Eine der wesentlichen Erkenntnisse der Sportpsychologie ist, dass „im Wettkampf alles anders ist“. Die Sportpsychologie will optimale Leistung, und zwar dann wenn es drauf ankommt. Diese Wissenschaftsdisziplin versucht also Körper und Geist so in Einklang zu bringen, dass auch unter extremen Stresssituationen, wie bei wichtigen Wettkämpfen, Höchstleistungen erbracht werden können. Die Tatsache, dass dieses positive Zusammenspiel nicht
immer so einfach umzusetzen ist, erklärt solche Phänomene wie den „Trainingsweltmeister“ – jemand der bei unbedeutenden Trainingsläufen beispielsweise Weltrekordzeiten läuft, dann
aber im Wettkampf mit unmittelbar anwesenden Konkurrenten langsamer ist, also sein eigentlich vorhandenes und nachgewiesenes Potential nicht optimal abrufen kann. Im menschlichen Gehirn laufen komplexe Gedankenprozesse ab, die mit den Konzentrationseinflussfaktoren des „ICH und meine Aufgabe“ zu tun haben (cf. Eberspächer,
2001: 51).
In der vorliegenden Arbeit wird es vorwiegend um den Bereich der Aktivationsregulation gehen, welche sich in Relaxations- und
Mobilisationstechniken untergliedert. Während die Mobilisationstechniken kaum in irgendeiner Form standardisiert sind, existieren bei den Relaxationstechniken verschiedene, ausführlich untersuchte klinische Entspannungsverfahren, darunter Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Biofeedback, imaginative Techniken, Meditative Techniken und Hypnose. Da eine umfassende Darstellung derselben im Rahmen dieser Arbeit kaum
möglich ist, wird der Fokus auf einer Entspannungstechnik liegen, die besonders im Sport
positiv zum Tragen kommt: die progressive Muskelentspannung. Im Folgenden soll das
Verfahren an sich vorgestellt werden, seine Erfolge, bzw. Einsatzmöglichkeiten analysiert,
und schließlich an einem praktischen Beispiel nachvollzogen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Konzept der Aktivationsregulation
- Mobilisation
- Relaxation
- Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
- Muskelgruppen
- Grundverfahren der Progressiven Muskelrelaxation
- Anwendungsbereiche
- Beispiel aus dem Sport
- Abschließende Bewertung
- Anhang
- Bibliographie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text befasst sich mit der Aktivationsregulation in der Sportpsychologie, insbesondere mit dem Ziel, die optimale Leistungssteigerung unter Stresssituationen zu erreichen. Die Arbeit zeigt die Bedeutung der Aktivationsregulation für die sportliche Leistung und erläutert, wie durch die Einregulierung der Erregung auf ein individuelles Aktivationsoptimum, Höchstleistungen erzielt werden können.
- Konzept der Aktivationsregulation
- Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
- Anwendungsbereiche der Progressiven Muskelentspannung im Sport
- Zusammenhang zwischen Aktivationsniveau und sportlicher Leistung
- Praktische Anwendung der Progressiven Muskelentspannung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Aktivationsregulation ein und stellt die Bedeutung des mentalen und physischen Gleichgewichts für die sportliche Leistung heraus. Es wird der Zusammenhang zwischen Aktivationsniveau und sportlicher Leistung verdeutlicht und das Problem der „Trainingsweltmeister" dargestellt. Darüber hinaus werden die verschiedenen Ansatzpunkte der Sportpsychologie zur Lösung dieses Problems vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf der Aktivationsregulation liegt.
- Konzept der Aktivationsregulation: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Aktivationsregulation und erklärt, wie die Einregulierung der Erregung auf ein individuelles Aktivationsoptimum die Leistung beeinflusst. Es wird das Yerkes-Dodsonsche Gesetz vorgestellt, welches den Zusammenhang zwischen Aktivationsniveau und Verhaltenseffektivität aufzeigt.
- Mobilisation: Das Kapitel "Mobilisation" behandelt die verschiedenen Techniken, die zur Steigerung der Aktivierung eingesetzt werden können. Es werden drei Ebenen vorgestellt, auf denen der Sportler ansetzen kann: Verhalten, Umwelt und Wahrnehmung.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Aktivationsregulation, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Sportpsychologie, Mobilisations- und Relaxationstechniken, Yerkes-Dodsonsches Gesetz, optimale Leistungssteigerung und Stresssituationen. Diese Themengebiete werden im Kontext der Sportpsychologie behandelt, um die Verbesserung der sportlichen Leistung unter extremen Bedingungen zu ermöglichen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Aktivationsregulation in der Sportpsychologie?
Es ist die gezielte Steuerung des Erregungsniveaus (Aktivierung), um ein individuelles Leistungsoptimum zu erreichen, besonders in Stresssituationen wie Wettkämpfen.
Was bedeutet „Progressive Muskelentspannung“ (PMR) nach Jacobson?
PMR ist ein Entspannungsverfahren, bei dem durch bewusstes Anspannen und anschließendes Lockern bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer körperlicher und mentaler Ruhe erzielt wird.
Warum scheitern „Trainingsweltmeister“ oft im Wettkampf?
Sie können ihr Potenzial unter Druck nicht abrufen, da ihr Aktivationsniveau zu hoch (Stress) oder zu niedrig ist. Aktivationsregulation hilft, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen.
Was besagt das Yerkes-Dodsonsche Gesetz?
Es beschreibt den Zusammenhang zwischen Aktivierung und Leistung: Sowohl zu geringe als auch zu hohe Aktivierung führen zu schlechterer Leistung; es gibt ein optimales mittleres Niveau.
Wie wird PMR im Sport praktisch angewendet?
Sportler nutzen PMR in der Vorwettkampfphase zur Beruhigung oder nach Belastungen zur schnelleren Regeneration von Körper und Geist.
- Arbeit zitieren
- Nikolai Strähle (Autor:in), 2009, Aktivationsregulation - Progressive Muskelentspannung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178523