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Unerhört! Improvisieren mit alten Menschen oder Die Frage nach dem „Ungehörten“ als 'Via Regia' in der musiktherapeutischen Altenarbeit

Titre: Unerhört! Improvisieren mit alten Menschen  oder Die Frage nach dem „Ungehörten“ als 'Via Regia' in der musiktherapeutischen Altenarbeit

Mémoire (de fin d'études) , 2011 , 173 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Friederike Lahner (Auteur)

Santé - Gérontologie
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die steigende Lebenserwartung bringt neben demographischen Umschichtungen und sozialpolitischen Herausforderungen auch vielfache Konsequenzen für die therapeutische Betreuung mit sich.
Vor diesem Hintergrund setzt sich diese Arbeit zunächst mit dem Wandel der Rolle des alten Menschen in der Geschichte auseinander, geht auf ethnologische, medizinische, psychosoziale und verhaltensorientierte Aspekte des Alters bzw. der Lebensfragen im Alter ein und widmet sich dann der Musiktherapie mit alten Menschen.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, welchen Beitrag die Musiktherapie zu einer sinnbringenden Lebensbewältigung und (Neu)Orientierung im Alter leisten kann. Der Fokus liegt hierbei auf der Anwendung der musikalischen Improvisation.
Zur Beantwortung der Fragestellung geht diese Arbeit zuerst auf deutschsprachige Fachliteratur ein und ergänzt dann die Ergebnisse durch einen Fragebogen mit den Erfahrungen und Aussagen österreichischer MusiktherapeutInnen und Musiktherapie-StudentInnen.
Die Ergebnisse der Literaturanalyse und des Fragebogens bestätigen, dass die Musiktherapie einen positiven Einfluss auf alte Menschen hat und dass im Speziellen die Improvisation einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann.
Schlüsselbegriffe:
Musiktherapie – Improvisation – Alter – Geriatrie – Weisheit – Biographiearbeit

