In der vorliegenden Arbeit haben wir anhand des theoretischen Konstrukts Zukunftsangst eine Fragebogenstudie durchgeführt um methodische Kenntnisse im Fach Psychologie zu erlernen. Dabei standen vor allem die Entwicklung des Fragebogens mit Auswahl valider Items und die Analyse mit dem Statistik-Programm SPSS im Mittelpunkt. Aber auch die theoretischen Grundlagen zum Konstrukt Zukunftsangst wurden ausführlich erörtert.
Ergebnisse unserer Studie waren unter anderem, dass Frauen mehr Zukunftsangst als Männer haben, dass die Zukunftsangst mit zunehmender Kinderanzahl abnimmt und dass ein höherer Bildungsabschluss zu weniger Zukunftsangst führt. Reale Gefahrenquellen, wie Atomkraftwerke oder Flüsse mit potenzieller Hochwassergefahr in näherer Umgebung der befragten Personen hatten hingegen keinen signigikanten Einfluss auf die Zukunftsangst.
Inhaltsverzeichnis
1. Theoretische Grundlagen des untersuchten Konstrukts
1.1 Merkmale der Angst
1.2 Zukunft
1.3 Zukunftsangst
2. Beschreibung des Konstrukts
2.2 berücksichtigte Aspekte
2.3 Fazit
3. Beschreibung des Fragebogens
4. Beschreibung der Durchführung der Untersuchung
5. Beschreibung der Untersuchungsgruppe
6. Statistische Beschreibung aller Items
7. Schwierigkeitsanalyse
7.1 Ergebnisse
7.2 Umpolung
7.3 Tabelle zur Trennschärfe nach Schwierigkeitsanalyse und Umpolung
8. Trennschärfeanalyse
8.1 Reliabilität und interne Konsistenz
8.2 Endergebnis
8.3 Bewertung und Interpretation der Ergebnisse
9. Einfluss der restlichen Merkmale auf den Skalenwert
9.1 Darstellung der wichtigsten Prüfverfahren
9.2 Prüfung auf Normalverteilung
9.3 Einfluss der Merkmale auf den Faktor Zukunftsangst
10. Erläuterung der testtheoretischen Grundlagen
10.1 Die 5 Axiome
10.2 Reliabilität
10.3 Itemschwierigkeit
10.4 Trennschärfe
11. Vorschläge zur Skalenvalidierung
11.1 Kriterienbezogene Validität
11.2 Konstruktvalidität
12. Vorschläge zur Verbesserung der entwickelten Items
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das psychologische Phänomen der Zukunftsangst, wobei das primäre Ziel in der Entwicklung und methodischen Überprüfung eines Fragebogens zur Operationalisierung dieses Konstrukts liegt. Ausgehend von theoretischen Grundlagen zu Angst und Zukunft wird ein empirischer Zugang gewählt, um zu ermitteln, welche Bereiche die Menschen besonders ängstigen und welche soziodemographischen Faktoren diesen Zustand beeinflussen.
- Psychologische Einordnung von Angst, Furcht und Zukunftsangst
- Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zur Erfassung von Zukunftsängsten
- Statistische Analyse der Itemqualität mittels Schwierigkeits- und Trennschärfeanalyse
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Zukunftsangst und soziodemographischen Variablen
- Testtheoretische Fundierung und Evaluation der Skalenqualität
Auszug aus dem Buch
1.1.2 Begriffserklärung: Angst und Furcht
Auch wenn Angst und Furcht im täglichen Sprachgebrauch oftmals als Synonyme füreinander benutzt werden und dadurch zu einer Vermischung an Begriffen führt, möchten wir an dieser Stelle noch einmal kurz auf die spezifischen Merkmale der Konstrukte eingehen, um eine mögliche Differenzierung deutlich zu machen.
Furcht hat „konkrete, mit gewisser Wahrscheinlichkeit voraussagbare Anlässe“ als Ursache und kann dadurch mit „sinnvollen, wirklichkeitsbezogenen Maßnahmen“ beseitigt werden. Furcht signalisiert zudem immer eine beschreibbare und fassbare Bedrohung.
Als Angst hingegen beschreibt man die „Besorgnis vor etwas Unbestimmtem“. Doch bleibt hier zu erwähnen, dass diese beiden Konstrukte nicht ausschließlich unabhängig von einander auftreten, vielmehr durchdringen sie einander und vermischen sich miteinander, so dass eine Unterscheidung vielen oftmals sehr schwer fällt oder bereits nicht mehr möglich ist. Auch in folgenden Definitionen wird der Begriff der Angst häufig in einem erweiterten Sinn angewendet: So bezeichnet der Theologe Paul Tillich Angst als „das schmerzhafte Gefühl, nicht fähig zu sein, mit der Drohung einer besonderen Situation fertig zu werden.“ Die Menschen empfänden in diesem Fall eine Angst vor einer Situation oder den möglichen Folgen dieser. Die Menschen sind jedoch auch fähig, Angst um andere – ohne eine persönliche Bedrohung – zu empfinden, welche bisweilen sogar bis zur Angst um die Welt führen kann. Kafka schreibt darüber in seinen „Aufzeichnungen aus dem Jahr 1920“: „Manchmal hat er in seinem Hochmut mehr Angst um die Welt als um sich.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Theoretische Grundlagen des untersuchten Konstrukts: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Angst, Furcht und Zukunftsangst und beleuchtet deren psychologische sowie philosophische Hintergründe.
