Die vorliegende Arbeit thematisiert die Nutzbarmachung kommunikativer Zeichen im Kontext von karrierefördender Kommunikation. Welche Rolle und Funktion nehmen Benehmen und bewusstes Verhalten in Situationen, wie etwa Bewerbungsgesprächen, ein?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausdifferenzierung des Benimmbegriffs
3. Das Geschäft mit der Angst
4. Auswirkungen für Milieustruktur und soziale Bedeutungsebenen
5. Ziele des „bewussten Benehmens“
5.1 Stilmittel der Selbstinszenierung
6. Ist Benehmen nur Mittel zum Zweck?
7. Abschließende Bemerkung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Funktionalisierung von „Benehmen“ als strategisches Instrument zur Karriereförderung und analysiert, inwieweit Verhaltensstandards heute gezielt zur Selbstinszenierung und Erfolgssicherung eingesetzt werden.
- Wandel des Benimmbegriffs im beruflichen Kontext
- Einfluss von Angst und Wettbewerbsdruck auf das Konsumverhalten von Benimmratgebern
- Analyse der sozialen Milieustruktur nach Luhmann und Schulze
- Funktionalisierung von Benehmen als ökonomisches Kapital
- Abgrenzung zwischen normativen Werten und strategischer Selbstinszenierung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Wer im Buchhandel einmal an den Regalen mit Aufschriften wie „Tips fürs Leben“, „Business“ oder ähnlichem vorbeigegangen ist, hat vielleicht bemerkt, in welch großem Umfang Bücher erhältlich sind, die sich mit Benehmen oder Höflichkeit befassen. Dabei ist die Bandbreite der Zugänge noch viel größer, auf welchem Wege „Benehmen“ vermittelt wird. Literatur, CD-Hörbücher, Onlineartikel und Seminare zeugen davon, dass es scheinbar eine Relevanz für diese spezielle Sparte der „Tip’s fürs Leben“ gibt.
Die Autoren, die ihre Arbeit in den genannten Werken vorstellen, kommen dabei aus den unterschiedlichsten Richtungen. Vom Adel, über den Manager, Moderator bis hin zum hauptberuflichen Verhaltenstrainer, finden sich viele „Lehrer“, die verschiedenste Zugänge zum guten Benehmen anbieten. Es entfaltet sich ein schlichtweg unüberschaubares Angebot an Kursen, Literatur und sonstigen Medien. Einhergehend damit finden sich nicht nur „kniggeartige“ Regelwerke, sondern auch interdisziplinäre Zugänge, wie etwa aus Richtung der Psychologie oder Sprachwissenschaft. Um den Rahmen nicht zu sprengen, wurde nur ein kleiner Korpus an Benehmen vermittelnden Medien zur Auswertung herangezogen. Diese Ausarbeitung will also keinem Anspruch auf Vollständigkeit genügen, sondern lediglich die große Oberfläche schwer überschaubaren Feldes ankratzen. Hierzu wird das Themenfeld „Benehmen“ eingeschränkt auf den Bereich „Benehmen als Karrieremuster“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz von Benimmratgebern und Festlegung des Fokus auf das Thema „Benehmen als Karrieremuster“.
2. Ausdifferenzierung des Benimmbegriffs: Herleitung einer Definition für Benehmen als funktionalisiertes Stilmittel zur Karrieregestaltung im Kontext der Systemtheorie.
3. Das Geschäft mit der Angst: Untersuchung, wie durch Wettbewerbsdruck und die Vermittlung existentieller Herausforderungen eine Nachfrage nach Benimmmedien erzeugt wird.
4. Auswirkungen für Milieustruktur und soziale Bedeutungsebenen: Analyse der sozialen Verortung von Akteuren anhand der Distinktionstheorien von Luhmann und Schulze.
5. Ziele des „bewussten Benehmens“: Darstellung ökonomischer und strategischer Ziele, die mit bewusstem Benehmen verfolgt werden.
5.1 Stilmittel der Selbstinszenierung: Erläuterung der Definition und Anwendung von Stilmitteln zur gezielten Darstellung der eigenen Person.
6. Ist Benehmen nur Mittel zum Zweck?: Kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob Benehmen rein instrumentell oder auch reflektiert eingesetzt werden kann.
7. Abschließende Bemerkung und Fazit: Zusammenfassende Darstellung der zentralen Forschungsergebnisse der Arbeit.
Schlüsselwörter
Benehmen, Karrieremuster, Selbstinszenierung, Systemtheorie, soziale Milieus, Verhaltensstandards, Funktionalisierung, Wettbewerbsdruck, Distinktion, Habitus, Kommunikation, Höflichkeit, berufliche Aufstiegschancen, Benimmratgeber, soziale Semantik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Funktionalisierung von Benehmen als Instrument zur Karriereplanung in modernen beruflichen Kontexten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Rolle von Benimmratgebern, die Systemtheorie sozialer Milieus sowie die psychologischen und ökonomischen Motive hinter dem Erlernen von Verhaltensstandards.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Benimmbegriff kritisch auf das „Karrieremuster“ zuzuspitzen und zu hinterfragen, inwiefern Benehmen als zweckorientiertes Mittel zur Selbstinszenierung dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit den Ansätzen von Niklas Luhmann (Systemtheorie) und Gerhard Schulze (Distinktionstheorie) sowie die Analyse bestehender Benimmmedien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Ausdifferenzierung des Begriffs, die ökonomischen Interessen hinter Benimm-Angeboten und die Auswirkungen auf die soziale Milieustruktur detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Benehmen, Selbstinszenierung, Karrieremuster, soziale Milieus, Systemtheorie und Funktionalisierung.
Wie unterscheidet sich das „Benehmen im Karrieremuster“ vom klassischen Knigge?
Während der klassische Knigge auf allgemeingültige, aufklärerische Höflichkeit abzielte, ist das moderne Benimm-Karrieremuster funktionalisiert, systemgebunden und primär auf den Wettbewerbserfolg ausgerichtet.
Welche Rolle spielt die „Angst“ in diesem Zusammenhang?
Angst fungiert als Marketinginstrument der Benimmbranche, indem sie Konsumenten durch den Verweis auf „existentielle Herausforderungen“ im Wettbewerb zum Erwerb von Ratgebern motiviert.
Kann Benehmen laut Autor moralisch bewertet werden?
Die Arbeit betrachtet Benehmen primär als funktionalisiertes Stilmittel und hinterfragt die rein instrumentelle Nutzung, ohne dabei eine abschließende moralische Bewertung der Handlung selbst vorzunehmen.
- Citar trabajo
- Jan Hauke Hahn (Autor), 2008, Benehmen als Karrieremuster, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177858