Extrait


Inhaltsverzeichnis

VORWORT

EINLEITUNG

1 DAS ALTER – EIN ANNÄHERUNGSVERSUCH

1.1 Historische Annäherung: Von den Ägyptern bis ins 21. Jahrhundert

1.1.1 Der „Greis“ im alten Ägypten

1.1.2 „Gera, geron“ im antiken Griechenland

1.1.3 „Das traurige Alter“ im Römischen Reich

1.1.4 Die „Lebensalter“ im Mittelalter

1.1.5 „Moral und Lebensart“ in der Renaissance

1.1.6 Altersheime im 17. Jahrhundert

1.1.7 Die steigende Lebenserwartung im 18. Jahrhundert

1.1.8 „Die Kenntnis über das Alter“ im 19. Jahrhundert

1.1.9 „Vom Unterschiede der Lebensalter“ bei ARTHUR SCHOPENHAUER

1.1.10 „Gott, der gute alte Großvater“ bei VICTOR HUGO

1.1.11 Fortschritte im 20. Jahrhundert

1.1.12 „Die ergrauende Welt“ im 21. Jahrhundert

1.2 Ethnologische Annäherung

1.3 Medizinische Annäherung

1.3.1 Geriatrie

1.3.1.1 Ursprünge der Geriatrie

1.3.2 Gerontologie

1.3.2.1 Ursprünge der Gerontologie

1.4 Psychosoziale Annäherung: Modelle zu den Lebensphasen

1.4.1 „Die psychosozialen Phasen“ nach ERIK H. ERIKSON

1.4.1.1 „Die letzte Phase“ bei ERIK H. ERIKSON

1.4.1.2 Exkurs zu JEAN-PAUL SARTRE

1.4.2 „Die Lebensalter“ nach ROMANO GUARDINI

1.4.2.1 „Der alte und senile Mensch“ bei ROMANO GUARDINI

1.4.2.2 Exkurs zu „Disengagement versus Aktivität“

1.5 Verhaltensorientierte Annäherung: Dimensionen der Belastungsbewältigung

1.5.1 Weisheit

1.5.1.1 Modell der Weisheitskompetenzen

1.5.1.2 Weisheit und Alter

1.5.1.3 Weisheitstherapie

2 MUSIK IM ALTER

2.1 Die musikalische Entwicklung im Alter

2.1.1 Das Gehör

2.1.1.1 Konsequenzen von Hörschäden für das Musikerleben und die Musiktherapie

2.1.2 Die Stimme

2.1.2.1 Singen mit alten Menschen

2.1.2.2 Musiktherapeutische Ziele beim Singen mit alten Menschen

2.1.3 Musizieren

2.1.3.1 Das Gehirn als Konzertsaal

2.1.3.2 Motivation zum Musizieren

2.1.4 Musikalischer Generationenkonflikt

3 IMPROVISATION – VORÜBERLEGUNGEN

3.1 Freiheit, Gebundenheit und Bezogenheit

3.2 Improvisation – dynamische Sprache und präsentative Symbolsprache

3.3 Wirkungsräume, Zwischenräume und Zwischentöne (nach ECKHARD WEYMANN)

3.4 Einfall, Zufall, Laune, Gewohnheit und Methode (nach KARIN SCHUMACHER)

3.5 Interaktionelles Beziehungsgeschehen (nach ISABELLE FROHNE-HAGEMANN und KARIN SCHUMACHER)

4 MUSIKTHERAPIE MIT ALTEN MENSCHEN

4.1 Die therapeutische Beziehung zwischen Jüngeren und Älteren

4.2 „Heimatmusik“ – Biographische Aspekte

4.3 Methodische Aspekte: Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Vielfältigkeit

4.4 Empathie

4.5 Zielsetzungen: Potenziale musiktherapeutischer Kontaktangebote

4.6 Musiktherapeutische Interventionen und Techniken

4.6.1 Das EBQ-Instrument von SCHUMACHER & CALVET

4.6.1.1 Die Anwendung des EBQ-Instruments bei Menschen mit Demenz

4.6.1.2 Modus 0 (Kontaktlosigkeit und Abwehr)

4.6.1.3 Modus 1 (sensorischer Kontakt/Kontakt-Reaktion)

4.6.1.4 Modus 2 (Funktionalisierender Kontakt)

4.6.1.5 Modus 3 (Kontakt zu sich selbst/Selbsterleben)

4.6.1.6 Modus 4 (Kontakt zum Anderen/Intersubjektivität)

4.6.1.7 Modus 5 (Beziehung zum Anderen/Interaktivität)

4.6.1.8 Modus 6 (Begegnung/Interaffektivität)

4.6.1.9 Modus 7

4.6.2 Evaluation nach DAVID ALDRIDGE

4.7 Demenz – der Verlust des Selbst?

4.8 Improvisation in der Altenarbeit

4.8.1 Verunsicherungen und Fragen – unerhörtes Chaos

4.8.2 Ich bin = Ich spiele – Wege zur Improvisation

4.8.2.1 Methodische Überlegungen

4.8.2.2 Beständigkeit – Die Gleichförmigkeit der Elemente

4.8.3 Musik als Brücke und erwartungsfreie Wiederbelebung

4.8.4 Musikalische Gestaltung als dynamische Struktur und formschaffende Zeit

4.8.5 Emotionaler Ausdruck

4.8.6 Klangliche Gestaltung des Erlebens in der Improvisation

4.8.7 Musik als das „Wie“ des Lebens und Sterbens

4.8.8 Anwendungsfelder der Improvisation in der musiktherapeutischen Praxis

5 FRAGEBOGEN

5.1 Ergebnisse der Fragebogenerhebung

5.1.1 Ausbildung und musiktherapeutische Tätigkeit

5.1.2 Häufige Krankheitsbilder in der Musiktherapie

5.1.2.1 Altersdemenz

5.1.2.2 Morbus Parkinson

5.1.2.3 Apoplexie

5.1.2.4 Multiple Sklerose

5.1.2.5 Arthritis ("Gelenksentzündung")

5.1.2.6 Depressive Störungen

5.1.2.7 Hör- und Sehschwäche

5.1.3 Arbeitsweise

5.1.3.1 Setting, Frequenz und zeitliche Rahmenbedingungen

5.1.3.2 Begrifflichkeiten zur Arbeitsweise

5.1.3.3 Formen der Musik: Improvisation, Musik hören, Singen

5.1.3.4 Instrumentarium

5.1.3.5 Außermusikalische Materialien und/oder nicht-musiktherapeutische Techniken

5.1.3.6 Die Rolle des Verbalen

5.1.4 Therapieziele

5.1.4.1 Zusammenfassung und Gegenüberstellung der Therapieziele

5.1.4.2 Einfluss der Musik

5.1.5 Improvisation

5.1.5.1 Bedingungen

5.1.5.2 Improvisation: ja oder nein?

6 ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBETRACHTUNG

7 AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Bild der Improvisation in der musiktherapeutischen Arbeit mit alten Menschen und prüft, inwieweit dieses mit den Erfahrungen österreichischer MusiktherapeutInnen und Musiktherapie-Studenten übereinstimmt, um zu klären, welchen Beitrag Musiktherapie zur Lebensbewältigung im Alter leisten kann.

  • Historische und psychosoziale Entwicklung des Altersbildes
  • Musiktherapeutische Ansätze und Improvisationstechniken in der Geriatrie
  • Die Rolle der therapeutischen Beziehung und Empathie im Alter
  • Empirische Untersuchung zur aktuellen Praxis in Österreich
  • Spezifische Herausforderungen und Potenziale bei Demenzerkrankungen

Auszug aus dem Buch

4.8.1 Verunsicherungen und Fragen – unerhörtes Chaos

Laut HIPPEL & LAABS (in: TÜPKER & WICKEL, 2009) liegen viele Schwierigkeiten, die (ältere) Menschen mit der Improvisation haben, darin, dass diese sehr vielschichtig und offen ist.