2. Beschreibung des Konstrukts: Hier erfolgt eine theoretische Abgrenzung der fünf identifizierten Hauptbereiche der Zukunftsangst, die als Basis für die Item-Erstellung dienten.
3. Beschreibung des Fragebogens: Dieser Abschnitt erläutert den Aufbau des entwickelten Messinstruments, die Zielgruppenansprache und die methodische Vorgehensweise bei der Datenerhebung.
4. Beschreibung der Durchführung der Untersuchung: Darstellung des Online-Erhebungsprozesses, der Rücklaufquote und der technischen Abwicklung mittels LimeSurvey.
5. Beschreibung der Untersuchungsgruppe: Detaillierte soziodemographische Auswertung der Stichprobe, einschließlich Alter, Geschlecht, Bildung und Familienstand.
6. Statistische Beschreibung aller Items: Präsentation der deskriptiven Statistiken, Kennwerte zur Schwierigkeit und Trennschärfe aller eingesetzten Items.
7. Schwierigkeitsanalyse: Erläuterung der Selektionskriterien für Items, die aufgrund zu hoher oder zu niedriger Schwierigkeit aus der weiteren Analyse ausgeschlossen wurden.
8. Trennschärfeanalyse: Detaillierte Analyse der Item-Skala-Korrelationen zur Sicherstellung einer hohen internen Konsistenz des Fragebogens sowie deren Endergebnis.
9. Einfluss der restlichen Merkmale auf den Skalenwert: Untersuchung verschiedener Einflussvariablen auf das Ausmaß der Zukunftsangst unter Anwendung inferenzstatistischer Tests.
10. Erläuterung der testtheoretischen Grundlagen: Theoretische Herleitung der klassischen Testtheorie und Definition der verwendeten Gütekriterien wie Reliabilität und Validität.
11. Vorschläge zur Skalenvalidierung: Diskussion über Möglichkeiten, die Validität des entwickelten Messinstruments durch kriterienbezogene und Konstruktvalidität zu steigern.
12. Vorschläge zur Verbesserung der entwickelten Items: Abschließende Reflexion über die Ergebnisse und konkrete Handlungsempfehlungen zur Optimierung des Fragebogens.
Schlüsselwörter
Zukunftsangst, Angst, Furcht, Fragebogen, Psychologie, Reliabilität, Validität, Trennschärfe, Itemschwierigkeit, Statistik, SPSS, Risikogesellschaft, Testtheorie, Soziodemographie, Datenerhebung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der empirischen Erfassung von Zukunftsangst. Ziel ist die Entwicklung und methodische Überprüfung eines Fragebogens, der dieses komplexe Konstrukt operationalisierbar macht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Differenzierung zwischen Angst und Furcht, die Ursachen für Zukunftsängste, sowie die testtheoretischen Anforderungen an die Messung solcher Einstellungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel liegt in der wissenschaftlich fundierten Konstruktion eines Fragebogens zur Zukunftsangst und der anschließenden Überprüfung der psychometrischen Gütekriterien (Reliabilität und Validität) anhand einer Stichprobe.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung durchgeführt. Zur statistischen Auswertung der Daten kamen deskriptive Statistik, Reliabilitätsanalysen (Cronbachs Alpha), Trennschärfeanalysen sowie verschiedene inferenzstatistische Verfahren (t-Test, ANOVA, Korrelation) zum Einsatz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung des Konstrukts, die methodische Beschreibung der Item-Entwicklung, die statistische Validierung des Fragebogens sowie die Analyse von Zusammenhängen zwischen Zukunftsangst und verschiedenen soziodemographischen Variablen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Schlagworte sind Zukunftsangst, Reliabilität, Validität, Trennschärfe, Testtheorie und psychologische Messverfahren.
Wie wurde die Normalverteilung des Faktors Zukunftsangst überprüft?
Die Prüfung erfolgte durch das Histogramm, den Kolmogorov-Smirnov-Test und einen Q-Q-Plot, um die Eignung für parametrische statistische Verfahren zu belegen.
Welchen Einfluss hat das Einkommen auf die Zukunftsangst?
Die Korrelationsanalyse nach Spearman zeigte einen signifikanten negativen Zusammenhang, was bedeutet, dass mit steigendem Einkommen die Zukunftsangst tendenziell abnimmt.
- Citation du texte
- Jean-Manuel Mönnich (Auteur), Andrea Heckele (Auteur), Susanne Klein (Auteur), 2009, Fragebogenstudie Zukunftsangst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178286