Homo Faber wurde von Max Frisch in einer Zeit geschrieben, in der die Identitätskrise ein beherrschendes literarisches Thema war. Hierin knüpfte die Nachkriegsliteratur zum Teil an Werke der Zwanziger- und Dreißigerjahre an, in denen bereits die Wahrnehmung der menschlichen Existenz zum Problem und die Möglichkeit der Identitätsbildung in Frage gestellt wurde; hinzu kamen die Erfahrung des durchlittenen Krieges, das Gefühl der Traditionslosigkeit und eine neue von Modernisierung und Technisierung geprägte Entwicklung, wie sie in unsere heutige Gegenwart geführt hat.
Die Erzählstruktur in Max Frischs Homo Faber zeichnet sich durch eine zeitliche Diskontinuität der Erzählfolge aus. Durch die Montage von Erzählteilen, die unterschiedlichen zeitlichen Aufzeichnungs- und Erlebnisebenen angehören, wird die Chronologie aufgehoben. Entscheidend ist, daß sich die Abfolge der Erzählteile nicht aus der Chronologie des Geschehens ergibt, sondern am seelischen Entwicklungsprozess der Hauptfigur Walter Faber orientiert; die den Eindruck von Sprunghaftigkeit vermittelnde Verknüpfung der Erzählteile spiegelt Fabers Identitätskrise wider.
Inhalt
Vorbemerkungen
I. Die Planung
1. Bedingungsanalyse
1.1 Lehr- und Lernvoraussetzungen zu Beginn der Unterrichtsreihe
1.2 Die Stellung der Sequenz in der Reihe
1.3 Die Lehr- und Lernvoraussetzungen zu Beginn der Sequenz
1.4 Sachanalyse: Die Montagetechnik und ihre Funktionen in Homo Faber
1.5 Lernziele
1.6 Didaktisch-methodische Überlegungen
II. Die Durchführung
1. Die erste Stunde
1.1 Planung
1.2 Durchführung und Reflexion
2. Die zweite Stunde: Lernziele, Verlaufsplan und Ergebnisse
3. Die dritte Stunde: Lernziele, Verlaufsplan und Ergebnisse
4. Die vierte und fünfte Stunde (Doppelstunde)
4.1 Planung
4.2 Durchführung und Reflexion
III. Reflexion
1. Die erzielten Ergebnisse
2. Die Unterrichtsorganisation
Anhang
Literatur
Häufig gestellte Fragen
Welche Besonderheit weist die Erzählstruktur in „Homo Faber“ auf?
Die Erzählstruktur zeichnet sich durch zeitliche Diskontinuität und eine Montagetechnik aus, die die klassische Chronologie aufhebt.
Wie spiegelt die Struktur Walter Fabers Identitätskrise wider?
Die Abfolge der Erzählteile orientiert sich nicht am zeitlichen Geschehen, sondern am seelischen Entwicklungsprozess und der Sprunghaftigkeit von Fabers Wahrnehmung.
Welche Rolle spielt die Technisierung in Max Frischs Werk?
Der Roman thematisiert die moderne, technikgeprägte Welt als Faktor, der die menschliche Existenz zum Problem macht und die Identitätsbildung erschwert.
Was ist das Ziel der Sachanalyse in dieser Arbeit?
Die Sachanalyse untersucht die Funktionen der Montagetechnik im Roman und deren didaktische Vermittlung im Unterricht.
In welchem literarischen Kontext steht der Roman?
Er gehört zur Nachkriegsliteratur, die Identitätskrisen und das Gefühl der Traditionslosigkeit nach dem Krieg aufgreift.
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- Dr. Jens Saathoff (Autor), 1998, Die Erzählstruktur als Ausdruck des Identitätsproblems Walter Fabers, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179690