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Untersuchung der Methoden zur Häftlingskontrolle in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Title: Untersuchung der Methoden zur Häftlingskontrolle in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 15 Pages

Autor:in: Nina Sikora (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Man nimmt an, dass etwa 6 Millionen Menschen in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern ihr Leben verloren. Die Zahl der Inhaftierten dürfte also noch um einiges höher sein, als die hier genannten Zahlen der Todesopfer. Besonders in den letzten Jahren der NS-Herrschaft wurden die Kapazitäten der Konzentrationslager voll ausgenutzt und häufig noch überschritten. Dies führte dazu, dass statistisch gesehen nur 1 SS-Wachmann 40 Gefangene beaufsichtigte.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Herrschaftssystem der Konzentrationslager. Es soll geklärt werden, wie es möglich war mit vergleichsweise wenig Wachpersonal so viele Menschen unter Kontrolle zu halten und Aufstände weitgehend zu verhindern.

Inhalt:

1. Einleitung

2. Das System der Konzentrationslager
2.1 Theodor Eike und das Dachauer Modell
2.2 Die Disziplinar- und Strafordnung

3. Leben im Konzentrationslager
3.1 Alltag und Lebensbedingungen
3.2 Häftlingshierarchie

4. Schluss

Literaturverzeichnis

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das System der Konzentrationslager

2.1 Theodor Eike und das Dachauer Modell

2.2 Die Disziplinar- und Strafordnung

3. Leben im Konzentrationslager

3.1 Alltag und Lebensbedingungen

3.2 Häftlingshierarchie

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Herrschaftssystem der nationalsozialistischen Konzentrationslager mit dem primären Ziel, die Methoden zur Häftlingskontrolle und Unterdrückung zu analysieren, die es der SS ermöglichten, eine große Anzahl von Gefangenen mit vergleichsweise geringem Personalaufwand zu beherrschen und Aufstände weitgehend zu unterbinden.

  • Die Entwicklung der Konzentrationslager zu einem einheitlichen, SS-geführten System.
  • Die Analyse der Disziplinar- und Strafordnung als Instrument zur Ausübung von Willkür.
  • Die Auswirkungen des Lageralltags und der physischen sowie psychischen Lebensbedingungen auf die Häftlinge.
  • Die Rolle der Häftlingshierarchie und die "Teile und Herrsche"-Strategie der SS.

Auszug aus dem Buch

3.2 Häftlingshierarchie

Die “Winkel“ die den Häftlingen bei ihrer Ankunft zugeteilt wurden bestanden aus einem Stoffdreieck, dessen Spitze nach unten zeigte. Durch sie wurden die Häftlinge in bestimmte Häftlingskategorien eingeordnet. Die Farbe der Winkel und zusätzliche Symbole gaben Auskunft über die Herkunft, den Inhaftierungsgrund und teilweise auch über den Gefangenenstatus wie Wiederholtinhaftiert, Fluchtgefährdet oder Zugehörigkeit zum „Strafkommando“. Ab 1937/38 war die Kennzeichnung in allen Lagern einheitlich. Rote Winkel wurden für politische Gefangene verwendet. Grüne Winkel für “Berufsverbrecher“. Zeugen Jehovas, die damals noch “Ernste Bibelforscher“ oder nur Bibelforscher genannt wurden, trugen einen lila Winkel. Erst braune und später dann schwarze Winkel kennzeichneten "Asoziale", "Zigeuner", "Zigeunermischlinge" und andere, im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie, als Angehörige von sozial auffälligen Randgruppen betrachtete wie Prostituierte oder Alkoholiker. Am seltensten vergeben wurde der rosafarbene Winkel für “Homosexuelle“.

