Ereignis betrachtet (cf. Schepping 1982: 102). Deutlich wird dies am für das Französische möglichen Beispielsatz „Il voit sa mère être en train de faire la cuisine.“, dessen Übersetzung „Er sieht seine Mutter dabeisein zu kochen.“ als nicht akzeptabel gilt (cf. Schepping 1982: 99). Für die Betonung des Verlaufscharakters des visuell Wahrgenommenen wird im Deutschen vielmehr auf sogenannte „Verlaufs-wie-Sätze“ (Schepping 1982: 100) zurückgegriffen. So kommen wir für unser Beispiel „Er sieht, wie seine Mutter kocht.“ zu einem stimmigeren deutschen Satz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik kontrastiver Wortfeldanalysen ein und stellt die Forschungsfrage nach den semantischen Unterschieden zwischen deutschen und französischen Verben visueller Wahrnehmung.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Wortfeldforschung wie Semem, Sem und Hyponymie, basierend auf dem Ansatz von Coseriu.

3. Das Wortfeld der Verben visueller Wahrnehmung im Französischen und Deutschen: Der Hauptteil widmet sich der Auswahl und Klassifikation der Lexeme, wobei eine Unterscheidung zwischen Nichthandlungsverben und intentionalem visuellem Handeln vorgenommen wird.

4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt den Nutzen der erarbeiteten Übersicht für die praktische Übersetzungsarbeit hervor.

Schlüsselwörter

Wortfeldforschung, Kontrastive Linguistik, Verben der Wahrnehmung, Semantik, Lexikologie, Übersetzungsäquivalenz, Französisch, Deutsch, Wortschatzstruktur, Sem, Semem, Hyponymie, Sprachpraxis, Schepping, Coseriu

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie das Deutsche und das Französische das Wortfeld der Verben visueller Wahrnehmung strukturieren und wo die semantischen Unterschiede zwischen vermeintlich äquivalenten Begriffen liegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die strukturelle Lexikologie, die kontrastive Analyse des Wortschatzes in zwei Sprachen sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf die Übersetzungspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Bedeutung der Verben herauszuarbeiten, um Übersetzern praktische Hilfestellungen bei der Wortwahl zu bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kontrastive Wortfeldanalyse nach Coseriu angewandt, ergänzt durch semantische Analysen, Inklusionstests und Wörterbucharbeit unter Berücksichtigung von Scheppings Klassifikationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem Sammeln der Lexeme, der methodischen Abgrenzung des Wortfeldes sowie der detaillierten Klassifizierung der Verben in Nichthandlungsverben und Verben des visuellen Handelns.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Wortfeldforschung, kontrastive Linguistik, semantische Äquivalenz und die spezifischen Verben der visuellen Wahrnehmung in beiden Sprachen.

Welche Rolle spielt das Wort "sehen" im Vergleich zu "voir"?

Obwohl sie oft als äquivalent gelten, zeigt die Analyse, dass "voir" in Infinitivkonstruktionen sowohl Fakten als auch Prozesse beschreiben kann, während das Deutsche hier häufiger auf "Verlaufs-wie-Sätze" ausweicht.

Warum ist eine Klassifikation in Handlungs- und Nichthandlungsverben wichtig?

Diese Unterscheidung ist entscheidend, da Verben wie "beobachten" eine hohe Handlungsintensität und Zielorientierung voraussetzen, während neutrale Verben lediglich einen Wahrnehmungsvorgang als Faktum konstatieren.

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Details

Title
Die Verben visueller Wahrnehmung im Deutschen und Französischen
Subtitle
Eine kontrastive Wortfeldanalyse
College
University of Leipzig  (Institut für Romanistik)
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2011
Pages
29
Catalog Number
V175982
ISBN (eBook)
9783640971503
Language
German
Tags
Französisch Sprachwissenschaft Linguistik Wortfeld Verben Wortfeldanalyse Visuelle Wahrnehmung Deutsch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2011, Die Verben visueller Wahrnehmung im Deutschen und Französischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175982
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