Daher können folgende Verunsicherungen und Fragen enstehen:

Warum überhaupt improvisieren?

Wie geht das? Kann/Muss man das lernen oder kann das jeder?

Spielen wir einfach drauflos?

Und wenn es schief/unharmonisch/schrecklich klingt?

Kann dabei überhaupt etwas anderes herauskommen außer Chaos?

Zusammenfassung der Kapitel

DAS ALTER – EIN ANNÄHERUNGSVERSUCH: Untersuchung des historischen, ethnologischen, medizinischen und psychosozialen Wandels des Altersbildes über die Jahrhunderte.

MUSIK IM ALTER: Analyse der musikalischen Entwicklung, des Hörvermögens und der Stimme im Alter sowie der Bedeutung von Musizieren und Singen.

IMPROVISATION – VORÜBERLEGUNGEN: Theoretische Grundlagen der Improvisation als „Königsweg der Musiktherapie“ und deren Bedeutung als dynamische Sprache.

MUSIKTHERAPIE MIT ALTEN MENSCHEN: Darstellung therapeutischer Beziehungen, Methoden und spezifischer Instrumente, insbesondere mit Fokus auf Demenz.

FRAGEBOGEN: Empirische Untersuchung der Musiktherapie-Praxis in Österreich, deren Methoden und Zielsetzungen bei der Arbeit mit alten Menschen.

ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenführung der theoretischen Literaturanalyse mit den Ergebnissen der Fragebogenerhebung.

AUSBLICK: Reflexion über die Relevanz der gewonnenen Erkenntnisse und Impulse für zukünftige musiktherapeutische Forschung und Praxis.

Schlüsselwörter

Musiktherapie, Improvisation, Alter, Geriatrie, Weisheit, Biographiearbeit, Demenz, Psychosoziale Modelle, Lebensbewältigung, Musikgeragogik, Klinische Musiktherapie, Österreichische Musiktherapie, Ressourcenorientierung, Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle der Improvisation innerhalb der Musiktherapie in der Arbeit mit alten Menschen und vergleicht dazu die vorhandene Fachliteratur mit der praktischen Erfahrung österreichischer MusiktherapeutInnen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft historische, medizinische und psychosoziale Aspekte des Alters mit der spezifischen Anwendung von Musiktherapie, wobei ein Fokus auf demenziellen Erkrankungen und der Bedeutung der Improvisation liegt.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, herauszufinden, welchen Beitrag Musiktherapie zur sinnbringenden Lebensbewältigung und Neuorientierung im Alter leisten kann und wie das Bild der Improvisation in der Theorie und Praxis beschrieben wird.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die durch eine empirische Fragebogenuntersuchung unter österreichischen MusiktherapeutInnen ergänzt wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung des Alters, der Rolle der Musik im Alter, grundlegenden Ansätzen zur Improvisation sowie spezifischen musiktherapeutischen Interventionen bei Demenz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Musiktherapie, Improvisation, Alter, Geriatrie, Weisheit und Biographiearbeit.

Wie unterscheidet sich die therapeutische Herangehensweise bei Demenz?

Bei Demenz steht nicht die kognitive Richtigstellung im Vordergrund, sondern das Anknüpfen an erhaltene Fähigkeiten, das Schaffen von Sicherheit durch Rhythmus und die Verwendung von Musik als emotionalem Kommunikationskanal.

Welchen Stellenwert nimmt die Stimme ein?

Die Stimme wird in der Arbeit als das wichtigste Instrument in der Gruppentherapie mit dementen Menschen hervorgehoben, da sie direkt biographisch wirksam ist und oft als einziger Kanal für Kontakt bestehen bleibt.

Fin de l'extrait de 173 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Unerhört! Improvisieren mit alten Menschen oder Die Frage nach dem „Ungehörten“ als 'Via Regia' in der musiktherapeutischen Altenarbeit
Université
University of Music and Performing Arts Vienna  (Institut für Musik- und Bewegungserziehung sowie Musiktherapie)
Note
1,0
Auteur
Friederike Lahner (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
173
N° de catalogue
V176702
ISBN (ebook)
9783640981328
ISBN (Livre)
9783640981625
Langue
allemand
mots-clé
Musiktherapie Improvisation Alter Geriatrie Weisheit Biographiearbeit Altenarbeit Gerontologie Musik singen musizieren improvisieren alte Menschen Lieder Instrumente Einzeltherapie Gruppentherapie Musiktherapie in Österreich Fragebogen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Friederike Lahner (Auteur), 2011, Unerhört! Improvisieren mit alten Menschen oder Die Frage nach dem „Ungehörten“ als 'Via Regia' in der musiktherapeutischen Altenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176702
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Extrait de  173  pages
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