Das 4C/ID-Modell am Beispiel eines Lehrplanentwurfs für den Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitserziehung und -förderung


Hausarbeit, 2011

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das 4C/ID-Modell in seiner praktischen Anwendung
2.1 Die hierarchische Analyse der Kompetenz
2.2 Die vereinfachenden Annahmen und Aufgabenklassen
2.3 Das Erstellen der Lernaufgaben
2.4 Unterstützende Informationen und Just- in- Time Informationen (JIT)
2.4.1 Beispiele für Unterstützende Informationen
2.4.2 Beispiel von Just- in- Time Informationen (JIT)

3 Das 4C/ID-Modell aus theoretischer Sicht
3.1 Lerntheoretische Überlegungen und Aspekte situierten Lernens
3.2 Didaktische Szenarien zur Integration des 4C/ID- Modells
3.3 Medien zur Unterstützung des Blueprints
3.4. Nutzung der situierten, multimedialen Lernumgebung „Derma 2000“
3.4.1 Thema, Ziel und Lerndauer der Lernumgebung
3.4.2 Das angewandte Instruktionsmodell

4 Fazit und Zusammenfassung

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„ Wenn Besch ä ftigte unter gesundheits- gef ä hrdenden Bedingungen arbeiten müs- sen, nicht angemessen qualifiziert sind oder nicht ausreichend von Kollegen unter- stützt werden, kann Arbeit krank machen. “ (Luxemburger Deklaration, 2011).

Jedes gute Unternehmen lebt von seinen gesunden, motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern und trägt dafür eine Fürsorgepflicht.

Gesundheit stellt somit neben dem ganz persönlichen Faktor für den Einzelnen eben auch einökonomisches Problem für das Unternehmen und die Gesellschaft dar. Hohe Ausfallkosten bei einer hohen Anzahl an Krankentagen belasten die Betriebe, aber auch dieöffentlichen Töpfe der Gesellschaft.

Gesundheitsfördernde Maßnahmen im Zuge von Aufklärung und Präventionsmaß- nahmen nehmen mit diesem Bewusstsein einen immer höheren Stellenwert ein.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Lehrplanentwurfs für ei- nen Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitserziehung und -förderung (hier in der Betrieblichen Gesundheitsförderung) mittels des Vier- Komponenten- Instruktionsdesign- Modell (4C/ID). In Kapitel 2 werden die ersten drei Kompo- nenten des Lernmodells für komplexes Lernen am praktischen Beispiel vorgestellt. Anschließend folgt eine kurze Übersicht über lerntheoretische Überlegungen zum 4C/ID Modell. Abschließend wird anhand der multimedialen, situierten Lernum- gebung „Derma 2000“ ein ähnliches Instruktionsdesignmodells in seiner Anwen- dung vorgestellt.

Das Fazit und eine Zusammenfassung beenden die Arbeit.

Zur besseren Lesbarkeit werden personenbezogene Bezeichnungen in männlicher Form verwendet, betiteln aber Personen beider Geschlechter.

2 Das 4C/ID-Modell in seiner praktischen Anwendung

Als J. van Merriënboer Mitte der 80er Jahre mit seinen Forschungen zum komplexen Lernen begann, suchte er vergeblich nach geeigneten Trainingsstrategien zum Erwerb von komplexen Fähigkeiten. Dies gab Anlass, ein eigenes Modell zu erarbeiten. 1997 veröffentlichte van Merriënboer erstmals in seinem Buch „Training for Complex Cognitive Skills“ das Vier- Komponenten- Instruktionsdesign- Modell (engl. four- component instructional design model (4C/ID)), welches heute zu den wichtigsten Modellen des Komplexen Lernens zählt.

„ Dieses Modell ist ein wissenschaftlich und empirisch erforschtes Instruktionsdes- ign- Modell für komplexes Lernen, welches Lehrern und Bildungsexperten syste- matische Empfehlungen für den Entwurf von Lernmaterialien gibt. “ (Bastiaens et al.,2011, S.90).

Authentische Lernaufgaben, in denen ganzheitliche Fähigkeiten geübt werden, sollen den schnellen Transfer des Erlernten auf komplexe Probleme der Realität fördern.

„ Complex learning is always involved with a learner acquiring integrated sets of learning goals. Its ultimate aim is the integration of knowledge, skills and attitudes in one rich, interconnected knowledge base. If people encounter a new thus unfa miliar situation, such an interconnected knowledge base allows them to activate many different kinds of knowledge that may possibly help them to solve the prob lem. “ (van Merriënboer & Kirschner, 2007, S.15).

Das 4C/ID beschreibt die komplexe Lernumgebung mittels 4 Komponenten.

1. Lernaufgaben sollen authentisch und ganzheitlich sein und kognitive Schemata beim Lernenden aufbauen. Mit unterschiedlichen Aufgabenklas- sen steigt der Schwierigkeitsgrad. Die Unterstützung (scaffolding) nimmt entsprechend ab.
2. Unterstützende Informationen ermöglichen die Bewältigung von nicht- wiederkehrenden Aufgaben. Sie verbinden vorhandene Kenntnisse mit neuen Informationen.
3. Just- in- time Informationen stehen dem Lernenden erst während der Bear- beitung der Aufgaben zur Verfügung. Sie werden möglichst in kleinen Einheiten unterbreitet, wenn sie benötigt werden.
4. Part- task Practice dient dem Üben von Teilaufgaben, und wird zur Auto- matisierung von wiederkehrenden Aufgaben genutzt.

