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Trauma in the Gutter - Die Repräsentation des 9/11-Traumas in US-amerikanischen Graphic Narratives

Titre: Trauma in the Gutter - Die Repräsentation des 9/11-Traumas in US-amerikanischen Graphic Narratives

Epreuve d'examen , 2009 , 125 Pages , Note: 1

Autor:in: Martin Wellmann (Auteur)

Didactique de l'Anglais - Littérature, Œuvres
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Arbeit zeigt, wie das Trauma des 11. Septembers in Graphic Narratives repräsentiert wird. Dazu wird in einem theoretischen Rahmen zunächst das Medium Graphic Narrative näher beschrieben. Dabei wird vor allem auf die Besonderheiten bezüglich der Repräsentationskraft des Mediums eingegangen. Danach folgt eine Erläuterung des psychologischen Konzepts des Traumas. Um eine differenzierte Analyse zu bieten, wird das Trauma-Phänomen auf zwei verschiedenen Ebenen untersucht: auf individueller und auf kollektiver Ebene.
Zur Erforschung von Traumata, die traditionell dem Bereich der Psychologie zugeordnet werden, kann die Literaturwissenschaft bemerkenswerterweise einen bedeutenden Beitrag leisten. Sie kann Grenzen überschreiten, und zu Gebieten vordringen, die der psychologischen Forschung allein verschlossen bleiben. Wie sich zeigen wird, eignet sich das Medium der Graphic Narrative besonders gut, um die rätselhafte Wirkungsweise des Traumas besser verstehen zu können.
Der Textkorpus für diese Arbeit wurde den beiden Untersuchungsebenen des Traumakonzepts entsprechend gewählt. Anhand avancierter Graphic Narratives, wie zum Beispiel den Werken von Art Spiegelman oder Peter Kuper, soll das Trauma auf individueller Ebene näher untersucht werden. Die Texte eignen sich hierfür besonders gut, da sie autobiografisch sind und auf persönlichen Erlebnissen, die die Autoren an jenem Morgen machten, beruhen. Die Auswirkungen des 11. Septembers auf kollektiver Ebene lassen sich besonders gut mithilfe sich an ein breiteres Publikum richtender Graphic Narratives zeigen. Zu den für diese Arbeit gewählten Texten zählen sowohl fiktive Superheldengeschichten, als auch verschiedene Reaktionen renommierter Graphic Narrative-Autoren der großen ‚Mainstream‘-Verlagshäuser.
Jede dieser Graphic Narratives wird auf besondere Aspekte hinsichtlich ihrer Repräsentationsfähigkeit von Trauma untersucht. In dieser Arbeit soll daher nicht nur bewiesen werden, dass sich Graphic Narratives dazu eignen Trauma zu repräsentieren, sondern dass die ‚bunten Heftchen‘ aufgrund ihrer vielseitigen Darstellungsmöglichkeiten es schaffen, das komplexe Phänomen des Traumas besonders gut in Wort und Bild zu fassen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. SUPERMAN UND DER 12. SEPTEMBER 2001

