In dieser Arbeit geht es zunächst darum, das interreligiöse Lernen an sich vorzustellen. Anschließend werden die wichtigsten Merkmale des Buddhismus dargelegt und zum Schluss der Hausarbeit wird versucht, Möglichkeiten eines Dialogs zwischen dem Christentum und dem Buddhismus aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Interreligiöses Lernen
2.1. Der Begriff
2.2. Rahmenbedingungen und Herausforderungen
3. Buddhismus
3.1. Gautamas Lehre
3.1.1. Leid und Individuum
3.1.2. Wiedergeburt und Nibbāna
3.1.3. Der achtfache Weg zur Leidensaufhebung
3.2. Siddhārta Gautama, Schulen und Texte
4. Dem Buddhismus begegnen
4.1. Vorkenntnisse
4.2. Christlich-buddhistischer Dialog
5. Lehr- und Lernziele
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie interreligiöses Lernen aus christlicher Perspektive im Dialog mit dem Buddhismus erfolgreich gestaltet werden kann, und reflektiert dabei die theoretischen Grundlagen sowie praktische Herausforderungen für den schulischen Religionsunterricht.
- Grundlagen und historische Entwicklung des interreligiösen Lernens
- Strukturelle Analyse der buddhistischen Lehre und ihrer zentralen Konzepte
- Reflektion westlicher Rezeptionsformen des Buddhismus
- Vergleich von Christentum und Buddhismus hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Differenzen
- Didaktische Überlegungen zur Umsetzung im Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Leid und Individuum
„Es war die Erschütterung über das Leid in der Welt, die den verwöhnten Sohn des Rāja des Sakiyas motivierte, Familie und Haus zu verlassen, um sich der philosophischen Erforschung des Daseins zu widmen“17. Das Leidenserlebnis gibt dem buddhistischen Denken den Antrieb, die Analyse des Leidens und die Suche nach Erlösung bilden seinen Inhalt.
Die erste edle Wahrheit vom Leiden (dukkha) besagt, dass das Leben generell leidhaft ist. Geburt, Tod, Trauer, Jammer, Schmerz Gram, Verzweiflung, von Liebem getrennt sein und Begehrtes nicht erlangen sind alles Bestandteile der sogenannten Fünf Aneignungsgruppen (Körper, Empfindung, Wahrnehmung, Geistesregungen und Bewusstsein) und nicht vom Leben zu trennen. Alles, was dem Kreislauf (saṃsāra) von Vergehen und Entstehen unterliegt, also alles, das im buddhistischen Sinne nicht erlöst ist, ist Leiden. Auch alles Glück, das nicht zum wahren Glück (sukha) zählt, jede Freude, alles Geliebte ist vergänglich und mündet in Leiden. Lust (kāma) und Leid sind in Buddhas Augen identisch.18
Leidensphänomene lassen sich, der buddhistischen Lehre nach, nach Ursachen in drei Gruppen einteilen: Leiden, das aus Schmerz resultiert (dukkha-dukkha), Leiden aus der Veränderung oder Vergänglichkeit (vipariṇāma-dukkha), zu dem auch angenehme Dinge und Gefühle zählen, und Leiden aus den Persönlichkeitsbestandteilen (saṅkhāra-dukkha), wobei hierzu auch Dinge zählen, die noch gar nicht eingetreten sind, vor denen man sich aber fürchtet.19
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und formuliert die Leitfrage nach der Gestaltung interreligiösen Lernens im Dialog zwischen Christentum und Buddhismus.
2. Interreligiöses Lernen: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des interreligiösen Lernens, dessen historische Entwicklung sowie die notwendigen Rahmenbedingungen für einen authentischen Dialog.
3. Buddhismus: Hier erfolgt eine detaillierte Einführung in die buddhistische Lehre, von den vier edlen Wahrheiten bis hin zu den verschiedenen Schulen und wichtigen Textsammlungen.
4. Dem Buddhismus begegnen: Das Kapitel beleuchtet westliche Vorkenntnisse über den Buddhismus und führt einen theologischen Dialogvergleich zwischen dem Christentum und dem Buddhismus durch.
5. Lehr- und Lernziele: Zum Abschluss werden zentrale Erkenntnisse zusammengeführt und didaktische Perspektiven für den Umgang mit dem Buddhismus im Unterricht formuliert.
Schlüsselwörter
Interreligiöses Lernen, Buddhismus, Christentum, Dialog, Dukkha, Samsāra, Wiedergeburt, Nibbāna, Achtfacher Pfad, Kamma, Religionsunterricht, Meditation, Authentizität, Nicht-Selbst, Leerheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert Möglichkeiten des interreligiösen Lernens, speziell zwischen der christlichen Tradition und dem Buddhismus, unter Berücksichtigung der Anforderungen an einen modernen Religionsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition interreligiösen Lernens, die Vermittlung buddhistischer Grundlehren sowie die Reflexion der theologischen Anknüpfungspunkte und Unterschiede zwischen beiden Religionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie ein authentischer und respektvoller Dialog zwischen Christen und Buddhisten geführt werden kann, ohne dabei die spezifischen Identitäten der Religionen aufzugeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit religionspädagogischer und theologischer Fachliteratur, um Konzepte zu analysieren und didaktisch aufzubereiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung des interreligiösen Lernens, eine fundierte Darstellung der buddhistischen Lehre und eine vergleichende Analyse des christlich-buddhistischen Dialogs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie interreligiöser Dialog, Samsāra, Erlösung, Kamma und religionspädagogische Kompetenz charakterisiert.
Warum ist das Verständnis des Konzepts „Nicht-Selbst“ für Christen so schwierig?
Für Christen ist das Konzept der Seele und einer dauerhaften Persönlichkeit zentral; die buddhistische Lehre der Anatta (Nicht-Selbst) steht dazu im direkten Widerspruch und erfordert eine grundlegende Neujustierung des Denkens.
Was ist das „Problem“ bei der westlichen Rezeption des Buddhismus?
Der Autor weist darauf hin, dass der Buddhismus im Westen oft „dekonstruiert“ und auf eine bloße psychotherapeutische oder Lifestyle-Technik reduziert wird, was dem religiösen Eigenanspruch nicht gerecht wird.
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- Mareike Janßen (Author), 2010, Interreligiöses Lernen im Religionsunterricht - Dem Buddismus begegnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179528