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Der Magdeburger Dom als Schreib-Spiel-Raum

Grundschüler der 4. Jahrgangsstufe nutzen die Begegnung mit einem historischen Gebäude für eigene Schreibprozesse

Titre: Der Magdeburger Dom als Schreib-Spiel-Raum

Epreuve d'examen , 2010 , 43 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Alexander Jantz (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Pédagogie, Linguistique
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„Dürfen wir uns selbst etwas ausdenken?“, fragte ein Junge, als ich erstmals einen kreativen Schreibimpuls inszeniert hatte und die Kinder einen kurzen Text verfassen sollten. Das verwundert kaum, denn in meiner praktischen Arbeit in den Schulen beobachtete ich im Deutschunterricht eine stark analytisch orientierte Erschließung der Sprache. Die zweifelsohne wichtigen formalen Grundlagen der normorientierten Orthografie und Grammatik dominieren den Sprachunterricht. Die Möglichkeit des persönlichen Ausdrucks durch Sprache wird den Schülern nur selten gegeben. Ästhetische Zugänge oder individuelle schöpferische Prozesse werden bestenfalls in Zusatzaufgaben oder Abschlussstunden vor den Ferien ermöglicht, da kein konkret abrechenbares und bewertbares Ergebnis, ergo auch kein unmittelbarer Bildungserfolg erkennbar ist. Dabei legitimiert oder besser fordert der Lehrplan der Grundschulen die vielseitige Förderung der Sprachkultur.
Dennoch scheinen in der praktischen Umsetzung Vorbehalte gegen freiere Schreibformen gegenwärtig, die mehrere Ursachen haben. Wie bereits angesprochen gestalten sich die Beurteilung und vor allem die Bewertung schwierig. Außerdem beklagen sich trotz der offensichtlichen Dominanz formaler Übungen viele Kollegen oft über die mangelhaften Regelkenntnisse der Schüler und begründen damit einen notwendigen Fachunterrichtsschwerpunkt. Und last but not least fehlt es manchmal an der Erfahrung und vor allem am Mut, einen Unterricht zu gestalten, in dem die Lehrkraft nur noch eine bedingte Kontrolle über die Arbeit der Schüler behält. Denn beim freien oder kreativen Schreiben steht die individuelle schöpferische Kraft des Schülers im Mittelpunkt, wodurch das Ergebnis natürlich sehr schwer vorhersehbar ist.
Dass es trotzdem viele Möglichkeiten geben kann, bisher selten genutzte Zugänge zu einem Unterrichtsgegenstand zu entdecken, zeigt exemplarisch die im Folgenden vorgestellte Unterrichtseinheit. Hierbei soll gezeigt werden, dass sich Kinder die Welt auch mithilfe der eigenen Schriftsprache zu erschließen vermögen und die Symbiose von Sprache und Wissen ein sinnvolles Unterr.ziel sein kann. Zwei Möglichkeiten des Weltzugangs, Voraussetzungen für das kreative Schreiben sowie der Magdeburger Dom als grundlegender Schreibimpuls für diese Unterrichtseinheit fundamentieren den theoretischen Arbeitsteil.
Planung, Durchführung und Ergebnisse der Unterr.einheit sowie ein praxisorientierter Ausblick bilden den Schwerpunkt des praktischen Kapitels.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 SCHREIBEN ALS IDENTITÄTSSTIFTENDER PROZESS