2. TRAUMA UND GRAPHIC NARRATIVE - EINE MÉSALLIANCE?

2.1 Graphic Narrative

2.1.1 Über ‚Comics‘ und ‚Graphic Novels‘ zu Graphic Narratives

2.1.2 Graphic Narrative – Ein Medium in Wort und Bild

2.1.3 Die Sprache der Graphic Narrative

2.1.4 Die Interaktion von Wort und Bild

2.2 Trauma

2.2.1 Die Geschichte des Traumas

2.2.2 Individuelles Trauma

2.2.2.1 Ursache und Wirkung einer unsichtbaren Wunde

2.2.2.2 Das individuelle Trauma des Art Spiegelman

2.2.3 Kollektives Trauma

2.2.3.1 Massenhafte Traumatisierungen und Traumatisierung der Masse

2.2.3.2 Das kollektive Trauma des 11. Septembers

2.3 Trauma und Narration

2.3.1 Die dreifache Paradoxie des Traumas

2.3.2 Die Repräsentation von Trauma in Graphic Narratives

2.3.3 Der Closure-Effekt in Peter Milligans The Unshredded Man

3. INDIVIDUELLES TRAUMA IN POST-9/11-GRAPHIC NARRATIVES

3.1 Art Spiegelmans In the Shadow of No Towers

3.1.1 Die Architektur der ‚No Towers‘

3.1.2 Trauma und Visualität in In the Shadow of No Towers

3.1.3 Trauma und Temporalität in In the Shadow of No Towers

3.2 Peter Kupers Stop Forgetting to Remember

3.2.1 Fiktion und Wirklichkeit in Stop Forgetting to Remember

3.2.2 Der 11. September in roter und schwarzer Tinte

3.3 Dean Haspiels 91101

3.3.1 Die Medialität des 9/11-Traumas in 91101

3.3.2 Die Realität des 9/11-Traumas in 91101

4. KOLLEKTIVES TRAUMA IN POST-9/11-GRAPHIC NARRATIVES

4.1 J. Michael Straczynskis The Amazing Spider-Man #36

4.1.1 Der 11. September als ‚narrativer Ground Zero‘

4.1.2 Der 11. September durch die Augen des Superhelden

4.1.3 Der Superheld als stiller Zeuge

4.1.4 Die Helden des 11. Septembers

4.2 9-11 – Artists Respond & Tell Stories

4.2.1 Heroisierende Erzählmuster

4.2.2 Stereotypisierende Erzählmuster

4.2.3 Deeskalierende und homogenisierende Erzählmuster

5. WORDS DON’T DO IT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern US-amerikanische Graphic Narratives geeignet sind, das Trauma des 11. Septembers 2001 darzustellen und zu verarbeiten, wobei sie als Gegendiskurs zu den medialen Realbildern fungieren.

  • Analyse des Mediums Graphic Narrative und seiner Repräsentationsfähigkeit für traumatische Inhalte.
  • Untersuchung der psychologischen Trauma-Phänomene auf individueller und kollektiver Ebene.
  • Analyse autobiografischer Werke von Autoren wie Art Spiegelman, Peter Kuper und Dean Haspiel.
  • Untersuchung fiktiver Superheldengeschichten hinsichtlich ihrer Reaktion auf das nationale Trauma.
  • Evaluation von Erzählmustern in Anthologien wie 9-11 – Artists Respond & Tell Stories.

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Die Sprache der Graphic Narrative

Scott McCloud vergleicht die Struktur einer Graphic Narrative mit dem Aufbau einer Sprache. Wie eine Sprache, so haben auch Graphic Narratives einen eigenen Wortschatz und eine eigene Grammatik.

Der Wortschatz der Graphic Narrative beinhaltet nach McCloud jegliche Form von Bildern. Dazu zählt er auch Wörter, denn Buchstaben sind im Grunde nichts anderes als abstrakte Bildzeichen, die erst durch ihre sinnvolle Aneinanderreihung zu Wörtern werden. Außerdem verfügt das Medium der Graphic Narrative über eine enorme Anzahl eigener Bildzeichen, deren symbolischer Charakter durch einfache Darstellungsmethoden komplexe Beschreibungen ersetzen kann. In Abbildung 3 erkennt man zum Beispiel die Gefühlszustände Konfusion, Ohnmacht, Scham und Überraschung (von links nach rechts) auf einfachste Symbolik reduziert. Wie McCloud anmerkt, können Graphic Narratives auf eine nahezu unbegrenzte Anzahl dieser Bildzeichen zurückgreifen.

Eine Graphic Narrative besteht aus vielen verschiedenen Einzelbildern, die durch einen Rahmen voneinander abgegrenzt werden. Ein solches umrahmtes Einzelbild wird als Panel bezeichnet. Die Ausdruckskraft des Panels selbst wird oft unterschätzt. Dabei handelt es sich hier laut McCloud um das wichtigste Bildzeichen einer Graphic Narrative. Die Konzeption des Panels gibt Aufschluss auf die Unterteilung von Zeit und Raum der Narration. In Abbildung 4 kann man gut erkennen, wie sich die Gestalt eines Panels auf die wahrgenommene Zeit auswirkt.

Im oberen Panel scheint viel mehr Zeit zu verstreichen als im unteren. Durch diesen einfachen Trick kann Zeit wirkungsvoll dargestellt werden. Besonders deutlich wird diese Form der ‚Zeitmanipulation‘ wenn die Panels als Teil einer Sequenz gelesen werden.

