Effektivität von Validation bei herausforderndem Verhalten von dementiell erkrankten Menschen

Eine Literaturstudie


Hausarbeit, 2010
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1 Einleitung

2 Hintergrund

3 Methode
3.1 Vorgehen
3.2 Deutsch- und englischsprachige Recherche
3.2.1 Online Recherche in Bibliothekskatalogen
3.2.2 Online Recherche in Literaturdatenbanken
3.2.3 Handsuche in Bibliotheken
3.3 Auswahlkriterien

4 Ergebnisse
4.1 Systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration
4.2 HTA-Bericht des DIMDI
4.3 Literaturanalyse nationaler und internationaler Forschungsarbeiten
4.4 Fall-Kontroll-Studie

5 Ergebnisdiskussion

6 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Abstract

With regard to evidence based nursing, scientifically established insights have to subs- tantiate the evidence of care interventions. The objective of this literature research is to analyze the evidence of validation concerning the challenging behavior of people suffer- ing from dementia, known as 'BPSD' (behavioral and psychological symptoms of de- mentia). This analysis includes systematic reviews, a HTA and a case-control study. Though there were many variations in design and in result recording from Study to Study it was possible to show, maybe not with the highest evidential level, that Valida- tion therapy can have positive results in certain domains. After all it is not possible to pass out an established statement concerning the effectiveness of Validation therapy on BPSD with the Studies which are published so far.

Im Rahmen der Evidenzbasierung in der Pflege, müssen wissenschaftlich fundierte Er- kenntnisse zur Verfügung stehen, welche die Evidenz pflegerischer Interventionen bele- gen. Ziel dieser Literaturrecherche ist es, die Evidenz von Validation auf das sogenannte herausfordernde Verhalten dementiell erkrankter Menschen, das unter dem Begriff „BPSD“ (behavioral and psychological symptoms of dementia) bekannt ist, zu untersu- chen. Dazu werden Systematic Reviews, ein HTA-Bericht und eine Fall-Kontroll Studie herangezogen. Trotz erheblicher Abweichungen im Studiendesign, sowie in der Ergeb- niserfassung der vorgestellten Arbeiten, lassen sich, obwohl mit mäßiger Evidenz, in bestimmten Bereichen positive Resultate mit einer Validationstherapie feststellen. Eine fundierte Aussage zur Wirksamkeit des Validationskonzeptes auf BPSD lässt sich mit den bisher zu diesem Thema veröffentlichten Studien jedoch nicht treffen.

1 Einleitung

In Deutschland leben gegenwärtig etwa 1,2 Millionen an Demenz erkrankter Menschen. Jährlich kommen 250.000 Neuerkrankungen hinzu. Die Zahl der Demenzkranken wird nach Schätzungen bis zum Jahr 2050 auf mehr als 2 Millionen steigen (vgl. BMFSJ 2009). Im Zuge dieser Entwicklung steigt auch die Anzahl dementiell erkrankter Patien- ten im Krankenhaus, die zumeist nicht aufgrund ihrer Demenz, sondern wegen anderer Erkrankungen stationär behandelt werden (vgl. Kleina 2007, S. 6). Kleina et al. schätzen die Größenordnung aufgrund verschiedener Untersuchungsbefunde derzeit wenigstens bei 10% ein. Die Ergebnisse empirischer Studien zeigen, dass es während eines Kran- kenhausaufenthaltes Demenzkranker, neben weiteren gravierenden Problemen und Fol- gen, häufig zu einem vermehrten Auftreten problematischer Verhaltensweisen kommt (vgl. Wingenfeld 2005, S. 6). Dabei sehen Pflegekräfte in Allgemeinkrankenhäusern bei sich selbst fachliche Defizite und fühlen sich häufig überfordert im Umgang mit demen- tiell erkrankten Patienten (Rohrbach 2006). Herausforderndes Verhalten dementiell Er- krankter, darunter werden verhaltensbezogene und psychologische Symptome der De- menz verstanden und unter dem Begriff „BPSD“ (behavioral and psychological symp- toms of dementia) gebündelt (vgl. Halek 2006, S. 21), fordert die Pflegekräfte in einer ganz besonderen Weise heraus. Pflegende sind mit Konzepten zur Verbesserung der Kommunikation und zum Umgang mit demenzbedingten Verhaltensweisen, welche in den letzten Jahren im Heimbereich vermehrt Anwendung finden, noch wenig vertraut. Es stellt sich die Frage, welche Konzepte, beziehungsweise Methoden, im Kranken- hausbereich sinnvoll erscheinen. Im Rahmen der Evidenzbasierung in der Pflege, sollen wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse zur Verfügung stehen, welche die Evidenz pflegerischer Interventionen belegen. Das Konzept der Validation wird der Pflege im Krankenhaus als wichtige Methode im Umgang mit emotionalen Belastungen oder psychomotorischer Unruhe empfohlen (Höchst/Micka 2000) und kann ohne strukturelle Veränderungen im Versorgungsalltag angewendet werden. Anhand einer systemati- schen Literaturrecherche unter der Fragestellung: „Wie effizient ist das Konzept der Validation im Umgang mit dementiell erkrankten Patienten mit herausforderndem Ver- halten?“, wird die Effektivität von Validation auf ihre Evidenz hin analysiert, um die Empfehlung des Validationskonzeptes zu hinterfragen, weil sie in der wissenschaftli- chen Diskussion durchaus umstritten ist (vgl. u.a. Halek 2006). Die Anwendbarkeit von Validation im Kontext Allgemeinkrankenhaus ist aufgrund der Begrenztheit der vorlie- genden Arbeit nicht Bestandteil der Recherche, allerdings ist es ohnedies erforderlich vorausgehend zu untersuchen, inwiefern Validation in jeglichen Kontexten Wirkungen in Bezug auf das Verhalten dementiell Erkrankter zeigt.

