Onlinespiele als eine Form moderner Mediennutzung bei Jugendlichen


Seminararbeit, 2007

30 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Begriffsklärung
1.2 Die Bedeutung des Internet (für Jugendliche)

2 Formen der Interaktion im Internet
2.1 Asynchrone Kommunikation im Internet
2.1.1 Unidirektionale (asynchrone) Kommunikation
2.1.2 Bidirektionale (asynchrone) Kommunikation
2.2 Synchrone Kommunikation im Internet
2.3 Onlinespiele und Kommunikation

3 Browserbasierte Spiele

4 Ego-Shooter
4.1 Die Entstehung des Ego-Shooters
4.2 Shooter im sozialen Blickfeld

5 Massively Multiplayer Online Games

6 Weniger verbreitete Onlinespielarten
6.1 MUDs
6.2 Onlinecasinos und Pokerräume
6.3 Rundenbasierte Spiele per E-Mail

Abbildungsverzeichnis

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Begriffsklärung

Kommunikation im Internet

Der Begriff der Kommunikation im Internet, der in ähnlichen Studien gängig ist und auch in dieser Arbeit wiederholt auftreten wird, ist nicht besonders günstig gewählt, da er nicht eindeutig ist.

Das Internet als solches besteht weitestgehend aus Computern, die durch Netzwerke miteinander in Kontakt stehen. Aus diesem Grund kann der o.g. Terminus die Kommunikation zwischen den einzelnen Computern meinen. In computerwissenschaftlichem Zusammenhang ist dies sogar eine übliche Aus- drucksweise.

In den Geisteswissenschaften und überall dort, wo es vorrangig um den Menschen anstatt Computersysteme geht (ebenso in der vorliegenden Arbeit), ist damit etwas anderes gemeint, nämlich die Kommunikation zwischen ver- schiedenen Menschen, die mit Hilfe des Internet, bzw. den Computern, die per Internet miteinander verbunden sind, stattfindet: computervermittelte Kom- munikation[1].

1.2 Die Bedeutung des Internet (für Jugendliche)

Seit etwa 1993 hat das Internet sowohl schnell, als auch bedeutend an kultureller Bedeutung gewonnen[2].

Ein Werbespot ohne www-Adresse zum Weiterinformieren ist kaum noch denkbar. Ebenso bieten alle grossen Zeitungen auf ihrer Webseite die Schlag- zeilen zum online[3] Lesen an. Politische Parteien benutzen ihre Webseiten als eines der grössten Medien, um über sich zu informieren. Gerade junge Leute sollen hiermit angesprochen werden, da diese oft zum Nichtwählen tendieren. Es ist mittlerweile möglich, über das Internet fernzusehen, sogar einzukaufen. Vom täglichen Bedarf an Lebensmitteln über Antiquitäten bis hin zu Einfa- milienhäusern sind dem Handel im Internet keine Grenzen gesetzt. Auch das Verkaufen ist z.B. bei Ebay[4] oder Amazon[5] an der Tagesordnung. Ebenso bie- tet das Internet ein breites Spektrum an Spielmöglichkeiten, die Nachbildung bzw. Verlegung traditioneller Brettspiele auf Internetplattformen ist dabei nur ein sehr kleiner Teil.

Nicht besonders kompliziert ist es auch, sich als Privatperson eine eigene Internetpräsenz zu schaffen. Wie diese aussieht, liegt allein beim Inhaber der entsprechenden Seite, wodurch es nicht immer einfach ist, am Schein einer Seite das Sein richtig zu erkennen.

Inzwischen ist es sogar möglich, ein zweites, virtuelles Leben in fiktiver Umgebung zu leben[6]. Der Traumberuf kann hier ergriffen werden, vermasselte Chancen können hier erneut angegangen werden, einer experimentellen Le- bensplanung steht nichts mehr im Wege. Alles, was es im wirklichen Leben gibt, gibt es dort auch, eine Währung, Berufe, Freunde, Städte- und Land- Strukturen, Firmen und ironischerweise sogar virtuelle online-Aktivitäten. Da die virtuelle Währung in US-Dollar konvertiert werden kann, erfordert die Mit- gliedschaft die Volljährigkeit. Da Simulation eines zweiten Lebens eine starke Anziehungskraft auf junge Menschen ausübt, gibt es eine Variante für Min- derjährige[7], in der ein Basisaccount kostenlos ist. Nur für erweiterte Funktio- nen wie Landeigentum und darauf wirtschaftliche Aufbaumöglichkeiten muss ein monatlicher Beitrag gezahlt werden.