So wie eine Sprache einzelne Wörter kombiniert, um eine Botschaft zu übermitteln, so müssen auch die einzelnen Panels zu einer Sequenz verbunden werden. Für Sprachen übernimmt die Grammatik diese Aufgabe. Die Grammatik einer Graphic Narrative nennt McCloud „closure“ (McCloud 1993, 63).

Zusammenfassung der Kapitel

1. SUPERMAN UND DER 12. SEPTEMBER 2001: Das Kapitel analysiert die erste kreative Reaktion auf den 11. September in der Superman-Ausgabe #596.

2. TRAUMA UND GRAPHIC NARRATIVE - EINE MÉSALLIANCE?: Dieses Kapitel legt den theoretischen Rahmen fest, indem es das Medium Graphic Narrative definiert und psychologische Trauma-Konzepte einführt.

3. INDIVIDUELLES TRAUMA IN POST-9/11-GRAPHIC NARRATIVES: Der Fokus liegt auf der Verarbeitung persönlicher Traumata durch autobiografische Graphic Narratives von Art Spiegelman, Peter Kuper und Dean Haspiel.

4. KOLLEKTIVES TRAUMA IN POST-9/11-GRAPHIC NARRATIVES: Untersucht wird, wie kollektives Trauma in Superheldengeschichten und Anthologien dargestellt wird, mit Fokus auf die gesellschaftliche Bewältigung.

5. WORDS DON’T DO IT: Das Fazit stellt fest, dass Graphic Narratives durch ihre visuelle und verbale Hybridität ein einzigartiges Werkzeug zur Repräsentation traumatischer Ereignisse sind, die mit Worten allein nicht greifbar wären.

Schlüsselwörter

Graphic Narrative, Trauma, 11. September, Post-Traumatische Belastungsstörung, Comic, Art Spiegelman, In the Shadow of No Towers, Dissoziation, Closure, Gutter, Kollektives Trauma, Superheld, Repräsentation, 91101, Stop Forgetting to Remember

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das Trauma des 11. Septembers 2001 in US-amerikanischen Graphic Narratives künstlerisch dargestellt und verarbeitet wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die Struktur des Mediums Graphic Narrative, psychologische Konzepte individueller und kollektiver Traumata sowie deren Anwendung in den gewählten Texten ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu belegen, dass Graphic Narratives aufgrund ihrer hybriden Form aus Bild und Wort besonders geeignet sind, das komplexe, oft unsagbare Phänomen eines Traumas zu fassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von ausgewählten Graphic Narratives durchgeführt, die in einen theoretischen Kontext aus Psychologie und Trauma-Forschung eingebettet ist.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse individueller Traumata in autobiografischen Werken (Spiegelman, Kuper, Haspiel) und die Untersuchung kollektiver Trauma-Darstellungen in Superheldengeschichten und Anthologien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Trauma, Graphic Narrative, 11. September, Dissoziation, Closure-Effekt und Repräsentationsfähigkeit.

Inwiefern spielt Art Spiegelman eine Rolle für diese Arbeit?

Art Spiegelman wird als einer der zentralen Autoren analysiert; insbesondere sein Werk 'In the Shadow of No Towers' dient als Hauptbeispiel für die Verarbeitung individueller Traumata.

Warum wird der Closure-Effekt bei Peter Milligan hervorgehoben?

Der Closure-Effekt bei Milligan wird genutzt, um zu illustrieren, wie Leerstellen zwischen Panels oder Ausgaben genutzt werden können, um das traumatische Ereignis des 11. Septembers indirekt und wirkungsvoll zu vermitteln.

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Résumé des informations

Titre
Trauma in the Gutter - Die Repräsentation des 9/11-Traumas in US-amerikanischen Graphic Narratives
Université
LMU Munich  (Institut für Englische Philologie)
Note
1
Auteur
Martin Wellmann (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
125
N° de catalogue
V178292
ISBN (ebook)
9783656002611
Langue
allemand
mots-clé
Trauma kollektives Trauma Trauma und Narration 9/11 Elfter September Graphic Narratives Graphic Novels Comics Spiegelman Spider-Man Superhelden superheroes 11. September USA Amerika
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Martin Wellmann (Auteur), 2009, Trauma in the Gutter - Die Repräsentation des 9/11-Traumas in US-amerikanischen Graphic Narratives, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178292
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Extrait de  125  pages
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