Das Expose zur Forschungsarbeit legt die Methodik eines qualitativen Forschungsprozeses dar, die auf qualitativen Interviews mit Jugendlichen zu ihrer Mediennutzung abzielten. Dabei werden unterschiedliche Interviewtechniken hinterfragt, und die Entscheidung für das Leitfadeninterview begründet. Darüberhinaus wird der soziologische Aspekt der Mediennutzung angerissen bevor die grundlegenden strukturen zur gelungenen Interviewführung aufgearbeitet werden und die Fragen aufgelistet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Methodik eines qualitativen Forschungsprozesses
2. Analyse der Interview- und Ethnographiekriterien
3. Mediendomestizierung: Forschungsdesign und Hypothesen
4. Interviewleitfaden
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit qualitativen Forschungsmethoden im Kontext der Medienforschung auseinander, wobei der Schwerpunkt auf der Anwendung von Interviewtechniken und ethnographischen Ansätzen liegt. Ziel ist es, diese Methoden methodologisch zu verorten und für eine eigene empirische Erhebung zum Thema Mediendomestizierung nutzbar zu machen.
- Methodologische Grundlagen qualitativer Interviews nach Aufenager
- Ethnographische Forschungsansätze und deren Anwendung in der Medienwelt nach Bachmann und Wittel
- Kriterien für ein verstehend-narratives Interview (Reichweite, Spezifität, Tiefe, Neutralität)
- Empirische Fragestellung zum Vergleich der Mediennutzung von Jugendlichen im elterlichen Haushalt versus ausgezogenen Jugendlichen
- Erstellung eines strukturierten Interviewleitfadens zur Erhebung der Medienbiographie
Auszug aus dem Buch
Methodik eines qualitativen Forschungsprozesses
In den Texten „Interview“ von Stefan Aufenager und „Medienethnographie“ von Götz Bachmann und Andreas Wittel, welche beide in dem von Ruth Ayas und Jörg Bergmann herausgegebenen Band: „Qualitative Methoden der Medienforschung“ (2006) erschienen, setzen sich die Autoren mit der Stellung qualitativer Forschungsmethoden unter besonderem Bezug auf Interviewmethoden sowie dem Feld der Ethnographie, und deren Einsatz in der Medienforschung auseinander, um deren methodologischer Verortung sowie den wissenschaftliche Gehalt der Methoden ferner deren günstige Einsatzgebiete darzulegen.
Aufenager beschreibt in seinem Beitrag unterschiedliche Interviewtechniken wie das Leitfadeninterview, Experteninterview sowie die Medienbiografie und beschreibt unter Nennung jeweiliger namhafter Vertreter des Feldes sowie unter Beschreibung von Pionierarbeiten im Feld (vgl. Aufenager 2006: S. 100ff) deren Vor- und Nachteile sowie die Möglichkeiten und Grenzen der jeweiligen Methode.
So beschreibt Aufenager das Leitfadeninterview als die gängigste Interviewform in der Sozialforschung (vgl. ebd. S.100), nennt die gegebenen Vergleichbarkeit als Vorteil der Methode, die jedoch durch eine damit (oft) „einhergehende Minderung des Spielraums für eigene Themen“ (ebd.) einhergehen kann, worin der Autor neben der Subsumption der Ergebnisse durch den Forscher eine Gefahr sieht (vgl. ebd.). Aufenager erkennt des Weiteren die Triangulation, unter welcher eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden verstanden wird als eine zielführende Methode, da durch die Verknüpfung beider Methoden die Mängel der jeweils anderen (zumindest teilweise) kompensiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Methodik eines qualitativen Forschungsprozesses: Dieses Kapitel stellt die theoretische Basis durch die Analyse von Interviewtechniken wie dem Leitfadeninterview und der Medienbiografie dar.
2. Analyse der Interview- und Ethnographiekriterien: Hier werden ethnographische Forschungsansätze von Bachmann und Wittel erläutert, insbesondere die Unterscheidung in ethnography proper, akkumulierte Miniaturen und virtuelle Ethnographien.
3. Mediendomestizierung: Forschungsdesign und Hypothesen: Das Kapitel definiert das eigene empirische Projekt zum Vergleich der Mediennutzung von Jugendlichen in unterschiedlichen Wohnsituationen und stellt entsprechende Hypothesen auf.
4. Interviewleitfaden: Dieses Kapitel enthält den konkreten Fragenkatalog für die Durchführung der qualitativen Interviews zur Untersuchung der Mediendomestizierung.
Schlüsselwörter
Qualitative Sozialforschung, Leitfadeninterview, Medienethnographie, Mediendomestizierung, Mediennutzung, Triangulation, Medienbiographie, Ethnographie, Qualitative Medienforschung, Internetforschung, Narrative Interviews, Forschungsmethodik, Jugendmediennutzung, Subjektive Sinnstrukturen, Feldbeobachtung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Fundierung qualitativer Medienforschung und der Anwendung dieser Methoden auf eine eigene empirische Untersuchung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig Interviewtechniken, ethnographische Methoden in der Medienforschung sowie die Domestizierung von Medien im Alltag von Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die wissenschaftliche Einordnung qualitativer Methoden, um diese für eine Untersuchung über den Einfluss des Wohnumfelds auf die Mediennutzung bei Jugendlichen zu operationalisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird der Ansatz des thematisch strukturierten, verstehend-narrativen Interviews verfolgt, ergänzt durch theoretische Bezüge zur Ethnographie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Interviewführung und Ethnographie dargelegt, gefolgt von einer konkreten Forschungsplanung inklusive Hypothesenbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie qualitative Medienforschung, Mediendomestizierung, Leitfadeninterview und Ethnographie beschreiben.
Welchen Stellenwert nimmt die "Neutralität" im Interviewprozess ein?
Die Neutralität ist entscheidend, da der Forscher seine eigene soziale Situiertheit reflektieren muss, um eine Beeinflussung der Befragten durch eigene Werte und Normen zu vermeiden.
Warum wird zwischen Jugendlichen, die zuhause wohnen, und ausgezogenen Jugendlichen unterschieden?
Die Unterscheidung dient dazu, Hypothesen über die Gestaltung von Privaträumen, die Rolle der Familie bei der Mediennutzung und die Kompensation von Einsamkeit durch Medien zu überprüfen.
- Citation du texte
- MMag. Catrin Neumayer (Auteur), 2011, Methodik eines qualitativen Forschungsprozesses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175994