2.1 ZUGÄNGE ZUR KINDLICHEN WELT

2.2 DIE PHANTASTISCHE WIRKLICHKEIT

2.3 DER PERSÖNLICHE WERT VON KINDERTEXTEN

3 SCHREIBEN IN DER GRUNDSCHULE

3.1 SCHREIBUNTERRICHT AUF „ABWEGEN“

3.2 SCHREIBUMGEBUNG UND SCHREIBANLASS BEGRÜNDEN EINEN SCHREIBSPIELRAUM

3.3 SCHREIBIMPULSE IM (DEUTSCH)UNTERRICHT

3.3.1 Allgemeines

3.3.2 Schreiben an einem außerschulischen Ort

3.3.3 Der Magdeburger Dom als Schreib – Spiel – Raum

4 EINE UNTERRICHTSEINHEIT ZUM KREATIVEN SCHREIBEN NACH DER BEGEGNUNG MIT EINEM HISTORISCHEN GEBÄUDE

4.1 ZIELE DER EINHEIT UND LEHRPLANBEZUG

4.1.1 Vorbemerkungen zur Unterrichtseinheit

4.1.2 Lernziele

4.2 VERLAUFSPLANUNG

4.3 ANALYSE DER LERNVORAUSSETZUNGEN

4.4 BEGRÜNDUNG DER DIDAKTISCH – METHODISCHEN VORGEHENSWEISE

4.4.1 Didaktische Analyse

4.4.2 Methodische Überlegungen

4.5 REFLEXION DER EINHEIT

4.6 REFLEXION AUSGEWÄHLTER SCHÜLERBEISPIELE

4.7 FAZIT UND AUSBLICK

5 SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Grundschüler der 4. Jahrgangsstufe die Begegnung mit einem historischen Gebäude – konkret dem Magdeburger Dom – als Schreibanlass nutzen können, um in kreativen Prozessen eigene Texte zu verfassen und ihre Weltaneignung zu reflektieren.

  • Bedeutung des Schreibens als identitätsstiftender Prozess
  • Konzept des „Schreibspielraums“ in der Grundschule
  • Die Rolle außerschulischer Lernorte als Impulsgeber
  • Didaktik und methodische Gestaltung einer Unterrichtseinheit zum kreativen Schreiben
  • Analyse kindlicher Texte und deren Wert für die Entwicklung

Auszug aus dem Buch

3.3.3 Der Magdeburger Dom als Schreib – Spiel – Raum

Der Magdeburger Dom ist das weithin sichtbare Wahrzeichen unserer Landeshauptstadt und die Identifikationsstätte ihrer Einwohner. Aber auch die Kirchengeschichte des mitteldeutschen Siedlungsraumes im Allgemeinen und die mittelalterliche Bedeutung der Stadt Magdeburg im Besonderen sind eng mit dem 800 Jahre alten Sakralbau verknüpft. Dessen Gründer war der deutsche Kaiser Otto I. (der Große). Durch seine Förderung wuchs Magdeburg im 10. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handels-, Militär- und Kirchenzentrum und wurde Ausgangspunkt der Slawenfeldzüge und der Missionierung der ostelbischen Gebiete. Ottos I. Dom brannte im Jahre 1207 nieder und man begann an gleicher Stelle im Jahre 1209 mit einem Neubau. Diese nun im gotischen Stil errichtete Kathedrale beherbergt viele historisch bedeutsame Schätze wie beispielsweise das Grabmal Ottos I. Weltweites Aufsehen erregten Entdeckungen im Jahre 2008. Bei der Öffnung eines Kenotaphs der ersten Frau des Domgründers fand man in dem vermeintlichen Scheingrab Gebeine, die mutmaßlich Ottos I. Gemahlin, der Königin Editha zuzuordnen sind.

„Geschichte ist vergangene Wirklichkeit, zu der wir keinen unmittelbaren Zugang haben. Vergangenes Leben kann nur indirekt, auf der Basis überlieferter Zeugnisse [...] rekonstruiert werden [...] Das Bild, das auf der Basis von Quellen über Vergangenes entsteht, ist notwendig bruchstückhaft, vorläufig und perspektivisch, denn historische Quellen sprechen weder von selbst, noch bieten sie ein realitätsgetreues Abbild vergangener Wirklichkeit.“

Die facettenreiche Begegnung mit einer mehr als tausendjährigen Geschichte erfasst jeden Besucher der Kathedrale. Im Bau selbst, in seinen zahlreichen Kunstwerken und Grabstätten spiegelt sich der historische Mythos ebenso wider, wie in den Legenden, Sagen und Erzählungen, die im Inneren der Kirche allgegenwärtig sind. Damit ist der äußere Rahmen für einen Schreibspielraum per se vorhanden, denn der reale Raum wird hier durch seine eigene Aura dominiert. Jedes Kind wird schon bei der äußerlichen Betrachtung der über 100 Meter hohen Türme beeindruckt und spätestens beim Betreten inspiriert, Vorstellungen über die Entstehung und Bedeutung zu entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Arbeit, die aus der Beobachtung entstand, dass kreatives Schreiben im Deutschunterricht oft zugunsten analytischer Ansätze vernachlässigt wird.

2 SCHREIBEN ALS IDENTITÄTSSTIFTENDER PROZESS: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen der kindlichen Welterfahrung und begründet, warum ästhetische Zugänge für die kindliche Identitätsbildung essenziell sind.

3 SCHREIBEN IN DER GRUNDSCHULE: Hier wird das Konzept des Schreibspielraums definiert und aufgezeigt, wie außerschulische Orte als inspirierende Schreibimpulse dienen können.

4 EINE UNTERRICHTSEINHEIT ZUM KREATIVEN SCHREIBEN NACH DER BEGEGNUNG MIT EINEM HISTORISCHEN GEBÄUDE: Der praktische Teil beschreibt detailliert die Planung, Durchführung und Reflexion der Unterrichtseinheit rund um den Magdeburger Dom.

5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit dem Resümee, dass kreatives Schreiben eine wichtige Rolle bei der Weltaneignung spielt und Schulen mehr Freiräume für diese Form des Lernens schaffen sollten.

Schlüsselwörter

Kreatives Schreiben, Magdeburger Dom, Grundschule, Schreibspielraum, Schreibimpuls, Identitätsbildung, Weltaneignung, außerschulischer Lernort, Deutschunterricht, Schreibkompetenz, Projektunterricht, ästhetische Erfahrung, Kindliche Phantasie, Unterrichtseinheit, Schülertexte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Umsetzung von kreativen Schreibangeboten in der Grundschule, wobei der Magdeburger Dom als inspirierender außerschulischer Schreibort genutzt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schreibdidaktik, der kindlichen Wahrnehmung von Welt durch Phantasie und Identitätsbildung sowie der praktischen Anwendung von Projektunterricht im Fach Deutsch.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Mehrwert kreativer Schreibprozesse nach einer historischen Begegnung aufzuzeigen und zu dokumentieren, wie Kinder durch diese Impulse ihre eigene Schreibkompetenz und Weltdeutung entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus fachdidaktischer Theoriearbeit und einer begleitenden Analyse der durchgeführten Unterrichtseinheit in einer 4. Klasse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Rahmenbedingungen die konkrete Unterrichtsplanung, der Ablauf der Projekttage zum Magdeburger Dom und die qualitative Analyse von Schülerarbeiten detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kreatives Schreiben, Schreibspielraum, Magdeburger Dom, Weltaneignung und Schreibimpuls charakterisiert.

Warum wurde der Magdeburger Dom als Lernort gewählt?

Der Dom wurde aufgrund seiner historischen Aura, seiner materiellen Präsenz und der Fülle an Mythen und Legenden als idealer, sinnstiftender „Schreib-Spiel-Raum“ für Grundschüler identifiziert.

Welchen Einfluss hatte die fehlende Benotung auf die Schreiblust?

Der Autor stellt fest, dass der Verzicht auf eine strenge Defizitbeurteilung die Schreibfreude der Kinder deutlich steigerte und dazu führte, dass selbst Schüler mit fachlichen Schwierigkeiten motiviert und schöpferisch produktiv arbeiteten.

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Résumé des informations

Titre
Der Magdeburger Dom als Schreib-Spiel-Raum
Sous-titre
Grundschüler der 4. Jahrgangsstufe nutzen die Begegnung mit einem historischen Gebäude für eigene Schreibprozesse
Note
1,0
Auteur
Alexander Jantz (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
43
N° de catalogue
V177246
ISBN (ebook)
9783640989096
ISBN (Livre)
9783640989386
Langue
allemand
mots-clé
Schreibdidaktik Unterrichtsentwurf Kreatives Schreiben Schreibprojekt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Jantz (Auteur), 2010, Der Magdeburger Dom als Schreib-Spiel-Raum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177246
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Extrait de  43  pages
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