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Die chinesischen Seestreitkräfte

Ursachen und Konsequenzen der militärischen Aufrüstung zur See

Título: Die chinesischen Seestreitkräfte

Tesis de Maestría , 2011 , 119 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Jennifer Schmidt (Autor)

Orientalismo / Sinología - Chino (Idioma) / China
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Die Festparade am 1. Oktober 2009, anlässlich des 60. Jubiläums der
Volksbefreiungsarmee (VBA), signalisierte die Bedeutungssteigerung von Marine, Luftwaffe und Zweiter Artillerie im Gegensatz zur traditionell kontinentalen Ausrichtung der VBA, mit dem Heer als Mittelpunkt der militärischen Organisation.1 Dies kann als Zeichen gewertet werden, dass die Reformierung der VBA zu einem modernen militärischen Apparat, der den Herausforderungen des Informationszeitalters und der modernen, integrierten Kriegsführung gewachsen ist, weiter voranschreitet.
Seit den neunziger Jahren ist eine Umstrukturierung der VBA auszumachen, die v. a. als Folge der modernen see- und luftbasierten Kriegsführung ausgemacht werden kann, wie sie etwa im zweiten Golfkrieg (1990–1991) von den USA praktiziert wurde.2 Dabei lassen diese Modernisierungs- und Aufrüstungsmaßnahmen Besorgnis in allen Teilen der Welt aufkommen. Wird eine neue bipolare Weltordnung einer „G2“, mit China als einzigem Gegenspieler der USA die zukünftige Weltpolitik bestimmen?
Der Irak-Krieg zu Beginn des neuen Jahrtausends hat das Ansehen der
USA, als globale Ordnungsmacht mehr geschadet als es ihrer Sicherheit genutzt hat und die globale Finanz- und Wirtschaftskrise gegen Ende der Dekade konnte die Rolle der wirtschaftlich zunehmend erfolgreichen BRIC-Staaten3 weiter festigen, während die USA und Europa mit mächtigen Schuldenbergen zu kämpfen haben.
Die Vermutung, dass die finanzielle Situation der USA die militärischen Kapazitäten der U.S. Navy einschränken könnte, und es so zu einer Verschiebung der Einflusssphären in Ost- und Südostasien kommt, liegt nahe.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Teil: Die chinesischen Seestreitkräfte in der Vergangenheit

1.1. Historischer Überblick

1.2. „Seemacht“ China?

2. Teil: Die chinesischen Seestreitkräfte heute

2.1. Organisation

2.1.1. Zentrale Militärkommission und Volksbefreiungsarmee (VBA)

2.1.2. Die VBA Marine innerhalb des militärischen Apparates

2.2. Verteidigungsbudget

2.3. Flottenstruktur

2.4. Geografischer Operationsraum

2.4.1. Westpazifik

2.4.2. Südchinesisches Meer

2.4.3. Indischer Ozean

2.4.4. Mittelmeer

2.5. Entwicklungstrends und Bewertung

3. Teil: Ursachen der militärischen Aufrüstung zur See

3.1. Sicherheitspolitische Situation

3.2. Strategie- und Entwicklungskonzept

3.3. Motivation

3.3.1. Taiwanfrage

3.3.2. Energiesicherheit und Ressourcen

3.3.2.1. International Sea Lines of Communication (ISLC)

3.3.2.2. Gebietsansprüche im Ost- und Südchinesischen Meer

3.3.3. Wirtschaft

3.3.4. Prestige und Einfluss

3.4. Eigene Einschätzung

4. Teil: Konsequenzen der militärischen Aufrüstung zur See

4.1. Reaktionen anderer Staaten

4.1.1. USA

4.1.2. Japan

4.1.3. Russland

4.1.4. ASEAN-Staaten

4.1.5. Indien

4.2. Auswirkungen auf bilaterale Beziehungen

4.2.1. China – USA

4.2.2. China – Japan

4.2.3. China – Russland

4.2.4. China – ASEAN-Staaten

4.2.5. China – Indien

4.3. Bewertung

Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung der chinesischen Kriegsmarine im letzten Jahrzehnt umfassend darzustellen, wobei ein besonderer Fokus auf den Ursachen und Konsequenzen der militärischen Aufrüstung zur See liegt. Hierbei wird untersucht, ob die Volksrepublik primär defensive Ziele verfolgt oder ob militärische Kapazitäten gezielt zur Ressourcen- und Handelssicherung ausgebaut werden.

  • Organisation und Modernisierung der VBA Marine
  • Finanzierung und strategische Ausrichtung (aktive Verteidigung)
  • Rolle der Taiwanfrage für die maritime Strategie
  • Sicherung von Ressourcen und Seewegen (Energiesicherheit)
  • Regionale sicherheitspolitische Konsequenzen für Anrainerstaaten

Auszug aus dem Buch

Die VBA Marine innerhalb des militärischen Apparates

Höchstes Befehlsorgan der Marine der VBA ist der Admiralstab. Neben der Koordination mit den drei Hauptabteilungen für Logistik, Ausrüstung und Politik, sowie den anderen Generalstäben, ist er für die allgemeine Gefechtsbereitschaft der Flotten verantwortlich. Der operative Arm der Marine der VBA teilt sich in drei Flotten: Die Nord-, Ost- und Südflotte mit ihren entsprechenden Hauptquartieren in Qingdao (青岛, Provinz Shandong 山东), Ningbo (宁波, Provinz Zhejiang 浙江) und Zhanjiang (湛江, Provinz Guangdong 广东).

Sie sind jeweils in sieben bis zehn Küstenverteidigungsbereiche unterteilt und diese wiederum in Kommandosektoren. Jede der einzelnen Flotten ist ausgerüstet, um Operationen im nahen Küstenbereich sowie auf Hochsee durchzuführen und verfügt über eigene Marinefliegereinheiten. Die den drei Flotten zugehörigen Hauptquartiere der Marinefliegereinheiten sind mit je zwei Divisionen direkt beim entsprechenden Flottenhauptquartier stationiert. Die Nordflotte liegt im Gelben Meer (Huanghai, 黄海), ihr Küstenverteidigungsbereich beginnt an der nordkoreanischen Grenze und endet bei der Hafenstadt Lianyungang (连云港, Provinz Jiangsu 江苏). Sie ist den Militärregionen Shenyang (沈阳), Beijing (北京) und Jinan (济南) zugeordnet. Der Ostflotte obliegt die Küstenverteidigung vom Süden Lianyungangs bis zur Insel Dongshan (东山岛, Provinz Fujian 福建).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Teil: Die chinesischen Seestreitkräfte in der Vergangenheit: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick und analysiert, ob China jemals als "Seemacht" bezeichnet werden konnte, wobei die Entwicklung der Flotten von den Song- bis zu den Ming-Dynastien beleuchtet wird.

2. Teil: Die chinesischen Seestreitkräfte heute: Dieser Teil widmet sich der aktuellen Organisation, dem Verteidigungsbudget, der Flottenstruktur sowie dem geografischen Operationsraum und bewertet die jüngsten Entwicklungstrends.

3. Teil: Ursachen der militärischen Aufrüstung zur See: Hier werden die sicherheitspolitische Situation, das Strategiekonzept und die treibenden Motive wie die Taiwanfrage, Energiesicherheit und wirtschaftliche Interessen analysiert.

4. Teil: Konsequenzen der militärischen Aufrüstung zur See: Das letzte Kapitel untersucht die Reaktionen wichtiger Akteure wie USA, Japan, Russland, ASEAN-Staaten und Indien auf die Aufrüstung sowie die Auswirkungen auf bilaterale Beziehungen.

Schlüsselwörter

Volksbefreiungsarmee, VBA Marine, chinesische Seestreitkräfte, Taiwanfrage, Energiesicherheit, Südchinesisches Meer, maritime Strategie, Hochseeflotte, Verteidigungsbudget, Rüstungsindustrie, Geopolitik, regionale Sicherheit, Militärreform, Anti-Access-Strategien, Westpazifik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Aufrüstung der chinesischen Marine im letzten Jahrzehnt, beleuchtet deren Ursachen und hinterfragt die strategischen Ziele Chinas zur See.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Flottenmodernisierung, die Sicherung der Energiesicherheit, der territoriale Anspruch im Südchinesischen Meer sowie die sicherheitspolitischen Auswirkungen auf die Nachbarstaaten und die USA.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, ob die Aufrüstung der chinesischen Marine rein defensiv motiviert ist oder ob China militärische Mittel aktiv zur Sicherung strategischer Ressourcen und zum Ausbau seines politischen Einflusses einsetzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die auf offiziellen Verteidigungsweißbüchern Chinas, Berichten internationaler Organisationen wie IISS und SIPRI sowie umfangreicher US-amerikanischer und chinesischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist in vier Teile gegliedert, die von der historischen Einordnung der chinesischen Marine über die aktuelle Organisation und Flottenstruktur bis hin zu den Ursachen der Aufrüstung und den Konsequenzen für andere Staaten reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind VBA Marine, Taiwanfrage, Energiesicherheit, Südchinesisches Meer, maritime Strategie und Geopolitik.

Warum spielt der Marinestützpunkt Sanya auf der Insel Hainan eine so große strategische Rolle?

Sanya bietet direkten Zugang zum Südchinesischen Meer und zum Indischen Ozean, ist zudem weit entfernt von amerikanischen Stützpunkten gelegen und ermöglicht es U-Booten, in kürzester Zeit Tiefwasser zu erreichen, um dort unentdeckt zu operieren.

Wie bewertet die Arbeit das "Malakkadilemma"?

Das Malakkadilemma beschreibt Chinas enorme Abhängigkeit von Energieimporten, die durch die schmale Straße von Malakka führen, welche im Konfliktfall blockiert werden könnte; die Marine sieht sich daher in der Pflicht, diese Seewege militärisch abzusichern.

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Detalles

Título
Die chinesischen Seestreitkräfte
Subtítulo
Ursachen und Konsequenzen der militärischen Aufrüstung zur See
Universidad
University of Leipzig
Calificación
1,0
Autor
Jennifer Schmidt (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
119
No. de catálogo
V178593
ISBN (Ebook)
9783656006725
ISBN (Libro)
9783656007227
Idioma
Alemán
Etiqueta
seestreitkräfte ursachen konsequenzen aufrüstung China Marine Seemacht
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jennifer Schmidt (Autor), 2011, Die chinesischen Seestreitkräfte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178593
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