Seit mehreren Jahren widmet sich die Forschung dem simultanen Erwerb von zwei und mehreren Sprachen. Während zunächst davon ausgegangen wurde, dass auch bilinguale Kinder nur über ein einziges Sprachsystem verfügen, woraus Einflüsse der einen Sprache auf die andere zu resultieren schienen, konnten Forschungsergebnisse zeigen, dass zweisprachig aufwachsende Kinder bereits in der Einwortphase die grammatischen Systeme voneinander trennen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit sich diese gegenseitig beeinflussen.
In der aktuellen Fachliteratur werden drei Formen des Spracheneinfluss unterschieden: Der Transfer, die Beschleunigung und die Verlangsamung. Unter Transfer ist die Eingliederung einer grammatischen Eigenschaft der einen Sprache in die andere Sprache zu verstehen. Tritt eine grammatische Eigenschaft der betreffenden Sprache früher auf, als bei monolingualen Kindern, so wird von Beschleunigung gesprochen. Die Kontroverse der Beschleunigung ist die Verlangsamung, bei der eine grammatische Eigenschaft einer Sprache im Vergleich zu monolingualen Kindern zeitlich verzögert auftritt.
Von Interesse für diese Arbeit ist die durch Spracheneinfluss bedingte Verzögerung sein, die für die Subjekt- und Objektauslassung belegt werden soll. Hierfür wird beginnend das Wesen der Subjekt- und Objektauslassungen beschrieben. Der Betrachtung der zeilsprachlichen Argumentrealisierung und –Auslassung, folgt der Erwerb der Subjekt- und Objektklitika, um schließlich vor diesem Hintergrund den Spracheneinfluss bei bilingualen Kindern in diesem Bereich zu analysieren. Ziel ist es festzustellen, wie bilinguale Kinder den Objektbereich erlernen und inwieweit sich die beiden Sprachen beeinflussen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Arbeiten zur Sprachentrennung und Sprachentrennung
2. Sprachentrennung
3. Subjektauslassungen
3.1 Betrachtung der Zielsprachen
3.2 Subjektauslassungen bei monolingualen Kindern
3.3 Subjektauslassungen bei bilingualen Kindern
4. Objektauslassungen
4.1 Betrachtung der Zielsprachen
4.1.1 Objektauslassungen in den Zielsprachen
4.1.2 Arten der Null-Komplemente
4.2 Sprachliche Betrachtung von monolingualen Kindern
4.2.1 Objektauslassungen bei monolingualen Kindern
4.2.1 Der Erwerb von Subjekt- und Objektklitika
4.3 Betrachtung der Objektrealisierung bei bilingualen Kindern
II. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den simultanen Spracherwerb zweier Sprachen bei Kindern und analysiert, inwieweit es trotz getrennter grammatikalischer Systeme zu wechselseitigen Einflüssen kommt. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine vergleichende Analyse von Subjekt- und Objektauslassungen zu belegen, dass es bei bilingualen Kindern zu verzögernden Spracheneinflüssen kommt, und zu begründen, wie diese Verzögerungen entstehen.
- Grundlagen des simultanen Zweitsprachenerwerbs und der Sprachtrennung
- Kriterien für Spracheneinfluss (Beschleunigung, Verzögerung, Transfer)
- Syntaktische und pragmatische Bedingungen der Subjektrealisierung
- Mechanismen der Objektauslassung in germanischen und romanischen Sprachen
- Vergleich von monolingualen und bilingualen Spracherwerbsdaten
Auszug aus dem Buch
I. Einleitung
Seit mehreren Jahren widmet sich die Forschung dem simultanen Erwerb von zwei und mehreren Sprachen. Während zunächst davon ausgegangen wurde, dass auch bilinguale Kinder nur über ein einziges Sprachsystem verfügen, woraus Einflüsse der einen Sprache auf die andere zu resultieren schienen, konnten Forschungsergebnisse zeigen, dass zweisprachig aufwachsende Kinder bereits in der Einwortphase die grammatischen Systeme voneinander trennen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit sich diese gegenseitig beeinflussen.
In der aktuellen Fachliteratur werden drei Formen des Spracheneinfluss unterschieden: Der Transfer, die Beschleunigung und die Verlangsamung. Unter Transfer ist die Eingliederung einer grammatischen Eigenschaft der einen Sprache in die andere Sprache zu verstehen. Tritt eine grammatische Eigenschaft der betreffenden Sprache früher auf, als bei monolingualen Kindern, so wird von Beschleunigung gesprochen. Die Kontroverse der Beschleunigung ist die Verlangsamung, bei der eine grammatische Eigenschaft einer Sprache im Vergleich zu monolingualen Kindern zeitlich verzögert auftritt.
