Nach dem Ende des Kalten Krieges, der sich auf dem afrikanischen Kontinent vorwiegend dadurch auszeichnete, dass die beiden großen Akteure dieser Zeit, die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und die damalige Sowjetunion, versuchten, ihre Vormachtstellung in der Welt auszubauen, und Afrika strategisch sehr viel Aufmerksamkeit schenkten, verlor Afrika in den 1990er Jahren immer mehr an Stellenwert auf der internationalen Bühne. Die Sowjetunion zog sich fast vollständig aus Afrika zurück und überließ damit den USA als faktisch einzigem bilateralem Partner das Spielfeld. Neben ihr war nur noch die Europäische Union (EU) in großem Stil auf dem afrikanischen Kontinent aktiv. Europa und die USA waren Anfang der 1990er Jahre somit die entscheidenden Akteure in Afrika, wobei die USA traditionell die Position des größten bilateralen Partners des afrikanischen Kontinents einnahm. Doch deren Aufmerksamkeit fokussierte sich zu dieser Zeit mehr auf die ehemaligen Sowjetrepubliken Für Afrika bedeutete dies, trotz immer noch sehr hoher Hilfen aus den USA und der EU, ein Jahrzehnt in Vergessenheit.
und deren erwünschte Integration in die vorhandenen
westlichen Bündnisse wie die North Atlantic Treaty Organization (NATO) und die EU bzw. durch diese Organisationen geführte Partnerschaftsinitiativen wirtschafts- und sicherheitspolitischer Natur.[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1. Strategie
2.1.1. Afrikapolitische Strategie
2.2. Themenfelder der Analyse
2.2.1. Wirtschaft
2.2.2. Entwicklung
2.2.3. Sicherheit
2.2.4. Demokratie und Menschenrechte
3. Die Afrikapolitik der Vereinigten Staaten von Amerika
3.1. Geschichte
3.2. Die aktuelle Afrikapolitik der USA nach Themenfeldern
3.2.1. Wirtschaft
3.2.2. Entwicklung
3.2.3. Sicherheit
3.2.4. Demokratie und Menschenrechte
3.3. Zwischenfazit: Verfügen die USA über eine kohärente afrikapolitische Strategie?
4. Die Afrikapolitik der Volksrepublik China
4.1. Geschichte
4.2. Die aktuelle Afrikapolitik der Volksrepublik China nach Themenfeldern
4.2.1. Wirtschaft
4.2.2. Entwicklung
4.2.3. Sicherheit
4.2.4. Demokratie und Menschenrechte
4.3. Zwischenfazit: Verfügt die VR China über eine kohärente afrikapolitische Strategie?
5. Gemeinsamkeiten und Unterschiede des amerikanischen und chinesischen Engagements in den Themenfeldern
5.1. Wirtschaft
5.2. Entwicklung
5.3. Sicherheit
5.4. Demokratie und Menschenrechte
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die afrikapolitische Strategie der USA und der Volksrepublik China, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Engagement auf dem afrikanischen Kontinent unter den Aspekten Wirtschaft, Entwicklung, Sicherheit sowie Demokratie und Menschenrechte herauszuarbeiten.
- Vergleichende Analyse der Afrikapolitik von USA und China
- Untersuchung der Existenz kohärenter afrikapolitischer Strategien
- Bedeutung von Energieinteressen und Rohstoffsicherung
- Rolle der Entwicklungszusammenarbeit und Investitionspolitik
- Einfluss von Sicherheitsinteressen und Terrorismusbekämpfung
Auszug aus dem Buch
3.1. Geschichte
Die USA, die sich nach ihrem eigenen Selbstverständnis zumindest noch bis in die Mitte der letzten Dekade als einzig verbliebene Supermacht in einer von ihr geprägten unipolaren Weltordnung ansah, war in der jüngsten Geschichte Afrikas traditionell der größte bilaterale Partner des Kontinents, auch wenn Afrika auf der anderen Seite traditionell in ihrer Außenpolitik nur einen sehr geringen Stellenwert einnahm. Noch im Jahre 2000 stellte der spätere Präsident George W. Bush fest: „While Africa may be important, it doesn’t fit into the [United States] strategic interest, as far as I can see them.” Auch sein Vorgänger Bill Clinton stellte nach Amtseintritt fest: “When I became President, it seemed to me that our Country didn`t really have a policy toward Africa.”
Erstmals erschien Afrika auf der außenpolitischen Agenda der USA nach der Unabhängigkeit Ghanas im Jahre 1957 und Guineas im Jahre 1958. Präsident Eisenhower ließ damals ein Bureau of African Affairs im State Department einrichten. Dort war von diesem Punkt an ein Assistant Secretary of State für Afrika verantwortlich. Zuvor war Afrika zusammen mit dem Nahen Osten und Asien in einer Abteilung zusammengefasst.
In dieser Zeit war die Außenpolitik der USA weitgehend von Containment (Eindämmung) nach der Truman-Doktrin und Roll Back (Zurückdrängen) nach der Eisenhower-Doktrin geprägt. Für Afrika bedeutete dies, dass „normalerweise“ der Präsident oder der Außenminister nur wenig mit dem Schwarzen Kontinent in Berührung kamen. Die in den folgenden Jahren einsetzende Dekolonisationswelle führte dazu, dass Afrika immer mehr dem Einfluss von Ländern ohne eine koloniale Vergangenheit zugänglich war. Parallel zu den USA gewann auch die ehemalige Sowjetunion unter diesem Gesichtspunkt immer mehr Einfluss auf dem Schwarzen Kontinent und so wurde Afrika in den sich entwickelnden Ost-West-Konflikt hineingezogen und stand bis 1989 unter dem Eindruck des Kalten Krieges.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den wachsenden Stellenwert Afrikas für globale Akteure wie die USA und die VR China sowie die veränderte, multipolare Weltordnung.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert die für die Analyse zentralen Begriffe wie Strategie, Themenfelder und grenzt den geografischen Fokus auf Afrika südlich der Sahara ein.
3. Die Afrikapolitik der Vereinigten Staaten von Amerika: Das Kapitel untersucht die historische Entwicklung und das aktuelle US-Engagement in Afrika, differenziert nach Wirtschaft, Entwicklung, Sicherheit und Demokratie.
4. Die Afrikapolitik der Volksrepublik China: Diese Untersuchung widmet sich der historischen Genese und der heutigen chinesischen Afrikapolitik unter Anwendung der vier definierten Themenfelder.
5. Gemeinsamkeiten und Unterschiede des amerikanischen und chinesischen Engagements in den Themenfeldern: Ein direkter Vergleich der Ansätze beider Mächte, um spezifische Divergenzen und Übereinstimmungen herauszuarbeiten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und beurteilt die Existenz einer kohärenten afrikapolitischen Strategie beider untersuchter Akteure.
Schlüsselwörter
USA, Volksrepublik China, Afrika, Außenpolitik, Strategie, Wirtschaft, Entwicklung, Sicherheit, Demokratie, Menschenrechte, Rohstoffe, Energiesicherheit, Nichteinmischung, AGOA, FOCAC
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das politische Engagement der USA und Chinas auf dem afrikanischen Kontinent und untersucht, ob diese Länder über eine schlüssige, langfristige Afrikastrategie verfügen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Der Vergleich erfolgt anhand der vier spezifischen Bereiche Wirtschaft, Entwicklung, Sicherheit sowie Demokratie und Menschenrechte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im afrikapolitischen Vorgehen beider Supermächte zu identifizieren und zu bewerten, inwiefern ihr Handeln einer strategischen Konzeption folgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer intensiven Literaturauswertung, der Analyse von Strategiepapieren sowie dem Vergleich von Fallbeispielen und offiziellen Programmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der Afrikapolitik der USA und Chinas sowie eine vergleichende Gegenüberstellung beider Akteure in den definierten Themenfeldern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Afrikapolitik, Strategie, Energiesicherheit, Nichteinmischungsprinzip, AGOA und FOCAC.
Welche Rolle spielen die USA bei der Demokratieförderung in Afrika?
Die USA propagieren Demokratie und Menschenrechte, stehen jedoch häufig vor dem Dilemma, dass sie diese Grundwerte zugunsten eigener sicherheitspolitischer und wirtschaftlicher Interessen, insbesondere im Energiesektor, teilweise vernachlässigen.
Wie unterscheidet sich der chinesische Ansatz von dem westlichen?
China agiert strikt nach dem Prinzip der Nichteinmischung, verzichtet auf politische Konditionalität bei der Vergabe von Hilfen und verknüpft sein Engagement eng mit Handels- und Investitionsinteressen.
- Citar trabajo
- Tim Bohle (Autor), 2011, Spielball der Supermächte? Die Volksrepublik China und die Vereinigten Staaten von Amerika auf dem afrikanischen Kontinent., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179162