Erhebungsinstrumente gibt es viele in der quantitativen Forschung. Mithilfe von Befragungen, Beobachtungen, Experimenten oder einer Inhaltsanalyse können Forschungsfragen- und Hypothese beantwortet werden. Nach Friedrichs gilt es in einem Forschungsprozess drei Zusammenhangsbereiche zu unterscheiden: Den Entdeckungs-, Begründungs- und den Verwertungszusammenhang (vgl. Raithel 2008, S.27). Während ersterer sich damit befasst, was erforscht werden soll, bezieht sich der Begründungszusammenhang darauf, wie etwas erforscht wird, also mit welcher Methode. Literatur wird herangezogen um zu prüfen, ob es zur Thematik bereits Erkenntnisse gibt und ob zuvor aufgestellte Theorien hinzugezogen werden können. Ziel ist es, aufgestellte Hypothesen zu prüfen. Im dritten Teil wird schließlich die Frage beantwortet, zu welchem Zweck die Studie durchgeführt werden soll, letztendlich werden die Befunde in einen Bericht zusammengefasst und als Publikation herausgegeben (vgl. ebd., S.27).
Das hier Dargestellte ist zweifelsfrei nur ein kleiner Ausschnitt davon, welche Schritte und Zusammenhänge es in einem Forschungsprozess zu beachten und abzuarbeiten gilt. Daher möchte ich im Folgenden den Forschungsprozess mittels standardisiertem Fragebogen näher beschreiben. Der standardisierte Fragebogen dient insbesondere dazu, Einstellungen und Meinungen, Überzeugungen, Eigenschaften und Verhaltensweisen des Befragten bezüglich eines Sachverhaltes darzustellen (vgl. ebd., S.65). Im folgenden Beispiel sollen sich Studenten der Universität und der Fachhochschule Dortmund äußern, wie zufrieden sie mit der Lehre an ihrer jeweiligen Einrichtung sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Von der Theorie zur Praxis- am Beispiel Dortmunder Studierender
2.1. Hypothesenbildung
2.2. Das Vorgehen
3. Die Entstehung des Fragebogens
3.1. Fragenauswahl und Aufbau
3.2. Auswertung& Berichterstattung
4. Fazit
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die detaillierte Darstellung des wissenschaftlichen Forschungsprozesses anhand einer standardisierten Fragebogenerhebung, um die methodischen Schritte von der theoretischen Fundierung bis zur praktischen Auswertung zu erläutern.
- Phasen des quantitativen Forschungsprozesses
- Konzeption und Aufbau eines standardisierten Fragebogens
- Methodik der Datenerhebung und Stichprobenziehung
- Verfahren der Datenauswertung und statistischen Analyse
- Kritische Reflexion der Stärken und Schwächen von Fragebogenerhebungen
Auszug aus dem Buch
3.1. Fragenauswahl und Aufbau
Der Fragebogen der Dortmunder Forscher folgte der Logik des Lebenslaufes, war also chronologisch aufgebaut. Diese Strukturierung erleichterte den Studierenden das Ausfüllen (vgl. ebd., S19). Zum „Aufwärmen“ wurden Fragen zum Studienort, zum Studiengang und zur jeweiligen Studienphase während des Erhebungszeitpunktes gestellt, diese wurden in geschlossener Form, also mithilfe von Antwortvorgaben gestellt, was das Beantworten dieser Fragen noch einmal mehr erleichtern sollte (vgl. ebd., S.20). Allgemein gilt, dass zu Beginn des Fragebogens eine Einleitungs- oder Eröffnungsfrage gestellt werden sollte, diese führt zum Thema hin und weckt das Interesse des Befragten- wichtig hierbei erscheint, dass diese Frage leicht zu beantworten ist (vgl. Raithel 2008, S.75).
Weiter wird zwischen Eisbrecher-, Geschlossenen-, Filter-, Trichter- und offenen Fragen unterschieden. Offene Fragen führen häufig zu Antwortverweigerungen, zudem erschweren sie das Auswerten der Daten. Geschlossene Fragen können in Form von Mehrfach- oder Einzelnennungen dargestellt werden, zudem können sie in Form von Rating- oder Rangskalen auftreten. Sie müssen jedoch präzise gestellt werden und erschöpfend sein- so zeichnen sich auch hier Nachteile ab. Grundlegend wird bei Rating- oder Rangskalen zwischen Vierer- und Fünferskalen unterschieden, während erstere den Befragten dazu zwingen könnten, sich zwischen „rechts und links“, also beispielsweise ja oder nein zu positionieren, führen Fünferskalen häufig dazu, dass sich Befragte ohne Meinung oder Kenntnisse zum Thema in die Mitte „einsortieren“ (vgl. Raithel 2008, S. 68).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Grundlagen der quantitativen Forschung ein und definiert die zentralen Zusammenhangsbereiche eines Forschungsprozesses.
2. Von der Theorie zur Praxis- am Beispiel Dortmunder Studierender: Das Kapitel beschreibt die praktische Umsetzung eines Forschungsprojektes zum Studierverhalten und erläutert die Phasen der Hypothesenbildung und Stichprobenauswahl.
3. Die Entstehung des Fragebogens: Hier werden die methodischen Anforderungen an die Konstruktion, den Pretest und die statistische Auswertung von standardisierten Fragebögen detailliert dargelegt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Vor- und Nachteile der Methode der Fragebogenerhebung zusammen und betont die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung.
5. Literatur: Auflistung der im Portfolio verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Quantitative Forschung, Forschungsprozess, Fragebogenerhebung, Hypothesenbildung, Datenauswertung, Pretest, Standardisierung, Stichprobe, Statistik, SPSS, explorative Analyse, Reliabilität, Validität, Methodik, Studierverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über den Ablauf eines quantitativen Forschungsprozesses, illustriert am Beispiel einer Befragung zur Studierendenzufriedenheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die theoretische Vorbereitung, die konkrete Gestaltung eines Fragebogens, die Durchführung der Erhebung und die anschließende statistische Datenanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die methodische Nachvollziehbarkeit des Forschungsprozesses, von der Problemformulierung bis zur Ergebnispräsentation, darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Erhebungsmethode in Form eines standardisierten, postalischen Fragebogens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Konzeption des Erhebungsinstruments, die Durchführung von Testläufen sowie die statistische Kodierung und Auswertung der erhobenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind quantitative Forschung, Fragebogenkonstruktion, Datenauswertung, Statistik und Forschungsprozess.
Welche Rolle spielt der Pretest bei der Fragebogenentwicklung?
Der Pretest dient dazu, die Anwendbarkeit, Vollständigkeit und Verständlichkeit der Fragen vor dem eigentlichen Einsatz zu prüfen und notwendige Optimierungen vorzunehmen.
Wie wurde die Anonymität der Studierenden bei der Erhebung sichergestellt?
Die Anonymität wurde dadurch gewährleistet, dass die Forscher keinen direkten Zugriff auf die Adressverwaltung hatten; die Abwicklung erfolgte über die Hochschulverwaltung.
Warum wurden bei der Datenauswertung Clusteranalysen eingesetzt?
Clusteranalysen wurden genutzt, um Datensätze mit ähnlichen Merkmalen zu identifizieren und zu Kleingruppen zusammenzufassen, was die explorative Analyse erleichtert.
Welche Herausforderung ergab sich durch die Formatierung des Fragebogens?
Durch layoutbedingte Änderungen ging ein Item verloren, was die direkte Vergleichbarkeit der Daten mit anderen Studien einschränkte.
- Quote paper
- Hanna Ruehle (Author), 2010, Darstellung eines Forschungsprozesses: Die Fragebogenerhebung am Beispiel der Zufriedenheit Dortmunder Studierender, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176168