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Vereinzelung und Sprachlosigkeit als grundlegendes Moment in Gertrud Kolmars Roman „Die jüdische Mutter“

Titre: Vereinzelung und Sprachlosigkeit als grundlegendes Moment in Gertrud Kolmars Roman „Die jüdische Mutter“

Exposé (Elaboration) , 1994 , 12 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sigrid Eckold (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Littérature, Œuvres
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einer im Hausflur, vorm Laden mit ihr ins Gespräch kommen wollte. Ob sie mit
ihrem Lose, mit ihrer Arbeit zufrieden sei, fragte und wusste niemand; sie fegte
wortkarg die Stuben, saß an der Nähmaschine, vertrieb ihre freie Zeit mit einem
Buch oder ging ein, zwei Stunden ganz allein durch entferntere Straßen
spazieren."(S. 14)
Diese erzählerische Rückblende auf die Jugend der Hauptfigur im zweiten
Kapitel des ersten Teils der Erzählung etabliert nach vorangegangenen
Hinweisen im ersten Kapitel ein in der Handlung wiederkehrendes Motiv: Das
Schweigen, die Sprachlosigkeit, als Ausdruck des in sich verschlossenen
Charakters der Hauptfigur. Im Beziehungsgeflecht der Figur Marthas zu
Ehemann, Kind, Geliebten und anderen Menschen, erscheint immer wieder ihre
Unfähigkeit, sich aus ihrem Inneren und ihrem subjektivistischen Blickpunkt zu
lösen. Dies kristallisiert sich als Ursache ihres Scheiterns in ihrer Existenz
heraus, wie ich im Verlauf dieser Analyse versuche, aufzuzeigen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse der Sprachlosigkeit und Vereinzelung

2.1 Darstellung der Sprachlosigkeit in Dialogen und Monologen

2.2 Der Einfluss der erzählenden Instanz auf die Charakterisierung

3. Das Motiv des Kindes und die symbiotische Beziehung

3.1 Die Suche nach dem vermissten Kind

3.2 Der Entscheidungsprozess zur Kindstötung

4. Subjektivität und Wirklichkeitsverlust

4.1 Marthas Solipsismus und die Außenwelt

4.2 Scheitern der Liebesbeziehungen

5. Die Rolle des Judentums im Roman

6. Fazit und erzähltechnische Einordnung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das zentrale Motiv der Vereinzelung und Sprachlosigkeit der Hauptfigur Martha in Gertrud Kolmars Roman „Die jüdische Mutter“. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Marthas subjektive Weltsicht, ihre Unfähigkeit zur Kommunikation und ihre daraus resultierende soziale Isolation zu ihrem schicksalhaften Scheitern führen.

  • Die erzähltechnische Analyse der inneren Monologe und Außenperspektiven
  • Die Darstellung von Fremdheit und Identität durch die jüdische Herkunft
  • Die psychologische Dynamik zwischen Mutter und Kind
  • Die sozio-kritische Milieuschilderung und ihre Bedeutung für das Handeln der Figur

Auszug aus dem Buch

Vereinzelung und Sprachlosigkeit als grundlegendes Moment in Gertrud Kolmars Roman „Die jüdische Mutter“

"...und hatte dies starr geschlossene, abweisende Gesicht nicht bloß dann, wenn einer im Hausflur, vorm Laden mit ihr ins Gespräch kommen wollte. Ob sie mit ihrem Lose, mit ihrer Arbeit zufrieden sei, fragte und wusste niemand; sie fegte wortkarg die Stuben, saß an der Nähmaschine, vertrieb ihre freie Zeit mit einem Buch oder ging ein, zwei Stunden ganz allein durch entferntere Straßen spazieren."(S. 14)

Diese erzählerische Rückblende auf die Jugend der Hauptfigur im zweiten Kapitel des ersten Teils der Erzählung etabliert nach vorangegangenen Hinweisen im ersten Kapitel ein in der Handlung wiederkehrendes Motiv: Das Schweigen, die Sprachlosigkeit, als Ausdruck des in sich verschlossenen Charakters der Hauptfigur. Im Beziehungsgeflecht der Figur Marthas zu Ehemann, Kind, Geliebten und anderen Menschen, erscheint immer wieder ihre Unfähigkeit, sich aus ihrem Inneren und ihrem subjektivistischen Blickpunkt zu lösen. Dies kristallisiert sich als Ursache ihres Scheiterns in ihrer Existenz heraus, wie ich im Verlauf dieser Analyse versuche, aufzuzeigen.