2.1 Die hierarchische Analyse der Kompetenz

Die vier Komponenten des 4C/ID Modells wurden von van Merriënboer und Kirschner in 10 Schritte zur Erstellung eines Lehrplanentwurfs (Blueprint) unter- gliedert. Davon beschreiben 4 Schritte den Entwurf von Lernaufgaben, Unterstüt- zenden Informationen, Just- in- time Informationen und Part- task Practice. Die 6 verbleibenden Schritte dienen der Vorbereitung und dem Zusammentragen der Informationen.

Begonnen wird mit der Analyse der zu erlernenden Kompetenz. Welche Leistung, bzw. Verhaltensweise soll am Ende der Maßnahme erreicht werden? Welche ein- zelnen Fertigkeiten sind notwendig, um eine bestimmte Kompetenz zu beschrei- ben?

Eine Hierarchie an Fertigkeiten entsteht, anhand derer die einzelnen Teilfertigkeiten in einer zeitlichen und konditionalen Abfolge zueinander abgelesen werden können. Für alle konstituierenden Fertigkeiten können anhand dieser Hierarchie Leistungsziele festgelegt und in wiederkehrende und nicht- wiederkehrende Fertigkeiten unterteilt werden.

Die Kompetenzanalyse auf der folgenden Seite (Abb.1) für einen Bildungswissenschaftler im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung versucht, diese Hierarchie an Fertigkeiten zu beschreiben.

Die zeitliche Abfolge liest sich auf horizontaler Ebene von links nach rechts. Sie bezieht sich auf den Zeitpunkt, an dem die Fertigkeit ausgeübt wird und be- schreibt, ihre Gliederung. So steht am Anfang die Analyse des Bedarfs an gesund- heitsfördernden Maßnahmen, dann die Festlegung der Zielgruppe, anschließend die Vorbereitung der Maßnahme, letztlich die Durchführung und am Ende die Evaluation der durchgeführten Maßnahme. Aus der Gesamtheit aller Fertigkeiten in horizontaler Ebene, ergibt sich die authentische, ganzheitliche Fertigkeit.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Fertigkeiten Hierarchie für den Bildungswissenschaftler im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung

Die konditionale Abfolge wird auf vertikaler Ebene von unten nach oben gelesen. Welche Teilfertigkeit muss vor der Ausführung einer nächst höheren Teilfertigkeit beherrscht werden? Der Bildungswissenschaftler wird sich somit z.B. erst einen Überblick über Arbeitsschutzgesetze verschaffen müssen, bevor er den Bedarf an gesundheitsfördernden Maßnahmen in der Firma einschätzen kann.

2.2 Die vereinfachenden Annahmen und Aufgabenklassen

„ Ein 4C/ID Entwurf besteht aus einer Reihe von Lernaufgaben, die innerhalb von zunehmend komplexer werdenden Aufgabenklassen organisiert sind. “ (Bastiaens et al.,2011, S.96).

Schon in der ersten Aufgabenklasse wird der Lernende eine einfache Variante der ganzheitlichen Kompetenz einüben. Es werden dabei Wege der Vereinfachung gefunden, die eine Überforderung des Lernenden vermeiden sollen. Van Merriën- boer und Kirschner schlagen dafür vier verschiedene Sequenzprinzipien vor. Hier soll sich nur mit dem ersten Sequenzprinzip, dem der vereinfachenden Annahmen, beschäftigt werden. Bei dieser Methode steigt der Schwierigkeitsgrad mit jeder Aufgabenklassen. Mit wachsender Kompetenz des Lernenden, erhöht sich auch die Komplexität der Aufgabenklassen.

Für den Bildungswissenschaftler im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförde- rung können beispielsweise folgende vereinfachende Annahmen getroffen werden:

1. Beratungsbedarf der Mitarbeiter: Es ist anzunehmen, dass ein geringer Be- ratungsbedarf eine leichter zu erfüllende Aufgabe darstellt. Mit wenig In- formationen, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter, wird es mög- lich sein, diese Lücke zu füllen. Ist der Bedarf höher angesetzt, stellt dies auch eine schwierigere Aufgabe dar.
2. Vorwissen der Mitarbeiter: Neues Wissen zu vermitteln, ist eine große Herausforderung. Kann man auf ein gewisses Vorwissen aufbauen, gestal- tet sich diese Aufgabe einfacher. Die Arbeit mit Mitarbeitern, die kaum Vorwissen im Bereich der Gesundheitsprävention haben, wird anspruchs- voller und umfangreicher sein.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Das 4C/ID-Modell am Beispiel eines Lehrplanentwurfs für den Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitserziehung und -förderung
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Bildungswissenschaften - Mediendidaktik)
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V178745
ISBN (eBook)
9783656011293
ISBN (Buch)
9783656010777
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Bildungswissenschaft, 4CID Modell, Gesundheit, Erziehung, Mediendidaktik
Arbeit zitieren
Daniela Nöllert (Autor), 2011, Das 4C/ID-Modell am Beispiel eines Lehrplanentwurfs für den Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitserziehung und -förderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178745

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das 4C/ID-Modell am Beispiel eines Lehrplanentwurfs für den Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitserziehung und -förderung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden