Dieser Essey behandelt die drei großen Identitätstheoretiker und verdeutlich den Zusammenhang zwischen ihren Theorien.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Identitätstheorie nach George Herbert MEAD
1.2 Identitätstheorie nach Erving GOFFMAN
1.3 Identitätstheorie nach Lothar KRAPPMANN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Identitätstheorien von George Herbert Mead, Erving Goffman und Lothar Krappmann, um deren unterschiedliche Ansätze zur Identitätsbildung innerhalb des symbolischen Interaktionismus zu dokumentieren und in einen gemeinsamen theoretischen Kontext zu setzen.
- Grundlagen der Identitätsentwicklung bei George Herbert Mead
- Die Rolle der Interaktion und des sozialen Stigmas bei Erving Goffman
- Strukturelle Bedingungen der Identitätsbildung nach Lothar Krappmann
- Die Bedeutung von Sprache und Rollenübernahme als zentrale Identitätsinstrumente
- Vergleich der Konzepte von self, I, Me und Ich-Identität
Auszug aus dem Buch
1.1 Identitätstheorie nach George Herbert MEAD
Mead´s Grundannahme stützt sich auf Betrachtungen zu Zeichen und Gesten. Vor allem Gesten sind gesellschaftlich vereinbart, sie haben eine Bedeutung. Wenn Gesten über eine konkrete Situation hinausgehen und einen allgemeinen Sinn haben, so nennt Mead sie Symbole. Gesten und Symbole müssen stets neu interpretiert werden und sind nicht unmittelbar klar. Wenn trotz Interpretation die Bedeutung eines Symbols in einer Gesellschaft gleich ist, spricht Mead von signifikanten Symbolen, wobei das wichtigste signifikante Symbol das der Sprache ist. Die Fähigkeit sich in andere hineinversetzen zu können, bezeichnet Mead als Rollenübernahme (role taking). An dieser Stelle setzt er die Notwendigkeit, die Erwartungen des anderen zu interpretieren und seinen eigenen Erwartungen gerecht zu werden, gleich. Das heißt Mead unterstellt ein allgemeines Interesse am Funktionieren der Gesellschaft, was sich von Parsons her ableitet.
Mead´s Identitätsbegriff bezieht sich nicht nur auf Interaktion, sondern primär auf die Übernahme von Haltungen. Er unterstellt, dass jedes Gesellschaftsmitglied das sein möchte, was von ihm erwartet wird, das sich ein Jeder während seines Handelns mit den Augen der anderen sieht. Diese Identität bezeichnet Mead als self. Zur Ausbildung des self bedarf es jedoch Sozialisationsprozesse, die Mead im play und game sieht. Als play bezeichnet er das kindliche Rollenspiel, welches die ihn umgebenden Personen nachahmt und so nach und nach die Haltungen, dieser signifikanten Anderen, internalisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Identitätsforschung ein und stellt die Relevanz von Sprache sowie die theoretische Verankerung im symbolischen Interaktionismus bei den drei Autoren dar.
1.1 Identitätstheorie nach George Herbert MEAD: Dieses Kapitel erläutert Meads Konzept des self sowie die Bedeutung der Stadien play und game für die Internalisierung des generalisierten Anderen.
1.2 Identitätstheorie nach Erving GOFFMAN: Hier wird Goffmans theatermetaphorischer Ansatz zur Selbstdarstellung sowie der Umgang mit Stigmatisierung und beschädigten Identitäten analysiert.
1.3 Identitätstheorie nach Lothar KRAPPMANN: Das Kapitel beschreibt Krappmanns Vermittlerrolle zwischen Mead und Goffman und fokussiert auf die Konzepte von Rollendistanz und Ambiguitätstoleranz bei der Identitätsbildung.
Schlüsselwörter
Identität, George Herbert Mead, Erving Goffman, Lothar Krappmann, symbolischer Interaktionismus, Rollenübernahme, self, Stigmatisierung, Sozialisation, Interaktion, Ich-Identität, Rollendistanz, Ambiguitätstoleranz, Sprache, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den identitätstheoretischen Ansätzen von G.H. Mead, E. Goffman und L. Krappmann und deren gemeinsamer Basis im symbolischen Interaktionismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Entstehung des Selbstbildes, die soziale Interaktion, die Bedeutung von Sprache für die Kommunikation sowie die Bewältigung gesellschaftlicher Erwartungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Dokumentation der unterschiedlichen theoretischen Herangehensweisen der drei Autoren an das Konstrukt "Identität" und die Aufdeckung ihrer Zusammenhänge.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse der Werke der genannten Soziologen, um deren Identitätsbegriffe gegenüberzustellen und zu synthetisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils einen Theoretiker und seine spezifischen Mechanismen – wie Rollenübernahme (Mead), Selbstdarstellung (Goffman) und Rollendistanz (Krappmann) – detailliert untersuchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Identität, symbolischer Interaktionismus, Stigmatisierung, Rollendistanz, Interaktion, Sozialisation und das Konzept des "self".
Inwiefern unterscheidet sich Mead von Krappmann in Bezug auf das "I"?
Krappmann distanziert sich von Meads Idee des impulsiven "I", da er den Erklärungsbedarf für die Spontanität des Handelns kritisch hinterfragt und den Fokus stärker auf die aktive Bewältigung von Rollenkonflikten legt.
Warum spielt die Theatermetaphorik bei Goffman eine zentrale Rolle?
Goffman nutzt diese Metapher, um zu verdeutlichen, dass Identität kein festes Attribut ist, sondern das Ergebnis eines bewussten oder unbewussten Ausdrucksrepertoires (Fassade) in sozialen Interaktionen.
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- Anja Koßurok (Author), 2010, Die Identitätstheorien nach G. H. Mead, E. Goffman und L. Krappmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178183