Die Erzählinstanz der Handlung lässt den Leser über den Grund von Marthas strengem Wesen und über ihr Schweigen im Unklaren. Vereinzelte Hinweise auf die Kindheit - der erwähnte frühe Tod der älteren Schwester Regina und anderer Geschwister, der aber nur durch den Ausdruck "jüngstes und letztüberlebendes Kind der Eltern“ vermutet werden kann - lassen keine schlüssigen Erklärungen für Marthas Verschlossenheit zu. Erlebnisse, die dazu geführt haben könnten, kann der Leser nur erahnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das zentrale Motiv der Sprachlosigkeit und des verschlossenen Charakters der Protagonistin ein.

2. Analyse der Sprachlosigkeit und Vereinzelung: Hier wird untersucht, wie die Erzähltechnik durch Dialoge und innere Monologe Marthas soziale Isolation unterstreicht.

3. Das Motiv des Kindes und die symbiotische Beziehung: Das Kapitel beleuchtet Marthas obsessive Bindung zum Kind und die tragischen Konsequenzen ihres Handelns während der Suche.

4. Subjektivität und Wirklichkeitsverlust: Dieser Teil analysiert Marthas solipsistisches Weltbild, welches zu einer pathologischen Fehlinterpretation ihrer Umwelt führt.

5. Die Rolle des Judentums im Roman: Das Kapitel untersucht, inwieweit die jüdische Identität der Figur zur Fremdzuschreibung durch andere Charaktere genutzt wird.

6. Fazit und erzähltechnische Einordnung: Das abschließende Kapitel fasst die erzählerischen Mittel zusammen und reflektiert die Tragik des individuellen Scheiterns.

Schlüsselwörter

Gertrud Kolmar, Die jüdische Mutter, Sprachlosigkeit, Vereinzelung, Solipsismus, Erzähltechnik, Innenperspektive, Identität, Kindstötung, Fremdheit, psychologischer Roman, Subjektivität, Schuld, Literaturanalyse, Weltbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Analyse grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Motiv der Sprachlosigkeit und Vereinzelung der Hauptfigur Martha in Gertrud Kolmars Roman „Die jüdische Mutter“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Marthas Unfähigkeit zur Kommunikation, ihr subjektives Weltbild, die Beziehung zu ihrem Kind und die Auswirkungen ihrer sozialen Isolation.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Marthas Rückzug in ihr Inneres und ihr subjektivistischer Blick auf die Welt kausal zu ihrem existenziellen Scheitern beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Analyse stützt sich auf eine detaillierte erzähltechnische Untersuchung, insbesondere die Auswertung von inneren Monologen, erlebter Rede und Perspektivwechseln zwischen Erzählerin und Figur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Marthas Beziehungen zu Ehemann und Geliebten, ihre Einstellung zum Kind sowie die Rolle von Fremdheit und ihrer jüdischen Identität untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Solipsismus, psychologischer Roman, Erzähltechnik, Schuld und Identität charakterisiert.

Wie deutet die Autorin Marthas Entschluss, ihr Kind zu töten?

Der Entschluss wird als Ausdruck einer völlig verzerrten, rein subjektiven Realitätswahrnehmung interpretiert, in der Martha eine objektive Rettung für unmöglich hält.

Welche Rolle spielt die "Stimme" der Erzählerin für das Verständnis der Figur?

Die Erzählerin wahrt oft eine kritische Distanz zu Martha, zeigt jedoch durch die Einbindung von Marthas Innenwelt, dass deren Handeln aus einer tiefen, jedoch krankhaften psychischen Not entspringt.

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Résumé des informations

Titre
Vereinzelung und Sprachlosigkeit als grundlegendes Moment in Gertrud Kolmars Roman „Die jüdische Mutter“
Université
LMU Munich
Note
1,0
Auteur
Sigrid Eckold (Auteur)
Année de publication
1994
Pages
12
N° de catalogue
V177747
ISBN (ebook)
9783656001133
ISBN (Livre)
9783656001430
Langue
allemand
mots-clé
vereinzelung sprachlosigkeit moment gertrud kolmars roman mutter“
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sigrid Eckold (Auteur), 1994, Vereinzelung und Sprachlosigkeit als grundlegendes Moment in Gertrud Kolmars Roman „Die jüdische Mutter“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177747
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Extrait de  12  pages
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