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Galante Dichtung – Sinnliches Spiel oder subversives Element?

Lyrikanalyse am Beispiel Christian Hofmann von Hoffmannswaldau

Titre: Galante Dichtung – Sinnliches Spiel oder subversives Element?

Dossier / Travail , 2004 , 19 Pages , Note: 2,5

Autor:in: Corina Brucker (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Das Zeitalter des Barock ist geprägt vom Bild des Dreißigjährigen Krieges, hervorgerufen durch die Gegenreformation der Jesuiten und dem unversöhnlichen Gegensatz zwischen Katholiken und Protestanten. Dieser Glaubenskrieg ist gleichzeitig Auseinadersetzung der herrschenden Großmächte und wird auf deutschem Boden ausgetragen. Gleichzeitig erlebt die höfische Kultur Frankreichs unter Ludwig XIV. ihren Höhepunkt und wird Vorbild für ganz Europa. Trotz politischer Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland, welche auf der Wegnahme der Straßbourgs und der Verheerung der Pfalz begründet sind, bemühen sich die deutschen Adelhäuser mit aller Macht, es den Franzosen gleichzutun. Die kulturelle Führung in Deutschland geht von dem Bürgertum auf die Höfe über, wo sich die barocke Gesellschaft nach französischem Vorbild um den Mittelpunkt des absoluten Fürsten sammelt. Während das Volk unter den Nachwehen des Dreißigjährigen Krieges verelendet, entfaltet sich an den Höfen ein Lebensstil prunkvoller Repräsentationen. Das Ideal dieser Gesellschaft ist ein politischer Mensch, der weltklug Dinge und Menschen auszunutzen versteht, dabei aber immer die Contenance wa

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Barocke Dichtung als gesellschaftlicher Maßstab

1.1 Martin Opitz – „Buch von der deutschen Poetery“ (1624)

1.2. Nutzen der Poesie und ihr gesellschaftlicher Rahmen – Ein allgemeiner Überblick

1.3 Liebesdichtung und Affektenlehre

2. Galante Dichtung Hofmannswaldaus – Intention und Hintergrund

2.1 Lyrikanalyse und Interpretation „WO sind die Stunden“ und „Ist denn dein hertze gar erfroren?“

2.2 Provokation durch Sinnlichkeit

2.3 Frauenbild und Politik

3. Zusammenfassung und Fazit

3.1 Hofmannswaldau – Ein poetischer Rebell?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der barocken, insbesondere der galanten Dichtung für die höfische Gesellschaft des 17. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die Analyse ausgewählter Gedichte von Christian Hofmann von Hofmannswaldau, um zu klären, ob diese Dichtung lediglich als Spiegel der höfischen Welt fungiert oder subversives Potenzial besitzt.

  • Die Funktion der barocken Dichtung als gesellschaftliches Ordnungsinstrument.
  • Die ästhetische und inhaltliche Transformation petrarkistischer Traditionen bei Hofmannswaldau.
  • Das Spannungsfeld zwischen Sinnlichkeit, Lust und religiösen bzw. gesellschaftlichen Normen.
  • Die politische Instrumentalisierung des Frauenbildes in der Literatur der Zeit.
  • Die Dialektik von systemstabilisierender Wirkung und individueller Selbstbehauptung.

Auszug aus dem Buch

2. Galante Dichtung Hofmannswaldaus – Intention und Hintergrund

Dem steht Christian Hofmann von Hofmannswaldaus Dichtung entgegen. Hofmannswaldau ist ein Meister der Verschnörkelung und Virtuosität. Typisch für seine Lyrik ist barocke Verschnörkelung und spielerische Raffinesse. Hofmannswaldau nimmt die petrarkistische Tradition, ihre Bilder, Gedanken, Motive und verkehrt sie ins spielerisch – Virtuose. Scharfsinnig geht er mit der „Liebe als Krankheit“ um und wendet sie gelegentlich sogar ins persönlich – Weiche. Liebes- und Lebensgenuss stehen bei ihm im Vordergrund:

WO sind die stunden

Der süssen zeit /

Da ich zuerst empfunden /

Wie deine lieblichkeit

Mich dir verbunden?

