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Au Mazarin!

Die Bürgerkriegschronik des Guillaume Tronson (Paris, 1649) und ihre Bedeutung für die Sprache der ausgehenden französischen Vorklassik (1500-1650)

Title: Au Mazarin!

Academic Paper , 2026 , 368 Pages

Autor:in: Volker Mecking (Author)

French Studies - Linguistics
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Die Bügerkriegschronik des Guillaume Tronson (Paris, 1649) ist eine sprachhistorisch unerforschte Quelle. Unsere Studie beweist auf Basis des Französischen Etymologischen Wörterbuches (FEW) die besondere Bedeutung des Wortschatzes für die Geschichte der ausgehenden französischen Vorklassik (1500-1650).

Hierbei finden nicht nur die fast zweihundert Erstbelege zum FEW, sondern auch die zahlreichen fachsprachlichen Register (Heerwesen, Festungswesen, Recht, usw.) eine besondere Berücksichtigung. Auch die zahlreichen Lehnwörter besonders italienischer Provenienz werden in extenso erfasst. Der Gewinn für die Geschichte des vorklassischen Wortschatzes ist mehr als beachtlich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

HISTORISCHER KONTEXT

ZUR KRITISCHEN TEXTAUSGABE

GUILLAUME TRONSON, DER VERFASSER DES TAGEBUCHES

DAS BÜRGERKRIEGSTAGEBUCH VON 1649

ZUR WORTSCHATZSTUDIE

LEXIKALISCHER TEIL

SYNTHESE

BIBLIOGRAPHIE

LEXIKALISCHER INDEX

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Arbeit von Volker Mecking besteht darin, das sprachgeschichtliche Potenzial der Bürgerkriegschronik von Guillaume Tronson aus dem Jahr 1649 tiefgehend zu untersuchen und anhand einer detaillierten Wortschatzstudie die volkstümliche französische Umgangssprache der ausgehenden Vorklassik zu erforschen.

  • Analyse des historischen und politischen Hintergrunds der Fronde in Frankreich
  • Kritische Würdigung der editorischen Textausgabe des Manuskripts der British Library
  • Biografische Einordnung des Verfassers und Oberstleutnants Guillaume Tronson
  • Untersuchung des Kriegstagebuches als historisches und linguistisches Zeugnis
  • Umfangreiche lexikalische Studie im Sinne der Schule von Walther von Wartburg mit zahlreichen Erstbelegen und Vordatierungen

Auszug aus dem Buch

HISTORISCHER KONTEXT

Die Fronde hatte ihre Ursachen hauptsächlich in den sozialen und politischen Entwicklungen in Frankreich während der Regierungszeit Ludwigs XIII. (1610–1643), als dessen erster Minister Kardinal Richelieu (1585–1642) seit 1624 fungierte. Sie stellte eine der schwersten Krisen der Monarchie vor der Revolution von 1789 dar. Richelieu verfolgte zunächst das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zu stärken und danach zu einer aggressiveren Außenpolitik überzugehen. Dafür war in erster Linie ein stabiles Finanzsystem unerlässlich. Das bisherige System zur Steuereintreibung durch die oft dem Hochadel angehörigen Provinzgouverneure hatte sich mit der Zeit als ineffektiv erwiesen. 1634 entsandte Richelieu deshalb Intendanten in die Provinzen, die den Vorteil hatten, der Krone direkt zu unterstehen und über alle Vollmachten zur Steuereintreibung verfügten. Die Einführung der Intendanten hatte zur Folge, dass die traditionellen finanziellen Instanzen bis 1642 allmählich abgeschafft wurden. Der in diesem Bereich amtierende Amtsadel verlor somit an Prestige und Einkommen und wurde folglich zu einem offenen Gegner dieser neuen Steuerpolitik. Als dann auch der vermögende Amtsadel ins Visier des auf Geldbeschaffung fixierten Systems geriet, kam es zu einem verhängnisvollen Ungleichgewicht, das durch die Regentschaft, traditionell Schwächephase jeder Monarchie, begünstigt wurde. Immer stärker wurde der Widerstand innerhalb der sogenannten Fronde, einer mehrheitlich adligen Opposition, gegen die (vor)absolutistische Monarchie und die als ungerecht empfundene königliche Steuerpolitik. Mit Frankreichs Eingreifen in den Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) und dem Beginn des Französisch-Spanischen Krieges (1635–1659) stiegen die Militärausgaben rasant. Sie lagen 1624, als Richelieus zum Ersten Minister aufstieg, noch bei 4,6 Millionen Taler, stiegen jedoch nach Frankreichs Kriegserklärung an Spanien 1635 auf 16,5 Millionen Taler und erreichten 1643 nach dem Tod des Kardinals 19,4 Millionen Taler. Die Kriegsausgaben wurden vor allem durch die Erhöhung der sogenannten Taille, der einzigen direkten Steuer, gedeckt, da eine Ausweitung der Besteuerungsbasis zu zeitraubend gewesen wäre und die Gefahr innerer Unruhen in sich trug.

Zusammenfassung der Kapitel

HISTORISCHER KONTEXT: Beleuchtet diesozialen, politischen und finanziellen Krisen Frankreichs während der Regierungszeit Ludwigs XIII. und der Regentschaft, die schließlich zur Aufstandsbewegung der Fronde führten.