Die vorliegende Arbeit beginnt mit einem kurzen Hintergrund zu Validation. Anschließend wird die Methode der Recherche dargestellt und folgend die relevantesten Publikationen sowie ihre Ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Abschließend wird aus den vorliegenden Ergebnissen eine Schlussfolgerung gezogen.

2 Hintergrund

Ursprünglich wurde das Konzept der Validation von Naomi Feil zwischen 1963 und 1980 für sehr alte Menschen mit kognitiven Einschränkungen entwickelt. Mit der Zeit behauptete es sich vor allem im Umgang mit Demenz- beziehungsweise Alzheimer Er- krankten. Nach Feil können Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen in eine von vier Stadien der Desorientierung eingestuft werden. Validation ist laut Feil „eine Ent- wicklungstheorie für sehr alte, nicht orientierte Menschen, eine Methode ihr Verhalten einzuordnen, eine spezifische Technik, die diesen Menschen hilft, durch individuelle Validation und Validations-Gruppen ihre Würde wiederzugewinnen“ (vgl. Feil 2002). Bedeutende Ergebnisse der jahrzehntelangen Untersuchungen von Naomi Feil zur Wir- kung von Validation sind: „verstärkte soziale Kontrolle, sich wiederholende Bewegun- gen (Schreien, Auf- und Abgehen, Schlagen) nehmen ab, die Aggression sinkt, es sind weniger chemisch und physikalische Zwangsmittel erforderlich, Stress sowie Burnout beim Pflegepersonal kann durch Validation vermindert werden“ (vgl. Feil 2002).

Die Integrative Validation, wurde in den 1990iger Jahren von Nicole Richard im Rahmen einer fünfjährigen Bundesarbeitsgruppe konzipiert und kann als eine methodische Weiterentwicklung der Validation nach Feil gesehen werden. Richards hat einen praxisorientierten Ansatz entwickelt und integriert die Validation in ein ganzheitliches Pflegekonzept (vgl. Grond 2005).

3 Methode

3.1 Vorgehen

Um die Effektivität von Validation bei Menschen mit dementieller Erkrankung jeglicher Art und kognitiven Einschränkungen beurteilt zu können, wurde nach Publikationen über die Effekte von Validation beziehungsweise Validationstherapie, Validationsmethode und Validationskonzept, auf das Verhalten von Menschen mit Demenz, der Jahre 2000-2009 gesucht. Vorwiegend wurde nach Systematischen Übersichtsarbeiten, RCTs und Studien mit angemessenem Design recherchiert.

3.2 Deutsch- und englischsprachliche Recherche

Um einen Überblick der publizierten Literatur zu erhalten, wurde zunächst mit den Suchbegriffen „Demenz“ und/oder „Validation“ gesucht. Die Treffer waren sehr umfas- send, beziehungsweise unspezifisch, daher wurde anschließend zudem mit folgenden Schlagwörtern in unterschiedlichsten Kombinationen mit Hilfe Boole`scher Operatio- nen und auch unter Gebrauch von Trunkierungen recherchiert: „Alzheimer“, „Validati- ons -therapie, -konzept, -methode, -ansatz“, „VT“, „emotionsorientiert“, „psycholo- gisch“ „Pflege“, „Intervention“, „N. Feil“, „N. Richard“ „BPSD“, „herausforderndes Verhalten“.

Die zunächst benutzten englischsprachigen Suchbegriffe waren „dementia“ und/oder „validation“. Die Trefferquote war relativ hoch und beinhaltete, weil der Begriff „vali- dation“ mehrere Bedeutungen besitzt, auch viele Artikel die keineswegs zur For- schungsfrage passten. So wurde den englischen Suchbegriffen die Wörter „care“ und/ oder „nursing“ hinzugefügt um pflegerelevante Ergebnisse zu erhalten. Zudem wurde mit den Begriffen: „therapy“, „dementia sufferer“, „dementia patient“, „interventions“ „challenge“, „BPSD“ und „behaviour“ in verschiedensten Kombinationen gesucht. Anschließend wurden die Treffer auf Passgenauigkeit überflogen und die wichtigsten Artikel später in der Teilbibliothek der Fachhochschule Hannover Fakultät V Diakonie, Gesundheit und Soziales oder der Medizinischen Hochschule Hannover gesichtet.

