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Ars Moriendi - Die Kunst des guten Sterbens

Título: Ars Moriendi - Die Kunst des guten Sterbens

Trabajo Escrito , 2006 , 17 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Jeannine Richter (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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In der zweiten Hälfte des 15.Jahrhunderts blühte die Volksfrömmigkeit auf. Sie wurde gefördert durch den alltäglichen Anschauungsunterricht, wie die heilige Messe, Segnungen, Prozessionen und volksfrommes Brauchtum. Durch bildliche Darstellungen, Beichtunterricht und Predigt belehrte der Klerus die Menschen über die Glaubenswahrheit.
Der Buchdruck erlaubte die intensive Verbreitung von alter und neuer, die Predigt ergänzende Erbauungsliteratur. Diese Frömmigkeit war jedoch gekennzeichnet von dem Gedanken an den Tod. Die Angst wurde zum Grundelement dieser Zeit mit der Folge, dass die Menschen schwermütig wurden, einem tiefen Lebensernst verfielen oder ihr Leben exzessiv genossen. Die Frage nach Tod und Jenseits war der Mittelpunkt allen Denkens in jeder Bevölkerungsschicht.
Die Grundlage „für seinen Todesgedanken, sein Todeserlebnis [und] sein Todesgefühl bleibt [für das gesamte Mittelalter] die Dreiheit“ vom Tod als Sold der Sünde, vom Tod als Eingang zur ewigen Verdammnis und vom Tod als Eingang zur ewigen Seligkeit.
„Wir lesen ununterbrochen von Epidemien […] die in kurzer Zeit ein Viertel, ein Drittel oder gar die Hälfte der vorhandenen Menschen da-hinraffte…“ Durch diese, meist Pestepidemien, waren die Priester nicht mehr in der Lage alle Sterbenden zu begleiten. Boccaccio hat dies in seinem Decameron drastisch dargestellt: „ Die meisten mussten, sofern sie überhaupt dazu kamen, ihre Rechnung […] ohne geistlichen oder weltlichen Beistand machen. Viele ließ man ohnehin wie Vieh verenden.“ Aus diesem Grund begannen Franziskaner und Dominikaner ü-ber den Tod und die letzten Dinge zu predigen. Daraus entwickelte sich mit der Zeit die Literaturgattung der Ars moriendi, die den Laien befähi-gen sollte seinen Nächsten als Sterbehelfer beizustehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ars moriendi

2.1 Die Kunst des guten Sterbens

2.2 Die Ars moriendi Literatur

2.2.1 Admonitio Anselmi

2.2.2 Gersons Sterbekunst

2.2.3 Die ars moriendi der fünf Anfechtungen

2.3 Die Brechung mit den Ars moriendi

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Bedeutung der spätmittelalterlichen Literaturgattung Ars moriendi, analysiert ihre zentralen pastoralen Funktionen zur Sterbebegleitung und beleuchtet den historischen Wandel hin zur reformatorischen und humanistischen Kritik am traditionellen Verständnis vom Sterben.

  • Entwicklung der christlichen Sterbefrömmigkeit im Spätmittelalter
  • Analyse wegweisender Texte wie Admonitio Anselmi und Gersons Sterbekunst
  • Die Rolle der Ars moriendi der fünf Anfechtungen als visuelle und pastorale Hilfe
  • Theologische und philosophische Zäsur durch Martin Luther und die Renaissance
  • Vergleichende Betrachtung der Sterbekultur zwischen Mittelalter und Moderne

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Admonitio Anselmi

Anselm von Canterbury (1034-1109) war von 1093 bis zu seinem Tod Erzbischof von Canterbury. Er wurde als „Vater der Scholastik“ bezeichnet und verfasste die Admonitio moriendi et de peccatis suis nimis formidanti. Sie beinhalten zwei Fragereihen – eine Mönchsreihe und eine Laienreihe - mit einer jeweiligen Ermahnung, die entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Ars moriendi Literatur nahmen. „Sie gehören zu den ältesten geschlossenen Bestandteil, der in die Sterbebüchlein des Spätmittelalters aufgenommen wurde“, wobei sich schon im 12. und 13. Jahrhundert deutsche Übersetzungen finden lassen.