ZUR KRITISCHEN TEXTAUSGABE: Analysiert die 2003 erschienene kritische Edition der Mémoires von Guillaume Tronson und kritisiert das Fehlen einer adäquaten lexikalischen Aufarbeitung durch die Herausgeber.

GUILLAUME TRONSON, DER VERFASSER DES TAGEBUCHES: Fasst die spärlichen historischen Überlieferungen über den Verfasser, seine familiäre Herkunft und seine Rolle als kommandierender Oberstleutnant der Pariser Bürgerwehr zusammen.

DAS BÜRGERKRIEGSTAGEBUCH VON 1649: Beschreibt die formale Beschaffenheit und den Inhalt der Chronik, die einen realistischen Einblick in den Alltag und die militärischen Handlungen im belagerten Paris bietet.

ZUR WORTSCHATZSTUDIE: Erläutert die methodische Ausrichtung der Untersuchung nach der Schule Walther von Wartburgs und definiert die Kriterien zur Erfassung des sprachgeschichtlichen Potentials.

LEXIKALISCHER TEIL: Präsentiert das ausführliche alphabetische Verzeichnis von Hunderten lexikalischer Einheiten, Belegen, Archaismen und Neologismen aus dem Originaltext.

SYNTHESE: Zieht Bilanz über die zahlreichen entdeckten Erstbelege und Vordatierungen, die unser Wissen über das Vorklassische Französisch bereichern.

BIBLIOGRAPHIE: Listet sämtliche verwendete Quellen, kritische Textausgaben, historische Fachliteratur sowie lexikografische Standardwerke auf.

LEXIKALISCHER INDEX: Bietet ein vollständiges alphabetisches Register aller im lexikalischen Teil besprochenen Wörter und Wendungen zur schnellen Orientierung.

Schlüsselwörter

Guillaume Tronson, Fronde, Paris, 1649, Bürgerkrieg, Sprachgeschichte, Vorklassik, Etymologisches Wörterbuch, Lexikologie, historischer Kontext, Textausgabe, Vordatierung, Altfranzösisch, Neufranzösisch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Publikation im Kern?

Die Publikation widmet sich der sprach- und kulturhistorischen Analyse der Bürgerkriegschronik von Guillaume Tronson aus dem Jahr 1649 und untersucht den darin verwendeten Wortschatz im Kontext der französischen Vorklassik.

Welche zentralen Themenfelder werden in dem Buch behandelt?

Die Arbeit verknüpft die historische Aufarbeitung der Fronde-Unruhen in Paris mit einer akribischen philologischen und etymologischen Untersuchung der zeitgenössischen Umgangs- und Fachsprache.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel besteht darin, das sprachgeschichtliche Potenzial des privaten Kriegstagebuches herauszustellen und durch den Nachweis zahlreicher Erstbelege und Vordatierungen die Lücken in der bisherigen Lexikografie zu schließen.

Welche wissenschaftlichen Methoden und Werkzeuge werden angewendet?

Die Wortschatzstudie stützt sich methodisch auf die Schule von Walther von Wartburg und zieht umfassende historische Referenzwörterbücher wie das FEW, den TLFi und das DMF heran.

Welche Inhalte stehen im umfangreichen Hauptteil des Buches?

Der Hauptteil besteht aus einem detaillierten lexikalischen Verzeichnis, das Hunderte Wörter, Ausdrücke und Redewendungen aus Tronsons Manuskript philologisch analysiert, kontextualisiert und einordnet.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Guillaume Tronson, Fronde, Bürgerkrieg, Paris 1649, Sprachgeschichte, Vorklassik, etymologische Studie, Lexikografie und historische Semantik.

In welchem historischen und politischen Rahmen spielen die Ereignisse des Tagebuches?

Die Ereignisse finden vor dem Hintergrund der Fronde statt, einer schweren Krise der französischen Monarchie, die durch Steuerproteste des Adels und der Pariser Bevölkerung gegen die Politik von Kardinal Mazarin und der Regentin Anna von Österreich ausgelöst wurde.

Welche Bedeutung hat das Manuskript von Guillaume Tronson für die Sprachgeschichte?

Da Tronson trotz der puristischen Tendenzen des 17. Jahrhunderts in einer relativ ungekünstelten Alltagsprosa schrieb, liefert sein Bericht einzigartige Einblicke in das volkstümliche Französisch dieser Epoche, was zu zahlreichen wichtigen Vordatierungen in Wörterbüchern führt.

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Details

Title
Au Mazarin!
Subtitle
Die Bürgerkriegschronik des Guillaume Tronson (Paris, 1649) und ihre Bedeutung für die Sprache der ausgehenden französischen Vorklassik (1500-1650)
College
Lyon Catholic University
Author
Volker Mecking (Author)
Publication Year
2026
Pages
368
Catalog Number
V1772189
ISBN (PDF)
9783389208892
ISBN (Book)
9783389208908
Language
German
Tags
mazarin bürgerkriegschronik guillaume tronson paris bedeutung sprache vorklassik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Volker Mecking (Author), 2026, Au Mazarin!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1772189
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