Von Interesse für diese Arbeit ist die durch Spracheneinfluss bedingte Verzögerung sein, die für die Subjekt- und Objektauslassung belegt werden soll. Hierfür wird beginnend das Wesen der Subjekt- und Objektauslassungen beschrieben. Der Betrachtung der zeilsprachlichen Argumentrealisierung und –Auslassung, folgt der Erwerb der Subjekt- und Objektklitika, um schließlich vor diesem Hintergrund den Spracheneinfluss bei bilingualen Kindern in diesem Bereich zu analysieren. Ziel ist es festzustellen, wie bilinguale Kinder den Objektbereich erlernen und inwieweit sich die beiden Sprachen beeinflussen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einführung erläutert die theoretische Relevanz des simultanen Spracherwerbs und führt in die zentralen Begriffe Spracheneinfluss, Transfer, Beschleunigung und Verlangsamung ein.
1. Arbeiten zur Sprachentrennung und Sprachentrennung: Das Kapitel diskutiert frühe Studien, die von einem fusionierten Sprachsystem ausgingen, und setzt diesen neuere Erkenntnisse entgegen, die für eine frühe Trennung der grammatischen Systeme plädieren.
2. Sprachentrennung: Es werden die theoretischen Grundlagen des Spracheneinflusses beleuchtet und Hypothesen definiert, unter welchen Bedingungen (z.B. an Schnittstellen der Grammatikmodule) dieser bei bilingualen Kindern wahrscheinlich auftritt.
3. Subjektauslassungen: Dieses Kapitel analysiert die Bedingungen der Subjektrealisierung in den Zielsprachen (Italienisch, Französisch, Deutsch) und vergleicht das Erwerbsverhalten von monolingualen mit dem von bilingualen Kindern.
4. Objektauslassungen: Hier steht die Untersuchung von Null-Objekten im Fokus; es wird unterschieden, wie Kinder zwischen germanischen (Topic-Drop) und romanischen Sprachen bei der Objektrealisierung unterscheiden und warum es hier zu verzögernden Einflüssen kommen kann.
II. Schlusswort: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und bestätigen, dass der Bereich der Argumentrealisierung (Subjekte und Objekte) besonders anfällig für verzögernden Spracheneinfluss an Schnittstellen zwischen Syntax und Pragmatik ist.
Schlüsselwörter
Bilingualismus, Spracherwerb, Sprachentrennung, Spracheneinfluss, Subjektauslassung, Objektauslassung, Argumentrealisierung, Syntax, Pragmatik, Null-Subjekte, Klitika, Sprachmischung, Sprachdominanz, Entwicklungsphasen, Grammatik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem simultanen Spracherwerb von zwei Sprachen bei Kindern und untersucht, wie die beteiligten Sprachen sich gegenseitig beeinflussen, insbesondere im Bereich der grammatischen Strukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Phänomene der Subjekt- und Objektauslassung, die Frage der Sprachtrennung (getrennte vs. fusionierte Systeme) sowie die verschiedenen Formen des Spracheneinflusses wie Verzögerung oder Beschleunigung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Hauptziel ist es, zu analysieren, wie bilinguale Kinder den Objektbereich erlernen und inwieweit der Input einer Sprache die Realisierung von Subjekten und Objekten in der anderen Sprache beeinflusst, speziell mit Fokus auf nachweisbare Verzögerungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturbasierte Analyse aktueller Forschungsergebnisse, darunter Längsschnitt- und Querschnittstudien zu bilingualen Kindern sowie den Vergleich mit monolingualen Sprachdaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Ansätze zur Sprachentrennung diskutiert, gefolgt von einer detaillierten Betrachtung der Subjekt- und Objektauslassungen, wobei die spezifischen grammatikalischen Eigenschaften des Deutschen, Italienischen und Französischen gegenübergestellt werden.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Bilingualismus, Sprachtrennung, Argumentrealisierung, Syntax-Pragmatik-Schnittstelle, Spracheneinfluss und Null-Subjekte charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Objektauslassung in germanischen gegenüber romanischen Sprachen?
In germanischen Sprachen (wie Deutsch) sind Objektauslassungen oft durch Topic-Drop in satzinitialer Position möglich, während romanische Sprachen (wie Italienisch/Französisch) restriktiver sind und Objektauslassungen primär bei bestimmten Verbklassen erlauben.
Warum spielt die Schnittstelle zwischen Syntax und Pragmatik eine so wichtige Rolle?
Die Arbeit führt aus, dass grammatische Phänomene, die an der Schnittstelle dieser beiden Module liegen, besonders sensibel für Spracheneinfluss sind, da hier das Kind komplexe pragmatische und syntaktische Bedingungen gleichzeitig steuern muss.
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- Anja Peske (Author), 2008, Argumentrealisierungen und -auslassungen bei monolingualen und bilingualen Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178371