Religions- und Weltanschauungsunterricht zur NS-Zeit
Seminararbeit im Fach Sozialwissenschaften für das Lehramt an der Universität Potsdam
Inhaltsverzeichnis
1 Religionsunterricht in der deutschen Volksschule
1.1 Religionsunterricht bis 1933
1.2 Religionsunterricht von 1933 bis 1937
1.3 Religionsunterricht ab 1937
1.4 Weltanschauungsunterricht ab 1937
2 Die Kirche im NS-Staat allgemein
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die systematische Verdrängung und Umgestaltung des Religionsunterrichts in der Zeit des Nationalsozialismus sowie die allgemeine Haltung des NS-Regimes gegenüber der christlichen Kirche.
- Entwicklung des Religionsunterrichts von der Weimarer Republik bis zur NS-Diktatur
- Inhaltliche Manipulation und Ideologisierung des Unterrichts
- Einführung des Weltanschauungsunterrichts als Ersatz für religiöse Erziehung
- Konfliktlinien zwischen nationalsozialistischer Ideologie und christlichem Glauben
- Kirchlicher Widerstand und Repressionen gegenüber Geistlichen und Gläubigen
Auszug aus dem Buch
Religionsunterricht von 1933 bis 1937
Mit der Ernennung Adolf Hitlers als Reichskanzler gab es bezüglich des Religionsunterrichtes vorerst wenig Änderungen. Abgesehen von den Änderungen, die es im gesamten Schulablauf gab, blieb der Religionsunterricht unbehelligt. Der Hitlergruss zu Beginn und zum Ende einer Unterrichtsstunde wurde auch im Religionsunterricht obligatorisch, und zwar zu Beginn der Stunde vor dem Wechelgruss “Gelobt sei Jesus Christus - In Ewigkeit. Amen.” und am Ende der Stunde danach, so dass jede Stunde, Religion inbegriffen, vom Hitlergruss umrandet war.
Es gab jedoch viele Pfarrer, die die Lehre des Nationalsozialismus unvereinbar sahen mit der Lehre Christi. Das äusserte sich auf verschiedene Weisen, so wurde ein Pfarrer Alois Ziesel bereits als Gegner des Regimes empfunden, weil er den Hitlergruss in der Stunde unterliess und ihn am Telefon nicht erwiederte. Vielerorts wurden Kirchenbriefe als politisch eingestuft und durften nicht mehr verteilt werden. Es galt unterschiedliche Kraftproben zu bestehen und in der Regel wurde den anstössigen Pfarrern ihre Befugnis zum Unterrichten entzogen.
Wenn auch Religion als Fach vorerst bestehen blieb, so änderte sich doch auf mehr oder minder subtile Weise der Inhalt des Unterrichts.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Religionsunterricht in der deutschen Volksschule: Dieses Kapitel analysiert die schrittweise Umgestaltung des schulischen Religionsunterrichts von 1933 bis hin zu seiner faktischen Abschaffung und dem Aufkommen des ideologischen Weltanschauungsunterrichts.
2 Die Kirche im NS-Staat allgemein: Dieser Teil beleuchtet das grundlegende Spannungsverhältnis zwischen der nationalsozialistischen Weltanschauung und der christlichen Lehre sowie die daraus resultierende zunehmende Unterdrückung der Kirche als Institution.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Nationalsozialismus, Weltanschauungsunterricht, Kirche, NS-Diktatur, Hitlerjugend, Ideologie, Christentum, Widerstand, Schulwesen, HJ, BDM, Volksgemeinschaft, Unterdrückung, Erziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Veränderungen des Religionsunterrichts an deutschen Schulen sowie die Rolle der Kirchen während der Zeit des Nationalsozialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die schulpolitische Entwicklung zwischen 1933 und 1945, die Indoktrination durch den Weltanschauungsunterricht und der fortschreitende Konflikt zwischen christlichen Werten und der NS-Ideologie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das NS-Regime versuchte, religiöse Erziehung zu unterbinden oder durch nationalsozialistische Weltanschauung zu ersetzen, um den Einfluss der Kirchen zu brechen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Auswertung zeitgenössischer Dokumente und Quellen zur Schul- und Kirchenpolitik im Dritten Reich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Betrachtung des Religionsunterrichts vor und während der NS-Zeit sowie eine allgemeine Analyse des Verhältnisses zwischen der Kirche und dem NS-Staat.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Religionsunterricht, Nationalsozialismus, Weltanschauungsunterricht, Indoktrination und kirchlicher Widerstand.
Wie wurde das Fach Religion ab 1937 konkret behindert?
Ab 1937 wurde der Religionsunterricht durch die Einführung des verpflichtenden Weltanschauungsunterrichts, Lehrermangel und die Überwachung durch die NSDAP so weit behindert, dass er faktisch aus dem staatlichen Schulalltag verdrängt wurde.
Welche Rolle spielte der Hitlergruß im Religionsunterricht?
Der Hitlergruß wurde auch im Religionsunterricht verpflichtend eingeführt und umrahmte als obligatorisches Ritual den Beginn und das Ende jeder Unterrichtsstunde.
Wie veränderte sich das Bild Jesu in den Lehrmaterialien jener Zeit?
Das Heilandbild wurde reformiert, um Jesus einen kämpferischen, männlichen Charakter zu verleihen, der den nationalsozialistischen Idealen entsprach, anstatt ihn als friedfertigen Religionsstifter darzustellen.
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- Bertram Becker (Author), 2007, Religions- und Weltanschauungsunterricht zur NS-Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177293