Die Mönchsreihe beinhaltet Fragen, die sich auf den rechten Glauben des Sterbenden, die Einsicht, dass er sein Leben nicht so gelebt hat, wie er es hätte tun sollen, die Reue seiner Sünden und den Willen zur Besserung, wenn er Gelegenheit erhält, beziehen. Darauf folgen Fragen, die nach dem Glauben an den Erlösungstod Christi ausgerichtet sind. Die „Große Mahnung“ leitet den Sterbenden an auf die Verdienste von Jesus Christus zu vertrauen, da nur sein Erlösungstod die Rettung ermöglicht.

Die Laienreihe entspricht in groben Zügen der Mönchsreihe und schließt mit der „Kleinen Mahnung“, dass dem göttlichen Richter die Verdienste Jesus Christus entgegenzuhalten seien. Darauf folgt eine Anleitung zum heilsamen Leben, die beinhaltet, dass „der Mensch […]täglich die Kürze des Lebens und seine Gefährlichkeit, die Ungewissheit der Todesstunde, den Lohn der Guten und die Strafe der Bösen [betrachte].“

Die Admonitio Anselmi „zeichnet sich […] durch eine bemerkenswerte Konzentration auf die im Angesicht des Todes aus christlicher Sicht entscheidende Glaubenswahrheit aus.“ Anselms Fragen blieben lange Zeit das wichtigste kirchliche Sterbepastoral.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung der spätmittelalterlichen Volksfrömmigkeit im Kontext von Epidemien und die daraus resultierende Notwendigkeit der Ars moriendi als Anleitung zur Sterbebegleitung.

2. Ars moriendi: Dieses Kapitel erläutert die Grundkonzepte des mittelalterlichen Sterbens, analysiert die literarischen Hauptwerke der Gattung und beschreibt den späteren reformatorischen Bruch mit diesen Traditionen.

3. Fazit: Das Fazit resümiert die Bedeutung der Ars moriendi im historischen Kontext und stellt die Frage, inwiefern eine moderne Gesellschaft angesichts der heutigen Sterbetabuisierung und medizinischer Fortschritte neue Ansätze zur Sterbebegleitung benötigt.

Schlüsselwörter

Ars moriendi, Mittelalter, Tod, Sterbebegleitung, Seelsorge, Admonitio Anselmi, Johannes Gerson, Anfechtungen, Glaube, Martin Luther, Renaissance, Michel de Montaigne, Sterbefrömmigkeit, Erlösung, Sterben.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Literaturgattung der Ars moriendi, die als Handreichung für Sterbende und deren Begleiter im spätmittelalterlichen Europa diente.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die christliche Vorbereitung auf den Tod, der Einfluss von Pestepidemien auf die Sterbepastoral, die Rolle der Sterbebegleiter und der Wandel des Todesverständnisses bis in die Renaissance.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Konzepte der Ars moriendi zu analysieren und aufzuzeigen, wie sich der Umgang mit Sterben und Tod von einer asketisch-religiösen Praxis hin zu einem individuelleren Verständnis entwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literatur- und Quellenanalyse, um die theologischen und historischen Entwicklungslinien der Sterbebüchlein nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen Grundlagen, spezifische Werke wie die Admonitio Anselmi und Gersons Sterbekunst sowie die symbolreiche „Ars moriendi der fünf Anfechtungen“ detailliert betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ars moriendi, Sterbebegleitung, Mittelalter, Seelsorge und den Wandel des Todesgedankens durch Reformation und Renaissance charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die „Ars moriendi der fünf Anfechtungen“ von anderen Schriften?

Dieses Werk zeichnet sich besonders durch die Verwendung von elf Holzschnitten aus, die als visuelle Unterstützung für Leseunkundige dienten und den Kampf zwischen Versuchungen des Teufels und Einsprechungen der Engel verbildlichten.

Warum kritisierte Martin Luther die Ars moriendi?

Luther betrachtete die traditionellen Sterbebüchlein als überholt, da sie seiner Meinung nach das Augenmerk zu sehr auf die letzte Stunde legten, anstatt ein konsequent gottgefälliges Leben in den Mittelpunkt zu stellen.

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Detalles

Título
Ars Moriendi - Die Kunst des guten Sterbens
Universidad
Bielefeld University
Calificación
2,3
Autor
Jeannine Richter (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
17
No. de catálogo
V178047
ISBN (Ebook)
9783656001034
ISBN (Libro)
9783656000594
Idioma
Alemán
Etiqueta
moriendi kunst sterbens
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jeannine Richter (Autor), 2006, Ars Moriendi - Die Kunst des guten Sterbens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178047
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