Sind sie verrauscht / es bleibt doch dabey /

Daß alle lust vergänglich sey.

Das reine schertzen /

So mich ergetzt /

Und in dem tieffen hertzen

Sein merckmahl eingesetzt /

Läst mich in schmertzen /

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verortet das Barockzeitalter im Kontext des Dreißigjährigen Krieges und der höfischen Kultur sowie deren Widersprüchlichkeit zwischen Lebensgier und religiösem Leid.

1. Barocke Dichtung als gesellschaftlicher Maßstab: Dieses Kapitel erläutert die normativen Grundlagen der Epoche durch Martin Opitz und beleuchtet den ethischen Erziehungsauftrag der Dichtung innerhalb der höfischen Gesellschaft.

2. Galante Dichtung Hofmannswaldaus – Intention und Hintergrund: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Liebes- und Erotiklyrik Hofmannswaldaus, wobei insbesondere die Metaphorik und das Verhältnis zwischen den Geschlechtern und der Politik untersucht werden.

3. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und ordnet Hofmannswaldaus Schaffen zwischen Konformität und systemuntergrabender Rebellion ein.

Schlüsselwörter

Barock, Galante Dichtung, Hofmannswaldau, Petrarkismus, Liebeslyrik, Höfische Gesellschaft, Sinnlichkeit, Affektenlehre, Frauenbild, Politik, Subversivität, Systemstabilität, Literaturanalyse, Erotik, Vergänglichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Funktion und Bedeutung der galanten Dichtung während der Barockzeit, unter besonderer Berücksichtigung des Werkes von Christian Hofmann von Hofmannswaldau.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die Rolle der Literatur im absolutistischen Staat, das Verhältnis von Sinnlichkeit zu gesellschaftlichen Normen und die politische Funktion des Frauenbildes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, ob galante Dichtung als reiner Spiegel der höfischen Gesellschaft zu verstehen ist oder ob sie subversives Potenzial besitzt, das bestehende Machtstrukturen infrage stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische Lyrikanalyse, ergänzt durch eine kulturwissenschaftliche Einordnung in den historischen Kontext des 17. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Interpretation spezifischer Arien Hofmannswaldaus sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der literarischen Normierung durch Martin Opitz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Barock, galante Dichtung, Hofmannswaldau, Petrarkismus, Subversivität und höfische Gesellschaft.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Frauenbildes bei Hofmannswaldau?

Das Frauenbild wird als politisches Konstrukt interpretiert, das der Absicherung absolutistischer Herrschaft dient, indem der weibliche Körper zum Ersatzterritorium für die Kämpfer stilisiert wird.

Inwiefern gilt Hofmannswaldau als "poetischer Rebell"?

Obwohl er sich stilistisch an die Konventionen hielt, untergrub er die traditionelle barocke Antithetik durch die Verschmelzung von Diesseits und Jenseits, was ihn bei zeitgenössischen Kritikern als obszön erscheinen ließ.

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Résumé des informations

Titre
Galante Dichtung – Sinnliches Spiel oder subversives Element?
Sous-titre
Lyrikanalyse am Beispiel Christian Hofmann von Hoffmannswaldau
Université
University of Potsdam  (Germanistik)
Note
2,5
Auteur
Corina Brucker (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
19
N° de catalogue
V178504
ISBN (ebook)
9783656004301
ISBN (Livre)
9783656004851
Langue
allemand
mots-clé
galante dichtung sinnliches spiel element lyrikanalyse beispiel christian hofmann hoffmannswaldau
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Corina Brucker (Auteur), 2004, Galante Dichtung – Sinnliches Spiel oder subversives Element?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178504
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Extrait de  19  pages
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