Neben der scheinbar endlosen Menge an Informationen, auf die mit Hil- fe des Internet zugegriffen werden kann, ist die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen über das Internet ein wesentlicher Punkt. Hierbei ist es zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch naheliegend, dass beide Gesprächspart- ner sich nicht unbedingt kennen müssen, um Smalltalk, wissenschaftliche oder auch intime Gespräche zu führen. Da 62% der deutschen Haushalte einen In- ternetzugang haben[8], werden diese Möglichkeiten auch viel genutzt. Auf diese Weise hat sich das Internet zu einem wichtigen Kommunikationsmedium eta- bliert und steht dem Brief oder dem Telefon in nichts nach. Ein Teil dieser traditionellen Medien lässt sich sogar komplett durch das Internet ersetzen, das ist oft nur eine Geschmacksfrage.

Das Internet unterliegt schnellem Wandel und ist sehr technikgebunden, zusätzlich liefert es eine Unmenge an Kommunikationsmöglichkeiten, Möglichkeiten zur Selbstdarstellung und nicht zu vergessen mannigfaltige Möglichkeiten, seine Freizeit auf interessante Weise zu füllen. Diese Aspekte machen das Internet oft zum Medium Nummer 1 bei Jugendlichen. Keinen ICQ-Account[9] zu haben, nicht zu wissen, was ein Chat-Room[10] ist oder youtube[11] nicht zu kennen gehört bei jungen Menschen der Vergangenheit an.

2 Formen der Interaktion im Internet

Da es in dieser Arbeit vorrangig um das Internet als Unterhaltungsmedium (in Form von Spielen) geht, muss zuerst erläutert werden, dass es verschiedene Kategorien der Interaktion im Internet gibt, da diese bei Spielen verschiedenster Art Anwendung finden.

Grob werden zwei Kommunikationsarten im Internet unterschieden, die asynchrone (zeitversetzte) und die synchrone (zeitgleiche) Kommunikation.

2.1 Asynchrone Kommunikation im Internet

Asynchrone Kommunikation bedeutet, dass eine Nachricht nicht unbedingt so- fort beim Adressaten ankommt, sondern in einer Art Sammelstelle zwischen- gelagert wird. Der Empfänger ist selbst dafür verantwortlich, regelmässig diese Sammelstelle zu überprüfen, ob es neue Nachrichten für ihn gibt. Ein Beispiel für asynchrone Kommunikation, losgelöst vom Internet, ist z.B. der Brief. Der Briefkasten an der Tür ist hier die Sammelstelle, die regelmässig geleert werden muss.

Es ist jedoch nicht immer möglich auf dem gleichen Kommunikationsweg zu antworten, deshalb ist es erforderlich, die asynchrone Kommunikation im Internet erneut zu unterteilen.

2.1.1 Unidirektionale (asynchrone) Kommunikation

Man spricht von unidirektionaler Kommunikation, wenn der Empfänger einer Nachricht für eine Antwort auf ein anderes Medium ausweichen muss, oder aber ihm die Möglichkeit zur Antwort gänzlich verwehrt bleibt. Das Veröffentlichen einer Zeitung ist z.B. unidirektional, da es, um eine Antwort zu schreiben, erforderlich ist, auf den Brief umzusteigen, was ein anderes Kommunikations- medium darstellt.

Im Internet gibt es die folgenden asynchronen, unidirektionalen Kommunikationsmittel:

- E-Mail[12] ohne Absender

Eine E-Mail ist das Kommunikationsmittel im Internet, welches dem herkömmlichen Brief am ähnlichsten ist. Analog wird eine Adresse benötigt, in diesem Fall eine E-Mail-Adresse. Diese setzt sich aus ei- nem frei wählbaren Bereich, einem festgelegten Sonderzeichen, dem @-Symbol, und einer Serverbezeichnung, bei welchem sein Postfach[13] liegt, zusammen. Im Allgemeinen haben E-Mails einen Bereich, in den Empfängeradressen eingetragen werden, eine Absenderadresse und meh- rere hier nicht näher betrachtete Zusatzinformationen. Unter bestimmten Umständen ist es möglich eine E-Mail zu versenden, ohne dass der Ab- sender seine Adresse in der E-Mail hinterlässt. Mit etwas Engagement ist es sogar möglich, die in der E-Mail angezeigte Absenderadresse zu ändern, also zu fälschen.

