Die europäische Energiewende schreibt koloniale Kontinuitäten fort – das habe ich in meiner vorangegangenen Arbeit (Die Konstitution von Gegenexpertise) bereits am Beispiel der illegal besetzten Westsahara dargelegt. Mit Sultanas (2022) Konzept der Climate Coloniality entwickelte ich dort eine Diagnose. Diese legte bloß, wie die vermeintlich ökologische Transformation die Kosten – und die Gewalt – der Extraktion in den Globalen Süden verschiebt. Zugleich inszeniert sie sich selbst als klimapolitischen Fortschritt. Die erste Arbeit rekonstruierte, wie zivilgesellschaftliche Gegenexpertise Climate Coloniality als mehrdimensionale Wirklichkeit sichtbar macht.
Die vorliegende Arbeit kehrt diese Perspektive um: Sie analysiert nicht länger die Wissensproduktion der Kritik, sondern einen Gegenstand dieser Kritik – die Mechanismen deutscher Kompliz*innenschaft mit dem marokkanischen Besatzungsregime. Hinzu tritt eine Untersuchung jener Praktiken, mit denen sahrauische Frauen dieser Kompliz*innenschaft widerstehen – ein Aspekt, den die erste Arbeit lediglich andeuten konnte.
Vorangegangene Arbeit: "Die Konstitution von Gegenexpertise. Eine dekolonial-reflexive Dokumentenanalyse am Beispiel der besetzten Westsahara" (https://www.grin.com/document/1737983).
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- Leo Rheinsberg (Autor), 2026, Deutsche Konzernmacht und sahrauischer Widerstand, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1780901