3.2.1 Online Recherche in Bibliothekskatalogen

Um im Bezug auf die Forschungsfrage relevante Buchveröffentlichungen zu finden wurde zunächst im Katalog der Fachhochschule Hannover, dem OPAC (Online Public Access Catalog), im HOBSY (Lokales Bibliothekssystem Hannover) sowie im GVK (Gemeinsamer Verbund Katalog) und GBV (Gemeinsamer Bibliotheksverbund), sowie allgemein im Internet über Google Bücher nach Schlagwörtern in Titeln und über inde- xierte Schlagwörter gesucht. Die aussagekräftigen Titel konnten in der Bibliothek der Fachhochschule Hannover oder der Medizinischen Hochschule Hannover gesichtet werden.

3.2.2 Online Recherche in Literaturdatenbanken und Zeitschrif- tenbibliotheken

Die Recherche in Literaturdatenbanken erfolgte in allen gängigen medizinischen, pfle- gerischen und psychologischen Onlinedatenbanken. Insbesondere in den Datenbanken: CareLit (Literaturdatenbank für Management und Pflege), GeroLit (Der Online-Katalog der DZA-Bibliothek), PubMed, HECLINET (Health Care Literature Information Net- work), Psyndex, Psycinfo und DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumenta- tion und Information) unter Einbezug der folgenden Datenbanken: Medline, Cochrane Library, Cochrane Database of Systematic Reviews, Springer-Verlagsdatenbank, Thie- me Verlagsdatenbank und Thieme PrePrint. Zusätzlich wurde über Google und Google Scholar mit den gleichen Stichwörtern gesucht, um eine Abdeckung auch außerhalb der Fachdatenbanken sicherzustellen. Nach der systematischen Sichtung der gefundenen Veröffentlichungen in der Bibliothek der Medizinischen Hochschule Hannover wurden auch deren Literaturverzeichnisse ausgewertet („Schneeballverfahren“).

Über die EZB (Elektronische Zeitschriftenbibliothek) wurde in pflege-, psychiatrisch und geriatrisch- relevanten Zeitschriften recherchiert, um auch die Beiträge in die Re- cherche einzubeziehen, die nicht in den Online-Datenbanken erfasst werden. Außerdem wurde auch auf den Internetseiten verschiedener Zeitschriften und Journale recherchiert. In folgenden Zeitschriften wurden die Inhaltsverzeichnisse ab dem Jahr 2000 nach ent- sprechenden Titeln durchsucht: „Pflege“, „Pflegewissenschaft“, „Pflege & Gesell- schaft“, „Archives of Gerontology and Geriatrics“, „Geriatrics & Gerontology Interna- tional“, „International journal of geriatric psychiatry“, „Journal of Gerontological Nur- sing“, „Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie“, „Zeitschrift für Psychiatrie, Psycho- logie und Psychotherapie“.

3.2.3 Handsuche in Bibliotheken

Zunächst wurde in der Bibliothek der Medizinischen Hochschule Hannover sowie der Teilbibliothek Diakonie, Gesundheit und Soziales der Fachhochschule Hannover diejenigen Zeitschriften gesichtet, in denen mit Hilfe der online Recherche relevante Artikel gefunden wurden. Zudem wurde in weiteren Pflegezeitschriften der Jahrgänge 2000 - 2009 gesucht: „Die Schwester/Der Pfleger“ und „Pflege Zeitschrift“. Die Inhaltsverzeichnisse wurden nach denen in der deutsch- und englischsprachigen Recherche beschriebenen Suchbegriffen durchgesehen.

3.3 Auswahlkriterien

Es konnten 9 deutsch- und englischsprachige Forschungsarbeiten identifiziert werden, wovon vier im Kontext dieser Arbeit relevant scheinen. Zwei der ausgewählten Arbeiten sind Systematic Reviews, beziehungsweise systematische Übersichtsarbeiten, eine Publikation ist ein HTA-Bericht im Auftrag der Bundesregierung über DIMDI. Eine Studie in Form einer Fall-Kontroll-Studie wurde, obwohl nicht randomisiert und deshalb befangenheitsgefährdet, aufgrund ihres angemessenen Designs und nachvollziehbarer statistischer Auswertungsmethoden ausgewählt.

4 Ergebnisse

4.1 Systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration

Über die Suchkombination „validation“, „dementia“ und „therapy“ in der Cochrane Library, beziehungsweise Cochrane Database of Systematic Reviews wurde die syste-matische Übersichtsarbeit (Systematic Review) „Validation therapy for dementia“ von den Autoren Neal und Wright gefunden.

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Effektivität von Validation bei herausforderndem Verhalten von dementiell erkrankten Menschen
Untertitel
Eine Literaturstudie
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V176951
ISBN (eBook)
9783640983612
ISBN (Buch)
9783640983773
Dateigröße
917 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demenz, Validation, Evidence-Based Nursing, EBN, Pflege
Arbeit zitieren
Sandra Mehmecke (Autor), 2010, Effektivität von Validation bei herausforderndem Verhalten von dementiell erkrankten Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176951

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