Wenn eine E-Mail ohne Absender versendet wird, gibt es im Allgemeinen für den Empfänger keine Antwortmöglichkeit.

- Das WWW[14]

Der Begriff des WWW ist so dominierend, dass viele Menschen immer wieder fälschlicherweise das WWW mit dem Internet gleichsetzen.

Das WWW ist das Netzwerk, welches aus den unzähligen Web-Seiten und deren Verlinkung miteinander, entsteht. Es ist aus diesem Grund so umfangreich, dass die Grösse schwer abzuschätzen ist, aber mit Hil- fe der Links ist es dem Benutzer möglich, mit wenig Schwierigkeiten durch diesen Raum zu manövrieren. Diese Links bilden sozusagen die Intelligenz des Internet, eine Struktur, die der des menschlichen Gehirns tatsächlich recht ähnlich ist. So organisiert sich dieses Netz an Informa- tionen selbst[15].

- FTP[16]

FTP wird oft verwendet, wenn beliebige Dateien über das Internet ko- piert werden sollen. Auf der Gegenseite ist kein Mensch, sondern ein FTP-Server, der entweder Dateien annimmt oder bereit stellt zum Ko- pieren. Es ist ein einfaches Protokoll, mit wenig Komfort, aber universell einsetzbar.

2.1.2 Bidirektionale (asynchrone) Kommunikation

Bei bidirektionaler Kommunikation ist der Sender und der Empfänger einer Nachricht vertauschbar, d.h. sie haben beide Rollen gleichzeitig inne. Hier ist es möglich auf dem gleichen Medium, über welches eine Information empfangen wurde, auch zu antworten. Der normale Briefwechsel ist ein Beispiel dafür, da das Medium das gleiche ist, auch wenn es zeitlich versetzt ist.

Folgende bidirektionale (und asynchrone) Kommunikationswege gibt es im Internet:

- E-Mail

Eine normale E-Mail hat einen Sender und einen Empfänger, und beides wird in der E-Mail auch angezeigt. Es ist also kein Problem, auf eine E- Mail ebenso mit einer E-Mail zu antworten. Der Kommunikationspartner muss nicht mit dem Internet verbunden sein, lediglich beim Abschicken der E-Mail und beim Abrufen seines Postfaches muss eine Internetver- bindung vorhanden sein. Das Schreiben der E-Mail kann auch offline[17] stattfinden. Das Postfach allerdings liegt in der Regel auf einem Server im Internet. Ohne eine entsprechende, wenigstens kurzzeitige, Internetverbindung ist es nicht möglich, an seine E-Mails zu kommen.

- E-Mail Verteiler

Ein E-Mail Verteiler funktioniert analog zur normalen E-Mail mit dem Unterschied, dass es hier nicht nur einen, sondern mehrere Empfänger geben kann. Die Adresse des Absenders ist ebenfalls ersichtlich, was eine Antwort auch hier im Normalfall möglich macht.

- Das Usenet[18]

Im Usenet kann über jedes erdenkliche Thema diskutiert werden. Die Bei- träge der einzelnen Teilnehmer werden in Form von E-Mails formuliert, die alle öffentlich lesbar sind. Hier gibt es bestimmte Verhaltensrichtlini- en. Durch die Vielfalt der Inhalte findet man zu fast jedem Thema meh- rere Diskussionsbeiträge. Das wohl bekannteste Beispiel für eine solche Organisation im Usenet ist www.groups.google.de. Manche Webseiten stellen solche Diskussionsforen ebenfalls zur Verfügung. Teilweise frei für alle Internetnutzer, teilweise aber auch nur für Mitglieder der Webseite. Eine solche Diskussionsgruppe wird auch Webboard genannt. Eine an- dere Bezeichnung für das Usenet ist Newsnet, da häufig auch aktuelle Themen diskutiert oder an Interessierte verteilt werden.

- Mailinglisten

Mailinglisten sind eine etwas veränderte Form von E-Mail-Verteilern. Der Unterschied besteht darin, dass hier jedes Mitglied, also jeder der Empfänger einer E-Mail, auch an die gesamte Gruppe eine E-Mail schreiben kann. So entsteht hier ebenfalls eine Unterhaltung, an der jeder teilnehmen kann und sämtliche Beiträge per E-Mail bekommt. Die zustandekommende Diskussion ist hierbei nicht öffentlich.