Die Kennzeichnung durch die Winkel wurde noch ausgeweitet indem einige Häftlingsgruppen, zusätzlich zur Farbkodierung, einen Buchstaben in ihr Dreieck setzen mussten um ihr Herkunftsland anzuzeigen. Das “B“ stand für Belgier, “F“ für Franzosen, “I“ für Italiener, “N“ für Niederländer, “P“ für Polen, “S“ für Spanier, “T“ für Tschechen und “U“ für Ungarn. Die Kennzeichnung der Juden im Lager bestand aus einem der oben genannten Winkel, der den Inhaftierungsgrund angab und einem darunter liegenden, umgedrehten gelben Winkel. Beide zusammen bildeten einen Davidstern. Eine weitere Unterkategorie bildeten die “ Jüdischen Rasseschänder“ die mit einem nach oben gerichteten gelben Winkel und einer darüber liegenden schwarzen Triangel gekennzeichnet waren. Zusätzlich gab es noch besondere Kennzeichnungen. Ein Balken über den Winkel signalisierte, dass es sich bei der Person um einen Wiederholtinhaftierten handelte. Ein roter Kreis mit einem roten Punkt in der Mitte bedeutete, dass die Person im besonderen Maße Fluchtverdächtigt war. Dasselbe Symbol in schwarzer Farbe kennzeichnete die Häftlinge die einem “Sonderkommando“ bzw. einer “Strafkompanie“ zugeteilt waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Herrschaftsstrukturen in den Konzentrationslagern ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Methoden der Häftlingskontrolle zu untersuchen.

2. Das System der Konzentrationslager: Das Kapitel erläutert die organisatorische Entwicklung der Konzentrationslager unter der SS, insbesondere durch Theodor Eike, und analysiert die Disziplinar- und Strafordnung als Mittel zur Ausübung von Terror.

3. Leben im Konzentrationslager: Hier wird der Lageralltag beschrieben, der durch militärischen Drill, menschenunwürdige Lebensbedingungen und die gezielte Spaltung der Häftlinge durch ein hierarchisches Kennzeichnungssystem geprägt war.

4. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kontrolle der Häftlinge primär durch psychische sowie physische Gewalt und die bewusste Aufspaltung der Gefangenengruppen erreicht wurde.

Schlüsselwörter

Konzentrationslager, Nationalsozialismus, SS, Häftlingskontrolle, Theodor Eike, Dachauer Modell, Disziplinarordnung, Strafordnung, Lageralltag, Häftlingshierarchie, Funktionshäftlinge, Kapos, Vernichtung durch Arbeit, Unterdrückung, Terror.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Herrschaftsstrukturen und Kontrollmethoden, die von der SS innerhalb der nationalsozialistischen Konzentrationslager eingesetzt wurden, um die Inhaftierten zu beherrschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Lagersystems, die Rolle der SS-Disziplinarordnung, die Lebensbedingungen im Lager sowie das System der Häftlingshierarchie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie es der SS möglich war, trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit gegenüber den Häftlingen eine totale Kontrolle auszuüben und Widerstand zu unterbinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur, zeitgenössischen Lagerordnungen und autobiographischen Berichten von Zeitzeugen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das sogenannte "Dachauer Modell", die Disziplinar- und Strafordnung sowie die tägliche Routine und die Spaltung der Häftlinge durch Kategorisierung und Funktionshäftlinge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Konzentrationslager, SS, Häftlingskontrolle, Terror, Lagerhierarchie, Disziplinarordnung und Funktionshäftlinge.

Welchen Einfluss hatte Theodor Eike auf das Lagersystem?

Theodor Eike war maßgeblich für die Entwicklung des "Dachauer Modells" verantwortlich, welches als Blaupause für alle weiteren Konzentrationslager diente und die Grundlage für das rechtsfreie System der SS bildete.

Warum war die "Teile und Herrsche"-Strategie so erfolgreich?

Durch die Kategorisierung der Häftlinge und die Ernennung von Funktionshäftlingen wurden Rivalitäten geschürt, die ein solidarisches Handeln der Gefangenen unterbanden und das SS-Personal entlasteten.

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Details

Title
Untersuchung der Methoden zur Häftlingskontrolle in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern
College
University of Duisburg-Essen
Course
KZ und Gulag: Deutsch-Russische Strategien des Überlebens
Author
Nina Sikora (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V178993
ISBN (eBook)
9783656012849
ISBN (Book)
9783656013112
Language
German
Tags
SS KZ Dachau Strafordnung Häftlingshierarchie Methoden zur Häftlingskontrolle Konzentrationslager KZ Alltag
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Sikora (Author), 2008, Untersuchung der Methoden zur Häftlingskontrolle in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178993
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