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Der Pavillon als Fenster zwischen den Welten

Das Sehen und Gesehenwerden im Fokus des Romans Alice Sebolds ‚In meinem Himmel‘, ihre Wechselwirkungen und die letztliche Erlösung der Lebenden sowie Susies durch den Blick zwischen den Welten

Título: Der Pavillon als Fenster zwischen den Welten

Trabajo de Seminario , 2011 , 13 Páginas , Calificación: 3,0

Autor:in: Susanne Hahn (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Zwei Dinge sind uns Menschen ganz gewiss: Wir werden geboren, um zu leben und werden eines Tages aus diesem Leben durch den Tod wieder herausschreiten. Über das Leben haben wir Menschen im Laufe der Jahrtausende viel gelernt. Wir haben Regeln und Gesetze aufgestellt, haben einen Sinn im Leben gefunden und zahlreiche Ratschläge und Anleitungen entwickelt, wodurch das Leben schöner und womöglich auch länger werden kann.
Über das sogenannte ‚Leben nach dem Tod‘ wissen wir jedoch auch nach unserer langen Zeit des Menschendaseins nur kaum etwas. Das Sterben ist ein Vorgang, der sich erklären lässt, aber das Jenseits bleibt ein Rätsel bis in alle Ewigkeit. Über den Tod wird viel philosophiert, denn je nach Glaubensrichtung bedeutet er etwas anderes. Für manche ist der Tod „[…]kein Abschnitt des Daseins, sondern nur ein Zwischenereignis, ein Übergang aus einer Form des endlichen Wesens in eine andere“ , für andere ist er schlichtweg „[…]der Verlust der Wahrnehmung[…].“ Ganz gleich, ob die Menschen an das Jenseits, die Wiedergeburt oder das Ende glauben, der Tod bedeutet immer das (kurzzeitige oder dauerhafte) Verschwinden aus der Welt der Lebenden und somit das Erlöschen jeglicher Wahrnehmung. Die Sinnesorgane beenden ihren Dienst mit dem Stillstand des Herzens und können nicht mehr sehen, hören, riechen oder fühlen. Mit dem Tod einer Person endet die Möglichkeit zu sehen, aber ebenso auch die Chance gesehen zu werden.
Die US-amerikanische Schriftstellerin Alice Sebold beschreibt in ihrem Roman ‚In meinem Himmel‘ jedoch eine ganz andere Sichtweise auf den Tod. Für sie ist der Tod nicht das Ende der Wahrnehmung, sondern vielmehr die Intensivierung des Sehens und Hörens aus Sicht der Verstorbenen. Hierzu lässt ein Pavillon eine Brücke zwischen der Erde und dem Himmel der verstorbenen Protagonistin entstehen, welches als Fenster sowie als Tür dient. Wieso ein Pavillon dies alles möglich macht, welche tiefere Signifikanz es innehat, wie das Sehen und Gesehenwerden letztlich im Roman funktioniert und welche Rolle der Wechsel der Positionen des Beobachters sowie des Gesehenen spielt, wird in der nun folgenden Hausarbeit herausgestellt. Doch zunächst, bevor am Text gearbeitet werden kann, wird der Roman vorgestellt und anschließend darauf eingegangen, welcher historische Hintergrund im Kontext zu den Geschehnissen im Buch steht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Alice Sebolds ‚In meinem Himmel‘

2.1 Kurze Inhaltszusammenfassung

2.2 Die Erzählsituation im Roman

2.3 Der historische Hintergrund im Bezug zum Roman

3. Der Pavillon als Fenster zwischen den Welten

3.1 Die Bedeutung des Pavillons in Susies eigenem Himmel

3.2 Der Wechsel der Positionen der Beobachter und der Gesehenen

4. Schlusswort

5. Literatur- und Internetquellenverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle des Sehens und Gesehenwerdens in Alice Sebolds Roman ‚In meinem Himmel‘ und analysiert, wie die Protagonistin Susie Salmon durch einen metaphorischen Pavillon als Schnittstelle zwischen Jenseits und Diesseits auf ihre Hinterbliebenen einwirkt und letztlich ihre eigene Erlösung findet.

  • Analyse der spezifischen Erzählsituation im Roman aus der Perspektive der verstorbenen Ich-Erzählerin.
  • Untersuchung des historischen Kontextes und dessen Einfluss auf die Reaktionen des Umfelds nach dem Mord.
  • Funktion des Pavillons als zentrales Bindeglied und Beobachtungsinstrument zwischen den Welten.
  • Wechselwirkungen der Beobachterrollen zwischen Susie, ihrem Mörder und ihren Hinterbliebenen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Wechsel der Positionen der Beobachter und der Gesehenen

In einer Situation, in der eine Person betrachtet oder beobachtet wird, gibt es immer zwei Positionen: Der Beobachter und der Gesehene. Im Roman sind hierbei jedoch die Positionen vor und nach Susies Tod zu betrachten.

Als Susie noch lebte übernahm sie selbst in bestimmten Situationen die Rolle der Beobachterin. Sie bekam zu ihrem elften Geburtstag einen Fotoapparat von ihren Eltern geschenkt. Mit ihm begab sie sich raus in die Natur und begann diese zu erkunden und ihre Nachbarin auszuspähen, als sei sie ein wildes Tier: „[Ich] begann, mich an Grace Tarking anzupirschen […]. Hier versteckte ich mich hinter Jalousien und Fenstern […]. Während ich ihre sich entfernende Gestalt beobachtete, kam mir ein Geistesblitz- ich würde nach hinten in den Garten laufen, wo ich sie ungehindert sehen konnte.“ Neben Susie übernimmt der Mörder ebenfalls die Position des Beobachters. Ebenso wie bei ihr, ist sich das beobachtete Subjekt der Blicke nicht bewusst: So wie Grace Tarking nicht weiß, dass sie von Susie ausgespäht wird, ist sich Susie in dem Moment nicht bewusst, dass sie von ihrem Mörder heimlich beobachtet wird. Erst in dem Moment, als Susie im Begriff war, sich von Mr. Harvey in den Unterbau locken zu lassen, bemerkte sie, dass sein Blick verdächtig war: „Mir war bewusst, dass Mr. Harvey mich merkwürdig anschaute. Ältere Männer hatten mich schon öfter so angeguckt, seit ich meinen Babyspeck verloren hatte.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die philosophische Thematik des Todes als Ende oder Übergang und führt in die spezifische Romanhandlung ein, in der der Tod durch den Blick aus dem Jenseits neu definiert wird.

2. Alice Sebolds ‚In meinem Himmel‘: Dieses Kapitel gibt einen inhaltlichen Abriss, analysiert die Ich-Erzählsituation der verstorbenen Protagonistin und setzt das Geschehen in den historischen Kontext der 1970er Jahre.

3. Der Pavillon als Fenster zwischen den Welten: Hier wird der Pavillon als zentrales, metaphorisches Objekt identifiziert, das Susie als Beobachterin dient, während die Dynamik zwischen Beobachter und Beobachtetem detailliert analysiert wird.

4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert, wie Susie durch ihre Rolle als allumsehende Beobachterin nicht nur ihre Familie bei der Trauerarbeit unterstützt und den Mörder überführt, sondern auch ihren eigenen Seelenfrieden findet.

5. Literatur- und Internetquellenverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Fachliteraturquellen und Internetressourcen zur Untermauerung der Analyse.

Schlüsselwörter

Alice Sebold, In meinem Himmel, Susie Salmon, Jenseits, Wahrnehmung, Beobachter, Gesehenwerden, Pavillon, Tod, Trauerprozess, Erlösung, Zwischenwelt, Mord, Ich-Erzähler, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Roman ‚In meinem Himmel‘ von Alice Sebold und der besonderen Perspektive der verstorbenen Protagonistin, die aus dem Jenseits das Leben ihrer Hinterbliebenen beobachtet.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das Sehen und Gesehenwerden, der Prozess des Sterbens, die Trauerarbeit der Hinterbliebenen und die metaphysische Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und dem Jenseits.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Signifikanz des Pavillons als Fenster und Tür zwischen den Welten zu klären und zu zeigen, wie Susie durch diese Beobachterposition Einfluss auf das Geschehen auf Erden nimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse, um narrative Strukturen, Erzählperspektiven und Metaphorik innerhalb des Romans zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Erzählsituation, den historischen Rahmen, die Bedeutung des Pavillons sowie den ständigen Wechsel der Machtverhältnisse zwischen Beobachtern und Beobachteten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wahrnehmung, Erlösung, Beobachterrolle, Zwischenwelt und Trauerarbeit charakterisiert.

Welche Rolle spielt der Pavillon konkret für die Protagonistin?

Der Pavillon fungiert als metaphorisches Fenster, das Susie einen uneingeschränkten, unverfälschten Blick auf die Welt der Lebenden ermöglicht und ihr als emotionaler Anker dient.

Wie verändert sich die Position des Beobachters im Verlauf der Geschichte?

Vor ihrem Tod war Susie selbst Ziel der Beobachtung (durch ihren Mörder). Nach ihrem Tod kehren sich diese Positionen um: Susie beobachtet nun aktiv das Geschehen, während die Lebenden (zunächst) nicht wissen, dass sie beobachtet werden.

Wie gelingt Susie die Interaktion mit der Welt der Lebenden?

Obwohl es für sie schwierig ist, gelingt es Susie in Schlüsselmomenten, sich als Geist zu offenbaren oder sogar kurzzeitig in den Körper einer Mitschülerin zu gelangen, um ihre Ziele zu erreichen.

Was ist der Auslöser für das Ende der Zwischenwelt für Susie?

Nachdem sie sichergestellt hat, dass ihre Familie den Mörder identifiziert hat und ihr Leben weiterführen kann, erlangt sie ihre endgültige Erlösung durch das erfolgreiche Eingreifen in das Schicksal ihres Mörders.

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Detalles

Título
Der Pavillon als Fenster zwischen den Welten
Subtítulo
Das Sehen und Gesehenwerden im Fokus des Romans Alice Sebolds ‚In meinem Himmel‘, ihre Wechselwirkungen und die letztliche Erlösung der Lebenden sowie Susies durch den Blick zwischen den Welten
Universidad
University of Erfurt
Calificación
3,0
Autor
Susanne Hahn (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
13
No. de catálogo
V177701
ISBN (Ebook)
9783640994434
ISBN (Libro)
9783640995349
Idioma
Alemán
Etiqueta
In meinem Himmel Sebold Himmel Sehen Gesehenwerden Pavillon Fenster
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Susanne Hahn (Autor), 2011, Der Pavillon als Fenster zwischen den Welten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177701
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