2.2 Synchrone Kommunikation im Internet

Im Gegensatz zur asynchronen Kommunikation im Internet gibt es eine gan- ze Reihe Kommunikationsformen, bei denen die Teilnehmer zeitgleich mit- einander agieren. Losgelöst vom Computer entspräche das der Face-to-Face- Kommunikation, bei der sich die Gesprächspartner gegenüber stehen und sich unterhalten. Nur, dass bei der computervermittelten synchronen Kommunika- tion der reale Gesprächspartner durch den Computer ersetzt wird.

Die folgenden Medien im Internet gibt es, die eine synchrone Kommunikation ermöglichen.

- Instant Messaging[19]

Beim IM werden die Tastatureingaben der Teilnehmenden direkt auf dem Monitor des Gegenüber angezeigt. Es kommt eine andere Art des Ge- sprächs zustande. Das Instant Messaging wird auch als Chat bezeichnet, wobei die damit verbundene Aktivität chatten heisst. Das wohl bekann- teste IM-Programm ist ICQ. Es gibt aber noch viele andere.

- IRC[20]

Das IRC ist eine erweiterte Form des Chat, denn hier ist es möglich, an mehrere Teilnehmer zugleich Nachrichten zu senden. Manche Webseiten bieten auch sogenannte Chaträume an, in denen virtuell mit verschiedenen Teilnehmern gechattet werden kann.

- VoIP[21]

VoIP ist die gängige Abkürzung für die IP- bzw. Internettelefonie. Mit spezieller Soft- und Hardware ist es möglich, ein Telefonat über das Internet zu führen. Mit zusätzlicher Webcam[22] ist eine parallele Bildübertragung möglich, eine Art Bildtelefon.

- Broadcast[23]

Das Fernsehen über das Internet ist mit entsprechender Soft- und Hard-ware moglich.

[...]


[1] Batinic, Bernad: Internet für Psychologen, S. 268 (entsprechendes Kapitel geschrieben von Döring, Nicola)

[2] Döring, Nicola: Sozialpsychologie des Internet, S. 27 ff

[3] englisch: online = verbunden, analog dazu: offline = nicht verbunden; Diese beiden Begriffe werden allgemein verwendet, um eine Verbindung zum Internet zu spezifizieren.

[4] www.ebay.de, Internetplattform um (fast) alle denkbaren Artikel zu kaufen und zu verkaufen

[5] www.amazon.de, Online-Versandhandel, bei der auch private Leute Artikel verkaufen können

[6] www.secondlife.com

[7] teen.secondlife.com

[8] ARD/ZDF Onlinestudie Mai 2007

[9] Programm zum chatten, zum online unterhalten; www.icq.com ist nur eine von vielen Chat-Protokollen.

[10] virtueller online-Raum, in dem die Personen miteinander Gespräche führen|

[11] www.youtube.com, Internetplattform um Videoclips aller Art zu tauschen

[12] englisch: electronic mail = elektronischer Brief

[13] häufig Inbox genannt, der eigene Briefkasten für E-Mails

[14] englisch: world wide web = weltweites Netz

[15] Ein Beispiel hierfür ist die Suchmaschine www.google.de, die weniger auf Inhalte, viel- mehr aber auf die gegenseitige Verlinkung von Webseiten schaut. Diese ist oft aussagekräfti- ger.

[16] englisch: file transfer protocol = Datei-Transfer-Protokoll

[17] siehe Fussnote zu online

[18] englisch: usenet = Benutzernetz

[19] englisch: instant messaging = sofortiges Mitteilen

[20] englisch: internet relay chat = Internet-verkabelter Chat

[21] englisch: voice over internet protocol = Stimme über Internetprotokoll

[22] englisch: webcam = Netzkamera

[23] englisch: broadcast = ausstrahlen, übertragen

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Onlinespiele als eine Form moderner Mediennutzung bei Jugendlichen
Hochschule
Universität Potsdam
Autor
Jahr
2007
Seiten
30
Katalognummer
V177139
ISBN (eBook)
9783640986323
ISBN (Buch)
9783640986187
Dateigröße
891 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medien, medienpädagogik, pädagogik, onlinespiele, computerspiele
Arbeit zitieren
Bertram Becker (Autor), 2007, Onlinespiele als eine Form moderner Mediennutzung bei Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177139

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Onlinespiele als eine Form moderner Mediennutzung bei Jugendlichen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden